Dokumentenserver der Universität der Künste Berlin
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    Musiktheorien im Anthropozän. Zwei Vorschläge für eine mehr-als-menschliche Musiktheorie

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    Das Anthropozän als gegenwärtiges Erdzeitalter ist (vgl. die sich seit dem Jahr 2000 vielfältig verzweigende diskursive Entwicklung in natur- wie in gesellschafts- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen) von einer umfassenden Beeinflussung planetarer Entwicklungen durch Humanaktivitäten gekennzeichnet. Damit einher gehen beunruhigende und bedrohliche Begleiterscheinungen wie der Klimawandel, das Massenaussterben zahlreicher Arten, die Verschmutzung der Ozeane, aber auch das akustische Einwirken auf zahlreiche Tierarten durch menschengemachte Geräusche. Um Perspektiven einer weiteren Öffnung musiktheoretischer Fachlichkeit zur inter- und transdisziplinären Anthropozändiskussion zu eröffnen, werden zwei Vorschläge unterbreitet, mit welchen Methoden und anhand welcher Gegenstände Musiktheorien sich posthumanistisch weiterentwickeln könnten. Der erste Vorschlag ist, Musikkulturen nichtmenschlicher Tiere im Sinne des »Animal Turn« in musiktheoretischen Diskursen zu berücksichtigen. Vor allem dann, wenn Musiktheorie als empirisch exploratives Projekt des Verstehens und Systematisierens von musikalischer Praxis verstanden wird, bietet sich in den Gesängen und Instrumentallauten zahlreicher nichtmenschlicher Tiere ein reiches Untersuchungsfeld. Vorschlag zwei ist, die weitere Entwicklung künstlicher Kreativität musiktheoretisch zu begleiten. Insbesondere vor dem Hintergrund des Fortschritts im Bereich des Maschinellen Lernens ist das Potenzial für eine kreative Handlungsmacht (›Agency‹) von Künstlicher Intelligenz gegeben. Aus der Erweiterung der musiktheoretischen Perspektive, hin zur posthumanistisch informierten Berücksichtigung tierlicher und künstlicher Musikkreation, ergeben sich weitere Entwicklungsmöglichkeiten. Durch die Dekonstruktion anthropozentrischer Vorannahmen in der Musiktheorie und die Entwicklung von Theorien zu mehr-als-menschlichen Musiken kann Musiktheorie außerdem zusätzliche gesellschaftliche Relevanz erlangen

    Journal

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    Ausgabe 19 (2022, Winter

    Perspektiven für eine Geschichte des Kunstgewerbes

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    Die Geschichte des Kunstgewerbes lässt sich als Spannungsgefüge erzählen. Unauflösbar bleiben Vermischungen zwischen Wissensgebieten, die bei dieser Neugründung eines Fachgebiets zusammengeraten. Das Kunstgewerbe hat jedoch Grenzen etabliert und unterlaufen, die bis heute wirkmächtig sind: Kunst und Nicht-Kunst, gute und böse Dinge, berechenbare Gestaltung

    Sonic Imagination

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    Brandon LaBelles performative Installation The Ungovernable war eine dreistündige Auseinandersetzung mit den verschiedenen räumlichen Gegebenheiten des Athener Kulturzentrums Romantso und dessen Erkundung mittels Bewegung, Akustik, Videoprojektionen und der Platzierung von Stoffen, Zeichnungen und Geschriebenem. Besondere Aufmerksamkeit wurde darauf gelenkt, dass ‚Gemeinschaft‘ auch ein akustisches Phänomen ist

    13.02.2017 Poetics and Politics of Scientific Sound Archives

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    Scientific experiments with documenting and archiving sound resulted in the creation of diverse techniques which were eventually used beyond the sciences, too. By addressing the poetics and politics of scientific sound archives an institution comes into focus which is at the intersection of art and science. While Viktoria Tkaczyk analyzed sound recordings from the perspective of cultural studies, Gill Aubry presented his artistic work with sound archives. Here, the evening is documented by photographs, documentation of Gilles Aubry’s works and the transcription of Aubry’s lecture

    07.11.2016 Reconsidering the Shape of Evidence: Visual Documents in and Beyond Contemporary Art.

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    Sophie Berrebi discusses in her lecture the use of documents in the visual arts in the first decade of the 21rst century. She focusses on artists, who shed light on the potentials, mechanisms and traditions of analogue forms of documentary practices in contrast to the contemporary emphasis on the usage of digital media. In doing so they question the status of art works as well as of documents and the relationship of museums and archives. We present here the presentation manuscript of the lecture and add the notes taken by two members of the research training group. This most common kind of documentation of lectures in most scientific disciplines points out the processes of selection und accentuation in listening and recording

    Why the Pictures Had to Come from Black : Looking with Myra Greene at Character Recognition

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    With her photographic series Character Recognition (2006–2007) U.S. artist Myra Greene examines historical constructions of race and racist ways of looking from a perspective that undermines the assumed neutrality of photography. She transforms the old ambrotype technique and encourages to reflect on the power that visual technologies hold over the representation of race and identity. Greene recalls yet disobeys nineteenth-century ethnographic visual practices and looking instructions, creating a technical and metaphorical deferral of the past into the present and of the present into the past. Her photographic practice unveils the ongoing violent effects of nineteenth-century scientific racism on present-day bodies and embodied ways of looking. At the same time, Character Recognition gives new life to the archives of visual colonialism and experiments with photographic representation and body memory as tools for decolonial options of non-normative (visual) spaces

    schmuggeln

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    Dieser Beitrag ist kein Glossareintrag im engeren Sinne, da er keine Definition für den Begriff des ‚Schmuggels‘ bietet. Vielmehr dockt er an das ‚Schmuggeln‘ als ein Modell für das Kuratorische an. Und indem er einige Gedanken eines früheren Textes von mir wieder aufgreift, erweitert er den Begriff, um eine Praxis zu konnotieren, mit der es hoffentlich möglich ist, von innen heraus den institutionellen Rahmen der Kunst neu zu gestalten. Aus meiner Perspektive als Kunst- und Kulturschaffende of Color in einem europäischen Kontext schlage ich hiermit das „Schmuggeln“ als Methode einer langsamen und stillen Subversion vor

    listening / zuhören

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    In Ästhetiken des Atmosphärischen spielt das Hören oft eine zentrale Rolle. Wie sind Zuhören und atmosphärische Aufmerksamkeit miteinander verknüpft? (In memoriam Pauline Oliveros

    abduzieren

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    Das Verb „abduzieren“ bezeichnet die geistige Aktivität der Produktion einer neuen Synthese. Abduzieren heißt hier, unterschiedliche Elemente in der Wahrnehmung und in verschiedenen kognitiven Bereichen zu kombinieren und zu neuen Entdeckungs- und Erfindungsverfahren zu befördern

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