VOADo (Univ. Vechta)
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Discipline and reason: the theory of discipline in Kant's practical philosophy
The main objective of this thesis is to reconstruct the theory of discipline within Kant's philosophical system and to analyse its relationship with the concept of autonomy. In contemporary philosophical discourse, the concept of discipline is regarded as a pivotal parameter for the analysis of subjectivity. Nevertheless, numerous philosophers regard the notion of discipline as a source of concern, on the grounds that it impedes the practice of autonomy. In order to demonstrate the compatibility and interrelatedness of discipline and autonomy, the initial chapter proposes an examination of two perspectives that diverge from Kant's, namely those of Hannah Arendt and Michel Foucault. The significance of this initial exploratory phase lies in its focus on the practical-political dimension of the thesis. To examine the relationship between autonomy and discipline, two conceptual frameworks are presented that illustrate instances of disciplinary abuse and its incompatibility with autonomy. The second chapter presents the concept of discipline as found in Kant's philosophy. It aims to reconstruct the theory of discipline and demonstrate its categorisation and functions. In particular, it examines the types of disciplines (theoretical, practical and pragmatic) and their action (internal and external) on the agent. The third chapter has two principal aims: (i) to demonstrate the implementation of Kant's theory of discipline in his practical philosophy, encompassing its various domains (anthropological, moral, political, pedagogical and legal); and (ii) to evaluate the perspectives on discipline presented in this thesis, illustrating how Kant's theory of discipline can address the concerns raised by Arendt and Foucault in their accounts of disciplinary power and absolute obedience. In other words, it compares and demonstrates the importance of the theory of discipline for Kant's normative theory, not only within its own system, but also as a consistent alternative to the problems that plague contemporary democracies
Eine empirische Studie von älteren Akademikern und Akademikerinnen innerhalb zweier Berufsgruppen
Die folgende Arbeit thematisiert lebenslanges Lernen sowie die Kompetenzerweiterung und Kompetenzsicherung von älteren Erwerbspersonen. In einer qualitativ-quantitativen Studie, die ein Mixed-Methods-Verfahren (vgl. Kelle 2022: 169ff.) vorsah, wurden konkret ab 50-jährige Dipl.-Ingenieure (FH), Dipl.-Ingenieurinnen (FH), Dipl.-Sozialpädagogen (FH) und Dipl.-Sozialpädagoginnen (FH) aus dem Bundesland Bayern evaluiert, inwieweit sie diverse Dimensionen der eigenen beruflichen Handlungskompetenz (Fachkompetenz, Sozialkompetenz, Methodenkompetenz, Personalkompetenz) mittels informellen Lernens weiterentwickeln und erhalten konnten.
Um jene Dimensionen auszubauen und zu sichern, nutzten die Untersuchten neben formalen und/oder non-formalen Lernen erheblich informelle Lernprozesse. Obgleich vom Arbeitsplatz der durchschnittlich höchste informelle Lernoutput ausging, profitierten ab 50-jährige Dipl.-Ingenieure (FH), Dipl.-Ingenieurinnen (FH), Dipl.-Sozialpädagogen (FH) und Dipl.-Sozialpädagoginnen (FH) diesbezüglich auch außerberuflich nicht unerheblich. Dabei büßte informelles Lernen bei ihnen über die gesamte Erwerbsphase hinweg nicht wesentlich an Relevanz ein. Dies trifft auch auf die Biographieabschnitte zu, die durch Übergänge und/oder Krisen und/oder Brüche gekennzeichnet waren.
Interviewte ab 50-jährige Dipl.-Ingenieure (FH), Dipl.-Ingenieurinnen (FH), Dipl.-Sozialpädagogen (FH) und Dipl.-Sozialpädagoginnen (FH) konnten die Sozialkompetenz und die Fachkompetenz, die Personalkompetenz sowie geringfügig weniger die Methodenkompetenz durch informelles Lernen weiterentwickeln. Ähnliche Befunde brachten auch die Web-Umfragen hervor. Zudem war es den meisten interviewten und webbefragten Dipl.-Sozialpädagogen (FH), Dipl.-Ingenieure (FH), Dipl.-Sozialpädagoginnen (FH) und auch Dipl.-Ingenieurinnen (FH) ab 50 Jahre möglich, ihre Sozialkompetenz am stärksten zu erhalten, gefolgt von der fachlichen und personalen Kompetenz. In Bezug auf die Stabilisierung der Methodenkompetenz gingen die interviewten Frauen und Männern beider Berufsgruppen von einer durchschnittlich geringeren Wertigkeit informellen Lernens aus. Dies trifft im Wesentlichen auch auf die webbefragten ab 50-jährigen Dipl.-Ingenieure (FH) und Dipl.-Ingenieurinnen (FH) sowie etwas weniger auf die interviewten und onlinebefragten Dipl.-Sozialpädagogen (FH) und Dipl.-Sozialpädagoginnen (FH) ab 50 Jahre zu.
