Dokumentenserver der Universität der Künste Berlin
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Fragmentarischer Istzustand
Theo Eshetus Atlas Fractured besteht größtenteils aus auf menschliche Gesichter projizierte Weltkulturgeschichten und den Stimmen bekannter Dichter_innen und Denker_innen des 20. Jahrhunderts. Diese Frage globaler Gleichheit beantwortet seine Arbeit enigmatisch
Der Auftritt der Zeit auf der documenta 14
Die Zeiten der documenta sind verschoben: In ihrer 14. Ausgabe dauert die
Schau nicht nur 163 oder 2 mal (sich zum Teil überschneidende) 100 Tage,
sie wendet sich zudem zugunsten der künstlerischen und kuratorischen
Erzählung zum Teil von der Gegenwartskunst ab. Auch in den gezeigten
Werken werden zeitliche Verschiebungen hergestellt und das Zeiterleben
rückt in den Mittelpunkt der Wahrnehmung. Ein Blick auf das Museum für
Sepulkralkultur, wo die Zeit besonders deutlich hervortritt
Kuratorische Symbolisierung : Über eine politische Geste der documenta 14
Der Artikel setzt sich kritisch mit der kuratorischen Geste der documenta
14 auseinander, ihren zentralen Spielort in Kassel, das Fridericianum,
zur Gänze mit Werken der Sammlung des Athener Nationalen Museums für
zeitgenössische Kunst (EMST) zu bespielen. Diese Geste wird im Bezug auf
die Gefahr einer kuratorischen Symbolisierung von künstlerischen Arbeiten
diskutiert, die auch andere kuratorische Gesten der Ausstellung heimsucht
The Work of Contemporary Art and Commemoration: Reading Ali Kazimi’s Fair Play (2014)
In response to this issue’s call to “engage aesthetic processes of
remembering,” this paper analyses Fair Play (2014), a stereoscopic 3-D
cinema installation by Toronto-based filmmaker Ali Kazimi. Produced in
conjunction with the centennial anniversary of the arrival and detainment
of the Komagata Maru steamship in Vancouver, British Columbia, Canada,
the installation engages in an act of critical commemoration by imagining
the lives of members of the South Asian diaspora affected by this
incident. I argue that by centering affect within the formal and
conceptual framework of the installation, Kazimi produces a decolonial
aesthetic that restructures our relationship to this past, bringing to
the fore ways of living and knowing that had previously been devalued and
violently erased by colonial agendas and neoliberal art historical
critiques
Introducing sharing/learning : The Opening Speech
This text was part of the opening to the symposium sharing/learning:
methods of the collective in art, research and activism and was read on
28th June 2019, in English, by two members of the organizing team, as
introductory words. The text deliniates the central questions from which
the two-day gathering arises, as well as its methodologies and actors.
Many formulations originate from previously written concept papers, which
were used to present the project for various purposes. These in turn are
informed by the many conversations that took place within the
organizational team – a group of people whose constellation was shifting
along the way – orally as well as in writing
verschalten
Verschalten meint eine Praktik des Kombinierens und Umwidmens von
vorhandenen Materialien zur Herstellung elektrischer Schaltungen. Der
Vortrag wird am Beispiel des Rauschgenerators NG-04 nach Hans-Jochen
Schulze und Georg Engel diskutieren, wie sich diese vom Schalten, also
mathematischer Papierarbeit, unterscheidet
aneignen
Sich Artefakte oder auch Musikpraktiken aus einem fremden kulturellen
Kontext anzueignen, verlangt immer einen Umdeutungsprozess. Jenseits
einer Dialektik von „Original und Nachahmung“ sind Prozesse von
Aneignung, Appropriation und produktiver Rezeption als performative
Antworten auf lokale Bedürfnisse zu verstehen
Magister Ludi Viennensis. Zu Josef Matthias Hauers Zwölftonspielen
Gegenstand des Beitrags sind die Zwölftonspiele Josef Matthias Hauers (1883–1959) und das Verhältnis der ausgeführten konkreten Musikstücke zu der abstrakten Idee des Zwölftonspiels. Ausgangspunkt ist eine Analyse der 44 Tropen, in denen Hauer zufolge die Vollständigkeit aller denkbaren Zwölftonreihen (bei Hauer »Zwölftonmelodien« oder »Melosmöglichkeiten« genannt) enthalten ist, was sich jedoch als nicht zutreffend erweist. Gerahmt werden die Überlegungen von dem Verhältnis des Zwölftonspiels Hauers zum Glasperlenspiel von Hermann Hesse, das sehr wahrscheinlich nicht in der häufig angenommenen Identifikation Hauers mit dem Joculator Basiliensis des Glasperlenspiels besteht und von Hesse auch gar nicht bewusst hergestellt worden ist
Goethes musiktheoretische Interessen und die Frage nach dem Kontext musiktheoretischer Gegenstände
Goethes musiktheoretische Interessen wurden häufig als Spekulationen eines musikalischen Dilettanten unterschätzt. Dazu beigetragen hat, dass sie Teil heute nicht mehr geteilter naturphilosophischer Überlegungen und weitgespannter Interessen sind. Goethe zielte nicht auf spezifisch musikalische Spezialisierung. Vielmehr unternahm er den Versuch, die an anderen Gegenständen – zumal an optischen Phänomenen – gewonnenen Ideen auch auf die Musik zu übertragen. Im Beitrag werden die Perspektiven aufgezeigt, unter denen die auf musiktheoretische Sach-verhalte gerichteten Bemerkungen in ihrer Einbettung in naturphilosophische Sichtweisen nachvollziehbar werden
For Dis-Closing Separate Space. Kartierungen kooperativer Planungsarbeit am Cotti, am Kotti und am Hermannplatz in Berlin
Trotz der zunehmenden Finanzialisierung und Privatisierung von Stadtraum entstehen vielerorts Räume, die sich aus einer nicht-renditeorientierten Praxis heraus entwickeln. Auch aufgrund mangelnder kommunaler Absicherung findet in Berliner Nachbarschaften eine stadtpolitische Selbstermächtigung statt, indem Orte jenseits von Marktlogiken als für alle zugängliche und gemeinsame Räume offengehalten werden.
Dieser zivilgesellschaftlichen Planungsarbeit, die auch die sozialen Gefüge am Ort erhält und weiter stärkt, wurde an drei Orten in Berlin nachgegangen: Im Nachbarschaftsraum neben dem Kotti-Shop im Neuen Zentrum Kreuzberg entsteht eine kollektive Spielplatzplanung; die station urbaner kulturen/ nGbK Hellersdorf hält für eine freiräumliche Allmende am «Place Internationale» eine Nutzungsvereinbarung, die Initiative Hermannplatz unterstützt die Nachbarschaft im Kampf gegen den Abriss des Karstadtgebäudes und die Verdrängung lokaler Gewerbetreibender.
Studierende haben sich ein Semester lang als Kartograf:innen in eine Kooperation mit den Initiativen vor Ort begeben und drei grossformatige Zeichnungen erstellt, die die kooperativen Arbeitsweisen im jeweiligen Kontext modellhaft für eine gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung aufzeigen. Sie veranschaulichen den Zusammenhang zwischen selbstverwalteter Planungsarbeit und nachbarschaftlicher Raumproduktion und befragen die Rolle von Politik und Verwaltung als – eigentlich – Gemeingut-sichernde Instanz. Als Handreichung und Debattenbeitrag dienen die Kartierungen der Etablierung kooperativer Designansätze im Widerstand gegen eine renditeorientierte Stadtentwicklung