Publikationsserver der PHTG (Pädagog. Hochschule Thurgau)
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Schülerinnen und Schüler mit ADHS im Musikunterricht
Die vorliegende empirische Bachelorarbeit untersucht das didaktische und methodische Potenzial des Musikunterrichts für Schülerinnen und Schüler mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) an der Primarschule. Ziel der Arbeit ist es zudem Lehrpersonen konkrete Anhaltspunkte zu geben, wie sie ihren Musikunterricht gestalten können, sodass er für Kinder mit ADHS eine förderliche Lernumgebung schafft. Dafür wurde mittels Fachliteratur ein Theoriewissen über Kinder mit ADHS sowie den Musikunterricht an Primarschulen angeeignet, welches aufzeigte, dass der Musikunterricht durch die Verbindung von Struktur, Bewegung, Emotion und Kreativität gerade für Kinder mit ADHS sehr förderlich sein kann. Um den theoretischen Kontext belegen zu können, wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt. Drei Primarlehrpersonen mit Erfahrungen mit Kindern mit ADHS im Musikunterricht wurden in halbstrukturierten Interviews befragt. Die Auswertung erfolgte anschliessend mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring. Die Ergebnisse zeigen, dass der Musikunterricht sowohl methodische als auch didaktische Potenziale für Kinder mit ADHS bietet. Besonders wichtig sind klare Strukturen, abwechslungsreiche Gestaltung, feste Rituale und praxisnahe, bewegungsorientierte Inhalte im Musikunterricht. Offene Unterrichtsphasen hingegen stellen für viele Kinder mit ADHS eine Herausforderung dar. Die Lehrpersonen berichteten, dass Kinder mit ADHS im Musikunterricht häufig motivierter und konzentrierter sind als in anderen Fächern, vor allem, wenn sie aktiv mitgestalten dürfen. Erfolgreiche Strategien der Lehrpersonen in Bezug auf Impulsivität, Ablenkbarkeit und soziale Schwierigkeiten umfassen klare Regeln, nonverbale Signale, Rückzugsmöglichkeiten und die gezielte Einbindung der Kinder in musikalische Aktivitäten. Besonders musikpraktische Elemente wie Rhythmusspiele oder Bewegung stärken das Gemeinschaftsgefühl und fördern die Selbstregulation. Als Fazit lässt sich Folgendes sagen: Der Musikunterricht kann ein wertvoller Raum sein, in dem Kinder mit ADHS ihre Stärken zeigen und gefördert werden können. Er bietet Möglichkeiten zur individuellen Förderung, zur Verbesserung des Selbstbildes und zur inklusiven Gestaltung von Schule. Durch kreative, bewegungsorientierte und gemeinschaftliche Elemente eröffnet er Kindern mit ADHS nicht nur Teilhabe, sondern auch die Chance, aufzublühen. Schlussendlich bleiben folgende Fragen für eine weitere Forschung offen: Was kann aus dem Musikunterricht für den inklusiven Unterricht in Bezug auf Kinder mit ADHS in andere Fachbereiche abgeleitet werden? Wie sehen Kinder mit ADHS den Musikunterricht? oder Sehen Kinder mit ADHS den Musikunterricht als Potenzial in Bezug auf ihre Symptome? Kann der Musikunterricht an der Primarschule als eine Art «therapeutischer Raum» für Kinder mit ADHS fungieren und wenn ja, unter welchen didaktischen Voraussetzungen
Lässt sich bei sportlich geförderten Kindern die Übertragung sportlicher Motivation in das schulische Umfeld beobachten?: Eine ethnografische Untersuchung zur schulischen Wirkung sportlicher Förderung
