Publikationsserver der PHTG (Pädagog. Hochschule Thurgau)
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Musik und Emotionsregulation im Jugendalter
Die vorliegende Literaturarbeit setzt sich mit folgender Fragestellung auseinander: Inwiefern kann der Musikunterricht auf der Sekundarstufe 1 als Mittel zur Förderung der emotionalen Selbstregulation von Jugendlichen genutzt werden? Die dafür erstellte These konnte soweit bestätigt werden: Der Musikunterricht bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, die Selbstregulation der Jugendlichen zu fördern. Besonders im Bereich der Wahrnehmung der eigenen Gefühle, sowie im Bereich der Regulation dieser Gefühle, hat der Musikunterricht grosses Potential. Dabei spielen vor allem das Musikhören und -beschreiben, wie auch das eigenständige, aktive Musizieren eine wesentliche Rolle. Besonders aber im Bereich des Musikhörens, hat die Musik viele Mechanismen, welche auf unsere Emotionen Auswirkungen haben. Jedoch darf der Kontext und auch die Wahlmöglichkeiten für die Jugendlichen nicht ausser Acht gelassen werden. In der Arbeit wurde mit Literatur gearbeitet, welche es bereits zu diesem Thema gibt. Denn rund um das Thema Emotionen und Musik ist bereits einiges an Literatur vorhanden. Die Arbeit fasst das Konstrukt der Emotionen zusammen und zeigt, wie komplex und schwer fassbar es ist. Des Weiteren wird aufgezeigt, dass die Emotionsregulation für das Aufrechterhalten eines inneren (emotionalen) Gleichgewichts von zentraler Bedeutung ist (Brandstätter, Schüler, Puca & Lozo, 2018; Hülshoff, 2012). Dass die Musik in enger Verbindung zu unseren Emotionen steht, ist bekannt und wird bereits lange erforscht. Die Musik bietet einige Mechanismen (Altenmüller, 2018; Drösser, 2011; Koelsch, 2019; Lehmann & Kopiez, 2018), welche einen Einfluss auf unser emotionales Erleben haben. Diese Mechanismen wurden herausgesucht und in Verbindung mit weiteren Aspekten gebracht. Zu diesen Aspekten zählen etwa das emotionale Erleben Jugendlicher und die Rolle, die Musik dabei spielt. Somit konnten in der Diskussion einige praktische Umsetzungsmöglichkeiten für den Musikunterricht herausgearbeitet werden
Nachhaltiges Lernen fördern: Eine Gegenüberstellung von neurodidaktischen Prinzipien und dem PADUA-Modell
In der vorliegenden Arbeit wird untersucht, inwiefern neurodidaktische Prinzipien mit den Phasen des Lernprozesses übereinstimmen, wie sie im PADUA-Modell von Hans Aebli beschrieben werden. Ausgangspunkt sind die zentralen Lernprozesse, welche auf Grundlage des Kognitivismus und Konstruktivismus verortet werden. Die Grundlagen werden durch Erkenntnisse über das Langzeitgedächtnis, kognitive Aktivierung und den Einfluss von Emotionen ergänzt. Im Zentrum dieser Arbeit stehen die zwölf neurodidaktischen Prinzipien und die fünf Phasen des PADUA-Modells. Die Ausarbeitungen zeigen, dass sich die neurodidaktischen Prinzipien mit den Grundannahmen des PADUA-Modells in Verbindung bringen lassen. So etwa die Rolle der Emotionen, soziales Lernen oder die Bedeutung von Aufmerksamkeit. Auch lassen sich im PADUA-Modell kognitive und konstruktivistische Denkweisen wiederfinden, welche ebenfalls auf die Neurodidaktik übertragen werden können. Zudem wurde deutlich, dass die Neurodidaktik bislang Grenzen hinsichtlich ihrer Methodik aufweist. In der Literatur wird kritisiert, dass viele Aussagen lediglich bekannte Konzepte aus den Erziehungswissenschaften neu benennen (vgl. Herrmann, 2009, S. 8). Es lässt sich festhalten, dass neurodidaktische Erkenntnisse zentrale Annahmen des PADUA-Modells stützen können. Der Mehrwert der Neurodidaktik liegt insbesondere in der Verbindung der neurowissenschaftlichen Perspektive mit der didaktischen Handlungsempfehlungen (vgl. Folta-Schoofs & Ostermann, 2019, S. 23 f.). Jedoch ist weitere Forschung notwendig, um die Theorien empirisch zu überprüfen und somit die praktische Relevanz differenziert zu beurteilen
