Publikationsserver der PHTG (Pädagog. Hochschule Thurgau)
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ChemStrucLearn – KI-basierte Bilderkennung zur Diagnose von Schülerfehlern beim Zeichnen von Strukturformeln
Das Lehrvorhaben ChemStrucLearn zielt darauf ab, angehenden Gymnasiallehrpersonen der naturwissenschaftlichen Fächer die Grundlagen der KI-basierten Bilderkennung zu vermitteln. Im Fokus steht die Anwendung eines YOLO-Modells zur Erkennung handgezeichneter chemischer Strukturformeln. Die Teilnehmenden erlernen die Datensammlung und Annotation, das Training und die Optimierung des Modells sowie dessen Einsatz im Unterricht. Besonderes Augenmerk liegt auf der Erkennung typischer Schülerfehler, der Einrichtung individueller Lernwege und der Integration adaptiven Lernens in den Unterricht
Auswahlkriterien für Lehrstellen in der Schweiz: Eine Analyse der Diskrepanz zwischen Unternehmensanforderungen und schulischer Bildung
Diese Masterarbeit untersucht die Diskrepanzen zwischen den Anforderungen von Unternehmen an Bewerberinnen und Bewerber für eine Lehrstelle und den durch das schweizerische Bildungssystem vermittelten Kompetenzen. Ziel der Arbeit ist es, zu analysieren, wie gut Bildungsinstitutionen Schülerinnen und Schüler auf die Anforderungen des Lehrstellenmarktes vorbereiten. Durch eine Soll-Ist-Analyse werden die Auswahlkriterien von Unternehmen mit den in den Schulen vermittelten Fähigkeiten verglichen, um bestehende Lücken zu identifizieren und mögliche Verbesserungen zu diskutieren. Die Methodik umfasst eine umfangreiche Literaturrecherche sowie eine Analyse von qualitativen Daten, die durch Interviews mit Bildungsexperten und Vertretern von Unternehmen gewonnen wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass signifikante Unterschiede in den Erwartungen der Unternehmen und den Bildungsangeboten bestehen, insbesondere im Hinblick auf überfachliche Kompetenzen und praxisbezogene Fähigkeiten, während schulische Noten und Testergebnisse als weniger wichtig erachtet werden. Die Arbeit schließt mit Empfehlungen für Bildungsinstitutionen, wie sie ihre Curricula und Unterstützungsangebote anpassen können, um die Anforderungen des Arbeitsmarktes besser zu erfüllen. Ebenfalls wird ein Arbeitsmodell vorgestellt, mit welchem die an der Berufswahl beteiligten Akteurinnen und Akteure aufgeführt und deren Rollen, Verantwortlichkeiten und Interaktionen innerhalb des Prozesses beschrieben werden. Dieses Modell zielt darauf ab, ein besseres Verständnis der dynamischen Beziehungen zu fördern und konkrete Vorschläge für die Optimierung der Zusammenarbeit zu bieten. Durch die Förderung einer engeren Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen und Unternehmen könnten Jugendliche effektiver auf die Herausforderungen der Berufswelt vorbereitet werden
CampusTV Kreuzlingen - Junge Leute machen Fernsehen: Eine Untersuchung und ein didaktisches Angebot zur Förderung der Medienkompetenz im Bereich Medienproduktion im campusTV – Studio
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung eines didaktischen Konzepts zur Förderung von Medienkompetenz im Bereich der Medienproduktion. Dabei wird anhand von qualitativen Interviews und einer Beitragsanalyse erarbeitet, welche Faktoren für einen gelungenen Fernsehbeitrag im schulischen Kontext zentral sind. In den theoretischen Grundlagen werden verschiedene Aspekte des Videojournalismus behandelt. Diese Grundlagen gliedern sich in die drei Ebenen Inhalt, Gestaltung und Journalismus. Zur Beantwortung der Fragestellung wurde ein halbstrukturiertes Interview mit Lehrpersonen durchgeführt, die bereits Fernsehbeiträge mit ihren Klassen realisiert haben. Zudem wurden die Beiträge dieser Schülerinnen und Schüler genauer analysiert. Es zeigte sich, dass um qualitativ hochwertige Fernsehbeiträge zu produzieren und den Lernprozess der Schülerinnen und Schüler zu fördern, vielfältige Interventionen vor und während der Produktion notwendig sind. Die Arbeit gibt einen Einblick in den Prozess einer Fernsehproduktion mit Schülerinnen und Schülern und formuliert Vorschläge, wie das Projekt mit verschiedenen Schulklassen umgesetzt werden kann. Die im Rahmen dieser Masterarbeit entstandene Sendung dient als weitere Forschungsgrundlage, um einen Leitfaden für Lehrpersonen und ihre Klassen zu entwickeln
