Dokumentenserver der Universität der Künste Berlin
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Musiktheorien im Anthropozän. Zwei Vorschläge für eine mehr-als-menschliche Musiktheorie
Das Anthropozän als gegenwärtiges Erdzeitalter ist (vgl. die sich seit dem Jahr 2000 vielfältig verzweigende diskursive Entwicklung in natur- wie in gesellschafts- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen) von einer umfassenden Beeinflussung planetarer Entwicklungen durch Humanaktivitäten gekennzeichnet. Damit einher gehen beunruhigende und bedrohliche Begleiterscheinungen wie der Klimawandel, das Massenaussterben zahlreicher Arten, die Verschmutzung der Ozeane, aber auch das akustische Einwirken auf zahlreiche Tierarten durch menschengemachte Geräusche. Um Perspektiven einer weiteren Öffnung musiktheoretischer Fachlichkeit zur inter- und transdisziplinären Anthropozändiskussion zu eröffnen, werden zwei Vorschläge unterbreitet, mit welchen Methoden und anhand welcher Gegenstände Musiktheorien sich posthumanistisch weiterentwickeln könnten. Der erste Vorschlag ist, Musikkulturen nichtmenschlicher Tiere im Sinne des »Animal Turn« in musiktheoretischen Diskursen zu berücksichtigen. Vor allem dann, wenn Musiktheorie als empirisch exploratives Projekt des Verstehens und Systematisierens von musikalischer Praxis verstanden wird, bietet sich in den Gesängen und Instrumentallauten zahlreicher nichtmenschlicher Tiere ein reiches Untersuchungsfeld. Vorschlag zwei ist, die weitere Entwicklung künstlicher Kreativität musiktheoretisch zu begleiten. Insbesondere vor dem Hintergrund des Fortschritts im Bereich des Maschinellen Lernens ist das Potenzial für eine kreative Handlungsmacht (›Agency‹) von Künstlicher Intelligenz gegeben. Aus der Erweiterung der musiktheoretischen Perspektive, hin zur posthumanistisch informierten Berücksichtigung tierlicher und künstlicher Musikkreation, ergeben sich weitere Entwicklungsmöglichkeiten. Durch die Dekonstruktion anthropozentrischer Vorannahmen in der Musiktheorie und die Entwicklung von Theorien zu mehr-als-menschlichen Musiken kann Musiktheorie außerdem zusätzliche gesellschaftliche Relevanz erlangen
Perspektiven für eine Geschichte des Kunstgewerbes
Die Geschichte des Kunstgewerbes lässt sich als Spannungsgefüge erzählen.
Unauflösbar bleiben Vermischungen zwischen Wissensgebieten, die bei
dieser Neugründung eines Fachgebiets zusammengeraten. Das Kunstgewerbe
hat jedoch Grenzen etabliert und unterlaufen, die bis heute wirkmächtig
sind: Kunst und Nicht-Kunst, gute und böse Dinge, berechenbare Gestaltung
Sonic Imagination
Brandon LaBelles performative Installation The Ungovernable war eine
dreistündige Auseinandersetzung mit den verschiedenen räumlichen
Gegebenheiten des Athener Kulturzentrums Romantso und dessen Erkundung
mittels Bewegung, Akustik, Videoprojektionen und der Platzierung von
Stoffen, Zeichnungen und Geschriebenem. Besondere Aufmerksamkeit wurde
darauf gelenkt, dass ‚Gemeinschaft‘ auch ein akustisches Phänomen ist
13.02.2017 Poetics and Politics of Scientific Sound Archives
Scientific experiments with documenting and archiving sound resulted in
the creation of diverse techniques which were eventually used beyond the
sciences, too. By addressing the poetics and politics of scientific sound
archives an institution comes into focus which is at the intersection of
art and science. While Viktoria Tkaczyk analyzed sound recordings from
the perspective of cultural studies, Gill Aubry presented his artistic
work with sound archives. Here, the evening is documented by photographs,
documentation of Gilles Aubry’s works and the transcription of Aubry’s
lecture
07.11.2016 Reconsidering the Shape of Evidence: Visual Documents in and Beyond Contemporary Art.
Sophie Berrebi discusses in her lecture the use of documents in the
visual arts in the first decade of the 21rst century. She focusses on
artists, who shed light on the potentials, mechanisms and traditions of
analogue forms of documentary practices in contrast to the contemporary
emphasis on the usage of digital media. In doing so they question the
status of art works as well as of documents and the relationship of
museums and archives. We present here the presentation manuscript of the
lecture and add the notes taken by two members of the research training
group. This most common kind of documentation of lectures in most
scientific disciplines points out the processes of selection und
accentuation in listening and recording
Why the Pictures Had to Come from Black : Looking with Myra Greene at Character Recognition
With her photographic series Character Recognition (2006–2007) U.S.
artist Myra Greene examines historical constructions of race and racist
ways of looking from a perspective that undermines the assumed neutrality
of photography. She transforms the old ambrotype technique and encourages
to reflect on the power that visual technologies hold over the
representation of race and identity. Greene recalls yet disobeys
nineteenth-century ethnographic visual practices and looking
instructions, creating a technical and metaphorical deferral of the past
into the present and of the present into the past. Her photographic
practice unveils the ongoing violent effects of nineteenth-century
scientific racism on present-day bodies and embodied ways of looking. At
the same time, Character Recognition gives new life to the archives of
visual colonialism and experiments with photographic representation and
body memory as tools for decolonial options of non-normative (visual)
spaces
schmuggeln
Dieser Beitrag ist kein Glossareintrag im engeren Sinne, da er keine
Definition für den Begriff des ‚Schmuggels‘ bietet. Vielmehr dockt er an
das ‚Schmuggeln‘ als ein Modell für das Kuratorische an. Und indem er
einige Gedanken eines früheren Textes von mir wieder aufgreift, erweitert
er den Begriff, um eine Praxis zu konnotieren, mit der es hoffentlich
möglich ist, von innen heraus den institutionellen Rahmen der Kunst neu
zu gestalten. Aus meiner Perspektive als Kunst- und Kulturschaffende of
Color in einem europäischen Kontext schlage ich hiermit das „Schmuggeln“
als Methode einer langsamen und stillen Subversion vor
listening / zuhören
In Ästhetiken des Atmosphärischen spielt das Hören oft eine zentrale
Rolle. Wie sind Zuhören und atmosphärische Aufmerksamkeit miteinander
verknüpft? (In memoriam Pauline Oliveros
abduzieren
Das Verb „abduzieren“ bezeichnet die geistige Aktivität der Produktion
einer neuen Synthese. Abduzieren heißt hier, unterschiedliche Elemente in
der Wahrnehmung und in verschiedenen kognitiven Bereichen zu kombinieren
und zu neuen Entdeckungs- und Erfindungsverfahren zu befördern