Dokumentenserver der Universität der Künste Berlin
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Einleitung
The introduction reflects on the results of the conference ‘…macht aber viel Arbeit. Kunst – Wissen – Arbeit’ (…but it’s a lot of work. Art – Knowledge – Work), which took place in 2014 at the Berlin University of the Arts, organized by the DFG Research Training Group ‘Knowledge in the Arts’. Artistic work tends to be distinguished from, and even opposed to, other forms of work, however, especially with the rise of the information and knowledge economy, this distinction has become more questionable
Die Kunst und der Konflikt zwischen Wissen und Arbeit
Ist eine Automatisierung ästhetischer Arbeit möglich? Ausgehend von den Experimenten der Informationsästhetik der 1960er Jahre und neueren marxianischen Theoriediskussionen wird diese Frage diskutiert
Animation Of Dead Material
Die Ausstellung mit Arbeiten von 34 Künstlerinnen und Künstlern aus der Malereiklasse von Valérie Favre, bietet Gelegenheit, die Vitalität der Malerei zu hinterfragen. Die Ausstellung „Animation of Dead Material“ untersucht die Materialität von Kunstwerken, ihre Präsenz in der Interaktion mit und in Abwesenheit des Betrachters. Die Frage ließe sich wie folgt zusammenfassen: Lebt die Malerei nur, wenn wir sie anschauen, oder hat sie ein Eigenleben? Lebt sie für sich selbst? Wir haben immer wieder Behauptungen gehört wie: „Die Malerei spricht zu dir“, „Sie erzählt dir eine Geschichte“, „Sie gibt dir Emotionen“. Obwohl sie personifiziert ist, steht sie immer in Beziehung zu demjenigen, der sie anschaut.
Isabelle Graw entwickelt in ihrem Buch den Gedanken, dass das Werk als Projektionsfläche für Gedanken und Vorstellungskraft mit dem Betrachter interagiert.
Seine Materialität ist ein Verweis auf die Handlungen der Vergangenheit, und durch die geisterhafte Präsenz der Künstler*in wird es personifiziert. Können wir die Werke aber nicht auch als eigenständige Wesen sehen? Sie bestehen aus einem sich ständig verändernden Material und sie reagieren auf die Elemente um sie herum. Auf einer visuellen Ebene verändert sich die Oberfläche. Die Ölfarbe reagiert mit Sauerstoff und braucht Jahre, um zu trocknen. So beeinflussen sie, immer verschieden, die Umgebung, die sie umgibt, und werden in ihr transformiert.
Die Auswahl der Werke von vierunddreißig Künstlerinnen und Künstlern spiegelt diese Aspekte wieder: Die Arbeiten sind mit ihren Schöpfern, ihren Gedanken, ihren Gesten verbunden; im Raum ausgestellt werden sie zur Plattform für die emotionalen und narrativen Projektionen der Besucher. Sie lassen auch die Frage nach ihrer Entwicklung offen: Wenn sie heute hervorgehoben und auf eine Konstellation von Objekten und Individuen bezogen werden, wie werden sie sich morgen entwickeln und in welcher Art von Umgebung? Wie werden sie diese beeinflussen? Parallel zu den präsentierten Bildwerken erweitern Fotografien und Objekte im Raum diese Fragen. Performances und zwei Diskussionsrunden vervollständigen diese fünf Tage voller Eindrücke und Reflexionen.