Diese Bachelorarbeit beinhaltet eine ethnografische Beobachtung zum Thema Motivation, welche an Schulen mit Sportförderung durchgeführt wurde. Die Forschungsfrage lautete: Lässt sich bei sportlich geförderten Kindern die Übertragung sportlicher Motivation in das schulische Umfeld beobachten? Es wurden dazu Kinder beiden Geschlechts im Alter zwischen 14 und 15 Jahren, welche sportlich gefördert werden, in verschiedenen Unterrichtseinheiten auf motivationale Merkmale beobachtet. Die Beobachtungen fanden ohne Teilnahme des Beobachtenden statt, um Verfälschungen zu verhindern und die Konzentration hochzuhalten. Die Beobachteten wussten nicht, wer beobachtet wurde und konnten die Beobachtung daher nicht manipulieren. Die beobachtete Motivation war überdurchschnittlich und konnte über Codes in der Theorie verortet werden. Es wurden nicht nur positive Auswirkungen beobachtet und nicht jedes Verhalten war gleich erwünscht. In der Diskussion werden insbesondere die Unterschiede zwischen Motivation und Volition thematisiert sowie mögliche soziale Implikationen beleuchtet. Als Fazit stellte sich heraus, dass es sich lohnt, Kinder sportlich zu fördern, da die Motivation beobachtbar ist, sowohl im schulischen als auch im sozialen Kontext. Dazu wäre die Lehrperson weiter auszubilden und das schulische Umfeld etwas weg von bisherigen Konzepten, hin zu Körpererfahrungen zu verändern. Zukünftige Forschung könnte durch eine breitere Stichprobe, Kontrollgruppen und gezielte Betrachtung volitionaler Prozesse ergänzt werden. Es ist weiter denkbar, Forschung zu Willen an sich und/oder einer motivationalen Sättigung zu betreiben
Erinnerungen an das Skilager: Eine qualitative Untersuchung zur emotionalen Verankerung schulischer Erlebnisse
Skilager gehören seit Jahrzehnten zum Angebot von Schweizer Schulen. Sie bieten zahlreiche Lerngelegenheiten, die über rein sportliche Aktivitäten hinausgehen. Diese Arbeit untersucht, was für Erinnerungen ehemalige Schülerinnen und Schüler noch an ihre Skilager haben und mit welchen Emotionen sie diese verbinden. Auf einem qualitativen Forschungsansatz aufgebaut, wurden drei leitfadengestützte Interviews mit Personen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren durchgeführt. Die befragten Personen nahmen während ihrer Primar- und Sekundarschulzeit mindestens an einem Skilager teil. Die Auswertung wurde anhand der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring (2000) durchgeführt, wobei ein induktives Vorgehen gewählt wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass vor allem emotionale Momente, wie Erfolgserlebnisse auf der Piste oder besondere Gruppenerfahrungen, langfristig im autobiografischen Gedächtnis abgespeichert werden. Als theoretische Grundlagen wurden Konzepte aus der Gedächtnispsychologie (u.a. Fivush, 2011; McGaugh, 2003), die sozialkonstruktivistische Lerntheorie (Vygotsky, 1978) sowie die Selbstbestimmungstheorie (Deci, Ryan, 2000) herangezogen. Diese Modelle liefern Erklärungsansätze für die emotionalen Effekte und die pädagogische Wirksamkeit der gesammelten Skilagererfahrungen. Die Ergebnisse verdeutlichen das Potenzial von Skilagern als ideale Lernräume für die Entwicklung von Motivation, Selbstwirksamkeit und sozialer Integration. Damit dieses Potenzial voll ausgeschöpft werden kann, braucht es eine pädagogisch reflektierte Gestaltung und eine durchdachte Planung der Lager, welche die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmenden berücksichtigen. Die Arbeit schliesst mit praxisnahen Handlungsempfehlungen für die schulische Lagerorganisation und bietet mögliche Ansätze für eine Weiterentwicklung dieses Bildungsangebots
Stimmbildung im Schulalltag
