Blick in die Wissenschaft
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    Tora-Symbol statt "verlorener Schatz": Die theologische Konzeption der Bundeslade in Ex 25,10-22

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    Wie nur wenige andere Objekte aus den Erzählungen der Bibel beschäftigt die Bundeslade, der „Schrein“ für die Steintafeln mit den Zehn Geboten (Dekalog), bis heute Phantasie und Vorstellungsgabe. Schatzsucher vermuten sie in äthiopischen Kirchen, in Südfrankreich oder anderswo und erklären detailreich, wenn auch selten überzeugend, wie sie ihren Weg dorthin fand. Und wer wissen will, wie sie aussah, dem lieferte nicht erst Hollywood effektreich garniertes Anschauungsmaterial in Steven Spielbergs Kinofilm Raiders of the Lost Ark (1981; deutsch: Jäger des verlorenen Schatzes). Schon seit der Antike kennt die christliche Kunst unzählige, zum Teil sehr phantasievolle Darstellungen der Lade. Bei so viel „anschaulicher“ Konkretheit wirken neuere exegetische Zugänge fast ernüchternd, wenn sie aufzeigen, dass die Lade-Texte der Bibel durch fiktionales Erzählen und theologisches Reflektieren geprägt sind, was zur Folge hat, dass die Bundeslade allein als literarische Figur und Objekt der Imagination greifbar wird, kaum aber als historische Größe außerhalb der Textwelten. Dies bedeutet jedoch keineswegs, dass die „literarische Lade“ der Exegeten weniger spannend wäre, als die überaus konkreten Bundesladen der „Jäger verlorener Schätze“ – im Gegenteil…The paper examines Ex 25:10-22, one of the central texts of the Hebrew Bible dealing with the Ark of the Covenant and presupposes a wide exegetical consensus, according to which this text – although being designed as a "building instruction" – neither intends to direct a (material) production, nor offers any testimony on a “historical” Ark and its appearance. Instead, the individual components of the Ark (ʽedūt, kapporet and the chest) are described in such a way that they point to the Torah handed over to Israel by God on Mount Sinai and to essential aspects of its significance for Israel. The Ark of Ex 25:10-22 is thus a complex Torah-symbol, so that (Jewish) readers are given the impetus to reflect on the Torah, its significance and the modes of its appropriation – thus a central element of their own religious identity – when carrying out mental(!) (re)constructions of the Ark in process of reading

    Das Gericht als Protestbühne? Die US-amerikanische Praxis der "strategic public interest litigation" etabliert sich auch in Deutschland

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    Strategic Litigation entwickelt sich zurzeit auch unter deutschen Juristen zum Buzzword. Davon zeugen eine zunehmende Zahl von Gerichtsverfahren, die mit diesem Etikett versehen werden, neue zivilgesellschaftliche Organisationen, die solche Verfahren zu ihrem Tätigkeitsschwerpunkt erklären, akademische Tagungen, die dieses Phänomen reflektieren, und ein stetig anschwellendes Echo in Fachliteratur und Medien. Doch was genau ist unter Strategic Litigation zu verstehen? Und was davon zu halten? Am Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Politik der Universität Regensburg wird diesen Fragen seit einigen Jahren nachgegangen. Der vorliegende Beitrag gibt einen Einblick in diesen Forschungsbereich.Currently, \u27strategic litigation\u27 is becoming a buzzword among German lawyers. This is evidenced by an increasing number of court cases bearing this label, new civil society organizations that focus on such procedures, academic meetings that reflect this phenomenon, and a steadily increasing echo in specialist literature and the media. But what exactly is meant by strategic litigation? And what to think about it? The chair of public law and politics of the University of Regensburg has been pursuing these questions for several years. This article gives an insight into this area of research

    Prozessorientiertes Qualitätsmanagement in Zeiten der Digitalisierung: Forschungs- und Entwicklungsarbeiten am Lehrstuhl für Business Engineering an der Universität Regensburg

