Dokumentenserver der Universität der Künste Berlin
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’sessions_vr‘, ein Lehr- & Lern-Experiment
Im Rahmen der TURN Konferenz `23 stellte das InKüLe Team mediendidaktische Vermittlungsformen für eine nachhaltige Implementierung von immersiv-medialen Lernumgebungen an einer Kunstuniversität zur Diskussion. Hierzu wurden das technologische VR-Toolkit und das ‚sessions_vr‘ Lehrformat, welches prozess- und erfahrungsorientiert die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Studierenden mit immersiven Medien eröffnete, vorgestellt.
‚sessions_vr‘ wurde im Sommer Semester 2023 als Workshop-Reihe mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten angeboten. Teilnehmende erhielten Einführungen in innovative Tools und Plattformen, wie zum Beispiel die VR-Sketching-App Gravity Sketch, und hatten die Möglichkeit im Gestaltungsprozess sich transdisziplinär auszutauschen. Durch ein offenes Format zur Erkundung von VR wurden die Teilnehmenden befähigt, die vorgestellten experimentellen Formate weiterzuentwickeln oder selbst zu initiieren. Gleichzeitig erlaubte ‚sessions_vr‘ die kritische Reflexion von Lehr- und Lernkulturen durch die Befähigung von direktem Feedback und dessen Umsetzung in neuen Workshops.
Ziel ist die Schaffung einer offenen Lernumgebung, in der das spielerische Experiment und erfahrungsbasiertes Lernen im Mittelpunkt stehen, und worin kollektive und kritische Wissensproduktion gefördert werden kann. In einer zweiten Projektphase im Winter Semester 2023 sollen die Ergebnisse in Form eines mediendidaktisch reflektierten VR-Toolkits dokumentiert werden, um so den Unterricht von VR-Technologien an verschiedenen Hochschulen und in anderen Bildungskontexten unterstützen zu können. Als Teil der TURN Konferenz wurden die ersten ‚sessions_vr‘ Ergebnisse präsentiert und kritische Reflexionen durch ein größeres und transdisziplinäres Fachpublikum weiter befragt
Aktiver Passivismus. Eine Form des Lebens und Schreibens in Robert Musils Roman "Der Mann ohne Eigenschaften"
Aktiver Passivismus ist Handlungshemmung und spannungsgeladene Lösung - und er ist der Grund dafür, dass in Robert Musils »Mann ohne Eigenschaften« so wenig passiert. Neele Illner zeigt auf, wie sich mit diesem Konzept nicht nur Musils Roman neu lesen, sondern auch ein Begriff des rechten Lebens entwickeln lässt, welches Widersprüche vereint, ohne sie aufzuheben. Dabei erweist sich der aktive Passivismus als Thema, das zahlreiche Denker*innen des 20. und 21. Jahrhunderts - von Hannah Arendt bis Quentin Meillassoux - umtreibt. Als Form des Lebens und der Literatur vermag er den Krieg aufzuhalten und die geschwisterliche Liebe wiederzuentdecken.Active passivism is both a problem of action and its tense solution. It is also the reason why so little action take place in Robert Musil’s novel „The Man Without Qualities“. Neele Illner’s study shows how the concept of active passivism does not only allow for a new reading of Musil’s work. It also serves to develop a notion of the right life that unites contradictions without dissolving them. Throughout the 20th and 21st centuries the many aspects of active passivism have been
intriguing numerous thinkers–from Hannah Arendt to Quentin Meillassoux. As a form of life it is able to prevent the war and to rediscover sibling love
Avant-Theorie : Hélène Cixous’ ‹écriture du corps›
Die Dissertation widmet sich Schreibweise, Schrift und Schreiben (écriture) essayistischer Texte der Schriftstellerin und Philosophin Hélène Cixous unter besonderer Berücksichtigung der Rolle, die der Körper (corps) für diese Schreibweise spielt. Die Arbeit adressiert die Relation zwischen Körper und Schrift als ‹écriture du corps›. Im Fokus stehen Techniken und Formen des Lesens und Schreibens in entsprechenden Essays von Cixous sowie die epistemische Kritik, die diese Texte gegenüber Schreibweisen und -praktiken der Theoriebildung in den Geistes- und Kulturwissenschaften auf praktische Weise formulieren. Die Positionierung von Cixous' Schreibweise wird vor diesem Hintergrund als ‹Avant-Theorie› gefasst. Diese charakterisiert ein fluider, poetischer Umgang mit Begriffen, das Unterlaufen (der zumeist