Dokumentenserver der Universität der Künste Berlin
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"The beginning of the end of the end of the beginning has begun." Sehen und Wissen an den Rändern von Wes Andersons The Grand Budapest Hotel
Moritz Schumm bespricht in diesem Text das Verhältnis des Wissens eines Films und des Wissens der Zuschauenden. In ihrer gegenseitigen Konstituierung, Individualität und schwierigen Nachvollziehbarkeit sind sie schwer zu fassen und werden durch die veränderten Rezeptionsbedingungen von Filmen durch neue mediale Konstellationen noch vielfältiger. Gerade diese werden aber in den zeitgenössischen Filmen und ihren Inszenierungen aufgegriffen und das Wissen der Zuschauenden darum adressiert. Eingeschrieben in die formalen Strukturen der Filme wird das Verhältnis durch Filmanalysen beschreibbar, wie Schumm exemplarisch an zwei Szenen aus Wes Andersons Film The Grand Budapest Hotel (USA/D 2014) darlegt
Operatoren der Spekulativen Poetik
Der Aufsatz entwickelt anhand zentraler Operatoren und einer Praxis des
schreibenden Nachdenkens das kollaborative Projekt der ›Spekulativen
Poetik. Mit der Suche nach neuen poetischen Ausdrucksformen jenseits des
universitären Diskurses, aber auch gängiger ästhetischer und kritischer
Arten des Schreibens, stellt der Aufsatz sich den politischen und
ethischen Konsequenzen aus der Methode der Spekulativen Poetik, die
verlangt, nicht nur neue Positionen zu bestimmen, sondern auch für diese
einzustehen. Die Frage, wie Sprache Wirklichkeit verändert und Subjekte
schreibend zu anderen werden, führt in Bereiche wie Technologie, Ökonomie
oder Geopoetik. Anhand von Lektüren der Texte von Kathy Acker, Chris Kraus
oder Quentin Meillassoux, wird der Versuch unternommen, frühere Positionen
zu überschreiben und sich mit der eigenen theoretischen und
para-akademischen Praxis zu konfrontieren. Was heißt Zeitgenossenschaft in
einer geteilten Gegenwart? Wie eignen Algorithmen sich Bedeutung an? Und
welches spekulative Kapital lässt sich aus den Innovationen der
Finanzwirtschaft schlagen
Der Späher
Der unbeweisbare SPÄHER bleibt unbeweisbar.
Außerdem: Theorie und Kontemplation bleiben.
Dem begreifenden Erkennen verpflichtet. Doch.
Der unbeweisbare SPÄHER bleibt unbeweisbar
Riddles "Sphinx Otto Protecting Farth from Humankind", Château de Versailles, 2017. Marguerite Humeau mit einem Essay von Hanna Magauer
Begleitend zu einer Bildstrecke von Marguerite Humeaus Installation „Sphinx Otto Protecting Earth from Humankind“ (aus der Serie „Riddles“, Gärten von Versailles, 2017) gibt der Kurzessay einen Einblick in einige Arbeiten der Künstlerin, die sich mit spekulativen Verfahren beschäftigen. Er betrachtet Szenarien einer nicht-menschlichen Vergangenheit, Gegenwart
oder Zukunft in Humeaus Installationen und deren Verknüpfung
mythologischer Figuren mit naturwissenschaftlichen Hypothesen. Kann Humeaus Ansatz als ästhetisch-spekulative Praxis gelesen werden? Mit Blick auf die Anbindung der Szenarien an die (menschliche) Gegenwart, sowie auf die Rolle, die den Betrachter_innen zugewiesen wird, fragt der Essay, ob
sich in Humeaus Arbeiten Kunst und Menschheit wirklich unvereinbar gegenüberstehen. Er schlägt vor, dass der künstlerische Bezug auf „Spekulation“ nicht immer auf erzählerische Offenheit hinausläuft
Amblyopia. Omer Fast und Felix Laubscher im Gespräch
Der Filmemacher und Videokünstler Omer Fast spürt im Gespräch mit Felix
Laubscher dem ästhetisch-spekulativen Gehalt seiner Arbeiten nach.
