Dokumentenserver der Universität der Künste Berlin
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Quartiersentwicklung nutzt digitalen Wandel. Arbeitshilfe für Bürgerwerkstätten
Das Handbuch greift die konkreten
Potenziale des digitalen Wandels für bürgerschaftliche Initiativen auf und macht diese über die gewählte Dar-
stellung zugänglich. Dabei besteht die Publikation aus zwei Teilen: Aus der Dokumentation des Modellprojekts mit gesammelten Hinweisen, wie bürgerschaftliches Engagement gelingen kann. Und aus einem Werkzeugkoffer, in dem digitale Tools vorgestellt werden, welche das alltägliche Engagement entlasten und voranbringen können.
Für eine partizipative Teilhabe an einer zunehmend vernetzten Gesellschaft ist ein versierter Umgang mit digitalen Mitteln notwendig. Das Handbuch erleichtert
in erster Linie die Auswahl und Nutzung von Tools und
Plattformen und bietet eine Zusammenstellung von Ressourcen an
Civic Tools – Werkzeuge zur sozialen und politischen Partizipation von Nachbarschaften
Die Dissertation mit dem Titel »Civic Tools – Werkzeuge zur sozialen und politischen Partizipation von Nachbarschaften« untersucht neue Möglichkeiten von Teilhabe aus der Designforschungsperspektive.
Durch die Zunahme von Misstrauen in Institutionen und das daraus resultierende Schwinden repräsentativer Integrationskräfte, wie von Parteien, Verbänden und Kirchen (vgl. Walter, 2013, S.10), entsteht ein Vakuum, welches zunehmend durch die Zivilgesellschaft gefüllt werden muss. Es entwickelt sich ein Freiraum, in dem temporär, themenbezogen und flexibel agiert werden kann und in dem Veränderungen so schnell wie möglich erkennbar werden sollen. Dabei wird die Zivilgesellschaft durch die neuen Möglichkeiten des Digitalen unterstützt.
Genau an diesem Punkt setzen informelle Zugänge der Partizipation an, welche in dieser Dissertation in Form von Werkzeugen (Sennett, 2008) experimentell erprobt und analysiert werden. Dafür wurden zwei Fallstudien in Berliner Nachbarschaften durchgeführt und evaluiert – zum einen auf der Fischerinsel, zum anderen am Mehringplatz.
Auf partizipative Art und Weise wurden Möglichkeiten des kollektiven Agierens und des Ko-Gestaltens aufgezeigt. Die teilnehmenden Akteure wurden als Expertinnen und Experten des Alltags aktiv in den Designprozess eingebunden. Es wurde sich unterschiedlichen Medien und Ausdrucksformen bedient, um Formen der Teilhabe für diese Akteure zu entwickeln und zugänglich zu machen. Durch die gemeinsamen Aktivitäten wurde unterstrichen, wie wenig Aufwand es braucht, um die eigene Position sichtbar zu machen und dieser Gehör zu verschaffen. Es wurde aber auch spürbar, welche enorme Anstrengung es benötigt, solche zivilgesellschaftlichen Strukturen langfristig zu etablieren.
Durch offenliegende Mechanismen, Open-Source-Veröffentlichungen über Plattformen wie Github, sowie gedruckten Anleitungen, sollte das Black-Box-Prinzip der Werkzeuge aufgelöst werden, damit die lokalen Akteure in die Lage versetzt werden, sich die Werkzeuge selbst anzueignen und für andere Kontexte, Themen und Situationen zu adaptieren. Durch diese Art der demokratischen Technologieentwicklung sollten die Werkzeuge zu »commons« – also zu Gemeingütern nach der Theorie Ostroms (1990) – werden.
Festzuhalten bleibt, dass die direkte Übertragung der Werkzeuge auf die lokalen Akteure
noch nicht autark stattgefunden hat. Jedoch fanden die entwickelten Werkzeuge über die Nachbarschaften hinaus viel Anklang: auf nationalen und internationalen Konferenzen, in Museen oder Workshops wurden die Werkzeuge auf unterschiedliche Art und Weise eingesetzt und vielfältig weiterentwickelt (vgl. Huybrechts, 2014).
