Publikationsserver der PHTG (Pädagog. Hochschule Thurgau)
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Der Einfluss des Geschlechts und der Selbstkontrolle auf die Genauigkeit in der Lego-Sortieraufgabe
Die Fähigkeit zur Selbstkontrolle stellt einen wesentlichen Einflussfaktor im Bildungsbereich dar. Die temporäre Steuerung von Impulsen durch gezielte Ablenkung zur Erreichung spezifischer Ziele wird in ihrer Bedeutung für den Bildungssektor häufig unterschätzt. Zudem zeigen sich geschlechtsspezifische Unterschiede in der Impulskontrolle. Ziel dieser Studie war die Beobachtung des Verhaltens von 141 Kindern im Alter von vier bis acht Jahren während einer Sortieraufgabe unter Verwendung von Videokameras. Ein Mediationsmodell wurde eingesetzt, um zu untersuchen, ob sich geschlechtsspezifische Unterschiede und Genauigkeit in einer Sortieraufgabe zeigen würden. Dazu wurden Korrelationskoeffizienten zwischen Geschlecht, Selbstkontrolle und Genauigkeit berechnet. Obwohl die mediierenden Effekte der Selbstkontrolle zwischen Geschlecht und Genauigkeit statistisch nicht signifikant waren, zeigen die Ergebnisse deutlich geschlechtsspezifische Unterschiede in den Selbstkontrollfähigkeiten und Genauigkeiten der Kinder bei den durchgeführten Sortieraufgaben
Bildung für alle: Eine Analyse der multikulturellen Bildungsansätze in Finnland und der Schweiz
Die Globalisierung ist eines der Hauptthemen in der modernen Gesellschaft und birgt sowohl viele Chancen als auch Herausforderungen in verschiedenen Bereichen. Die Bildung ist eine davon. Die wachsende Heterogenität in den Schulzimmern stellt nicht nur die Lehrpersonen, sondern die gesamte Bildungspolitik vor Herausforderungen. Die interkulturelle Pädagogik hat das Ziel, diese Diversität als Bereicherung zu sehen und die soziale Gerechtigkeit zu gewährleisten (Zilliacus, Holm & Sahlström, 2017, S. 232). In den vergangenen Jahren gewann diese Bildungsstruktur zunehmend an Bedeutung und gilt heute als Basis vieler Erziehungssystemen. Im Schweizer Bildungssystem fand die interkulturelle Pädagogik erstmals mit der Einführung des Lehrplan 21 zu einem festen Bestandteil der Bildungspolitik (EDK, 2014a, S. 16–18). Sie ist im Bereich der «Sprachen» und «Bildung für nachhaltige Entwicklung» verankert (EDK, 2014a). Eine konkrete Umsetzungsstrategie wird seitens der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren nicht vorgestellt (EDK, 2000, S. 42–43). Abhängig von regionalen Interessen und Bedürfnissen haben die lokalen Behörden und Schulen die Freiheit, auf den Basis des Lehrplan 21 einen lokalen Lehrplan zu gestalten (EDK, 2000, S. 60). Das finnische Bildungssystem gilt als eines der qualitativ hochwertigsten Systeme weltweit (Dervin, Paatela-Nieminen, Kuoppala & Riitaoja, 2012; zit. nach Sahlberg, 2011). Es beruht auf dem nationalen Curriculum, welches von der Finnish National Agency for Education erarbeitet wird. Auch hier spielt die interkulturelle Pädagogik eine bedeutende Rolle (Zilliacus et al., 2017). Das nationale Curriculum als Grundlage wird ein lokales Curriculum erstellt, woran sich die Schulen und Lehrpersonen orientieren (Vitikka, Krokfors & Hurmerinta, 2012). Beide Länder verfolgen mit dem multikulturellen Bildungsansatz das gleiche Ziel: die Gewährleistung der Menschenrechte, nationaler Kulturerbe, nachhaltiges Leben und Weltoffenheit (Zilliacus et al., 2017). Die Maßnahmen dafür sind unter anderem im Lehrplan oder in der Lehrerausbildung zu finden. Viele Ansätze der finnischen Bildung sind schon in der Schweizer Bildung wiederzufinden. Es gibt nur minimale Unterschiede in der Umsetzung dieser Ansätze, welche auf politische und kulturelle Gründe zurückweisen. Finnland und die Schweiz teilen sehr viele Aspekte. Die multiplen offiziellen Landessprachen, Grundsätze des Bildungssystems und Ziele der multikulturellen Bildung sind nur einige dieser Gemeinsamkeiten. Offen bleibt die Frage, wie effektiv diese Maßnahmen tatsächlich in der Realität bezüglich der Förderung interkultureller Kompetenzen sind