Planetary Health Diet im WAH-Unterricht: Eine qualitative Untersuchung des Einflusses einer konzipierten Unterrichtsreihe auf ausgewählte Schülerinnen und Schüler
Die zunehmende Bedeutung nachhaltiger Ernährung und ein zunehmendes Umweltbewusstsein verdeutlichen die Wichtigkeit für ein frühes Auseinandersetzen mit eben diesen Themen. Die 2019 publizierte Planetary Health Diet bekräftigt die Signifikanz zu handeln und stellt Weichen für zukünftige Ernährungsweisen. Daraus abgeleitet widmet sich die vorliegende Arbeit der folgenden Forschungsfrage: Wie kann die Planetary Health Diet in den WAH-Unterricht integriert werden, damit Schülerinnen und Schüler sensibilisiert sind und ihr Ernährungsverhalten überdenken? Das Ziel dieser Arbeit ist, mit Hilfe einer konzipierten Unterrichtseinheit zur Planetary Health Diet diese Sensibilisierung bei drei Schülerinnen und einem Schüler mittels qualitativen halbstrukturierten Leitfaden-Interviews gemäss Döring (2023) vor und nach der Einheit zu analysieren. Die Transkription sowie die darauffolgende qualitative Inhaltsanalyse erfolgten gemäss Kuckartz und Rädiker (2022). Um die Entstehung der Planetary Health Diet theoretisch zu erfassen, werden im Rahmen der Arbeit die Meilensteine UNO-Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 (Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft, o.J.), Konferenz der Vereinten Nationen über Nachhaltige Entwicklung 2012 (Bundesamt für Umwelt, o.J.), die Millennium Development Goals (United Nations, 2000), die Sustainable Development Goals (United Nations, 2015a) sowie der Report der Rockefeller Foundation-Lancet Commission 2015 (Whitmee et al., 2015) thematisiert. Im Anschluss wird der Report der EAT-Lancet Commission 2019, welcher die Planetary Health Diet inkludiert, vertieft (Willett et al., 2019a). Die Auswertung der Interviews zeigt, dass bei den Schülerinnen und Schülern eine Sensibilisierung stattgefunden hat. Im Rahmen dieser Studie konnten wertvolle Erkenntnisse zur Umsetzung der Planetary Health Diet im WAH-Unterricht gewonnen werden. Sie hat gezeigt, dass weitere (langfristige) Studien sinnvoll wären, um das bedeutsame Thema Planetary Health Diet nicht nur im Kanton Thurgau, sondern schweizweit in den Unterricht integrieren zu können
Betroffene, Politik und Aufarbeitung. Fremdplatzierung von Kindern und Jugendlichen in der Schweiz im 20. Jahrhundert
Der pädagogische Werdegang einer psychiatrischen Diagnose: Der ADHS-Vorläufer „Psychoorganisches Syndrom“ (POS) in der Schweiz
Von den Sechziger- bis in die Achtzigerjahre wurden international sehr unterschiedliche Diagnosen für das verwendet, was heute mehr oder weniger unter ADHS fiele. In der Schweiz hielt sich ein Vorläufer erstaunlich lange, nämlich die Bezeichnung frühkindliches psychoorganisches Syndrom (POS). Der Beitrag untersucht die Frühgeschichte der ADHS-Diagnose und wie die Schweizer Pädagogik auf neue psychiatrische Diagnosen reagierte
Die Rolle der Kommunikation bei der Herstellung von Zugehörigkeit bei Kindern: Eine qualitative Erhebung in einem deutschen Kindergarten