Durchaus kontrovers wird diskutiert, was eine künstlerische Praxis, die
sich der Fiktion bedient, um Bezüge zur Realität herzustellen, mit
Spekulation zu tun hat und inwieweit eine Ausrichtung auf das, was sich
unserer Erfahrung entzieht und verweigert, auch in der Kunst spekulativ zu nennen ist
U-A-I-SCHHHHH - Über Materialitäten des Wissens und Friedrich Kittlers selbstgebauten Analogsythesizer
Im Deutschen Literaturarchiv Marbach (DLA) steht der selbstgebaute Analogsynthesizer des Medienwissenschaftlers Friedrich Kittler. Seine Forschungsmethode nannte Kittler informationstheoretischer Materialismus, Mediengeschichte als Seinsgeschichte, Medienontologie. Von 2012 bis 2015 haben Sebastian Döring und Jan-Peter E. R. Sonntag den Analogsynthesizer mehrfach gemeinsam mit Elektronikingenieuren, Informatikern, Medientheoretikern und Vertrauten Kittlers untersucht. Dies geschah im Rahmen des conceptual art projects apparatus operandi1::Anatomie//Der Synthesizer des Friedrich A. Kittler. Das erklärte Ziel von apparatus operandi bestand darin, die ‚Schaltpläne‘ von Medientheorie und Kulturtechnikforschung aus den einzelnen Modulen des Synthesizers aufzuweisen. Seit 2013 sind Döring und Sonntag Herausgeber für die Schaltungsnotationen aus dem Nachlass. Derzeit entstehen Schaltungssimulationen für die long-term sustainability Plattform Data Futures am Institute for Modern and Contemporary Culture der University of Westminster, London
Electric Ladyland - Ausstellung als Medium
Im Beitrag geht es um die Ausstellung „Electric Ladyland“ von Michaela Melián, die 2016 im Kunstbau des Lenbachhauses in München zu sehen war. Melián beschreibt anhand der Ausstellung ihre Art und Weise als Künstlerin und Musikerin aus einer feministischen Perspektive heraus mit verschiedenen Medien und räumlichen Gegebenheiten zu arbeiten.
„Electric Ladyland“ bearbeitet Offenbachs Oper Hoffmanns Erzählungen bzw. die ihr zugrunde liegende Novelle Der Sandmann von E.T.A. Hoffmann mit Fokus auf die Hauptfigur, die künstliche Kreatur, Olimpia.
In einer Installation aus Klängen, Bildern, Objekten und Lichtstimmungen wird das Verhältnis von Körper und Technik in Hinblick auf seine Geschichte und verschiedenen Diskurse reflektiert. Die Ausstellung eröffnet einen Denk- und Produktionsraum, in dem sich Geschlecht, Körper Begehren und technische Geräte verschränken
Herbert Hirche - Ein Protagonist der deutschen Nachkriegsmoderne
Die Dissertation untersucht die Berufsbiografie des Bauhausschülers, Architekten und Designers Herbert Hirche im Kontext der Ideen, der Institutionen und des Netzwerkes des Deutschen Werkbundes. Erstmals werden die Bedingungen erforscht, unter denen Hirche sich beruflich entwickelte. Am konkreten Beispiel Hirches wird das Spezifische der Situation nach dem verlorenen Krieg fokussiert: Die Versuche des Werkbundes, an die internationalen Erfolge und die politisch unbelasteten Traditionen der 1920er Jahre anzuknüpfen, dabei die programmatischen, ästhetischen und biografischen Kontinuitäten, die während der Zeit des Nationalsozialismus bestanden hatten, weitgehend zu negieren sowie das utopische Potential der Moderne(n) in der Aufbruchsstimmung im Deutschland des Wiederaufbaus und Wirtschaftswunders neu zu beleben. Als Möbel- und Produktdesigner, Ausstellungsgestalter und Propagandist der Guten Form, Designfunktionär und Hochschullehrer prägte Hirche maßgeblich die Entwicklung jenes sachlichen, moralisch konnotierten Designs «Made in (West)-Germany», mit dem die junge Bundesrepublik ihrem forcierten gesellschaftspolitischen Wandel nach 1945 ein neues – modernes – Gesicht gab.The dissertation examines the professional biography of Bauhaus student, architect and designer Herbert Hirche in the context of the ideas, the institutions and the network of the Deutscher Werkbund. The conditions under which Hirche developed professionally are explored here for the first time. Using Hirche as a concrete example, the specifics of the situation after the lost war are examined: The Werkbund's attempts to capitalise on the international successes and the politically unencumbered traditions of the 1920s, largely negating the programmatic, aesthetic and biographical continuities that had existed during the Nazi era, and reviving the utopian potential of modernity(ies) in the spirit of optimism in the Germany of reconstruction and “Wirtschaftswunder”. As a furniture and product designer, exhibition designer and propagandist of good form, design functionary and university lecturer, Hirche had a decisive influence on the development of the objective, morally connoted design "Made in (West) Germany", through which the young Federal Republic of Germany gave a new - modern - face to its forced socio-political change after 194
e-Textile Reader
The e-Textile Reader is a teaching resource zine developed for the seminar 'Crafting Textile Data' at the Institute of Experimental Fashion and Textile Design. It is aimed at design students without prior experience in computational electronic textiles
"the distaste for endless socially enforced dualisms" - Einleitung zur Sektion "Situiertheit"
Die Einleitung bietet eine Einführung in das Konzept „Situiertheit“ der Wissenschaftshistorikerin und feministische Theoretikerin Donna Haraway. Neben der Definition und diskursiven Einordnung des Begriffes wird sowohl die Rezeption der Theoretikerin im Kunstfeld skizziert als auch umgekehrt der Umgang mit Kunst in ihrer Theorie. Dem folgt eine kurze Zusammenfassung der Beiträge der Sektion „Situiertheit“ des zweigeteilten Sammelbandes