Die Reflexion des auf die Genese und den Erhalt ihrer beruflichen Handlungskompetenz ausgerichteten informellen Lernens empfanden die Untersuchten als einen bedeutsamen Schritt und führten diese auch mehrheitlich durch. In Bezug darauf transferierten nahezu alle interviewten und onlinebefragten Dipl.-Ingenieure (FH), Dipl.-Ingenieurinnen (FH), Dipl.-Sozialpädagogen (FH) und Dipl.-Sozialpädagoginnen (FH) ab 50 Jahre die informell bedingte berufliche Handlungskompetenz in die eigene Praxis.
Die meisten interviewten und webbefragten Dipl.-Ingenieure (FH), Dipl.-Ingenieurinnen (FH), Dipl.-Sozialpädagogen (FH) und Dipl.-Sozialpädagoginnen (FH) ab 50 Jahre räumten dem künftigen informellen Lernen bezüglich der Entwicklung bzw. dem Erhalt ihrer beruflichen Handlungskompetenz einen identisch hohen bis tendenziell leicht höheren Stellenwert ein wie dem bisherigen informellen Lernen.
Der Großteil der interviewten ab 50-jährigen Dipl.-Ingenieure (FH), Dipl.-Sozialpädagoginnen (FH) und Dipl.-Ingenieurinnen (FH) sowie ein Drittel der Dipl.-Sozialpädagogen (FH) wünschte sich von ihren Arbeitgebern eine Anerkennung informellen Lernens. Bei den Onlinebefragten waren es durchschnittlich weniger Männer und Frauen aus beiden Berufsgruppen, die einen solchen Wunsch bekundeten. Von der Idee, informelles Lernen künftig durch Arbeitgeber zertifizieren zu lassen, waren hingegen nur die wenigsten interviewten und internetbefragten Dipl.-Ingenieure (FH), Dipl.-Ingenieurinnen (FH), Dipl.-Sozialpädagogen (FH) und Dipl.-Sozialpädagoginnen (FH) ab 50 Jahre angetan.
Schließlich hatte nur eine Minderheit der an den Interviews sowie Online-Umfragen teilgenommenen Dipl.-Ingenieure (FH), Dipl.-Ingenieurinnen (FH), Dipl.-Sozialpädagogen (FH) und Dipl.-Sozialpädagoginnen (FH) ab 50 Jahre Interesse daran, dass das auf die Entwicklung bzw. den Erhalt beruflicher Handlungskompetenz ausgerichtete informelle Lernen unter besonderer Berücksichtigung des eigenen Alters und/oder des Geschlechts betrieblich bzw. organisatorisch gefördert bzw. anerkannt wird
Institutionalisierung von Nachhaltigkeitsgovernance: Wie werden Prozesse zur Etablierung nachhaltiger Hochschulen in Deutschland gestaltet?