ungeschriebenen) Regeln von Wissensdiskursen sowie die Einbeziehung nicht diskursiver Formen von Körperwissen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem vielstimmigen und korrespondierenden Charakter dieses Theoretisierens, seinem lesenden Schreiben, schreibenden Lesen bzw. Antworten auf andere Stimmen und Texte. Avant-Theorie lenkt somit die Aufmerksamkeit auf die Momentevor der Etablierung einer Theorie. Deutlich wird dabei, dass das vermeintliche Zuvor (avant), sich nie zu einem abgeschlossenen Danach verfestigt, insofern Theorie konsequent als ein zirkulierendes Lesen und Schreiben mit anderen bzw. Antworten auf andere verstanden wird.The dissertation is dealing with the writing / ways of writing / script (écriture) of essays by the writer and philosopher Hélène Cixous, whereas special attention is paid to the role of the body (corps) in this writing. The thesis addresses this relation between body and writing as écriture du corps. The focus is on techniques and forms of reading and writing in Cixous’s essays as well as on the epistemic critique that these texts formulate in a practical way vis-à-vis modes and practices of doing theory in the humanities and cultural studies. The positioning of Cixous's ways of writing is grasped against this background as "avant-theory." The latter is characterised by a fluid, poetic use of vocabulary from the field of theory, the subversion of (the mostly unwritten) rules of knowledge discourses, and the inclusion of non-discursive forms of embodied knowledge. Particular attention is given to the many-voiced and corresponding character of this way of theorising, its reading-writing, writing-reading and the its ways of responding to other voices and texts respectively. "Avant-theory" thus draws attention to the moments before the establishment of a theory, or a finished theoretical text. What becomes apparent here is that the supposed before (avant) never solidifies into a completed thereafter, insofar as theory is consistently understood as a circulating reading and writing with others or in response to others
Planetary Embodiment : Cooking with Words for Systemic Change and Solidarity
Planetary Embodiment (2021-2023) is a seminar and transdisciplinary artistic practice coordinated by Luïza luz at the Berlin University of Arts as part of Studium Generale. Engaging with the "Transformation of Silence Into Language and Action" as suggested by Audre Lorde, we envisioned this publication with the intention of investigating the power of words in breaking silences and cultivating awareness of intersectional environmentalism. The content was developed through workshops and guest lectures in collaboration with Andrea Galano Toro, gal sherizly, Denilson Baniwa, participants, and friends. In reciprocity for the causes we are addressing, the profits from this publication are directed to initiatives supporting Indigenous, land, human, and more than human rights
Der Einfluss musiktherapeutischer Interventionen auf die sozial-emotionale Entwicklung und die sprachliche Entwicklung eines Kindes mit Migrationshintergrund anhand einer Einzelfallstudie
Diese Arbeit basiert auf einer Einzelfallstudie über ein Kind, bei dem frühkindlicher Autismus von einer Gemeinschaftspraxis diagnostiziert wurde.
Im Mittelpunkt der Arbeit steht eine qualitative Studie über das Kind mit frühkindlichem Autismus, mit dem die Therapeutin von September 2022 bis April 2023 in der Musikschule gearbeitet hat. Aufgrund der Bedürfnisse des Kindes wurde in den meisten Sitzungen auf Chinesisch gesprochen. Nach mehreren Beobachtungen ist die Therapeutin der Meinung, dass
es sich lohnt, die sozial-emotionale und sprachliche Entwicklung des Kindes sowie die ursprüngliche Diagnose neu einzuschätzen.
Die theoretische Grundlage dieser Arbeit bildet die Definition von frühkindlichem Autismus und die Definition der Bindungsstörung. Im klinischen Teil wird auf die verschiedenen
musiktherapeutischen Interventionen eingegangen. Hierdurch kann die sozial-emotionale und sprachliche Entwicklung des Kindes beobachtet werden. Zum Schluss dieser Arbeit werden
die sozial-emotionale und die sprachliche Entwicklung des Kindes sowie die Diagnose diskutiert