Blick in die Wissenschaft
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    Wovon träumt Alexa? Ein medienästhetischer Blick auf neue Technologien

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    In seinem 1968 erschienenen Roman Do Androids Dream of Electric Sheep, der Vorlage für den Science-Fiction- Klassiker Blade Runner, imaginiert Philip K. Dick eine postapokalyptische Welt, in der Androiden und Menschen sowohl physisch als auch psychisch nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind. Einzig die Empathie, das Mitempfinden, scheint noch rein menschliches Hoheitsgebiet zu sein, doch auch das bezweifelt der Protagonist Rick Deckard zunehmend, der als professioneller Kopfgeldjäger unerwünschte Androiden zu eliminieren versucht. Und so stellt sich ihm, der ein elektrisches Schaf auf seiner Dachterrasse hält, die Frage nach den Träumen der Maschinen und damit implizit auch nach ihrem ethischontologischen Status. Eine solche Vision lebt von der Ähnlichkeit zwischen Mensch und Maschine, für die es in der gegenwärtigen Technologientwicklung in Gestalt anthropomorpher Roboter oder sogenannter „virtual humans“ einige, allerdings noch recht unvollkommene Beispiele gibt. Von einer Verwechslung lebender mit künstlichen Entitäten scheinen wir also noch recht weit entfernt zu sein. Doch was wäre, wenn wir uns täuschen? Was, wenn die psychophysische Ähnlichkeit gar nicht das Entscheidende in der Mensch-Maschine- Beziehung ist, sondern sich deren symbiotische Verbindung auf ganz andere, aber nicht minder folgenreiche Art manifestiert

    Sehen mit einem Zentralskotom: Neuroplastische Veränderungen als Folge von Makuladegeneration

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    In Deutschland sind schätzungsweise drei Millionen Menschen von der altersabhängigen Makuladegeneration betroffen. Bei der Makuladegeneration wird speziell die zentrale Stelle des schärfsten Sehens auf der Netzhaut zerstört oder geschädigt, was zu einem Sehkraftverlust und damit zur Abnahme der Lesefähigkeit führt. Das Sehen im äußeren Gesichtsfeld bleibt meist erhalten. Im Rahmen einer von der DFG geförderten Forschergruppe (http://www. uni-regensburg.de/FOR1075) befassen wir uns seit 2008 mit den Folgen von zentralen Gesichtsfeldausfällen auf das Gehirn. In Zusammenarbeit mit der Augenklinik des Universitätsklinikums Regensburg untersuchen wir Patienten mit juvenilen Makulaerkrankungen (JMD, vor allem erblichen Netzhautdystrophien, wie z. B. Morbus Stargardt, und Zapfen-Stäbchendystrophie) sowie altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT), während sie verschiedene Sehaufgaben absolvieren. Hierbei interessiert uns besonders, inwiefern es aufgrund des durch die Erkrankung entstehenden zentralen Gesichtsfeldausfalls (Zentralskotom) zu Umstrukturierungen in visuellen Arealen des Gehirns kommt, und ob spezielle Trainingsmaßnahmen eine solche Anpassung des Gehirns begünstigen können. In diesem Zusammenhang spielt die neuronale Verarbeitung von Sehreizen in der Sehrinde eine wichtige Rolle

    Der neue Sonderforschungsbereich TR 221: Leben für Leukämie- und Lymphompatienten

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    Anfang Januar 2018 hat ein neu eingerichteter Sonderforschungsbereich (SFB) Transregio 221 (TR 221) von Universität Regensburg (UR) und Universitätsklinikum Regensburg (UKR) seine Arbeit aufgenommen. Im Fokus stehen dabei bislang ungelöste Herausforderungen bei der Therapie von Leukämie- und Lymphompatienten.  At the beginning of January 2018, a newly established Collaborative Research Center (CRC) Transregio 221 (TR 221) of the University of Regensburg (UR) and the University Hospital Regensburg (UKR) began its work. The focus is on unresolved challenges in the treatment of leukemia and lymphoma patients

    Immunregulation nach Transplantation: Physiologische Mechanismen zur Vermeidung oder Therapie von Transplantationskomplikationen