Abschließend kann resümiert werden, dass der flexible Forschungsrahmen
für das Gelingen solcher Civic-Design-Vorhaben – in denen ständig unvorhergesehene Situationen entstehen und mit fragilen Strukturen umgegangen werden muss – essentiell ist. Nach dem Prinzip des Infrastrukturierens (Star, 1996; Ehn, 2008) ist es möglich, dass das Civic Design in Zukunft nicht nur eine Brücke zwischen dem physischen und digitalen Raum schlägt – sondern auch zu schwinden drohende Verbindungen zwischen Bürgerschaft, Institutionen oder Politik, herstellen kann. Die entwickelten Werkzeuge zeigen neue Formen der Partizipation auf, welche von unterschiedlichen Akteuren angenommen wurden. In Zukunft gilt es die langfristige Verstetigung und detaillierte Ausarbeitung der Werkzeuge durch weitere Forschungsvorhaben zu vertiefen und auszuarbeiten
Searching for EUR-ASIA Joseph Beuys and Nam June Paik's Life Long Collaboration
Introduction
Following their first meeting in Düsseldorf in 1961, Joseph Beuys and Nam June Paik began their lifelong series of artistic collaborations so-called EURASIA. Sharing a common interest in Europe and Asia, they started to consider Europe (=West) and Asia (=East) as one continental culture, and tried to connect them as EURASIA.
Containing Europe and Asia, Eurasia is one continuous mass of land. Europe and Asia, or West and East are merely imaginary divisions, but once they are named Europe and Asia or West and East, this fixed division makes it difficult to understand that these two areas are in fact one continent with common roots, and that they developed through mutual influence. To realize the continuity of Europe and Asia and understand how to connect these two regions is becoming an urgent question.
In our globalized world, it is becoming impossible to uphold protection through the entity of the nation-state, which defines the enemy as being outside the nation. In order to find an alternative to the nation-state, we need to look back in history and restructure the world on a more abstract level; in other words, the sublation of Westphalian sovereignty which developed after the Thirty Years’ War is now required.
Also if Asia becomes one political entity, just as Europe is becoming one political entity, the tension between Europe and Asia will be intense; it will be no different from that between nations, which caused two World Wars. As Asia, a large part of which was once colonized by Europe, begins to gain political and economical power, it becomes necessary to prepare a plan to reconcile Europe and Asia. Meanwhile, if Eurasia is united as an expansion of the nation-state, the result may be regional hegemony with a one-sided national perspective, similar to that of the Greater East Asia Co-Prosperity Sphere led by the Empire of Japan. The Eurasian Economic Union led by Vladimir Putin’s Russian Federation threatens to make the same mistake. Bearing in mind the fact that the bloc economy triggered World War II, to connect Europe and Asia while eschewing regional hegemony will be crucial for our co-existence in the 21st century.
Having endured World War II, both Joseph Beuys and Nam June Paik were aware of the contradictions of modernity and the nation-state which originated in Europe. They reflected on how to overcome divisions such as those between nations, between Europe and Asia in colonial history, and between East and West during the Cold War at that time. Eliminating borders, Beuys and Paik’s utopian vision of EURASIA is an abstract and archetypical metaphor for connecting Europe and Asia, West and East, or two opposite things into one, and it will give us a hint on how to overcome the divisions caused by modernity
Male am Zelluloid. Zum relationalen Materialismus im kameralosen Film
Die Dissertation beschäftigt sich mit Materialitäten und Materialien im kameralosen Film und nimmt dabei seine aktuelle, vor dem Hintergrund technologischer Verschiebungen diskutierbare Renaissance zum Ausgangspunkt. Dies dient nicht dazu, eine weitere Geschichte des Avantgarde- und Experimentalfilms zu schreiben, sondern den kameralosen Film als eine materielle Praktik aus theoretisch-analytischer Perspektive aufzuarbeiten. Das Materielle – in seinen konzeptionellen Varianten als Materie, Material oder Materialität – wird dabei als ein problematischer „Begriff“ verstanden, der auf eine vorbelastete Diskursgeschichte zurückblickt und zugleich selten als alleinstehender Term auftritt: Den theoretischen Schauplatz betritt das Materielle vorrangig mit einem als immateriell codierten Korrelat und damit in konzeptionellen Zweiheiten. Die sich dadurch aufdrängende Herausforderung, das Verhältnis der beiden Pole zueinander zu bestimmen, durchzieht hierbei alle medienwissenschaftlichen, bildwissenschaftlichen und medienästhetischen Leitbegriffe, die ihre diskursive Bündelung in der basalen, aber fragwürdigen Unterscheidung zwischen Materialität und Immaterialität haben. Vor dem Hintergrund der These, dass das Materielle darüber hinaus immer wieder als ein Funktionsbegriff, d. h. ein leerer Platzhalter, verwendet wird, schlägt die Arbeit vor, nicht eine als problematisch eingestufte Verhältnisbestimmung durch eine andere zu ersetzen, sondern zuallererst bei der Konzeption von Verhältnissen und Relationen selbst zu beginnen. Dies wird in Rückgriff auf Gilbert Simondons Individuations- und Relationsphilosophie geleistet, um eine relational-pluralistische, dem Operativen verpflichtete Perspektive auf Materialien zu skizzieren. Im Durchgang durch die Filmkapitel, die sich schwerpunktmäßig den handgemachten, den kontaktbasierten und autogenerativen Praktiken der Bild- und Tonherstellung widmen, zeichnet sich der Entwurf der ästhetischen Objekte als Plurividuen (statt Individuen), als Vielheiten und Gefüge mehrstelliger Relationalität, ab
Auditive Gestaltung im 21. Jahrhundert - E-Mobilität und Wohnraum aus klangökologischer Perspektive
Ziel dieser Dissertation ist es, den Zusammenhang von Klangökologie und Funktionsklangästhetik zu erforschen, um den diesbezüglichen Gestaltungsspielraum des Klanggestalters auszuloten. Sind es primär pragmatisch-funktionale Aspekte, die einen zweckgebundenen Sound positiv erscheinen lassen? Wie gross ist der Einfluss der Ästhetik eines Funktionsklanges? Wie lassen sich vermutlich bevorzugte Klangkonzepte erarbeiten, die eine atmosphärische Passung gewährleisten?