Mit dem Beginn meines Studiums an der Pädagogischen Hochschule öffnete sich für mich eine völlig neue Welt, die Welt der Musik. Vor meinem Studium hatte ich keinerlei musikalische Vorerfahrungen, weder im Instrumentalspiel noch im Singen. Doch durch den Musikunterricht an der Hochschule wurde mir bewusst, welche Bereicherung Musik sein kann. Kompetente Lehrpersonen führten mich in diese neue Welt ein, und ich konnte die Faszination und Freude am Musizieren für mich entdecken. Im Musikunterricht fiel mir auf, dass Singen oft mit bestimmten vorbereitenden Massnahmen verbunden ist. Lehrpersonen lassen Kinder sowie auch Erwachsene zunächst Atemübungen machen, fordern sie auf, aufrecht zu stehen und betonen die Bedeutung des Aufwärmens der Stimme, um sie nicht zu überlasten. Diese Beobachtungen weckten mein Interesse für die Frage, warum genau diese Aspekte, insbesondere Atmung und Körperhaltung, für das Singen so wichtig sind und welche wissenschaftlichen Grundlagen dahinterstehen. (Meseck, 2006, S. 37) berichtet von 3 zentralen Bereichen die essenziell für einen ausgewogenen Stimmklang sind. Darunter zählen Körperhaltung und Atmung. Diese beiden Elemente stehen in enger Wechselwirkung und müssen im Rahmen der Stimmbildung bewusst gemacht und gezielt geschult werden. Aus dieser Überlegung entstand die zentrale Fragestellung dieser Arbeit: Welche physiologischen Stimmkenntnisse zu Atmung und Körperhaltung sind für Lehrpersonen essenziell, um Schulkinder im Singen gezielt anzuleiten, und wie kann geeignetes didaktisches Material diesen Prozess unterstützen? Bevor die physiologischen Grundlagen zur Atmung und Körperhaltung untersucht werden, ist es wichtig, zunächst einige grundlegende Fragen zu klären. Dazu gehört, was Singen überhaupt bedeutet und ob es eine angeborene Fähigkeit oder eine erlernbare Fertigkeit ist. Ausserdem muss verstanden werden, wie ein Ton entsteht. Zusätzlich wird auf spezifische physiologische Veränderungen im Kindes- und Jugendalter eingegangen, da diese eine zentrale Rolle für die stimmliche Entwicklung spielen und eine wichtige Voraussetzung für das Singen im Schulalltag sind. Diese Grundlagen helfen dabei, die folgenden Themen besser zu verstehen. Zunächst wird die Atmung als Grundlage für eine gesunde Tonproduktion untersucht. Anschliessend wird die Bedeutung der Körperhaltung betrachtet, da sie in engem Zusammenhang mit der Atemführung und der stimmlichen Leistungsfähigkeit steht. Abschliessend wird betrachtet, wie dieses Wissen praxisnah umgesetzt werden kann, um Lehrpersonen darin zu unterstützen, Kinder im Gesangsunterricht gezielt und effektiv anzuleiten. Dabei wird nach der Darstellung der physiologischen Grundlagen jedes Bereichs direkt die entsprechende didaktische Umsetzung betrachtet, um eine enge Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis zu gewährleisten. Dabei wird nicht von einer einzigen, abschliessenden Lösung ausgegangen, sondern vielmehr eine mögliche Zusammenstellung relevanter wissenschaftlicher Erkenntnisse und didaktischem Material präsentiert, welche Lehrpersonen eine Hilfestellung gibt, um Kinder im Schulalltag besser anzuleiten. Im letzten Abschnitt der Arbeit werden die erarbeiteten Erkenntnisse zusammengeführt, um eine fundierte Antwort auf die Fragestellung zu geben. Es wird dargestellt, welche wissenschaftlich fundierten Grundlagen in diesen 2 Bereichen hilfreich sind, damit Lehrpersonen das Singen im Unterricht gezielt anleiten können. Ergänzend dazu wird auch die konkrete Umsetzung dieser Erkenntnisse beleuchtet, um aufzuzeigen, welches didaktische Material in der Praxis unterstützend wirken können. In einer abschliessenden Diskussion und Ausblick wird zudem reflektiert, welche Inhalte aus dieser Arbeit realistisch und sinnvoll in den Unterricht übertragbar sind, was Schülerinnen und Schüler davon tatsächlich wissen oder verstehen müssen und was eher im Hintergrund als Fachwissen der Lehrperson bleibt. Darüber hinaus wird aufgezeigt, welche weiterführenden Aspekte in einer vertiefenden Auseinandersetzung noch betrachtet werden könnten, um das Thema ganzheitlich anzuschauen
Wie unterscheiden sich die Wahrnehmungen von weiblichen und männlichen Thurgauer Lehrpersonen in Bezug auf das Verhalten und die Motivation der Schülerschaft?