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    Das adaptive Immunsystem nutzt komplexe Netzwerke zur Induktion einer spezifischen Immun­antwort und zur Ausbildung eines immunologischen Gedächtnisses. Ähnlich komplex sind allerdings auch die Mechanismen zur Beendigung einer Immunantwort und zur Vermeidung von Immunreaktionen gegen eigenes Körpergewebe, die zu Autoimmunerkrankungen führen könnten. Die in diesen Projekten kooperierenden Forscher des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) untersuchen deshalb physiologische Mechanismen der Eindämmung oder Beendigung von Immun­funktionen sowie deren Rolle für die Toleranzinduktion nach allogener Stammzelltransplantation. Hierbei konzentrieren sie sich vor allem auf eine spezialisierte Subgruppe von Lymphozyten, die für die Kontrolle von Immunfunktionen unter physiologischen Bedingungen von zentraler Bedeutung sind und nach neueren Erkenntnissen auch zur Organreparatur nach physikalischen oder immunologischen Schädigungen beitragen. Ziel ist es, die regulatorische/suppressive Funktion des Immunsystems besser verstehen zu lernen und diese Mechanismen zur Vermeidung oder Therapie von Transplantationskomplikationen zu nutzen.The adaptive immune system uses complex networks to induce a specific immune response and to develop an immunological memory. However, the mechanisms for terminating an immune response and for preventing autoimmunity in peripheral organs are similarly complex. Therefore, researchers of the University hospital Regensburg (UKR) cooperating in these projects are investigating physiological mechanisms of the containment or termination of immune functions and their role in tolerance induction following allogeneic stem cell transplantation. In particular, they focus on regulatory T cells which are of central importance for the control of immune functions under physiological conditions and, according to more recent findings, also contribute to organ repair after physical or immunological damage. The aim is to better understand the regulatory / suppressive function of the immune system and to use these mechanisms to prevent or treat transplantation complications

    Mobile Business und Social Media: Internetkompetenzzentrum an der Universität Regensburg

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    Für die Gestaltung gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Strukturen und Vorgänge wird es immer bedeutender, die Chancen und Risiken der neuen Technologien Mobile Business und Social Media zu verstehen. Große Teile heutiger Wertschöpfung werden auf verschiedene Wirtschaftsakteure aufgeteilt, digitalisiert und gemeinsam, verstärkt auch mobil, durchgeführt. Neuere Wertschöpfungskonzepte wie Open Innovation und Social Commerce werden zudem zu nachhaltigen Veränderungen der Kooperation und Kollaboration wirtschaftlicher Akteure führen. Neue Social Media- und mobile App-basierte Konzepte haben das Potenzial, die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit signifikant zu verbessern oder die Flüchtlingshilfe besser zu koordinieren, und können damit zur Lösung drängender gesellschaftlicher Probleme beitragen. Um solche Chancen nutzen und mögliche Risiken realistisch einschätzen und reduzieren zu können, müssen diese grundlegenden Veränderungen verstanden werden. Das Internetkompetenzzentrum an der Universität Regensburg wurde mit der Zielsetzung gegründet, wissenschaftliche Fragestellungen im Mobile Business und Social Media zu bearbeiten, die für Gesellschaft und Unternehmen von hoher Relevanz sind bzw. zukünftig sein werden. Ergebnisse sollen wissenschaftlich fundierte Konzepte und Prototypen sein, um den Einsatz der neuen Technologien intelligent und wirtschaftlichsinnvoll zu unterstützen

    Der Kampf des Gehirns gegen eindringende Krebszellen: Die organspezifische Abwehr