An diese Fragekomplexe schliessen sich in Bezug auf die von Klangökologen vorgeschlagenen Sounddesignkriterien, die der akustischen Umweltverschmutzung entgegenwirken sollen, folgende Fragestellungen an: Inwieweit lassen sich die bis dato ins Feld geführten klangökologischen Sounddesignkriterien überhaupt in konkreten funktionsklanglichen Anwendungen durch den Klanggestalter integrieren/umsetzen? Und sind sie wirklich zielführend in Bezug auf die Vermeidung von Lärm, von störenden (Funktions)Klängen? Oder könnten andere Kriterien wesentlich grössere Einflussgrössen darstellen?
Methodisch werden die obigen Fragestellungen im Rahmen von zwei empirischen Untersuchungen anhand von konkreten klanggestalterischen Problemstellungen exemplifiziert und erforscht. Untersuchungsgegenstand 1 beinhaltet auf der Ebene der Grundlagenforschung, die Frage danach, welche Art von künstlich zu implementierendem Sound bei Elektromobilen präferiert wird. Der realistische Hintergrund hierbei ist, dass Elektromobile, aufgrund ihres geräuscharmen Motors, Fussgänger, besonders blinde Verkehrsteilnehmer, Radfahrer etc. gefährden, weil diese sich stark über den Hörsinn im Staßenverkehr orientieren. In Untersuchungsgegenstand 2 findet eine Auseinandersetzung mit Funktionsklängen im intermodalen Kontext statt. Hier stellt sich konkret die Frage, ob Sounds, in denen atmosphärische Gegebenheiten Berücksichtigung finden, gegenüber Sounds, die an sich gefallen, bevorzugt werden. Auf Basis der Ergebnisse bilden Überlegungen hinsichtlich einer auditiven Gestaltungstheorie respektive einer gestaltungspraktischen Methodik, die dem klangökologisch orientierten Sounddesigner hilfreich sein könnten, den Abschluss der Arbeit
Technoecologies of Birth Control: Biopolitics by Design
This dissertation offers a critical engagement with design’s implication in the ontological constitution of gendered, racialized, subjugated bodies. To do so, it starts from a broad understanding of design as an activity that articulates modes of being in the world — and that, in so doing, also shapes itself. This approach is grounded on an interrogation of the political motives that permeate and inform design processes; I take particular interest in how these have been manifested throughout the history of birth control technology.
Starting from this background, I outline and propose the concept of technoecologies of birth control — that is, spaces that emerge through the performances of co-constitutive material-semiotic actors, for the purposes of birth control. Throughout this dissertation, I identify two fundamental sets of actors operating within the technoecological space: bodies and things. The co-constitution of these actors is realized across historically, geopolitically, socioculturally, technoscientifically located performances; as such, technoecological actors are approached as relational, contextual and mutually structuring entities.
This conceptualization of technoecologies of birth control is informed by feminist and decolonial theories, and posits that these spaces are crucial for the establishment and sedimentation of biopolitical regimes of domination. Design is thoroughly implicated in the emergence of technoecologies of birth control, as it holds a crucial role in the management and regulation of bodies characteristic of biopolitical regimes of domination. In other words, design inscribes ontological meaning onto some bodies in detriment of others; it is with the sedimentation of these conditions that bodies become coded as ‘naturally’ or ‘fundamentally’ different. The constitution of difference amongst material-semiotic actors in technoecologies of birth control is thus articulated by design; in other words, it is the result of a planned, deliberate inscription of ontological meaning.