Lernen durch gestaltendes Handeln: Eine Untersuchung zur Wirkung von gestaltendem Handeln auf das Lernen
Die vorliegende Arbeit zeigt auf, dass gestaltendes Handeln aus verschiedenen Perspektiven positiv auf das Lernen auf Primarstufe wirken kann. Es wurden dafür Quellen aus verschiedenen Fachbereichen wie der Pädagogik, Psychologie und Neurologie sowie empirische Studien mit ähnlichen Fragestellungen berücksichtigt. Es konnte aufgezeigt werden, dass das Trainieren von Problemlöseverfahren durch gestaltendes Handeln erfolgreich unterstützt werden kann. Aufgrund seines anschaulichen Charakters bietet es sich bereits für die Unterstufe an, wo das Problemlösen meist noch nicht geübt wird. Die Vorteile der Bildhaftigkeit beim gestaltenden Handeln weiten sich aber auch auf die Lernmotivation aus. So kann gestaltendes Handeln eine sehr effiziente Möglichkeit zur Förderung der Selbstwirksamkeitsüberzeugung bieten. Nicht zuletzt weisen neurologische Forschungserkenntnisse darauf hin, dass bereits die Motorik allein beim gestaltenden Handeln einen wesentlichen Beitrag für eine verbesserte Lernleistung leisten kann
Unterrichtsqualität aus fachlicher Perspektive am Beispiel des Fachs Mathematik: Ein Überblick
Spezifizierung des COACTIV-Modells der professionellen Handlungskompetenz von Lehrkräften für den Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung
Das Ziel von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist, Lernende zu befähigen, an der Bewältigung der aktuellen Herausforderungen der Weltgesellschaft mitzuarbeiten. Diese Studie untersucht, über welche professionellen Handlungskompetenzen eine Lehrkraft verfügen muss, um qualitativ hochwertigen BNE-Unterricht durchführen zu können. Dazu wurde das COACTIV-Modell professioneller Handlungskompetenz von Lehrkräften (Baumert und Kunter 2011) mittels qualitativer Daten aus 20 Interviews mit Fachdidaktiker:innen und Lehrkräften für den Bereich BNE spezifiziert. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die COACTIV-Kompetenzdimensionen (Professionswissen, Überzeugungen, Motivation, Selbstregulation) auf BNE übertragen werden können. Die Daten zeigen auch, dass die Modellkomponenten zum Teil weiter ausdifferenziert und im Hinblick auf BNE spezifischer definiert werden sollten: So ist etwa die Interdisziplinarität der BNE-bezogenen Unterrichtsinhalte ein relevanter Aspekt, der sich z.B. in der BNEspezifischen Modellkomponente für fachdidaktisches Wissen über fächerübergreifende Unterrichtsgestaltung zeigt.The goal of Education for Sustainable Development (ESD) is to empower learners to participate in mastering the current challenges of global society. This study investigates what professional competences teachers need to have in order to implement high-quality ESD in school. To this end, the COACTIV model of teacher professional competence (Baumert und Kunter 2011) was specified for the field of ESD using qualitative data from 20 interviews with ESD researchers and teachers. The results of the study show that the COACTIV competence dimensions (professional knowledge, beliefs, motivation, self-regulation) can be applied to ESD. The data also show that some components of the model should be further differentiated and defined more specifically in terms of ESD: For example, the interdisciplinarity of the ESD-related contents is a central aspect of ESD, which is mirrored in the ESD-specific model component of pedagogical content knowledge regarding interdisciplinary teaching
