HASP Journals (Univ. Heidelberg)
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Chinesisch sprechen, schreiben, forschen? Ergebnisse einer Erhebung zum Chinesischunterricht in chinawissenschaftlichen Bachelor- und Masterstudiengängen
Der vorliegende Beitrag dokumentiert die Ergebnisse einer umfangreichen Befragung der chinawissenschaftlichen Institute im deutschsprachigen Raum zur Sprachausbildung Chinesisch. Erfragt wurden die angebotenen Studiengänge, deren angestrebte Zielkompetenzen, der Umfang der Chinesischkurse, Anzahl der Studierenden, Anzahl und Hintergrund der Lehrkräfte, verwendete Lehrwerke sowie Informationen über den via ECTS veranschlagten Workload in Relation zum Umfang des Sprachlehrangebots. Darüber hinaus wurden auch die Sprachausbildung im Rahmen von chinawissenschaftlichen Masterstudiengängen, die Integration von Auslandssemestern, die Relevanz standardisierter Prüfungen aus der VR China und Taiwan sowie die Ausbildung in Vormodernem/Klassischem Chinesisch erfasst. Im Ergebnis zeigt sich, dass die im Rahmen einer chinawissenschaftlichen Ausbildung als selbstverständlich betrachtete akademische Sprachausbildung im Chinesischen eine außerordentlich komplexe Aufgabe ist, die auch im Rahmen eines dreijährigen Bachelorstudiums keinesfalls als abgeschlossen betrachtet werden kann und die an vielen Instituten nach wie vor kapazitär unterausgestattet ist
Interaktion zwischen dem Progressiv und den Modalverben im Deutschen und im modernen Chinesisch
Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einer sprachvergleichenden Untersuchung zum Verhältnis zwischen der Aspektkategorie Progressiv und der Semantik der Modalverben im Deutschen und im modernen Chinesisch. Als Ausgangspunkt werden das Tempus und der Aspekt anhand des Ansatzes von Klein (1994) beschrieben. Das Tempus- und Aspektsystem und der Progressiv in beiden Sprachen werden untersucht und einander gegenübergestellt. Die Lesarten der Modalverben in beiden Sprachen werden in Kombination mit dem Progressiv diskutiert. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die Interaktion zwischen dem Aspekt und der Modalität in beiden Sprachen zu erläutern
Chinesisch-Ausspracheunterricht im Distanzmodus: Herausforderungen im Bereich des Perzeptionstrainings
Der folgende Beitrag setzt sich mit dem Ausspracheunterricht im ersten Studienjahr an der Wiener Sinologie auseinander, der im Wintersemester 2020/21 coronabedingt per Video-Chat stattfinden musste. Der Fokus liegt dabei auf der Umsetzung des Perzeptionstrainings, das im Wesentlichen mittels Pinyin-Diktate erfolgt. Der Beitrag stützt sich einerseits auf eine Fehleranalyse von Pinyin-Diktaten (durchgeführt im synchronen Audio- und Videomodus), andererseits auf eine ergänzende Online-Befragung der Studierenden. Die Ergebnisse zeigen, dass die Perzeption von Anlauten (insbesondere nichtaspirierte) des Mandarin-Chinesischen in der mündlichen, computervermittelten Kommunikation speziell störungsanfällig ist, wobei die Lernenden die Sichtbarkeit von Mund- und Lippenbewegungen, anders als erwartet, größtenteils nicht als deutliche Erleichterung empfinden. Auf Basis der Ergebnisse werden unterschiedliche Pinyin-Diktat-Varianten und ihre jeweiligen Vor- und Nachteile aufgezeigt