My interrogation of design’s role in the constitution of subjugated bodies occurs within the scope of these technoecologies. Starting from this framework, I discuss the insights offered by a series of experiments (‘Yarn Sessions’ and 'Oniria') conceived as both explorations of the technoecological space, and speculations on the instability of the social constitution of bodies by design. My theorization of technoecologies of birth control happens, thus, through a process of research through design — that is, a process in which theory and practice are deployed as mutually informing forces in design research. Through the analysis of these design experiments, I propose three fundamental aspects of the performances of material-semiotic actors within technoecologies of birth control: relativity, opacity, and duplicity
Versuch eines Verzeichnisses der Werke und Entwürfe von Asmus Jacob Carstens, geb. zu St. Jürgen bei Schleswig 1754, gest. zu Rom 1798
Zukunft gestalten Design Fiction als Methode für partizipative Foresight-Prozesse und bidirektionale Wissenschaftskommunikation
Zusammenfassung
Zukunft gestalten – unter diesem Titel untersucht die vorliegende Arbeit den Einsatz von Design Fiction als Methode für partizipative Foresight-Prozesse und eine bidirektionale Wissenschaftskommunikation. Der im Design und der Designwissenschaft entwickelte Ansatz Design Fiction wird damit im Kontext von Forschungsfeldern untersucht, die sich zumeist auf forschungsstrategischer Ebene mit der Schnittstelle von Technologie und Gesellschaft beschäftigen. Der Begriff „Zukunft gestalten“ beinhaltet sowohl die Möglichkeit, durch Design Fiction konkrete und haptische Gestaltungsoptionen für zukünftige Technologie darzustellen, als auch das Ziel von Foresight-Prozessen, Szenarien für zukünftige soziotechnische Lebenswelten zu entwerfen und (den wünschbaren Zukünften) entsprechende Ressourcen in der Gegenwart zu mobilisieren. Das Ziel, Design Fiction als Methode der Wissenschaftskommunikation zu nutzen, bezieht sich vor allem auf die Kommunikation neuer Technologien und Forschungsfelder – das heißt Bereiche, die von Unsicherheit, Komplexität und Ambivalenz geprägt sind. Für beide Bereiche, Foresight und Wissenschaftskommunikation, wird Design Fiction als Methode betrachtet, mögliche technologische Entwicklungspfade anhand von Prototypen zu materialisieren und diese als Basis für „ernsthafte Spekulationen“ zu nutzen – und das nicht nur im Kreis von Technologie-Expertinnen und -experten, sondern auch unter Einbezug der Gesellschaft.
Indem die Dissertation die Bedeutung der Gesellschaft in der Entwicklung zukünftiger Technologien hervorhebt, folgt sie Theorien und Ansätzen, die das Verhältnis von Technologie und Gesellschaft, beziehungsweise von Mensch und Technik als interdependent, co-evolutiv und co-konstruktiv beschreiben. Sie geht davon aus, dass Technologien und soziale Praktiken in soziotechnischen Systemen eng miteinander verwoben sind und dass die Gesellschaft deshalb auch in die Entwicklung zukünftiger Technologien eingebunden werden muss. Dafür, das ist die zentrale These dieser Arbeit, bietet Design Fiction zwei Ansatzpunkte: Erstens, indem es als Methode partizipativer Foresight-Prozesse „forschungsfernen“ Menschen ermöglicht, ihren Bedarfen und Perspektiven in Bezug auf neue Technologien eine Gestalt zu geben; und zweitens, indem es technologischen Entwicklungspfaden eine Form geben kann, mit der technologische, aber auch soziale und ethische Implikationen frühzeitig an die Gesellschaft kommuniziert und mit dieser diskutiert werden können.
Die Neuartigkeit des in dieser Dissertation entwickelten Ansatzes kann anhand von drei Punkten herausgestellt werden: Erstens in der Verknüpfung interdisziplinärer, theoretischer und praktischer Ansätze aus der Technikphilosophie und der Techniksoziologie, der Innovations- und Governance-Forschung und der Designwissenschaft zu einem neuen designbasierten Ansatz für eine bidirektionale Wissenschaftskommunikation anhand von Design-Fiction-Prototypen. Zweitens in der praktischen Anwendung und empirischen Untersuchung von Design Fiction in partizipativen Workshops und in einer Ausstellung, die den bisher meist konzeptionellen Ansatz Design Fiction empirisch untersucht, Handlungsempfehlungen ableitet und ihn somit validiert. Und drittens am Zeithorizont des Ansatzes, der über die Entwicklung konkreter Produkte und Dienstleistungen – wie sie im Bereich des partizipativen Design bereits etabliert ist – hinausgeht und Design-Methoden auch im Bereich von Technologie-Foresight-Prozessen nutzt