Publikationsserver der PHTG (Pädagog. Hochschule Thurgau)
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Umgang mit Forschungsergebnissen in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung
Im Beitrag werden Begriffe wie Forschung, Daten und Evidenz erläutert, die für ein Verständnis der Anforderung wichtig sind, dass Lehrpersonen Forschungsergebnisse für Professionalisierungsprozesse nutzen können sollen. Ausgehend von Rahmenmodellen und Forschungsbefunden wird anschließend skizziert, wie eine qualitätsvolle Beschäftigung mit und die Nutzung von Forschungsinformationen erreicht werden können
Frühkindliche Bildung aus Perspektive der Ausbildung
Im vorliegenden Kapitel wird die Ausbildung von Fachkräften für Frühkindliche Bildung (0–6-jährige Kinder) näher betrachtet. Vorstellungen über Qualifikationen und professionelle Kompetenzen werden theoretisch aus einem Modell pädagogischer Qualität abgeleitet. Im Anschluss werden verschiedene Ausbildungsmodelle beschrieben und Einblicke in den aktuellen Forschungsstand gegeben
Analyse der Wochenberichte eines Kindes der Unterstufe
Die vorliegende Bachelorarbeit ist im Rahmen des Forschungsprojekts «Sprachprodukte sammeln» entstanden und widmet sich der Frage: Welche Merkmale kennzeichnen einen Bericht und inwiefern lassen sich diese in den Wochenberichten eines Kindes identifizieren? Im Zentrum steht eine qualitative Einzelfallanalyse, bei der die Wochenberichte eines Kindes über die ersten drei Schuljahre hinweg systematisch untersucht werden. Die Grundlage der Analyse bilden theoriebasiert erarbeitete Merkmale von Berichten, insbesondere die sieben W-Fragen (Wann? Wo? Wer? Was? Wie? Warum? Welche Folgen?). Anhand dieser Kriterien wurden die Wochenberichte systematisch analysiert und die Ergebnisse in einer Excel-Tabelle dokumentiert. In der Auswertung der Daten wird sichtbar, dass sich die Anzahl der beantworteten W-Fragen in den drei Jahren stark variiert. Die Entwicklung von der ersten Klasse, in der hauptsächlich die Fragen wer? und was? beantwortet werden, bis zum Stand der dritten Klasse, in welcher die Fragen nach dem wann? wo? wer? und was? systematisch beantwortet werden, zeigt eine signifikante Veränderung in den Wochenberichten. Die Ergebnisse verweisen auf eine Forschungslücke im Bereich der Wochenberichte. Es gibt bislang keine Theorie, die sich mit dem Nutzen und der Relevanz von Wochenberichten im Unterstufenalter beschäftigt. Aus der Arbeit lassen sich konkrete Implikationen für die Unterrichtspraxis sowie Perspektiven für weiterführende Forschung ableiten
Sprachförderung im Kindergarten - Die Rolle von Alltagsgesprächen für Kinder während der Garderobenzeit: Projekt: "Alltagsgespräche im Kindergarten als Bildungsgelegenheit erkennen, verstehen und nutzen"
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Rolle von Alltagsgesprächen während der Garderobenzeit im Kindergarten als Bildungsgelegenheit. Ziel der Arbeit ist es zu analysieren, wie Lehrpersonen diese Gespräche zur sprachlichen Förderung und zur Beziehungsgestaltung nutzen. Die Untersuchung basiert auf Videoanalysen aus dem Forschungsprojekt EmTiK, wobei zwei Garderobensequenzen detailliert ausgewertet werden. Die Ergebnisse zeigen, dass Lehrpersonen durch ritualisierte Begrüssungen und gezielte Interaktionsstrategien sowohl den Tagesablauf strukturieren als auch individuelle Beziehungen zu den Kindern aufbauen. Besonders die nonverbale Kommunikation wie Blickkontakt, körperliche Nähe und die Anpassung der Körperhaltung spielt eine zentrale Rolle bei der Förderung sprachlicher Fähigkeiten und der sozialen Integration. Zudem verdeutlichen die Ergebnisse die Bedeutung von Multitasking im Classroom-Management, da Lehrpersonen gleichzeitig organisatorische Aufgaben bewältigen und auf die Bedürfnisse einzelner Kinder eingehen
ADHS in Prüfungssituationen