Diese Bachelorarbeit untersucht Unterschiede in der Wahrnehmung von Kompetenzen und Verhalten der heutigen Schülerschaft zwischen weiblichen und männlichen Lehrpersonen im Kanton Thurgau. Die übergeordnete Fragestellung lautet: «Wie unterscheiden sich die Wahrnehmungen von weiblichen und männlichen Thurgauer Lehrpersonen in Bezug auf das Verhalten und die Motivation der Schülerschaft?» Um die Forschungsfrage zu beantworten, wurden die Ergebnisse einer Querschnittsuntersuchung mit einer quantitativen Fragebogenerhebung den Erkenntnissen aus der Literatur gegenübergestellt und analysiert. Die Stichprobe setzt sich dabei aus N=359 Thurgauer Lehrpersonen zusammen; darunter befinden sich n=259 weibliche und n=40 männliche Lehrpersonen. Jedoch lieferten nur N=213 vollständige Antworten. Die Datenerhebung erfolgte über die Plattform LimeSurvey, wobei eine Likert-Skala zur Bewertung verschiedener Aspekte wie beispielsweise Fachkompetenz, Konzentrationsfähigkeit, Sozialkompetenz und Motivation der Schülerinnen und Schüler und Lehrpersonen genutzt wurde. Die Auswertung umfasste deskriptive Statistik, Mann-Whitney-U-Tests zur Identifikation signifikanter Unterschiede sowie Spearman-Korrelationsanalysen zur Untersuchung von Zusammenhängen zwischen beispielweise der Motivation der Lehrperson und der Freude der Schülerinnen und Schüler. Die Ergebnisse zeigen, dass weibliche Lehrpersonen ihrer Vorbildfunktion eine grössere Bedeutung beimessen als männliche Lehrpersonen. Ebenso bewerten sie die persönliche Beziehung zu den Schülerinnen und Schüler höher, während männliche Lehrpersonen tendenziell mehr Wert auf Regelkonformität und Disziplin legen. Allerdings sind diese Unterschiede insgesamt gering und statistisch nicht signifikant. Ausserdem zeigt die Analyse, dass die Motivation der Lehrpersonen keinen nachweisbaren Einfluss auf die Freude der Schülerinnen und Schüler am Unterricht hat. Während weibliche Lehrpersonen annehmen, dass eine aufwendige Unterrichtsvorbereitung die Unterrichtsfreude steigert, vertreten männliche Lehrpersonen die gegenteilige Meinung. Diese Ergebnisse leisten einen Beitrag zur Bildungsforschung und könnten Implikationen für die Lehrpersonenbildung und Schulentwicklung liefern. Als offene Frage verbleibt, inwieweit weitere Einflussfaktoren wie Unterrichtsmethoden oder pädagogische Überzeugungen die Freude der Schülerinnen und Schüler beeinflussen
Leistung und Schule in Dänemark: Perspektiven auf den Leistungsbegriff
Diese Arbeit untersucht empirisch, wie sich gesellschaftliche Vorstellungen von Leistung in Richtlinien und Praxis der dänischen Grundschule widerspiegeln. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, inwieweit der Leistungsbegriff durch bildungstraditionelle Konzepte, kulturelle Werte und internationale Standards geprägt ist. Zentral sind dabei die gesellschaftlichen Leitbilder Janteloven, ‘Hygge’ und ‘Folkelig’ sowie die Grundtvig'sche Bildungstradition, die zunehmend durch standardisierende Reformen herausgefordert wird. Vier qualitative Interviews mit Fachpersonen und ehemaligen Schüler:innen in Dänemark liefern subjektive Perspektiven auf schulische Leistung, welche mittels inhaltsanalytischer Verfahren nach Mayring ausgewertet werden. Die Ergebnisse zeigen, dass das dänische Leistungsverständnis einen hybriden Charakter hat: I) Es bewegt sich im Spannungsfeld zwischen nationaler Bildungstradition und internationalen Vergleichsmassstäben, II) zwischen sozialer Teilhabe und schulischer Leistung sowie III) zwischen Gleichheitsorientierung und individueller Förderung. Die Analyse zeigt, dass der dänische Leistungsbegriff nicht eindeutig definiert ist, sondern vielfältig, widersprüchlich und kulturell tief verankert erscheint. Während traditionelle Werte wie Gemeinschaft und Demokratieerziehung formal und in der Praxis hochgehalten werden, gewinnen leistungsorientierte Reformen zunehmend an Einfluss. Offen bleibt, wie dieses Spannungsfeld langfristig aufgelöst werden kann und welche Konsequenzen sich daraus für die Bildungssystem ergeben
