Dokumentenserver der Universität der Künste Berlin
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Zur Disposition eines verschwiegenen Wissens im Tanz oder : Die Kunst der Beziehungsstiftung
Der Bühnentanz kann unumwunden als Gattung gelten, deren verkörperte
Bewegungskunst „mehr weiß als sie zu sagen weiß“ (Michael Polanyi). Mit
dieser gleichsam schillernden Figur eines tacit knowing scheint
hinlänglich ein Wissen bestimmbar, das körperzentriert und prozessual am
Werk einen „schweigenden“ Bereich zu umschreiben scheint. Vor dem
Hintergrund dieser einleuchtenden wie fragwürdigen Perspektivierung von
Polanyis Denkfigur und der ästhetischen wie kulturellen Wirkmächtigkeit
eines ‚anderen‘ Wissens im Tanz wird die dynamische Struktur ‚implizit
(zu) wissen‘ als Modell einer aktivierten Beziehungsstiftung befragt
Alternatives Wissen im Archiv : Die Fotografien der Arab Image Foundation als divergente Positionen
Beherbergt das Archiv der in Beirut beheimateten Arab Image Foundation
ein anderes Wissen? Ein Wissen also, welches sich gegen
essentialisierende Zuschreibungen richtet, wie diese in zahlreichen
archivarischen und orientalisierenden Diskursen zu finden sind? In diesem
Sinne gilt es zu erörtern, inwiefern sich die Arab Image Foundation
sowohl gegen die Vorstellung einer kongruenten Meta-Erzählung respektive
gegen das Konstrukt einer „offiziellen“ Historiografie wendet als auch
kolonialen Festschreibungen eine Absage erteilt
Für einen Blick hinter die Geste : Einige Gedanken zum Kuratorischen auf der documenta 14
Die documenta 14 brachte selbstbewusste kuratorische Setzungen vor, die
zum Teil scharf kritisiert wurden. Lässt sich eine Kritik an der großen
kuratorischen Geste auf die gesamte Schau und die Erfahrung der Werke im
Ausstellungsraum übertragen? In Hinblick auf die Präsentation von
Arbeiten in der Neuen Galerie, der Neuen Hauptpost und dem Museum für
Sepulkralkultur in Kassel schlägt der Artikel vor, die vieldiskutierte
Frage der Symbolpolitik zugunsten einer Untersuchung des Partikularen
zurückzustellen und die Konstellationen von Werk und Betrachter_in im
Ausstellungsraum auf Inhaltsebene ernst zu nehmen
05.12.2016 Der zukünftigen Erinnerung überliefern : Dokumente der Vergangenheit im Denkmalinventar
Matthias Noell erläutert in seinem Vortrag die Ziele, die mit der
Erstellung eines Denkmalinventars seit den 1830er Jahren verfolgt wurden.
Vordergründig handelt es sich um die historisch-statistische Beschreibung von Kunstdenkmalen. Daneben geht es um die Vermittlung des Erbes in Form eines möglichst vollständigen Katalogs. Im wiedergegebenen Vorlesungsmanuskript werden Methoden und Techniken zur Erfassung von Denkmälern, wie Kartografie und Fotografie, beschrieben. Wie sich herausstellt, waren die historischen Inventare nicht nur als wissenschaftliche Dokumentation eines Bestands angelegt, sondern sollten auch als Vorbilder für die praktische Verwertung in Kunst und Architektur dienen
23.01.2017 Fact and Fiction in Video Art [Fakt und Fiktion in der Videokunst]
Within documentary practices the relationship between fact and fiction is
constantly renegotiated. The films and videos by John Smith address this
relationship in a special way, disarrange it, and in doing so, reveal the
conditions of producing filmic truth. We invited John Smith to show his
films and comment on them in this regard. Here we present audio
recordings of his statements and short descriptions of the films he
referred to. In the following text, film scholar Volker Pantenburg points
out the importance of John Smith’s voice in his films, it creates a
reflexive level. In a similar way, the audio files create a commentary
level for the films in this article. Additional drawings by the Berlin
based artist Maxim Bauer illustrate the conversational character of the
evening
symbolisieren
Symbolisierung ist ein szenischer und figurativer Vorgang, der mit den
Dimensionen des begrifflichen Denkens nur unzureichend erfasst werden
kann. In der Psychoanalyse wie in den Künsten lässt sich die
Symbolisierung als Transformationsbewegung im Unbewussten beschreiben
choreographieren
In einem erweiterten Verständnis scheint „choreographieren“ auf eine
Kunstfertigkeit zu verweisen, Körper, Dinge und Medien raum-zeitlich in
Kräftefelder von Bewegungsartikulationen zu bringen und miteinander zu
vermitteln. Keineswegs mit der Tätigkeit eines*r Choreograph*in
identifiziert, verwebt Choreographieren Heterogenes und schafft damit
Beziehungsgefüge von Bewegungen, die seit geraumer Zeit nahezu überall am
Werke zu sein scheinen. Was hat es damit auf sich
konstellieren
Konstellieren ist kein Verb, sondern ein Ereignis. Unvorhergesehenes kann
nur entstehen, wenn sich die Formen des Dispositivs anders als Du denkst
zueinander in Beziehung setzen
Vom Lied zur Ballade. Zur intertextuellen Beziehung zwischen vokaler und pianistischer Faktur bei Amy Beach
Amy Beach veröffentlichte im Jahr 1894 ihre Ballade für Klavier Des-Dur op. 6, die auf dem 1887 entstandenen Lied My luve is like a red, red rose nach Worten des schottischen Dichters Robert Burns basiert. Diese Untersuchung von formalen, motivisch-thematischen und harmonischen Merkmalen der beiden Kompositionen thematisiert den intertextuellen Zusammenhang des Werkpaars und die Art und Weise, wie das Lied und die Ballade miteinander in Beziehung treten. Trotz seiner starken Gebundenheit an die frühere Komposition ist das Klavierwerk kein bloßes ›reworking‹ des Liedes, sondern kann als eigenständige Neuschöpfung gelten