Diese Arbeit untersucht, wie Schülerinnen und Schüler mit ADHS in der Schule auf der Stufe Sek 1 in Prüfungssituationen unterstützt werden können. Basierend auf einem Theorieteil, Interviews, sowie Diskussionsergebnissen werden verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten vorgestellt: Bewegungspausen, visuelle Lernhilfen, strukturierte Prüfungsformen und reizreduzierte Umgebungen fördern die Konzentration und Fokussierung. Auch individuelle Gespräche, klare Routinen, sowie die Zusammenarbeit mit Eltern spielen eine zentrale Rolle. Die Ergebnisse zeigen das Unterstützungsmassnahmen individuell angepasst werde müssen, da nicht jede Strategie bei allen Lernenden gleich wirksam ist
Stressbewältigung durch plastisches Gestalten - Formen gegen den Stress: Der Einfluss des plastischen Gestaltens auf die Stressbewältigung von Lernenden der Sekundarstufe I
Diese Masterarbeit untersucht welchen Einfluss das plastische Gestalten im schulischen Fach Bildnerisches Gestalten auf das subjektive Stressempfinden und die Stressbewältigung von Jugendlichen der Sekundarstufe I hat Ausgangspunkt ist die Beobachtung dass viele Jugendliche im Schulalltag unter hoher psychischer Belastung stehen während kreatives Gestalten ein bisher in der Schule wenig genutztes Potenzial für emotionale Entlastung bietet Im Rahmen einer Interventionsstudie wurde ein Mixed Methods Design angewendet Quantitative Daten wurden mittels standardisierter Fragebögen zu vier Messzeitpunkten erhoben Ergänzend erfolgten qualitative Unterrichtsbeobachtungen Befragungen der Schüler innen sowie eine Analyse der entstandenen plastischen Arbeiten Die Ergebnisse zeigen dass die Intervention einen signifikanten Rückgang der subjektiven Stressbelastung bewirkte Qualitative Daten belegen zudem dass plastisches Gestalten als sinnstiftend beruhigend und emotional ausgleichend erlebt wurde Die künstlerischen Arbeiten zeigten individuelle Ausdrucksformen emotionaler Verarbeitung Unterschiede nach Geschlecht Alter oder Leistungsniveau waren tendenziell vorhanden aber nicht entscheidend für die Wirkung der Intervention Daraus ergibt sich dass plastisches Gestalten einen wertvollen Beitrag zur Stressbewältigung von Jugendlichen leisten kann
«Wie unterscheidet sich die Wahrnehmung von Lehrpersonen der Generation X und Lehrpersonen der Generation Z in Bezug auf das Verhalten und die Motivation der heutigen Schülerschaft? Wie motiviert und gesund sind Lehrpersonen der jüngeren und älteren Generation im Lehrberuf?»
Diese Bachelorarbeit erforscht Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Wahrnehmung von Kompetenzen und dem Verhalten der heutigen Schülerschaft zwischen Lehrpersonen der Generation X und Lehrpersonen der Generation Z. Die übergeordnete Fragestellung lautet: «Wie unterscheidet sich die Wahrnehmung von Lehrpersonen der Generation X und Lehrpersonen der Generation Z in Bezug auf das Verhalten und die Motivation der heutigen Schülerschaft? Wie motiviert und gesund sind Lehrpersonen der jüngeren und älteren Generation im Lehrberuf?» Um die Forschungsfrage zu beantworten, wurden die Ergebnisse einer Querschnittsuntersuchung mit einer quantitativen Fragebogenerhebung den Erkenntnissen aus der Literatur gegenübergestellt und analysiert. Die Stichprobe setzt sich dabei aus N=359 Thurgauer Lehrpersonen zusammen; darunter befinden sich n=87 Lehrpersonen der Generation X und n=78 Lehrpersonen der Generation Z. Jedoch lieferten nur N=213 vollständige Antworten. Die Datenerhebung erfolgte über die Plattform LimeSurvey, wobei eine Likert-Skala zur Bewertung verschiedener Aspekte wie der Fachkompetenz, Konzentrationsfähigkeit, Sozialkompetenz und der Motivation der Schülerinnen und Schüler genutzt wurde. Gleichzeitig wurden auch Daten über die Motivation und die Gesundheit von Lehrpersonen erfasst. Die Auswertung umfasste deskriptive Statistik, Mann-Whitney-U-Tests zur Identifikation signifikanter Unterschiede sowie Spearman-Korrelationsanalysen zur Untersuchung von möglichen Zusammenhängen zweier Variablen. Die Ergebnisse