Handzeichen für mehr Teilhabe: Porta-Gebärden als Unterstützung der Kommunikation in der Regelschule
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, wie Porta-Gebärden als Form der Unterstützen Kommunikation in den Regelunterricht integriert werden können. Dabei wurde die Fragestellung untersucht und sowohl die Potenziale als auch die Herausforderungen bei der Umsetzung dieser Form der Unterstützten Kommunikation herausgearbeitet. Zur Beantwortung der Fragestellung wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, das strukturierte Interviews mit drei Personen umfasste: einer Lehrperson mit umfassenden Kenntnissen im Bereich Porta-Gebärden und Unterstützter Kommunikation und zwei Lehrpersonen der Regelschule ohne spezifische Vorkenntnisse. Die Daten wurden im Anschluss inhaltsanalytisch ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass Porta-Gebärden eine wertvolle Unterstützung im Unterricht darstellen – insbesondere, aber nicht ausschliesslich, für Kinder mit sprachlichen Einschränkungen oder sprachlichen Unsicherheiten. Sie erleichtern den Zugang zur genutzten Unterrichtssprache, erhöhen die Verständlichkeit von Anweisungen und fördern die aktive Teilnahme der Schülerinnen und Schüler. Gleichzeitig wurden Herausforderungen identifiziert, insbesondere in Bezug auf die Verbreitung und Akzeptanz von Porta-Gebärden im Kollegium sowie den Aufwand für Lehrpersonen. In der Diskussion wurde deutlich, dass es unterschiedliche Auffassungen darüber gibt, ob Porta-Gebärden nur gezielt oder als inklusives Instrument für alle eingesetzt werden soll. Es wurde deutlich, dass die Implementierung der Porta-Gebärden in den Regelunterricht nur möglich ist, wenn die Rahmenbedingungen, die Ressourcen wie Geld und Zeit sowie die persönliche Motivation stimmen. Offen bleibt die Frage, welche Bedingungen den Einsatz von Unterstützter Kommunikation in den verschiedenen Schulformen besonders fördern. Eine vergleichende Untersuchung von Regel-, Sprachheil- und Sonderschulen könnte hier wertvolle Erkenntnisse liefern. Die Arbeit leistet einen Beitrag im Bereich der Unterstützten Kommunikation und gibt praktische Empfehlungen für Lehrpersonen, die Porta-Gebärden in ihren Unterricht integrieren möchten
Umgang mit Verweigerung im Unterricht
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Lehrpersonen pädagogisch sinnvoll auf verweigerndes Verhalten im Unterricht reagieren können. Ausgehend von theoretischen Modellen wie der Selbstbestimmungstheorie, der Selbstwirksamkeitstheorie sowie der „Stage-Environment-Fit“-Theorie wird Verweigerung nicht als disziplinarisches Fehlverhalten, sondern als Ausdruck eines Passungsproblems zwischen Kind und Schule verstanden. In einer systematischen Literaturauswertung werden zentrale Einflussfaktoren für schulische Verweigerung identifiziert, darunter mangelnde Beziehungserfahrungen, geringe Motivation, emotionale Belastung und eine eingeschränkte Selbstwirksamkeit. Darauf aufbauend werden pädagogische Strategien vorgestellt, die auf eine präventive und entwicklungsorientierte Förderung zielen. Dazu zählen unter anderem der Aufbau tragfähiger Lehrer-Schüler-Beziehungen, motivationsfördernder Unterricht, differenzierende Aufgabenformate, die Stärkung emotionaler und personaler Ressourcen sowie die Gestaltung eines unterstützenden Schulklimas. Die Diskussion zeigt, dass der erfolgreiche Umgang mit Verweigerung mehr erfordert als einzelne Massnahmen: Er verlangt professionelle Beziehungsarbeit, strukturelle Schulentwicklung und eine pädagogische Haltung, die Kinder in ihrer individuellen Lebenswirklichkeit ernst nimmt. Abschliessend werden Herausforderungen der praktischen Umsetzung sowie Perspektiven für Forschung und Schulentwicklung reflektiert
Intergenerationelle Sichtweisen auf kindlichen Förderbedarf