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    Auch heute noch versterben viele Menschen an den Folgen der Metastasierung durch solide Tumore (Lungenkrebs, Dickdarmkrebs, Brustkrebs etc.). Dennoch sind der genaue zeitliche Ablauf und die molekularen Mechanismen nur partiell verstanden. Vereinfacht kann dieser komplexe Prozess nach dem Aufenthaltsort der Krebszellen in drei Blöcke eingeteilt werden: i) die Phasen am Entstehungsorgan; ii) die Phasen im Blut- oder Lymphsystem; iii) und die Phasen im fremden Organ. In den letzten Jahren hat man durch genetische Untersuchungen festgestellt, dass sich erfolgreich metastasierte Krebszellen früher als erwartet vom Entstehungsort lösen und sich andernorts sogar weiter entwickeln (parallele Evolution). Zudem ist bekannt geworden, dass sich bei vielen Patienten Krebszellen im Blut oder Knochenmark nachweisen lassen, die aber erstaunlicherweise später keine Metastasen entwickeln. Somit müssen viele Krebszellen noch im Blut oder im fremden Organ erfolgreich aufgehalten werden. Aber gerade die letzten Phasen der Metastasierung im fremden Organ sind nur rudimentär erforscht. Interessanterweise ergaben einige Arbeiten, das beinahe alle Krebszellen kurz nach dem Austritt aus dem Blutgefäß in dem fremden Organ sehr schnell absterben. Somit scheint das Überleben in einer unbekannten Umgebung für die Krebszellen nicht nur das größte Hindernis, sondern auch der entscheidende Faktor über Leben und Tod zu sein. Aus diesen Gründen widmet sich unsere Arbeitsgruppe intensiv dieser letzten Phase der Metastasierung und der Frage, wie sich das fremde Organ gegen eindringende Krebszellen wehrt

    Die Stadt als Bühne: Einzüge, Umzüge und religiöse Prozessionen in der mittelalterlichen Stadt

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    Städtische Prozessionen sind im Aufschwung der Neueren Kulturwissenschaften und des ritual turn seit den 1990er Jahren wieder vermehrt in den Blick der Stadtgeschichtsforschung gerückt. Sie gehören zu den ältesten liturgischen Ausdrucksformen des Christentums, und schon aus dem Frühmittelalter haben sich zahlreiche liturgische Anweisungen erhalten, die im Kern auf die spätantiken römischen Stationsgottesdienste zurückgehen. Das ganze Mittelalter hindurch wurden zu den zahlreichen Heiligenfesten die festlich geschmückten Reliquienschreine nicht nur innerhalb der Exklusivität klösterlicher Gemeinschaften umhergetragen, sondern auch aus den Kirchen hinaus in den öffentlichen Raum. Viele kirchliche Festtage wurden mit Umgängen gefeiert, ebenso wurden Prozessionen als Reaktionen auf vergangene oder aktuelle Ereignisse veranstaltet. Entsprechend finden sich viele Belege für Bittgänge wie beispielsweise Wetterprozessionen oder Dankprozessionen in Erinnerung an überstandene Pestzeiten. Durch ihren rituellen Charakter boten Prozessionen eine Bühne, um städtische Herrschaft zu inszenieren; sie bildeten einen Kommunikationsraum, in dem Ordnung und Hierarchie nicht nur abgebildet, sondern auch verhandelt wurden

    Neurobiology of Emotion Dysfunctions: Graduiertenkolleg erforscht Depression und Angsterkrankung

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    Eine stabile psychische Gesundheit ist wesentliche Voraussetzung für eine hohe Lebensqualität, Leistungsfähigkeit und soziale Integration. Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit sind jedoch weit verbreitet und nehmen mit zunehmenden Leistungsdruck und wachsender sozialer und medialer Komplexität unseres Lebens bedrohlich zu. In diesem Heft stellen sich in drei Beiträgen Doktorandinnen und Doktoranden des seit 2017 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Graduiertenkollegs (GRK) 2174 Neurobiology of Emotion Dysfunctions (Neurobiologie emotionaler Dysfunktionen) vor. Das Hauptziel des GRK ist, die neurobiologischen Grundlagen von psychischen Störungen, sogenannte Psychopathologien, zu untersuchen, um zur Entwicklung neuer Behandlungsstrategien beizutragen.A stable mental health is essential for a high quality of life, performance and social integration. However, mental health impairments are widespread and increasing with pressure to perform and the growing social and media complexity of our lives. In this issue, three doctoral students from the Research Training Group 2174 \u27Neurobiology of Emotion Dysfunctions\u27 funded by the German Research Foundation (DFG) in 2017 present their research and findings. The main goal of the Research Training Group is to investigate the neurobiological foundations of mental disorders, so-called psychopathologies, in order to contribute to the development of new treatment strategies

    Vom Molekül zum Verhalten: Die Rolle kodierender und nicht-kodierender Ribonukleinsäuren bei sozialer Angst