Mit Arbeiten von : Nouri Almashhour, Nora Awad, Laura Baader, Isabella Bram, Nina Lamiel Bruchhaus, Calman, Hannah-Sophia Eckart, Anna Erdlenbruch, Meret Freisen, Emily Genest, Camilla Goecke und Marieke Helmke, Dean Alexander Hartwig, Nicole Hauck, Vero Haas, Frank Jimin Hopp, Christina Huber, Jonas Jubitz, Minh Kha Le, Camille Lacroix, Charlotte Lichter, Zinaida Lina, Pia Maier, Laila Ohlhoff, Caterina Renaux Hering, Anna Richert, Julia Sam, Finja Sander, Daniel M.E. Schaal, Maria Serga, Laura Suryani Thedja, Kaja Wandelt, Lena Valenzuela de la Hoz, Yeliz Yigit
Kuratiert von : Bernard Viena
Prekär, professionell, pluralistisch. Ein Blick auf den musikalischen Arbeitsmarkt
Der Aufsatz untersucht das berufliche und soziale Arbeitsfeld Musik sowie sein Wachstum und seine qualitative Ausdifferenzierung. Er zeigt, dass die Entwicklung der letzten Jahre v.a. von mehr Selbstständigkeit, höherem Risiko und einer größeren Vielfalt von beruflichen Kompetenzen gekennzeichnet sind. Prekäre Selbständigkeit und stabile abhängige Beschäftigung stehen dabei nicht nur in der Tätigkeit einzelner Musiker*innen sondern strukturell in einer engen Austauschbeziehung. Als prekär erweist sich Musik als Beruf vor allem, weil Professionalität und arbeits- wie tarifrechtlich abgesicherte Strukturen einander nur noch selten bedingen, die Arbeit vielfach ökonomisch nicht zum Leben reicht und sozial nur lückenhaft abgesichert ist. Der Beitrag macht deutlich, dass die spezifische Verwertungslogik des musikalischen Arbeitsmarktes v.a. den Bereich der Musikalischen Bildung prägt, der strukturell projektbasierte neue Arbeitsfelder schafft und damit zum Treiber von Ausdifferenzierung und Prekarisierung wird
“I Suspect Somewhat of Peculiar in His Way of Ciphering”
The British Library holds, in the legacy of John Wallis, six ciphered letters from the French Court to Count Lauzun in Ireland. Five of them, undecipherable by Wallis, were from Minister of War Louvois; their contents are still considered unknown today. However, not only is the plaintext copy of one of these letters held by the Service historique de la défense in Vincennes, but also is the nomenclator used for all five to be found in the Bibliothèque nationale de Paris. Another letter from Naval Minister Seignelay to Lauzun, which Wallis was able to decipher to a large extent, can be found in the Archives nationales de France. In this article, all six letters are published in plaintext, four of them possibly for the first time
Der Techno - Club als spirituelles Zentrum der creative class: Das Berliner Holzmarkt-Projekt
Das Berliner Holzmarkt-Projekt gilt als ein Vorzeigemodell partizipativer und kreativer Stadtplanung. Finanziert mit Geldern einer Schweizer Pensionskasse wurde in Berlin-Friedrichshain ein größeres Areal direkt am Spreeufer für längere Zeit an eine Gruppe ehemaliger Clubbetreiber*innen verpachtet. Das dort entstehende Holzmarkt-Gelände soll den "Geist" der Berliner Clubkultur in Quartiersmanagement und Stadtentwicklung übersetzen, jenseits der als bedrohlich empfundenen Pfade von Gentrifizierung und "Verhipsterung". Den spirituellen Kern für den neuen Kiez bildet dabei einmal mehr ein Club, er wird als Versammlungsort und Katalysator für Kreativität und neue Ideen beschrieben. Der Beitrag geht genau dieser Art von Projektionen nach und fragt, welche Rolle Techno für eine heutige Gesellschaft von "Kreativsubjekten" (Reckwitz) spielt. Als Material für die Untersuchung dient die Debatte um die Entwicklung des Holzmarkt-Geländes sowie vor allem die umfangreichen Marketing- und Informationskampagnen des Projekts
Book Designer, Publisher, Archivist, Collector: The Formation of my Artistic Practice
In this article, the Moscow Conceptualist Vadim Zakharov reflects on the intertwinement of his artistic practice and his work as book designer. One of the main insights is that, for Zakharov, art becomes interesting when it emerges from, and yet goes beyond, work. This transgression is minimal, but it is founded in the particular experience of, and reflection on, work. Zakharov’s knowledge of book design becomes a means for his artistic expression. This article implies a critique of the indeterminate potentiality of the artist, herewith questioning the post-medium condition of art
Simon Sechter: Alltagsprosa-Vertonungen und ihre kontextuellen Analysevoraussetzungen
Ein Widerspruch zwischen der Tradition überwiegend negativer Beurteilung von Simon Sechters Musik auf der einen Seite und sehr wenigen existierenden Analysen auf der anderen Seite stellte den Ausgangspunkt dieser Dissertation dar. Durch Einbeziehung kontextueller Informationen in die Analyse wurden Gründe für eine Modifizierung dieser negativen Beurteilung erkennbar.A contradiction between a tradition of mostly negative reputation of Simon Sechters music on the one hand, and very few existing analyzes on the other hand, has been the starting point of this dissertation. By the inclusion of contextual information in analysis, reasons for a modification of this negative reputation become recognizable