Die steigende Relevanz von Nachhaltigkeit, bedingt durch den Klimawandel und die damit verbundenen Herausforderungen, macht deutlich, dass Nachhaltigkeit in all ihren Dimensionen ‒ ökologisch, ökonomisch und sozial ‒ kein Thema nur für Klimaaktivist*innen ist, sondern eine globale Aufgabe für alle Akteur*innen darstellt. Insbesondere Hochschulen spielen dabei eine unabdingbare Rolle, da sie als Wissenschaftsorganisationen faktengestützte Erkenntnisse produzieren, die als Grundlage für eine Transformation hin zu Nachhaltigkeit dienen. Angesichts dessen müssen Hochschulen die Bedeutung der Nachhaltigkeit im eigenen Alltag immer mehr berücksichtigen, indem sie Elemente der Nachhaltigkeitsgovernance in ihre Strukturen verankern. Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den aktuellen Stand der Nachhaltigkeitsgovernance an Hochschulen in Deutschland durch eine qualitative Forschung tiefgehend zu erforschen. Die Studie, die auf Interviews mit internen Stakeholdern aus verschiedenen Universitäten basiert, strebt danach, den Ist-Zustand zu erfassen. Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit zeigen, dass trotz bereits vorhandener Nachhaltigkeitsstrukturen in vielen Bereichen Defizite in der Umsetzung bestehen. Diskrepanzen in der Wahrnehmung und Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen unter-streichen die Notwendigkeit einer umfassenderen Integration von Nachhaltigkeit in alle Bereiche des Hochschulsystems. Die vorliegende Arbeit trägt durch die Bereitstellung von Einblicken in bestehende Praktiken zur Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsgovernance an Hochschulen bei.Driven by climate change and associated challenges, sustainability's relevance becomes more obvious. Accordingly, sustainability in all its dimensions ‒ ecological, economic, and social ‒ is no longer solely a concern for so-called climate activists but rather a global issue for all related stakeholders. In particular, universities play an essential role in this regard. As scientific organizations, they produce evidence-based knowledge serving as a motor for a societal transformation towards sustainability. Consequently, universities must increasingly consider sustainability in their daily operations by embedding elements of sustainability governance into their structures. This dissertation aims to provide an in-depth exploration of the current state of sustainability governance at higher education institutions in Germany. Employing qualitative research based on interviews with stakeholders from various universities, this study seeks to capture status without preconceived assumptions or hypothesis. The findings of this study reveal that despite the existence of sustainability structures in many areas, there are deficits in implementation. Discrepancies in the perception and implementation of sustainability objectives highlight the necessity for a comprehensive integration of sustainability across all areas of the university system. By providing insights into existing practices, this study contributes to the progress of sustainability governance at universities
Science, policy, and public expectations: A qualitative investigation of consumer perspectives on cultured meat
Radical innovations such as cultured meat have gained attention as potential pathways toward more sustainable food systems. However, such innovations can only realize their societal potential if they are met with public acceptance. Achieving this acceptance poses multiple challenges – one of which is the inherent uncertainty that often accompanies unfamiliar and novel (food) technologies like cultured meat. Drawing on uncertainty reduction theory, consumers faced with unfamiliar innovations seek information to mitigate this uncertainty, and often turn to institutions involved in their development and regulation, such as science and policy. These institutions thus play a pivotal role not only in providing credible information but also in cultivating trust. Gaining insight into consumers’ concerns and perceived potentials of cultured meat, as well as their expectations of scientific and political actors, is essential for fostering informed public discourse and strengthening societal trust. In the present study, we conducted exploratory focus group discussions in four German cities. Participants reflected on the perceived potentials and risks of cultured meat and formulated concrete expectations toward science and politics. Our findings confirm well-established acceptance factors, such as concerns about animal welfare and health, while also revealing novel themes – especially regarding systemic transformation and food system resilience. This paper contributes to the literature by offering a qualitative account of how consumers conceptualize the roles and responsibilities of scientific and political actors in the development of cultured meat, thereby addressing a previously overlooked dimension of consumer acceptance
Eine historiografische Studie zur Schulgartenarbeit in ihrer Bedeutung für die polytechnische Bildung und Erziehung
Diese Veröffentlichung wurde aus Mitteln des Publikationsfonds NiedersachsenOPEN, gefördert aus zukunft.niedersachsen, unterstützt.In der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) wurde erstmals in der Geschichte des deutschen Schulwesens das Fach Schulgartenunterricht curricular verortet, das im Kontext der polytechnischen Bildung und Erziehung eine wichtige Rolle spielte. Es wurde zum 1. September 1963 an allen allgemeinbildenden polytechnischen Oberschulen eingeführt und bis 1988/89 weiterentwickelt.
Das Ziel der vorliegenden Forschungsarbeit ist es, die Schulgartenbestrebungen, die zur Einführung und Etablierung des Faches beitrugen, mithilfe der Dokumentenanalyse zu rekonstruieren. Als Quellen dienten nicht nur Lehrpläne, Lehr- und Lernmaterialien, sondern archivalische Schriftstücke des Deutschen Pädagogischen Instituts und der Akademie der Pädagogischen Wissenschaften der DDR, anhand derer die Entwicklung der Schulgartenarbeit nachgezeichnet werden konnte.