Lernmotivation durch Autonomieförderung: Selbstberichtete Praxen von Lehrpersonen zur Förderung der Selbstwirksamkeit im alltäglichen Primarschulunterricht
Diese Arbeit ist Teil einer Clustergruppe von Arbeiten zum Thema der Motivationsförderung in der Primarschule. In der Clustergruppe wurden drei verschiedene Bereiche der Motivationsförderung fokussiert: die Soziale Eingebundenheit, das Kompetenzerleben und die Autonomieförderung. In dieser Arbeit wurde untersucht, was Lehrpersonen der Mittelstufe über Autonomieförderung im alltäglichen Unterricht berichten. Die Fragestellung lautet: «Welche Formen der Autonomieförderung berichten Lehrpersonen mit Blick auf ihren alltäglichen Unterricht?“ 65 Datensätze der Längsschnittstudie LeMoS-MST (Dinkelmann, 2018- 2024) wurden ausgewertet. Die Auswertung erfolgte mittels eines Kodierleitfadens der Kategorie a priori, auch deduktiver Kodierleitfaden genannt (Kuckartz & Rädicker, 2022). Dieser Wurde vor dem Lesen der Daten aus der Theorie heraus erstellt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Lehrpersonen unterschiedliche Formen der Autonomieförderung, wie sie in der Literatur beschrieben werden, in ihrem Unterricht anwenden. Die Ergebnisse zeigten, dass die Lehrpersonen der vorliegenden Längsschnittstudie insgesamt eine Bandbreite von verschiedenen Massnahmen der Theorie abdeckten, dabei jedoch pro Person jeweils nur eine Auswahl dieser Massnahmen genannt wurden. Offen ist, ob die Bandbreite den Personen unbekannt war oder ob sie sich bei der Umsetzung auf einige wenige Massnahmen spezialisierten. Auch bleibt unklar, ob einige Massnahmen einen signifikant nachhaltigeren Einfluss auf das Autonomieerleben und die Motivation der Lernenden haben und ob die Art der Kombination einzelner Massnahmen einen Effekt hat
Spielerisches Lernen im Unterricht: Inhaltliche und motivationale Analyse von Georgrafiespielen
Lehrerinnen und Lehrer verwenden Spiele als eine von vielen Unterrichtsmethoden Dabei stellt sich die Frage welche Spiele inhaltlich sinnvoll sind und auch von den Schülerinnen und Schüler gerne gespielt werden Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich spezifisch mit Geografiespielen für den Geografieunterricht und untersucht die Frage welche Geografiespiele aus fachlicher Perspektive für Schülerinnen und Schüler auf der Sekundarstufe I im Geografieunterricht besonders geeignet sind und bieten gleichzeitig auch ein hohes Motivationspotenzial Dazu wurden vier Spiele genauer analysiert die sich in analoge oder digitale respektive Interaktions oder Simulationsspiele einordnen lassen Diese Spiele wurden an einer Sekundarschule umgesetzt und die Spielerinnen und Spieler dazu befragt Mittels Mixed Methods konnte für das Spiel Keep Cool mobil der höchste Score festgestellt werden weshalb dieses Spiel besonders gut für einen sowohl hohen fachlichen als auch motivationalen Aspekt im Unterricht eingesetzt werden kann Weitere Unterschiede hinsichtlich der Spielform oder dem Spielmedium waren nicht signifikant Eine weitere Erkenntnis der Arbeit ist die signifikant höhere Motivation der Schüler gegenüber den Schülerinnen hinsichtlich der Geografie und der vier untersuchten Geografiespiele Auch haben Schülerinnen und Schüler mit dem Niveau G eine höhere Motivation für die Spiele angegeben als die Schülerinnen und Schüler aus dem Niveau E Weiterführende Forschungen in der Spiel und Geografiedidaktik könnten sich daher mit der Frage beschäftigen inwiefern es tatsächlich einen Geschlechter und Niveauunterschied hinsichtlich der Geografie und Geografiespiele gibt und wie gross dieser ist Weiter ist von allgemeinem Interesse was die Schülerinnen und Schüler für die Spiele und die Geografie begeistert um dieses Bedürfnis im Unterricht bei ihnen abholen zu können