Zur Wahl und Parametrisierung von Reglern für die Einzelraumregelung
Zum Erreichen der weltweiten Klimaziele leistet Deutschland seinen Beitrag durch die Definition und Umsetzung des Maßnahmenpaketes Energiewende. Ein wesentlicher Bestandteil ist die Energieeinsparung im Gebäudebereich. Der Großteil des Endenergieverbrauchs entfällt auf die Wärmeversorgung der Gebäude. Auf Raumebene legt deshalb das Gebäudeenergiegesetz in §63 die Regelung wassergeführter Heizvorrichtungen fest. Dazu ist die Wahl geeigneter Einzelraumregler notwendig. Diese ist oft nicht trivial und erfolgt meist zwischen zwei Extremen. Entweder es werden klassische Regler wie Zweipunkt- oder P/PI/PID-Regler genutzt, deren optimale Parameter aber selten bekannt sind und ihre Anwendung somit zu Energieverschwendung und Komfortverlust führen kann, oder es werden spezialisierte, an den konkreten Raum angepasste Regler mittels Modellbildung und Simulation bestimmt, deren Entwicklung entsprechend teuer ist. Dies macht es erforderlich, die Wahl geeigneter Einzelraumregler zu untersuchen. Ziel dieser Arbeit ist es, einen einfachen Weg zur Wahl eines geeigneten Reglers einschließlich seiner Parametrisierung für die Temperaturregelung eines Einzelraumes zu finden. Dazu wird untersucht, ob Zusammenhänge aus komprimierenden Kenngrößen für Räume, Standorte und Nutzungen und optimal parametrisierten Reglern gefunden werden können, die zur vereinfachten Wahl nahezu optimaler Regler und deren Parameter nutzbar sind. Es wird eine empirische Methodik entwickelt, die auf einer umfangreichen Simulationsstudie zur Generierung eines großen Datensatzes von Beispielräumen und wenigen, für diese Räume günstigsten, optimal parametrisierten Reglern, basiert. Dazu werden Simulationsszenarien definiert und deren Raum-, Nutzungs- und Standortmodelle sowie Reglermodelle in der Modellierungssprache Modelica unter Zuhilfenahme der BuildingSystems-Bibliothek erstellt. Die Methodik ist anwendbar und muss nun auf weitere Regler übertragen werden. Die Entwicklung der Methodik geschieht im Hinblick auf eine einfache, praxisorientierte Anwendung, bei der dann keine Simulationsmodelle der Räume oder Regler mehr notwendig sind. Es werden nur wenige Raum- und Wetterkenngrößen benötigt, die vom Geäudeplaner, -betreiber oder -nutzer vorzugeben sind. Durch die gefundenen Zusammenhänge, die als Künstliche Neuronale Netze vorliegen, kann der günstigste Regler einschließlich seiner optimalen Parameter leicht bestimmt werden. Die Anwendbarkeit der Methodik wird an einem Testszenario für drei unterschiedliche Standorte und zwei Heizungstypen demonstriert.Germany contributes to reach the world wide climate goals by developing a series of actions called Energiewende (energy transition). An essential component is saving energy in the building sector. The majority of the final energy consumption is used to supply buildings with heat, so the German law Gebäudeenergiegesetz (building energy law) specifies the regulation of waterbased heating systems in §63. Therefore the choice of suitable room controllers is necessary. This choice is often not trivial and usually takes place within two extremes. Classic controllers such as two-point or P/PI/PID controllers are used, the optimal parameters of which are seldom known and their use can thus lead to wasted energy and loss of comfort. Alternatively, specialized controllers adapted to the specific room using modelling and simulation are determined, the development of which is correspondingly expensive. Therefore it is necessary to investigate the choice of suitable single room controllers. The goal of this thesis is to find an easy way to choose a suitable room controller and its parametrisation for the temperature control of single rooms. Therefore it is investigated whether correlations between compressing parameters for rooms, locations, room usage, and optimally parametrised controllers, can be found that simplify the selection of almost optimal controllers and their parameters. An empirical method is developed based on an extensive simulation study to generate a large data collection of example room models, each with three controller models optimized for the room model. Therefore, simulation scenarios are defined and their room, usage, and location models, as well as their controller models, are written in the modelling language Modelica and developed with the help of the BuildingSystems library. This method is usable and needs now to be adapted to other controllers. The methodology is developed with a view to a simple, practice-oriented application in which simulation models of the rooms or controllers are no longer necessary. Only a few room and weather parameters are required, which must be specified by the building planner, operator, or user. The most favourable controller, including its optimal parameters, can easily be determined from the relationships found, which are available as Artificial Neural Networks. The applicability of the methodology is demonstrated using a test scenario for three different locations and two types of heating systems