zeigen, dass beide Gruppen eine positive Beziehung zu den Schülerinnen und Schülern anstreben. Darüber hinaus nehmen beide Generationen ein respektvolles Verhalten der Schülerinnen und Schüler untereinander wahr, sowie auch gegenüber ihnen als Lehrpersonen. Eine weitere Gemeinsamkeit zeigt sich in der motivationalen Einschätzung der Schülerinnen und Schüler. Beide Generationen schätzen ihre intrinsische Motivation hoch ein. Hingegen sind die Mittelwerte der extrinsisch selbstbestimmten und extrinsisch fremdbestimmten Motivation im mittleren Bereich. Signifikante Unterschiede ergeben sich bei beiden Gruppen in der eigenen Einschätzung der Motivation. Auf Basis der Werte weisen Lehrpersonen der Generation X eine höhere intrinsische und extrinsisch-selbstbestimmte Motivation auf und Lehrpersonen der Generation Z eine höhere extrinsisch-fremdbestimmte Motivation. Gleichzeitig ergibt sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Einschätzung der intrinsischen Motivation der Schülerinnen und Schüler sowie der intrinsischen Motivation der Lehrpersonen. Weitere signifikante Unterschiede zeigen sich in der mentalen und körperlichen Gesundheit der Befragten. Lehrpersonen der Generation X fühlen sich emotional weniger gestresst oder erschöpft und sind körperlich weniger oft angeschlagen. Diese Ergebnisse leisten wichtige Erkenntnisse für Bildungsinstitutionen
Inklusion im Schulalltag: Rassismus- und diskriminierungskritische Bildung
In dieser Arbeit wird der Forschungsfrage «Wie kann für Kinder mit einer körperlichen Beeinträchtigung ein inklusiver Unterricht gestaltet werden?» und der Subfrage «Welche Hilfsmittel und Haltungen sind förderlich, um einen inklusiven Unterricht für Kinder mit einer körperlichen Beeinträchtigung zu gestalten?» nachgegangen. Kinder mit einer körperlichen Beeinträchtigung haben oft einen schwierigen Stand in der Schule. Doch, verstehen unter «Inklusion» alle das Gleiche? Es gibt einen ausführlichen Überblick über die verschiedenen Themen und Begriffe, die mit rassismus- und diskriminierungskritischer Bildung zu tun haben. Ebenfalls werden einzelne Targets aus der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung beschrieben. Mit der Erhebungstechnik Interviews geben zwei Expertinnen einen Einblick, wie Schüler*innen mit einer körperlichen Beeinträchtigung an einem inklusiven Unterricht teilnehmen können und welche Hilfsmittel unterstützend sind. Für die Datenauswertung wurde die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring genutzt. Mittels der Literatur sind viele Praxistipps für die Sensibilisierung von Schulklassen und Inklusion miteingebracht worden. Der Blickpunkt liegt auf den 6 Jahre Primarstufe der öffentlichen Volksschule. Ein inklusiver Unterricht kann mit verschiedenen Hilfsmitteln und Unterstützungen für Kinder mit körperlichen Beeinträchtigungen gestaltet werden. Dazu gehören Fachpersonen, Lehrmittel, Handbücher und Fachliteratur. Sehr wichtig im inklusiven Unterricht ist die positive Grundhaltung der Lehrperson. Ebenfalls setzt die pädagogische Inklusion eine positive Haltung des schulischen Umfeldes wie Schulbehörde (Finanzen), Schulleitung, Lehrkörper und Eltern voraus
Inklusion im Lehrerzimmer?: Lehrpersonen mit ADHS
Seit die Schweiz 2014 der UNO-Behindertenrechtskonvention beigetreten ist, wird der Ruf nach Chancengerechtigkeit in Bildung und am Arbeitsmarkt und somit nach Inklusion immer grösser. Da im Bildungswesen bisher nur Schüler:innen im Zentrum standen, stellt sich die Frage, wie eine Inklusion auch für Lehrpersonen gelingen kann. Das Ziel dieser Arbeit ist es, herauszufinden, welche Herausforderungen und Ressourcen Lehrpersonen mit ADHS in ihrem beruflichen Alltag wahrnehmen und wie sie damit umgehen. Daraus können später mögliche Massnahmen für die Unterstützung dieser Lehrpersonen entwickelt werden. Dazu wird die folgende Forschungsfrage gestellt: „Wie gehen Lehrpersonen mit ADHS mit ihren Anforderungen im schulischen Arbeitsumfeld um?