Künstliche Intelligenz - Chancen, Risiken, Handlungsbedarf
Referat und Teilnahme an Podiumsdiskussion
Mehrsprachigkeit aus der Elternperspektive
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Mehrsprachigkeit aus der Perspektive der Eltern. Ausgangspunkt der zentralen Fragestellung sind die hohen Zahlen mehrsprachiger Kinder in Thurgauer Schulen (Jambreus, Erni & Grob, 2024), wobei die Sichtweisen der Eltern bislang noch nicht umfassend untersucht wurden. Aus diesem Grund widmet sich diese Arbeit der Frage: „Mit welchen Begründungen entscheiden sich mehrsprachige Mütter, die im Thurgau wohnen, für die Sprache(n), die sie zu Hause mit ihren Kindern sprechen?“ Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Perspektiven von mehrsprachigen Müttern im Kanton Thurgau zu erfassen und ihre Meinungen, Befürchtungen und Erkenntnisse bezüglich der mehrsprachigen Erziehung darzustellen. Dabei liegt der Fokus auf den Beweggründen für die Entscheidung der Sprachen, die zu Hause gesprochen werden. Konkret ist also das Ziel der Arbeit, hinter die Kulissen von mehrsprachigen Familien zu blicken, um ein Verständnis für verschiedene sprachliche Familienkonstellationen zu schaffen. Es soll geklärt werden, aus welchen Gründen sich mehrsprachige Eltern für die Sprachen, die sie zu Hause sprechen, entscheiden. Dabei fliessen Überzeugungen und Unsicherheiten der Eltern in die Beweggründe mit ein. Die Erhebung der Daten für die vorliegende Arbeit erfolgte im Rahmen der qualitativen Forschung. Insgesamt wurden drei Interviews mit mehrsprachigen Müttern durchgeführt, die im Anschluss mithilfe der Grounded Theory systematisch ausgewertet wurden
Gendersensible Sprache für einen diskriminierungsfreien Raum in der Primarschule
Die Themen Gendersensibilität und gendersensible Sprache sind in den letzten Jahren immer relevanter geworden. Da es noch keine einheitlichen Regeln gibt, wie diese Sprachform eingesetzt werden sollte, ist es für Schulen schwierig, einen für alle Beteiligten zufriedenstellenden Umgang damit zu finden und in der Praxis umzusetzen (Palzkill, Pohl, Scheffel, Baginski & Müller, 2023). Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der Frage auseinander, wie Lehrerinnen ihre Sprache dem aktuellen Sprachwandel anpassen können, um einen möglichst diskriminierungsfreien Raum für Schülerinnen, Lehrerinnen und weitere Beteiligten gewährleisten zu können. In diesem Zusammenhang sollten folgende Forschungsfragen beantwortet werden: Hauptfragestellung: Wie kann ich als Lehrperson im Klassenzimmer einen diskriminierungsfreien Raum schaffen? Subfragestellung: Auf welche Weise können Lehrpersonen ihre Sprache dem aktuellen Sprachwandel anpassen, damit ein möglichst diskriminierungsfreies Lernklima geschaffen wird? Um diese Fragen zu beantworten wurde ein qualitativ-empirischer Forschungsansatz gewählt. In diesem Zusammenhang wurden für diese Arbeit drei leitfadengestütze Expertinnen-Interviews durchgeführt. Diese Methode ermöglicht tiefgehende Einblicke in die Expertise und Erfahrung der interviewten Personen. Aufgrund der Interviews wurden qualitative Daten erhoben, welche zur Beantwortung der Forschungsfragen beitragen (Mayring, 2022). Die Auswertung der erhobenen Daten zeigt auf, dass es möglich wäre, gendersensible Sprache auf