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    Jeder kennt diese eigenartigen Momente. Momente, die in einem Unwohlsein auslösen: der nächtliche Nachhauseweg entlang dunkler, verlassener Gassen, die große schwarze Spinne über dem Bett oder das Halten einer Rede vor größerem Publikum. All diese Situationen können Unbehagen, Furcht oder sogar Angst hervorrufen. Die verständliche Konsequenz daraus lautet: Solche Situationen umgehen und möglichst meiden! Tritt dieses Vermeidungsverhalten jedoch sehr häufig auf oder wird die Situation nur unter starker Furcht ertragen, kann dies ein Indiz für eine psychische Störung darstellen. Aktuelle medikamentöse Therapieansätze für Angsterkrankungen, insbesondere für soziale Angst, sind wenig spezifisch und haben unerwünschte Nebenwirkungen, sodass wir die zugrundeliegenden Mechanismen hinter diesen pathologischen Verhaltensweisen besser verstehen müssen. Erste Versuche deuten darauf hin, dass bei sozialen Ängsten vor allem das Oxytocin-System und spezielle RNA-Moleküle – welche vor einigen Jahren noch als funktionsloser „Müll“ der Zelle betrachtet wurden – involviert sind.Everyone knows these strange moments. Moments that cause discomfort: the nightly journey home along dark, deserted streets, the big black spider over the bed or holding a speech in front of a larger audience. All of these situations can cause discomfort, or even fear. The obvious consequence - circumvent such situations and avoid them as much as possible! However, if this avoidance behavior occurs very frequently, or if the situation is sustained only with great fear, this can be an indication of a mental disorder. Current drug therapies for anxiety disorders, especially for social anxiety, are less specific and have undesirable side effects. Therefore, we need to better understand the underlying mechanisms behind these pathological behaviors. First experiments indicate that in social fears, the oxytocin system and special RNA molecules - which were regarded as functionless "garbage" of the cell a few years ago - are involved

    Astrozyten: Leuchtende Sterne im Gehirn

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    Trotz langjähriger Forschungsarbeit sind die bestehenden therapeutischen Möglichkeiten zur Behandlung psychiatrischer Krankheiten immer noch nicht zufriedenstellend. Daher ist ein grundlegender Perspektivenwechsel auf der Suche nach pathophysiologischen Mechanismen als auch nach neuen therapeutischen Ansätzen zur Behandlung von Gehirnerkrankungen geboten. Als häufigster Subtyp der sogenannten Gliazellen sind Astrozyten für die Bildung und Funktion von synaptischen Kontakten und der Blut-Hirn-Schranke notwendig. Eine veränderte Aktivität der Astrozyten kann dramatische Konsequenzen haben: zum einen gestörte neuronale Informationsweiterleitung, die zur Ausbildung neuropsychiatrischer Erkrankungen führen kann; zum anderen ein gestörter Transport von Substanzen über die Blut-Hirn-Schranke, der zu einem verzögerten Ansprechen auf therapeutische Substanzen führt. Das bessere Verständnis der genauen Funktionen von Astrozyten kann daher bei der Identifizierung der molekularen Mechanismen von Gehirnerkrankungen helfen und somit zur Entwicklung neuer, präventiver oder kurativer Therapien führen. Hier werden die verschiedenen Funktionen von Astrozyten und spezifische Beispiele von wissenschaftliche Projekten vorgestellt, die einem besseren Verständnis der zellulären Funktionen dienen, um somit Gehirnkrankheiten besser zu verstehen und um neue Therapieansätze zu entwickeln zu können.Despite years of research, therapies for mental disorders are still highly unsatisfactory. Therefore, a radical change of perspective to study the pathophysiological mechanisms of brain disorders and to identify alternative therapeutic strategies is highly demanded. Astrocytes are necessary to regulate both formation and function of synaptic contacts and of the blood-brain barrier. Their imbalanced activity may translate into, on the one hand, a disrupted synaptic communication, which triggers the onset of neuropsychiatric disorders; on the other hand, an improper blood-brain transport of substances, which may delay clinical responses to therapeutic drugs. A better understanding of astrocytic functions might therefore help to identify novel molecular triggers of pathological processes to implement either preventive or curative therapeutic approaches. Here, we will introduce the various functions of astrocytes and specific examples of scientific projects aimed at a better understanding of cellular functions which should help to deepen our knowledge about brain disorders and to develop innovative therapeutic treatments

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