VOADo (Univ. Vechta)
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Rahmenprüfungsordnung für Bachelor- und Masterstudiengänge an der Universität Vechta (RPO) : Erste Änderung, Neubekanntmachung
A concept for reflexive and overcoming the dualism of men and women Gender Studies
Die Frage nach dem Wie der sozialen Konstruktion von Geschlecht bewegt die Geschlechterforschung seit mehr als 60 Jahren. Bis heute fokussierte die einschlägige Forschung die relationalen Bedingtheiten von Geschlecht ohne eine systematische Unterscheidung der sozialen Konstruktion von Geschlecht und der sozialen Hervorbringung von Gender-Wissen. Der folgende Artikel zeigt, dass sich eine sozialwissenschaftliche Doing- Perspektive als weiterführend erweist, indem sie einen theoretischen Rahmen liefert, um Hervorbringungsprozesse von Gender-Wissen als soziale Vollzugswirklichkeiten fassen zu können. In deren Kontext werden differente genderbezogene Wissensbestände hergestellt, ausgehandelt und immer wieder modifiziert. Wie Wissen über Geschlechterverhältnisse gesellschaftlich hervorgebracht wird, entwickelt der Beitrag analog zu der in der reflexiven Übergangsforschung bewährten Forschungsperspektive „Doing Transitions“ und modifiziert diese zu einem Konzept des Doing Gender Knowledge.The question of how the social construction of gender works, has moved gender researchers for about 60 years. Until nowadays relevant research in this field focused on the relational conditionality of gender, often without being aware of a systematic differentiation between the social construction of gender and the social production of gender knowledge. This article shows that a social science doing perspective carries further, as it builds a theoretical framework that makes it possible to understand gender-knowledge production-processes as ongoing realities. Within whose different aspects of gender knowledge are constantly produced, negotiated and modified. By questioning how gender knowledge is socially produced this article adapts the research perspective “Doing Transitions” from reflexive transition research to develop the concept of Doing Gender Knowledge
Selection of sampling sites in Germany for the International Moss Survey 2020 using statistics and decision modelling
Diese Studie wurde mit Mitteln des Projektes "Pilotstudien zur Eignung der Bioindikation mit Moosen zur Erfassung der atmosphärischen Deposition persistenter organischer Schadstoffe sowie Mikroplastik" vom Umweltbundesamt gefördert (Ressortforschungsplan 2020, FKZ 3720 63 201 0, UBA II 4.3).Background: After 1990, 1995, 2000, 2005 and 2015, Germany participated in the International Moss Monitoring 2020 (MM2020). The German contribution to MM2020 aimed at pilot studies on the suitability of bioindication with mosses for recording the atmospheric deposition of persistent organic pollutants and microplastics.
Results: This investigation was based on moss samples collected at 25 sites in Germany: Eight sites at which concentrations of persistent organic pollutants were determined in the Moss Survey 2015 were included. In addition, twelve sites were selected from the pool of the total of 400 moss collection sites in 2015. Further five sites of the German moss monitoring network 2015 were added, at which moss samples were collected in 2020 for developing the sample preparation and for preliminary investigations. The selection of the five test sites was based on the same criteria as for the 20 target sites of the 2020 monitoring to make the analysis data of the test phase usable for later evaluations. To ensure methodological transparency and objectivity, a procedure based on statistical methods and decision modelling was developed for this purpose. The decision algorithm enabled taking into account a large number of technical criteria. Selected features of the three subsamples comprising 8, 20 and 25 sites were compared with those of the full sample (n = 400 sites of Moss Survey 2015) and inferentially tested whether the thinning of the 2015 sampling network (n = 400) to 8, 20 and 25 sites, respectively, leads to significant changes in its information quality or not.