Das Gefühl der Zugehörigkeit stellt ein menschliches Grundbedürfnis dar, dessen Erfüllung von jedem Menschen angestrebt wird. Verschiedene Studien aus der Kindheitsforschung beschäftigen sich mit der Erklärung des komplexen und mehrdimensionalen Konzepts der Zugehörigkeit. Dabei wird ersichtlich, dass das Erleben von Zugehörigkeit einen bedeutsamen Beitrag zum Wohlbefinden eines jeden Menschen leistet. Dies ist insbesondere für die kindliche Entwicklung sowie für zukünftige Bildungsprozesse von Relevanz. Um Zugehörigkeit herzustellen, werden verschiedene Arten der Kommunikation genutzt. Hierbei wird eine Differenzierung zwischen verbaler und nonverbaler Kommunikation vorgenommen. Es wird vermutet, dass die Sprachentwicklung im Kindergartenalter nicht nur zur Kommunikation beiträgt, sondern auch langfristig den schulischen Erfolg beeinflusst. Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit dem Zugehörigkeitserleben von Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren und untersucht, wie sie Kommunikation nutzen, um Zugehörigkeit herzustellen. Die Beantwortung der Forschungsfrage erfolgt mittels qualitativer Forschungsmethoden. Dazu werden verschiedene Methoden eingesetzt, darunter Kinderinterviews, Raumfotografien, Feldnotizen, Beobachtungsprotokolle sowie ergänzend leitfadengestützte Eltern- und freie Fachpersonengespräche. Die generierten Daten werden mit Hilfe der drei Codierschritte aus der Grounded Theory ausgewertet. Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass Kinder, abhängig von ihrer Persönlichkeit und ihren vorhandenen Kompetenzen, sowohl verbale als auch nonverbale Kommunikation als Strategie nutzen, um Zugang zu ihrer Peer-Gruppe zu erhalten. Dabei spielt die vorherrschende Hierarchie innerhalb der Gruppe sowie der Einfluss, den einzelne Mitglieder auf andere ausüben können, eine entscheidende Rolle. Kinder sind somit Gestalter:innen der Dynamik innerhalb ihrer Peer-Gruppe. Die Kommunikation mit den Fachpersonen in der Einrichtung ist dabei zentral für die Rahmenbedingungen und die Herstellung der Zugehörigkeit zur Institution. In einigen Fällen werden die zur Verfügung gestellten Materialien als Hilfsmittel verwendet, um Zugehörigkeit herzustellen. Bei einem drohenden Ausschluss aus der Gruppe reagieren Kinder häufig emotional und versuchen, durch verschiedene verbale und nonverbale Strategien einen Ausschluss zu verhindern. Dies lässt den Schluss zu, dass Zugehörigkeit das Ergebnis erfolgreicher Kommunikation ist
Rekonstruktion der Finanzierungsgeschichte des Kindergartens von Altnau von 1939 bis 1970
Der Kindergarten in der Schweiz und im speziellen im Thurgau, wie wir ihn heute kennen: Obligatorisch, kostenlos und Teil der Volksschule, hat sich über einen langen Zeitraum dorthin entwickelt. Verschiedenste Bedingungen und internationale Einflüsse im 19. und 20. Jahrhundert waren für die Entwicklungsrichtung verantwortlich. Begonnen unter privater Trägerschaft, ging der Kindergarten mit dem Unterrichtssgesetz von 1978 im Thurgau in staatliche Hand über. Die vorliegende Arbeit untersucht exemplarisch den Prozess der Kommunalisierung des Kindergartens am Beispiel einer Gemeinde im Thurgau anhand der Fragestellung: «Wie hat eine zunehmende Kommunalisierung des Kindergartens Altnau ab 1939 bis zur vollständigen Übernahme durch die Gemeinde 1970, stattgefunden?» Detailliert aufgezeigt wird die Finanzierungsgeschichte und damit verbundene Kommunalisierung dieses Kindergartens vom Zeitpunkt der Gründung durch private Hand, bis zur vollständigen Übernahme durch die Kommune. Um die Fragestellung zu erörtern, wurde in einem ersten Schritt Quellen- und Literaturforschung betrieben. Anschliessend wurden die, für die Fragestellung relevanten, Quellen transkribiert und nach der Methode der Quellenkritik (Haas, 2023) ausgewertet. Die Untersuchung konnte aufzeigen, dass der Kindergarten Altnau im Jahr 1939 unter privater Trägerschaft gegründet und mit damals üblichen Mitteln finanziert worden war. Im Laufe der Jahre wurde er durch die Schulgemeinde zunehmend stärker finanziert, vereinzelt wurden Bedingungen an die finanziellen Leistungen geknüpft. Durch die Übernahme der Lehrerbesoldung, wurde frühzeitig ein wichtiger Verantwortungsbereich an die Kommune übertragen
Qualität aus Kinderperspektive: Zwischen Bedürfnis und Realität: Eine Qualitative Forschung der psycho-logischen Grundbedürfnisse von Kindergartenkindern unter Anwendung der GrazIAS Kinderperspektive