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    Dem prozessorientierten Qualitätsmanagement kommt in Zeiten der Digitalisierung enorme Bedeutung zu. Bedingt durch neue Technologien können Konsumenten sehr einfach Informationen über Produkte, Anbieter oder die günstigsten Angebote einholen und zudem über soziale Plattformen Erfahrungen austauschen. Dies führt dazu, dass sich die Erwartungshaltung der Kunden sehr rasch ändert und Unternehmen ihre Geschäftsprozesse entsprechend anpassen bzw. verbessern müssen, um Konsumenten langfristig zu binden. Allerdings erweist sich die Durchführung von Prozessverbesserungsprojekten in der Praxis oft als herausfordernd, was häufig auf eine mangelhafte Kommunikation bzw. Dokumentation von Projektergebnissen zurückzuführen ist. Aus diesem Grund wurden ein Verbesserungsansatz für Geschäftsprozesse entwickelt und ein Softwaretool realisiert, um Unternehmen bei der zielgerichteten Durchführung von prozessorientierten Qualitätsmanagementprojekten zu unterstützen. Die vorgestellte Lösung trägt maßgeblich zur systematischen Erarbeitung, Dokumentation sowie Kommunikation von Projektergebnissen bei und leistet auf diese Weise einen wichtigen Beitrag für den Erfolg von Prozessverbesserungsinitiativen

    Menschen brauchen Hilfe, andere schauen nur zu? Der Bystander-Effekt

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    Wer kennt nicht die Schlagzeilen von Notfällen, bei denen mehrere Menschen zusehen und niemand eingreift? Sie werfen die Frage auf, warum Menschen in Notsituationen in Anwesenheit weiterer passiver Individuen (sogenannter Bystander) eher zusehen als aktiv in Geschehen einzugreifen. Die Forschung spricht hier vom Bystander- Effekt. Dieser besagt, dass die individuelle Bereitschaft eines Eingreifens in einer Notsituation durch die Gegenwart weiterer Bystander reduziert wird. Allerdings zeigen vor allem aktuellere Studien auf diesem Gebiet, dass die Anwesenheit weiterer Personen nicht zwangsläufig zu einer reduzierten Hilfeleistung führen muss. Unter bestimmten Faktoren kann die Präsenz zusätzlicher Personen dazu führen, dass der Bystander- Effekt nur reduziert auftritt oder sich sogar umdreht – dass die Präsenz zusätzlicher Personen also die Wahrscheinlichkeit einer Hilfeleistung erhöht

    Radikale Ästhetik wider antijüdische Gewalt: Pogrome in Text und Bild

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    Antisemitische Ausschreitungen ziehen sich wie ein roter (Blut-)Faden durch die Geschichte der russischen Juden. Zwischen 1871 und 1922 fegen sie mit trauriger Regelmäßigkeit über die Siedlungsgebiete der Juden im Westen des Russischen Zarenreichs hinweg. Parallel erleben die Juden im östlichen Europa eine kulturelle Renaissance ungeahnten Ausmaßes. Häufig gehören Gewaltdarstellungen zu den Experimentierfeldern der ostjüdischen künstlerischen und literarischen Avantgarde. Die Pogromserie des jungen Malers Jissocher ber Ribak, eines Kollegen Marc Chagalls, und ein aufrührerischer, ja blasphemischer Gedichtzyklus des Vorzeigedichters Peretz Markisch, der 1952 unter Stalin hingerichtet wird, sind Höhepunkte der Repräsentationen und Reflexionen von Gewalt gegen Juden. Ihre radikale Ästhetik verknüpft virtuos das jüdische Erbe mit der expressionistischen oder futuristischen Moderne. Zugleich entblößt sie die – fragile – conditio judaica zwischen Eigenem und Fremdem. Täter- und Opferrollen können hier ausgetauscht werden und rütteln an den Grundfesten jüdischer Identität und universeller Ethik

    Die in die Hölle wollen: Wie hyperthermophile Mikroorganismen Schwarze Raucher besiedeln

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    Vor 40 Jahren wurde in der Tiefsee ein neuartiger Lebensraum entdeckt; Grund für die hierzu durchgeführten gezielten Tauchfahrten mit dem amerikanischenForschungs-U-Boot Alvin waren Temperaturanomalien, die im Meereswasser in Gebieten mit tektonischer Aktivität auftraten. Die daraufhin aufgefundenen Hydrothermalgebiete sind insbesondere durch das Vorkommen der sogenannten Schwarzen Raucher charakterisiert. In der direkten Umgebung dieser Hydrothermalsysteme kommt ein Ökosystem vor, dessen Existenz nicht erwartet worden war. Die sogenannte hydrothermale Lebensgemeinschaft kann aus bis zu über 500 Tierarten bestehen, die teilweise in extremer Dichte vorkommen. Da in die großen Tiefen der Hydrothermalsysteme kein Licht vordringt, stellte sich sofort die Frage, wie das Leben in den Tiefen von bis zu über 5000 m unter dem Meeresspiegel existieren kann: In diesem Biotop kann es ja nicht auf Photosynthese, also Energiegewinnung durch Licht beruhen; es müssen ihm daher chemische Redoxreaktionen zugrunde liegen