der Primarschule anzuwenden. Es wird jedoch auch sichtbar, dass dazu verschiedene Faktoren gegeben sein müssen, damit gendersensible Sprache nachhaltig in der Schulkultur verankert- und schliesslich auch umgesetzt werden kann. Dazu gehören beispielsweise die Voraussetzung, dass die Schule gemeinsam das Ziel gendersensible Sprache anzuwenden verfolgt, dass sich durch externe Unterstützungsmöglichkeiten Hilfe geholt wird, dass sich Lehrer*innen mit der Thematik auseinandersetzen und noch Weitere. Der nächste Schritt wäre nun, gendersensible Sprache in der Praxis anzuwenden, um mehr Erfahrungswerte für weiterführende Forschungen zu erhalten
Prävention von Unterrichtsstörungen von Kindern mit ADHS: Ein Vergleich von Handlungsempfehlungen in pädagogischen Ratgebern und wissenschaftlicher Fachliteratur für Primarlehrpersonen
Für eine Lehrperson ist es im Jahr 2025 nicht mehr überraschend, dass praktisch jede Klasse ein oder sogar mehrere Kinder mit sonderpädagogischen Bedürfnissen bei sich beherbergt und integriert. Die Idee der integrativen Schule, die Kinder mit besonderem Bedarf an intensivierter Begleitung im Unterricht aufnimmt, ist Gegenstand kontroverser Diskussionen. Dies wird in zahlreichen Medienberichten deutlich. In einem Beispielsartikel von SRF wird von Kritikern der integrativen Schule die Rückkehr zu Kleinklassen gefordert1 . Gegebenheiten im schulischen Umfeld unterliegen einem stetigen Wandel. Die Kinder und Jugendlichen von heute bringen andere Voraussetzungen und Herausforderungen mit als noch vor 20 Jahren. Nebst Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf sind auch allgemeine Verhaltensprobleme von einzelnen Kindern, welche den Unterricht erschweren oder sogar stören, zusätzliche Aspekte, mit welchen eine Lehrperson umzugehen wissen muss. Sofern ein Kind für die Lehrperson vermehrt zu einer Belastung wird, ist eine Lehrperson zwangsläufig mit der Frage konfrontiert, welche Handlungsmöglichkeiten oder bewährte Ansätze es für eine derartige Situation gibt. Die Reflexion der persönlichen Gesundheit sowie der Grenzen und Kräfte stellt einen essenziellen Aspekt des Lehrerberufs dar. Die Prävention spielt hierbei eine entscheidende Rolle, insbesondere in Situationen, in denen Lehrkräfte ihre Grenzen erreichen oder überschreiten. Diese Thematik stellt einen sehr relevanten Teilaspekt des Unterrichtens für Lehrpersonen dar. Es obliegt der Lehrkraft, sich der Handlungsmöglichkeiten, die sich in einer solchen Situation bieten, bewusst zu sein, um einerseits eine solche Situation möglichst gut bewältigen und andererseits eine Überforderung der Beteiligten vermeiden zu können. Aus diesem Grund möchte ich diese Thematik besser beleuchten und untersuchen
Lernen für den Wandel: SDG 4 & SDG 13 in Schule und Hochschule – Schweiz und Niederlande im Vergleich
Die Arbeit untersucht, wie die Sustainable Development Goals (SDGs) 4 (Hochwertige Bildung) und 13 (Massnahmen zum Klimaschutz) in der Hochschulbildung von angehenden Lehrpersonen in der Schweiz und den Niederlanden umgesetzt werden. Der Fokus liegt dabei sowohl auf curricularen und hochschuldidaktischen Grundlagen als auch auf der praktischen Ausbildung im Kontext von Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE). Die Analyse basiert auf einer umfassenden Literaturrecherche, der Auswertung nationaler Curricula und Hochschulmodule sowie eigenen Praxiserfahrungen während eines Mobilitätssemesters an der HAN University in Nijmegen (Niederlande). Die vergleichende Analyse zeigt, dass beide Länder BNE strukturell in der Hochschulbildung verankern, jedoch mit unterschiedlichen Schwerpunkten, während die Schweiz vor allem auf konkrete Unterrichtspraxis und methodische Umsetzbarkeit setzt, liegt der Fokus in den Niederlanden stärker auf Haltung, Reflexion und globaler Perspektive. SDG 13 wird in beiden Ländern deutlich sichtbar adressiert, während SDG 4, trotz seiner Relevanz für Bildungszugang und Chancengleichheit, häufig weniger explizit thematisiert wird. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass eine wirksame Verankerung von BNE nicht allein durch Curricula, sondern durch kohärente didaktische Konzepte, strukturelle Verankerung und internationale Impulse gelingt. Aus der Analyse ergeben sich Empfehlungen für eine stärkere Sichtbarkeit von SDG 4 sowie für eine engere Verzahnung von Haltung und Praxis in der Ausbildung. Offene Fragen betreffen insbesondere die tatsächliche Umsetzung von BNE im Hochschulalltag, den Einfluss politischer Rahmenbedingungen – wie der EU-Mitgliedschaft – auf nationale Bildungsstrategien sowie die Wirkung internationaler Austauschprogramme wie Erasmus auf die professionelle Haltung angehender Lehrpersonen
Die Beziehung zwischen Lehrpersonen und Lernenden und ihre Bedeutung für den Lernerfolg
Die vorliegende Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der Frage, welche Bedeutung die Beziehung zwischen Lehrpersonen und Lernenden für die schulische Leistung der Lernenden hat. Als Literaturarbeit wurden theoretische Modelle, wie das „Didaktische Dreieck“ (Reusser, 2008) und das „Beziehungsdreieck“ (Baer & Koch, 2020), sowie ausgewählte empirische Studien herangezogen. Die verwendete Literatur wurde grösstenteils aus der Campusbibliothek der PHTG sowie online über Suchportale wie „find’s…“, „OneSearch“ und „Fachportal Pädagogik“ bezogen. Zusätzlich wurden digitale Hilfsmittel wie „DeepL“ zur Unterstützung bei Übersetzungen aus dem Englischen verwendet. Es zeigte sich, dass schulische Leistung nicht allein als Ergebnis zu betrachten ist, sondern im Spannungsfeld zwischen Beurteilungsanforderungen und den individuellen Lernprozessen steht. Deutlich wird dies besonders bei der Gegenüberstellung von standardisierten Aufgaben oder Prüfungsformaten und der Idee des kompetenzorientierten Unterrichts nach Lehrplan 21 (AVK, 2016). Ausserdem wurde durch die Literaturarbeit ersichtlich, dass die schulische Leistung von einer Vielzahl an individuellen, unterrichtsbezogenen, sozialen und emotionalen Faktoren beeinflusst wird, welche zusätzlich eng miteinander verbunden sind (Metzger, 2010). Dabei nimmt die Beziehung zwischen Lehrpersonen und Lernenden eine entscheidende Rolle ein, welche sowohl förderlich als auch hinderlich für schulische Entwicklungen sein kann. Studien zeigen, dass eine konfliktbehaftete Beziehung neben negativen Auswirkungen auf die Entwicklung auch unangepasstes Verhalten hervorrufen kann (Pianta & Stuhlmann, 2004; zit. nach Vogel & Rüst, 2023). Umso bedeutender ist eine wertschätzende und vertrauensvolle Beziehung zwischen den Lehrpersonen und den Lernenden. Denn diese wirkt wie ein Bindeglied zwischen den inneren Voraussetzungen der Lernenden und den äusseren Rahmenbedingungen, wodurch die Motivation gefördert, die Lernprozesse unterstützt sowie die Leistungen verbessert werden können (Deci & Ryan, 1993). Darüber hinaus verhilft eine gelingende Beziehung zur Erfüllung der psychologischen Grundbedürfnisse nach Autonomie, sozialer Zugehörigkeit und Kompetenz, welche wiederum relevante Voraussetzungen für die Motivation der Lernenden sind. Es wird deutlich, dass die Beziehung zwischen Lehrpersonen und Lernenden nicht als reiner Nebenaspekt verstanden werden darf, sondern vielmehr als grundlegender Bestandteil von schulischem Lernen und der daraus resultierenden Leistung