Die vorliegende Forschungsarbeit untersucht, ob sich Kinder zu ihren psychologischen Grundbedürfnissen äussern, wenn man sie systematisch zu ihren alltäglichen Interaktionserfahrungen befragt. Unter Anwendung der GrazIAS – Kinderperspektive (Lassotta, Bempreiksz-Luthardt, et al., 2022) wurden Kindergartenkinder (N=29 Kinder) in drei unterschiedlichen Schweizer Schulgemeinden befragt. Die GrazIAS – Kinderperspektive ist ein Tool, mit dem die Perspektive von Kindern hinsichtlich ihrem pädagogischen Alltag anhand eines teilstandarisierten Interviews ermittelt wird. Die Forschungsfrage lautete: Lassen sich mithilfe der GrazIAS - Kinderperspektive Aussagen über die psychologischen Grundbedürfnisse (nach Deci & Ryan, 1993) machen? Beziehungsweise bei welchen Fragen können Kinder detaillierte Bedürfnisäusserungen machen? Die Daten wurden mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz und Rädiker (2022) ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Kinder im Rahmen der Befragung zu ihren Interaktionserfahrungen in pädagogischen Einrichtungen zu ihrem Erleben oder nicht Erleben der psychologischen Grundbedürfnisse nach Deci und Ryan (1993) äussern. Sie teilen vor allem ihr Erleben von eingeschränkter Autonomie mit, in Momenten, in welchen sie nicht selbstständig entscheiden können, ob und wann sie den Freispielort wechseln. Zudem bringen die Kinder oft zur Sprache, dass sie sich an Spielorten, an denen hauptsächlich Kinder des anderen Geschlechts anzutreffen sind, nicht sozial eingebunden fühlen
Gezielter Einsatz der Unterstützten Kommunikation im Regelunterricht
Die vorliegende Literaturarbeit behandelt den gezielten Einsatz der Unterstützten Kommunikation im Regelschulunterricht von Seiten der Lehrperson. Obwohl die Unterstützte Kommunikation ein verbreitetes Hilfsmittel im Sonderschulbereich ist, wird sie in der Regelschule kaum bis gar nicht eingesetzt, auch wenn sie für alle Kinder eine Strukturierungshilfe sein kann, unabhängig davon, wo sie zur Schule gehen. In dieser Arbeit wird ein Transfer der Unterstützten Kommunikation aus dem bereits bekannten Feld der Sonderschule in die Regelschule gemacht und aufgezeigt, dass die Unterstützte Kommunikation basierend auf Piktogrammen und Gebärden durchaus einen positiven Effekt auf Regelschülerinnen und Regelschüler haben kann. Der Fokus dieser Arbeit bezieht sich jedoch auf die Kommunikation im Allgemeinen, die Unterstützte Kommunikation und wie diese von der Lehrperson im Unterricht eingesetzt werden kann, was sie vorab bedenken und beachten sollte und welche Möglichkeiten sie den Kindern bietet. Dabei wird ausserdem aufgezeigt, dass die Lehrperson nicht nur einen Zugang für die Kinder schaffen soll, um dem Unterricht folgen zu können, sondern die Kombination aus mehreren Zugängen wichtig ist. Unterrichtet die Lehrperson auf einem multimodalen Weg und baut sie den Kindern ein Gerüst anhand gezielt ausgewählter und an die Klasse angepasster Materialien und Hilfsmittel, kann Lernen für alle Kinder stattfinden. Praxistipps sollen Lehrpersonen dabei helfen, zu wissen, wie sie in der Umsetzung konkret vorgehen sollen, welche Wörter wirklich wichtig sind und wie sie finanziell unterstützt werden können. Die Auseinandersetzung mit Forschungsergebnissen verdeutlicht, wie wichtig die Kooperation und Absprachen im Team sind, dass zu viel gut gemeinte Förderung auch wieder zum Abbruch der Förderung der Unterstützten Kommunikation führen kann und die Professionalität der Lehrpersonen sowie die Rahmenbedingungen ebenso maßgebend sind, ob Unterstützte Kommunikation im Unterricht funktioniert. Die übergeordnete Fragestellung dieser Literaturarbeit lautet dabei: Wie lässt sich von der Lehrperson die Unterstützte Kommunikation gezielt im Regelunterricht auf der Primarstufe einsetzen? Die durch die Arbeit führende Fragestellung wird am Ende diskutiert und beantwortet