Conclusions: Methods of decision modelling and inferential statistics have proven their worth for transparently restructuring the moss monitoring network
Masterstudiengang Management Sozialer Dienstleistungen : Übergangsordnung zur Prüfungsordnung (AMBl 22/2018, 06/2019, 11/2020, 16/2021, 16/2022)
Bachelorstudiengang Management Sozialer Dienstleistungen : Übergangsordnung zur Prüfungsordnung (AMBl 21/2018, 05/2019, 08/2020, 18/2021)
Bachelorstudiengang Gerontologie, Gerontologie: Altern nachhaltig gestalten : Übergangsordnung zur Prüfungsordnung (AMBl 17/2018, 07/2019, 09/2020, 21/2021, 14/2023, 03/2024)
Die biographische Konstruktion der Intersektion von Alter(n) und Geschlecht und ihre Bedeutung für die offene Altenarbeit
Gesetzesänderungen zum Geschlechtereintrag und Genderdebatten, aber auch der demographische Wandel, das Rentensystem und Altersarmut dominieren immer wieder die Berichterstattung. Alter(n) und Geschlecht scheinen dabei wiederkehrend in der breiten Öffentlichkeit von Relevanz zu sein und führen zu zahlreichen, oftmals kontroversen Debatten. Im wissenschaftlichen Diskurs sind Alter(n) und Geschlecht als relevante Merkmale längst etabliert, die Intersektion von Alter(n) und Geschlecht wurde jedoch jahrzehntelang weder in den Bereichen der Genderforschung, der Gerontologie noch der Intersektionalitätsforschung konsequent betrachtet. Mittlerweile hat diese zwar vermehrt Einzug in wissenschaftliche Diskurse gefunden, es bleiben jedoch zahlreiche Forschungslücken bestehen. Zusätzlich werden intersektionale Ansätze und Studien zu Alter(n) und Geschlecht entweder auf der Mikro- oder der Makroebene angesiedelt, eine Erforschung auf allen Ebenen findet jedoch kaum statt. Genau an dieser Stelle setzt die vorliegende Arbeit an, um die Intersektion von Alter(n) und Geschlecht aus einer biographisch-rekonstruktiven Perspektive zu beleuchten: Da sich gesellschaftliche und individuelle Ebenen in Biographien durchdringen, können durch biographische Fallrekonstruktionen sowohl die Mikro- als auch die Makroebene erforscht werden. Eine intersektionale biographisch-rekonstruktive Perspektive ermöglicht es daher, Verweise auf Geschlechterpositionen und -differenzierungen sowie Altersgrenzen und -konstruktionen auf beiden Ebenen zu erforschen. Die benannte Intersektion soll dabei im konkreten Handlungsfeld der offenen Altenarbeit betrachtet werden. Mitunter bedingt durch gestiegene Lebenserwartungen gewinnen Freizeitangebote allgemein und damit einhergehend auch Angebote der offenen Altenarbeit verstärkt an Relevanz. Hier wird die Verwobenheit von Alter(n) und Geschlecht in der Ausgestaltung der Angebote und ihrer Nutzer:innenschaft sehr deutlich, da die Angebotslandschaft der Altenarbeit klar weiblich geprägt ist. Dabei gibt es sowohl explizit geschlechtsspezifische als auch geschlechtsunspezifisch Angebote.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es folglich, erstens einen Beitrag zur konzeptionellen und methodischen Weiterentwicklung der Intersektionalitätsdebatte um eine biographisch-rekonstruktive Perspektive zu leisten. Zweitens sollen Handlungsempfehlungen für Angebote der offenen Altenarbeit abgeleitet werden. Untersucht wurden daher der Einfluss der biographischen Konstruktion der Intersektion von Alter(n) und Geschlecht auf die Nutzung von Angeboten und – anders herum betrachtet – der Einfluss solcher Angebote auf die biographische Konstruktion der Intersektion von Alter(n) und Geschlecht. Dafür wurden im Rahmen der Studie 13 biographisch-narrative Interviews mit männlichen und weiblichen Personen im höheren Lebensalter in Nordrhein-Westfalen geführt, welche Angebote der offenen Altenarbeit nutzen. Die Interviews wurden anhand der rekonstruktiven Fallanalyse nach Rosenthal (2001) ausgewertet.
Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass Alter(n) und Geschlecht in den Biographien der Interviewten erkennbar werden. Geschlecht ist dabei an bestimmte altersspezifische Ereignisse gekoppelt, wie beispielsweise Berufstätigkeit und Care Arbeit. Im Verlauf des Lebens jedoch scheint Geschlecht impliziter, Alter(n) hingegen direkter auf die Lebensgestaltung zu wirken, wobei besonders altersbedingte Faktoren wie Erkrankung, Mobilität und die Auseinandersetzung mit Sterblichkeit relevant werden. Im Hinblick auf den Einfluss der biographischen Konstruktion von Alter(n) und Geschlecht auf die Nutzung von Angeboten sind die Nutzungsgründe höchst individuell, wobei auch hier Alter(n) sehr direkt erkennbar wird, Geschlecht hingegen eher implizit. Insbesondere führen selbst- und fremdbestimmte Änderungen im Verlauf des Lebens (bspw. Scheidung oder Versterben von Partner:innen) zu einer (verstärkten) Nutzung von Angeboten. Die Nutzung wird weniger durch die biographische Konstruktion von Geschlecht beeinflusst, sondern ist höchst individuell und eher altersbedingt, wie beispielsweise der Wunsch nach sozialer Teilhabe, dem Erhalt der eigenen Gesundheit oder dem Erfüllen von Wünschen nach dem Renteneintritt. Geschlecht wirkt jedoch implizit, wenn zum Beispiel Angebote genutzt werden, um die seit Renteneintritt fehlenden Strukturen der Erwerbsarbeit auszugleichen, was als eher männlich konnotiert betrachtet werden kann. Umgekehrt betrachtet wirkt sich die Nutzung von Angeboten der offenen Altenarbeit nicht direkt auf die biographische Konstruktion von Geschlecht, wohl aber auf die Konstruktion von Alter(n) aus, welches hierdurch teils positiver wahr- und angenommen wird. Darüber hinaus weicht der erwartete Nutzen von Angeboten der offenen Altenarbeit, den sich die Biograph:innen erhoffen, oftmals vom tatsächlichen Nutzen bzw. vom tatsächlichen Einfluss der Nutzung auf die Biographie ab. Es werden unterschiedliche Faktoren relevant, welche seitens der Biograph:innen im Vorfeld nur teilweise angedacht waren. Insbesondere erfahren die älteren Menschen neben sozialer Teilhabe, weniger Einsamkeit, körperlicher und kognitiver Fitness ein Zugehörigkeitsgefühl, eine Struktur im Alltag sowie ein Sicherheitsgefühl durch den Kontakt zu einem professionellen Angebot der Sozialen Arbeit.
Insgesamt zeigt sich, dass Geschlecht im Verlauf des Lebens im Kontext der Nutzung von Angeboten in den Hintergrund zu rücken scheint, Alter(n) hingegen dominanter wird, sodass hier zunehmend von einem undoing gender while doing age gesprochen werden kann. Durch die intersektionale biographisch-rekonstruktive Betrachtung können entsprechend angenommene Relevanzen von Differenzmerkmalen kritisch hinterfragt werden und die Intersektionalitätsdebatte mit der zeitgleichen Betrachtung von Mikro- und Makroebene bereichern. Auch das Handlungsfeld der offenen Altenarbeit kann von einer kritischen Betrachtung von Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit sowie Alter(n) profitieren und durch Biographiearbeit Angebote bedarfsgerecht gestalten
Masterstudiengang Gerontologie, Alternswissenschaften / Gerontologie : Übergangsordnung zur Prüfungsordnung (AMBl 18/2018, 02/2024)
Agricultural startups’ visions of a sustainable agri-food future: a comparative case study in rural and urban Germany
Diese Arbeit wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Nachwuchsgruppe "BioKum" [Förderkennzeichen: 031B0751] gefördert.Current agriculture and food systems are major drivers of global environmental change and are linked to numerous ethical concerns. Against this backdrop, agri-startups are perceived as promising catalysts for new and more sustainable agri-food systems. However, their potential to actually contribute to sustainability transformations has been understudied. The aim of this study is to narrow this gap by analyzing German agri-startups’ visions and how these co-produce prevailing or novel sociotechnical imaginaries in agriculture. We conduct an in-depth qualitative comparative case study of agri-startups (n=16) in both a rural–agrarian and an urban (nonagricultural) setting in Germany. We identify four visions with vary¬ing scales and scopes of envisioned change, with different conceptualizations of sustainable agri-food transformation: (1) Reconfiguration of Sociomaterial Structures, (2) Partial Redesign, (3) Optimization of Value Chains, and (4) Incremental Improvement. Our findings highlight the relevance of the sociospatial context of agri-startups and innovation processes in co-producing agri-food futures. While urban startups tend to envision more holistic changes, rural agri-startups rather envision applied and pragmatic changes. We critically discuss the differences among these visions and their limited ability to transform existing agri-food systems. Finally, we highlight that agri-startups largely perpetuate existing imaginaries and that the disruptive character that is often attributed to (agri-) startups needs critical scrutiny