    Macht und Ordnung: Russland und China als strategische Herausforderung für den Westen

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    Nach dem Ende des Kalten Kriegs hoffte der Westen auf eine regelgeleitete, kooperative Ordnung des internationalen Systems. Davon ist die Welt heute weit entfernt. Besonders die Bruchlinien im russisch-westlichen und im chinesisch-westlichen Verhältnis stechen ins Auge. Im Februar 2016 erklärte der russische Premier Dimitri Medwedew bei der Münchner Sicherheitskonferenz, dass Russland und der Westen in einen neuen Kalten Krieg geschlittert seien. Verantwortlich machte er dafür die EU und die USA. Auch das chinesisch-westliche Verhältnis leidet unter Spannungen. Chinas Führung wirft den Vereinigten Staaten regelmäßig vor, den (Wieder) Aufstieg des Landes zu seiner rechtmäßigen Position verhindern zu wollen. Trotz ihrer Differenzen eint Russland und China das Bestreben, westliche Macht zu relativieren und eigene Einflusssphären zu sichern. Dieser Beitrag beleuchtet die Hintergründe dieser Entwicklung

    "Sie erträgt den Himmel nicht": Zeitgenössische Kontexte literarischer Texte über Ballonfahrten

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    Die wissenschaftlichen Spekulationen, Mutproben und Schicksale in der Geschichte der Ballonfahrt finden ihren Niederschlag zunächst in den zeitgenössischen Journalen aller Couleur. Dabei schaffte längst nicht jede dieser Anstrengungen, die im In- und Ausland nahezu zeitgleich zu registrieren sind, auch den Sprung in die zeitgenössischen überregionalen Medien. Aus diesem Grund wird sich die einleitende Revue auf die Daten und Themen konzentrieren, die nachweislich von deutschen Schriftstellern rezipiert und kolportiert wurden. Erst nach dieser Inventur geraten zwei regionale und prominente literarische Verarbeitungen in den Blick. Jean Paul und Adalbert Stifter nutzen den Luftfahrthype auf sehr unterschiedliche Weise. Während der Oberfranke in der Betrachtung der Erde aus ungeahnter Höhe satirische Möglichkeiten sieht, kristallisiert der Autor aus dem Bayerischen Wald das ethisch-ästhetische Konfliktpotential des Themas heraus. Der Beitrag stellt den Versuch der systematisch auf die Rezeption in Deutschland bezogenen Erfassung eines in Einzelaspekten erforschten Feldes dar. Auf diesem interdisziplinären Weg können für die Literaturwissenschaft neue themenrelevante Quellen (wie Kotzebues Reisebericht und Goethes Tableau) und ´modifizierte Interpretationsansätze erschlossen werden

    Einfaches Geld und Immobilienmärkte: Der Einfluss von Geldpolitik und Kreditschwankungen auf die Immobilienmärkte

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    „In come the waves: The worldwide rise in house prices is the biggest bubble in history. Prepare for the economic pain when it pops.“ Diese düstere Schlagzeile des „Economist“ aus dem Jahr 2005 war vollkommen angebracht, wenn man die globalen Häuser- und Kreditmärkte über die letzten Jahre hinweg betrachtet. Grafik 1 zeigt den dramatischen Anstieg und Fall der Häuserpreise in den Vereinigten Staaten und einigen ausgewählten europäischen Länder vom ersten Quartal 1997 bis zum zweiten Quartal 2012. Der U.S. Häusermarkt erreichte seinen Höhepunkt im ersten Quartal 2006, nach einem Anstieg von 137 %. Dieser ist jedoch noch relativ mild, verglichen mit dem Anstieg in Irland (266 %), Spanien (193 %), Großbritannien (187 %) sowie Griechenland (141 %) – wobei jedes dieser Länder seinen Höhepunkt zu einem etwas anderen Zeitpunkt erreichte. Mit dem Absturz der Häuserpreise in diesen Wirtschaften Mitte der 2000er Jahre hat sich ein wachsender Literaturstrang entwickelt, welcher diese großen Schwünge in den Häuserpreisen als Blase bezeichnet. Auch werden die starken Anstiege Anfang der 2000er Jahre oft durch irrationalen Überschwang erklärt, welcher wiederum die „Große Rezession“ der späten 2000er Jahre und somit die globale Finanz- und Wirtschaftskrise ausgelöst hat

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