Das Potenzial von Textvignetten zur Förderung der Genderkompetenz angehender Lehrkräfte im Naturwissenschaftsunterricht
Die Durchführung eines gendersensiblen Naturwissenschaftsunterrichts stellt eine zentrale Herausforderung für (angehende) Lehrkräfte dar. Von Lehrkräften wird erwartet, dass sie Genderungerechtigkeiten im Unterricht wahrnehmen, Geschlechterstereotype abbauen und die Lernenden unabhängig von ihrem Geschlecht fördern. Dazu müssen sie zunächst genderrelevante Aspekte im Unterricht wahrnehmen und über Wissen in Bezug auf gendersensiblen Naturwissenschaftsunterricht verfügen, damit sie adäquat mit kritischen Aspekten im Unterricht umgehen können. Unterrichtsvignetten können eine geeignete Grundlage darstellen, um angehende Lehrkräfte für genderrelevante Aspekte im Naturwissenschaftsunterricht zu sensibilisieren. Im vorliegenden Beitrag werden Vignetten als eine Möglichkeit zur Förderung der Genderkompetenz angehender Lehrkräfte im Naturwissenschaftsunterricht der Sekundarstufe I vorgestellt
Schule findet statt - trotz Corona: "Fernunterricht" aus der Perspektive verschiedener Beteiligter im Kanton Thurgau
Unter allen Massnahmen zur Einschränkung der Corona-Pandemie gehörte die mehrwöchige Schliessung aller Schulen sicher zu den folgenreichsten. Die seit bald zweihundert Jahren geltende und selbstverständliche Trennung von Schule und häuslichem Leben wurde in den Schweizer Kantonen für zwei Monate aufgehoben. Lernende, Eltern, Lehrpersonen sowie Schulleitungen und übriges schulisches Personal musste innerhalb weniger Tage auf Fernunterricht umstellen. Das Buch «Schule findet statt - trotz Corona» beleuchtet diese Zäsur aus der Perspektive verschiedener Akteure und schildert auf vielfältige Weise, wie diese mit dem Phänomen «Fernunterricht» umgegangen sind. Der vorliegende Studienbericht bedient sich der Methode der Bricolage - wie auch die Betroffenen selbst darauf angewiesen waren, neue Herausforderungen mit den vorhandenen Ressourcen zu meistern, statt auf speziell für die auftretenden Probleme entworfene Mittel zu warten. Mit Interviews, Erfahrungsberichten und Erhebungen entsteht so eine Gesamtbetrachtung, die den Umgang mit einer plötzlich veränderten Unterrichtsrealität aus verschiedenen Blickwinkeln aufzeigt
Hand-Drawn Chemical Formulas Used to Train the Structure Matching and Recognition Engine SMARE
FPV-Drohne - Wie kann man FPV-Drohnen sicherer machen?
This Matura thesis shows what different types of drones there are and what they are used for. It also analyses what safety features these drones have and how good they are. I also tried to find out how difficult it is to add additional features. The focus is on FPV drones. It explains how such an FPV drone is built and how to configure it in the INAV operating system. It also tests how well the drone works in autonomous modes without using artificial intelligence. ‘Position Hold’ and “Return to Home” will be analyzed and compared with a conventional DJI drone. This would be the DJI model ‘Mavic 2 Zoom’, which was developed, among other things, with the aim of capturing high-quality, enchantingly beautiful film footage. The FPV drone uses four different systems to determine its own position in the air. A compass is used for the various points of the compass. The barometer can measure the finest differences in air pressure and thus determine very precisely how many meters the drone has changed in altitude during the flight compared to the starting point. With the help of the GPS module, the drone can orientate itself in general and the approximate altitude is also displayed. However, the Optical Flow & Lidar sensor provides a very precise indication of the altitude and position close to the ground