Die vorliegende Arbeit untersucht aus intergenerationeller Perspektive, welche Sichtweisen Eltern und Grosseltern auf den kognitiven, emotionalen und sozialen Förderbedarf von Kindern vertreten. Der Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass im schulischen Alltag häufig unterschiedliche Vorstellungen über Förderung bestehen, insbesondere zwischen verschiedenen Generationen innerhalb der Familie. Ziel der Arbeit war es herauszufinden, ob und inwiefern sich die Sichtweisen von Eltern und Grosseltern unterscheiden, welche Faktoren diese beeinflussen und welche Bedeutung dies für die pädagogische Praxis hat. Zur Beantwortung der Fragestellung wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt. Die Datenerhebung erfolgte mithilfe von halbstrukturierten Interviews mit Eltern und Grosseltern. Die Auswertung der Interviews erfolgte anhand einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring. Die Ergebnisse zeigen, dass sich Eltern und Grosseltern in ihren grundlegenden Einschätzungen über den Förderbedarf weitgehend einig sind, insbesondere in Bezug auf die Bedeutung emotionaler und sozialer Förderung. Unterschiede zeigen sich jedoch in den Begründungen dieser Sichtweisen. Während Eltern ihre Haltung oft mit eigenen Reflexionen und pädagogischem Wissen begründen, stützen sich Grosseltern stärker auf lebenspraktische Erfahrungen und traditionelle Werte. In der Diskussion wurde deutlich, dass nicht die Förderziele selbst zu Spannungen führen, sondern die unterschiedlichen Argumentationsmuster und Bezugspunkte. Für die pädagogische Praxis ergibt sich daraus die Notwendigkeit, generationenspezifische Haltungen ernst zu nehmen und in der Zusammenarbeit mit Familien gezielt auf unterschiedliche biografische Prägungen einzugehen. Zudem wurden Überlegungen angestellt, wie diese Erkenntnisse in Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen sowie in die schulische Elternarbeit integriert werden können. Abschliessend werden Vorschläge für weiterführende Forschung gemacht, etwa zur Perspektive der Kinder selbst oder zur Rolle kultureller Werte in der Wahrnehmung von Förderung. Auch methodische Weiterentwicklungen, wie eine Ausweitung der Stichprobe oder eine Kombination mit anderen qualitativen Verfahren, werden diskutiert
Integration von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Schneesportlagern
Diese Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Frage, welche Potenziale und Herausforderungen Fachpersonen bei der Förderung von Bildung Nachhaltiger Entwicklung (BNE) im Zusammenhang mit Schneesportlagern sehen. Im theoretischen Teil wird zunächst der Begriff BNE erklärt und die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – ökologisch, ökonomisch und sozial – werden vorgestellt. Dabei wird auch aufgezeigt, wie BNE im Lehrplan 21 verankert ist und welche Kompetenzen Schülerinnen und Schüler erwerben sollen, um verantwortungsbewusst und nachhaltig handeln zu können. Zudem wird ein Blick auf die Entwicklung von Schneesportlagern in der Schweiz und deren Bedeutung im pädagogischen Kontext geworfen. Methodisch stützt sich die Arbeit auf eine umfassende Literaturrecherche sowie qualitative Experteninterviews. Diese Mischung aus theoretischen Grundlagen und praktischen Erkenntnissen ermöglicht eine differenzierte Betrachtung des Themas. Die Ergebnisse zeigen, dass Schneesportlager eine gute Möglichkeit bieten, Bildung für Nachhaltige Entwicklung auf erlebbare Weise zu vermitteln. Die Teilnehmenden entwickeln ein Bewusstsein für ökologische Zusammenhänge, stärken ihre sozialen Kompetenzen und lernen, verantwortungsbewusst zu handeln. Gleichzeitig werden aber auch Herausforderungen wie organisatorische Aufwände und das fehlende Bewusstsein der Fachpersonen für BNE thematisiert. Insgesamt kommt die Arbeit zum Ergebnis, dass Schneesportlager ein grosses Potenzial für die Vermittlung von BNE-Inhalten bieten, dieses Potenzial aber noch nicht ausreichend ausgeschöpft wird. Eine stärkere Fokussierung auf BNE-Inhalte vor und während Schneesportlagern könnte dazu beitragen, nachhaltiges Denken und Handeln bei Schülerinnen und Schülern langfristig zu verankern