Die zunächst wechselnde Verortung der Schulgartenarbeit von Beginn des Schulbetriebs 1945 bis zum Schuljahr 1962/63 in verschiedene Unterrichtsfächer war eng mit den jeweiligen wirtschaftlichen und bildungspolitischen Rahmenbedingungen in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) bzw. DDR sowie mit der Schaffung geeigneter materieller, organisatorischer und personeller Voraussetzungen verknüpft. Darüber hinaus erhielt die Arbeit im Schulgarten Unterstützung durch die Aktivitäten der Jungen Pioniere und außerschulischer Arbeitsgemeinschaften. Verschiedene Versuche dokumentieren die Bemühungen, durch die Schulgartenarbeit die Schüler im Sinne eines berufsorientierenden Unterrichts für die Landwirtschaft zu interessieren, sie an gesellschaftlich nützliche Tätigkeiten heranzuführen und bei ihnen die Liebe zur Arbeit und zur Natur zu entwickeln. Zum politischen Ende der DDR existierte ein fast flächendeckendes, funktionell gut ausgestattetes Schulgartennetz, einschließlich vielfältiger Optionen die Schulgartenarbeit ganzjährig und auch an Schulen ohne Schulgartengelände durchführen zu können, sowie bewährte Strukturen der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften.
Die Forschungsergebnisse belegen, dass die Schulgartenarbeit als Bestandteil der polytechnischen Bildung und Erziehung im Gesamtsystem des Bildungswesens in der DDR nur als komplexes Konstrukt innerhalb eines Fächerkanons verstanden werden kann und aus mehreren Blickwinkeln zu betrachten ist
Household members’ positive personality traits and age stereotypes do not predict perceived expectations for active aging
Diese Studie wurde gefördert mit Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an Pavlova (PA 2704/5-1) & Rothermund (RO 1272/15-1). Project number: 438229063.The household represents a proximal social context whose members can convey various expectations to each other, including expectations for active aging. We used a nationally representative sample (N = 2007, aged 16–94 years) to investigate the household predictors of perceived expectations for active aging (PEAA, i.e., “activation demands” targeting individuals as older adults) in three domains: physical health, mental health, and social engagement. We considered household members’ dispositional optimism, onscientiousness, age stereotypes, and the life goal of civic engagement. A set of preregistered multiple regression analyses indicated that, irrespective of age, household members’ life goal of civic engagement had a positive effect on individual PEAA in the social engagement domain, which disappeared upon controlling for the respective individual life goal. In middle-aged and older adults, household members’ conscientiousness unexpectedly had a significantly negative effect on individual PEAA in the physical health domain. Neither household members’ dispositional optimism nor their domain-specific age stereotypes had significant associations with individual PEAA. Our findings suggest that household members’ mindsets and attitudes play a limited role in predicting PEAA of individuals from the same household
Who appraises perceived expectations for active aging favorably? The role of resources and motivation
Diese Studie wurde mit Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an Maria Pavlova gefördert (Projektnummer 438229063)Objectives: Older adults face increasing social expectations to age actively (e.g. to remain healthy and socially engaged). Individuals’ reactions to such expectations may depend on their willingness to lead an active lifestyle and on the resources available to them. In this study, we investigated the joint effects of the motivations for active aging (generativity and the life goals of developing skills and staying healthy) and resources (socioeconomic, health, personal, and social) on changes in the challenge and threat appraisals of expectations for active aging. Method: Our sample consisted of young-old German adults (aged 56–75) surveyed twice with a one-year interval (NT1 = 1,508, NT2 = 602). Results: Residual change analyses revealed that, among motivated older adults, health and socio economic resources predicted more favorable appraisals one year later. Personal resources contributed independently to the reduction in the threat appraisal. Additionally, all types of resources were pos itively associated with favorable appraisals at baseline, and some of these effects were again stronger in more motivated individuals. Conclusion: Our findings corroborate the idea that both the resources and the motivation for active aging are necessary to meet the corresponding social expectations. Thus, the active aging discourse may primarily benefit advantaged and motivated individuals