“ Um diese Forschungsfrage zu beantworten, wurde ein problemzentriertes Interview durchgeführt. Dabei wurden zwei Lehrpersonen mit einer ADHS-Diagnose über ihre Strategien und Wahrnehmungen im Umgang mit ADHS in ihrem Berufsalltag interviewt und die Tonaufnahmen des Interviews anschliessend transkribiert. Die Transkripte wurden anhand der Grounded Theory in einem theoriebildenden Verfahren ausgewertet. Deutlich wurde dabei, dass besonders organisatorische Aufgaben, Reizüberflutung, Angst vor Stigmatisierung und Konzentrationsschwierigkeiten Herausforderungen der Befragten waren. Im Umgang mit diesen Herausforderungen zeigten sich individuelle Coping-Strategien. Beide Befragten legten, aus Sorge vor negativen Reaktionen, ihre Diagnose in der Schule nicht offen. Zudem half es ihnen, sich bewusst mit ihrer Diagnose auseinanderzusetzen, um so ein besseres Selbstbild zu erhalten. Im Umgang mit Reizüberflutung und Konzentration zeigte sich eine klare zeitliche und räumliche Abtrennung von Arbeit und Freizeit als wirkungsvoll. Beide interviewte Personen zeigten eine deutliche intrinsische Motivation ihrem Beruf gegenüber, vor allem bei der Interaktion mit Schüler:innen und dem Unterrichten. Hier hatten sie das Gefühl, durch ein ausgeprägtes Verständnis für die Probleme der Schüler:innen diese besser unterstützen und fördern zu können. Insgesamt würden sich beide mehr systemische Unterstützung durch Entlastung bei organisatorischen Aufgaben und Planung sowie durch die Förderung eines toleranten und aufgeklärteren Umfeldes wünschen. Durch die Ergebnisse kann abgeleitet werden, dass Lehrpersonen mit ADHS vermutlich unzureichende Unterstützung erhalten. Ursachen scheinen hier vor allem fehlende Ressourcen und mangelnde Aufklärung zu sein. Ausserdem zeigt sich, dass durch eine Inklusion auch Ressourcen der Lehrpersonen mit ADHS, wie beispielsweise die ausgeprägte Empathie für Schüler:innen, genutzt werden könnten. So könnte eine stärkenbasierte und engere Zusammenarbeit im Schulhausteam möglich werden. Offen ist noch, welche Auswirkung eine Offenlegung der Diagnose im Schulumfeld hat, da beide Befragten diese nicht preisgaben. Insgesamt braucht es noch mehr und differenzierte Forschung in diesem Bereich, um ein umfassendes Bild zu erhalten, wie Lehrpersonen mit ADHS oder anderen Beeinträchtigungen unterstützt werden können
Schulhunde und ADHS: Evidenzbasierte Forschung oder ungesicherte Praxis?
Schulhunde werden immer attraktiver und werden immer häufiger eingesetzt. Dazu gibt es einige Ratgeber zu dem Thema und alle möchten die besten Tipps abgeben. In dieser Arbeit werden zwei dieser Ratgeber genauer beleuchtet und es wird der Frage nachgegangen, ob es zu den Schulhunden genügend wissenschaftliche Studien gibt. Zudem soll untersucht werden, ob ein Einsatz von Schulhunden im Bereich ADHS wissenschaftliche Belege hat. Dies ist vor allem interessant, da Schulhunden nachgesagt wird, dass die eine beruhigende Wirkung haben und Aufmerksamkeit und Konzentration fördern können. In dem Theorieteil wird zuerst die Ausgangslage von ADHS angeschaut. Ebenso wird eine grobe Übersicht zu der Forschung im Bereich Schulhunde gegeben. Hier bemerkt man zum ersten Mal, dass Studien eher gering vorhanden sind oder nicht ganz zum Schulbetrieb passen. In der Analyse der beiden Ratgeber wird diese Erfahrung erneut bestätigt. Hier wird einem bewusst, dass es zwar viele Studien zu der Beziehung zwischen Mensch und Hund gibt, aber die Studien im Bereich Pädagogik fallen rar aus. Der Vergleich der beiden Ratgeber hat gezeigt, dass diese unterschiedlichen Zielen folgen und die wissenschaftlichen Grundlagen unterschiedlich stark einbeziehen. Zum Schluss wird klar, dass im pädagogischen Bereich die objektive wissenschaftliche Forschung fehlt und auch in Bezug auf ADHS fällt die Forschung sehr knapp aus. Somit wäre zu hoffen, dass es in Zukunft mehr Studien zu diesen beiden Bereichen geben wird