Dokumentenserver der Universität der Künste Berlin
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bilden
Ausgehend von einem spezifischen Erkenntnispotential künstlerischen
Wissens soll die Frage nach den bildenden Möglichkeiten künstlerischer
Praktiken gestellt werden. Produktionsästhetisch gewendet, geht es nicht
darum, sich durch Künste zu bilden, sondern nach Bildungsprozessen in
künstlerischer Praxis zu fragen
anerkennen
In den Sozialwissenschaften hat sich die Bedeutung von ,anerkennen‘ seit
gut zwei Jahrzehnten von einem normativen zu einem analytischen
Begriffsverständnis verlagert. Zwischenmenschliche Anerkennungsakte
werden inzwischen weniger auf eine gelungene oder misslungene
Wertschätzung bestehender Identitätseigenschaften, sondern auf seine
Ambivalenzen hin untersucht, u.a. auf zugleich bestätigende wie
identitätserzeugende Momente und auf dahinter liegende gesellschaftliche
Macht- bzw. Normierungsverhältnisse. Mit dem Konzept der
sozioästhetischen Anerkennung erweitert der vorliegende Beitrag die
bestehende Diskussion und geht der Frage nach, wie sich
Anerkennungspraktiken unter Jugendlichen anhand von Musikgeschmack
vollziehen und welche Anerkennungstechniken angewendet werden
Das antike Tonsystem in der kurzen Gesamtdarstellung des Nikomachos von Gerasa
Der Textabschnitt, um den es geht, enthält Kostproben aus verschiedenen Epochen der Kulturgeschichte, von der griechischen Klassik beginnend, über die Zeit der römischen Kaiser, das Mittelalter, die Frührenaissance, das 19. Jahrhundert fortschreitend, in unserer Zeit endend
Alter Ego – Narration und Perspektive am Beispiel von A young Doctor’s Notebook
Die Mini-Serie A young Doctor’s Notebook erlaubt eine Probe der von Rick
Altman formulierten Theorie einer erinnerungsspezifischen wie
perspektivabhängigen Narrationstheorie. Als „narrative knowledge“
bezeichnet und in Abhängigkeit von dessen Erfahrbarkeit durch einen
Rezipienten gedacht, zeigt die Analyse nicht nur das Anwendungspotenzial
dieses auf Wahrnehmung fußenden Wissens, sondern auch dessen Grenzen
anhand medienspezifischer Erzählweisen
Reparatives Erinnern : Der Code Noir auf der documenta 14
Der Beitrag berichtet von einem Abend im Parlament der Körper im Kasseler
Fridericianum. Am 17. Juni 2017 versammelten sich unter dem Titel Black
Athena reloaded 2: The Code Noir on trial Paul B. Preciado als Gastgeber,
Pélagie Gbaguidi, Künstlerin der documenta 14, sowie die
Wissenschaftler_innen Françoise Vergès, David Scott und Tavia Nyong’o und
das Publikum, um über diesen zentralen Gesetzestext der kolonialen
kapitalistischen Moderne zu sprechen und an die bis heute reichende
Gewalt zu erinnern. Die Veranstaltung wird im Verhältnis zu weiteren
Thematisierungen des Code Noir im Rahmen der documenta 14 diskutiert und
als Versuch der Tribunalisierung verstanden, bei dem durch reparatives
Erinnern eine Öffentlichkeit für die Geschichten der Gewalt aber auch des
Widerstands hergestellt wird
Durchs Gestrüpp der Referenzen : Ein Reiseweg zur documenta 14 in Kassel.
Beginnend im Wilhelmshöher Ballhaus, 2017 zum postkolonialen Kino
gemacht, folgt der Beitrag einem Weg zu ausgewählten Stationen der
documenta 14 in Kassel. Am Beispiel dort platzierter Werke werden sowohl
konzeptionelle Probleme, das Ausufern der Referenzräume, als auch das
Anliegen thematisiert, möglichst vielen einen Platz im Parlament der
Versehrten zu bieten. Und trotz mancher Anstrengung, zwischen Politik und
Ästhetik eine Balance zu finden, bleibt der Eindruck, dass sich der
Besuch schon für immersive Arbeiten wie Narimane Maris Film Le fort de
fous lohnt.
Wer eine Reise zur documenta 14 in Kassel dezentral beginnt, namentlich
an dem von Leo von Klenze entworfenen Wilhelmshöher Ballhaus, findet in
dessen Inneren gleich eine besondere Rezeptionssituation: Saalmittig darf
man zwischen grauen, zu einer Sitzinsel gruppierten Kissen einsinken. Von
dort fällt der Blick auf eine kleine Kinoleinwand. Das zwar postbarocke,
aber rankenreiche Dekor des Saalinterieurs bildet dabei samt der
seitlichen Durchblicke auf Parkausschnitte eine wirkmächtige
Kulissenerweiterung für einen ästhetisch nicht minder vereinnahmenden,
szenisch meist ruhig dahinziehenden Film: Le fort de fous
(Algerien/Griechenland/Frankreich, 2017) von Narimane Mari. Einige
kolonialklassizistische Drehorte für das Spiel der Laiendarsteller_innen
Abb
Indem man immer wieder auf dasselbe zurückkommt, stößt man immer auf anderes.
Die folgende Ausstellungslektüre hebt auf die Verwicklungen ab, die die
documenta 14 zwischen Objekten, Biografien und Besucher_innen stiftet.
Sie verfolgt dabei die Überlegung, dass es sich um eine Ausstellung der
kleinen Formen handelt, in denen sich die Gebundenheit ästhetischer
Praktiken an Körper und Orte artikuliert
Ästhetik des Aufruhrs: Dekoloniale Verschiebungen im zeitgenössischen Theater
Zeitgenössische Theaterstücke von etlichen afrikanischen und afrodiasporischen
Künstler_innen weisen im Theater eine Vielzahl ästhetischer
Verfahren innerhalb eines breiten Spektrums dekolonialer Ästhetiken auf.
Kunstschaffende bringen – so die zentrale These – eine Ästhetik des
Aufruhrs hervor, die nicht allein mit dem Prinzip des delinking zu fassen
ist, sondern Prinzipien der Erhebung, des Aufschreis und des Verlachens
umfassen. Künstler_innen kritisieren und dekonstruieren mittels
satirischer, absurder und grotesker Elemente koloniale und postkoloniale
Herrschaftsverhältnisse und nutzen das Verlachen von Gewaltverhältnissen
als eine wichtige subversive Strategie. Diese These exploriere ich anhand
des Stücks Im Namen des Vaters, des Sohnes und des J.M. Weston des
kongolesischen Dramatikers Julien Mabiala Bissila