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From Garment to Guardian: Investigating Clothing’s Role as Psychological Defense Against Existential Threats so as to Establish the Field of Empirical Clothing Psychology
While the psychology of clothing has been theorized since the late 19th century by figures suchas William James, John Carl Flügel, and Georg Simmel, empirical (social) psychology has largelyoverlooked clothing behavior as an essential research subject. This dissertation aimed to bridgethis gap by exploring how clothing fulfills not only the practical purpose of protecting the materialbody physically but also a psychological function as armor against the adverse mentalconsequences of existential threats, such as mortality anxiety.Clothing’s origin is twofold: It emerged over 170,000 years ago as a practical solution toshield the body from environmental threats such as the cold andsimultaneously evolved as a medium for conveying humans’ social identity, such as their clanmembership, or gender. Interlacing fashion history, psychoanalysis, and socialpsychology, this dissertation proposed that clothing’s dual functions provide psychologicalprotection from the adverse mental consequences of existential threats. Therefore, it washypothesized that individuals manage existential threats vestimentarily by increasing (a)physically protective clothing (e.g., wearing more clothing layers) and (b) in-group prototypicalclothing (e.g., wearing more gender-typical clothing).This hypothesis was tested through three studies employing a mixed-methods approach.Two field studies analyzed clothing behavior in social media posts during highly and lessthreatening periods of the COVID-19 pandemic (Study 1; N = 336 images) and Russia’s war onUkraine (Study 2; N = 248 images). These studies were complemented by an online experimentassessing behavioral intentions toward wearing protective and in-group prototypical clothingfollowing supraliminal priming of existential threat (Study 3; N = 248). Overall, resultsdemonstrated that, under high existential threat, individuals adjusted their clothing with regardsto physical protection (i.e., increased preferences towards wearing more layers of clothing inwomen, decreased preferences in men; Study 3) and in-group prototypicality (i.e., more gendertypicalclothing choices in women and men; Studies 1 and 2).The findings were discussed through the lens of Terror Management Theory, psychoanalytic theory, and evolutionary psychology, offering an interdisciplinaryperspective on the dual defense structure of clothing. By showing how clothing acts as both aphysical and psychological shield, this dissertation advances the understanding of human terrormanagement, provides a novel look at adaptive fashion consumption during crises, andrevitalizes the field of empirical clothing psychology. Practical implications were discussed, suchas re-designing protective attire for vulnerable populations, such as first responders, soldiers,and patients facing life-threatening medical procedures, by balancing physically protective andin-group prototypical clothing features for women and men. This dissertation laid the groundworkfor building a comprehensive theory of clothing psychology while inspiring further empiricalstudies into the psychological role clothing plays in human life.Obwohl die Psychologie der Kleidung bereits seit dem späten 19. Jahrhundert von Denker*innen wie William James, John Carl Flügel und Georg Simmel theoretisch erörtert wurde, hat die empirische (Sozial-)Psychologie das Kleidungsverhalten bislang weitgehend als zentrales Forschungsthema vernachlässigt. Diese Dissertation zielte darauf ab, diese Lücke zu schließen, indem untersucht wurde, wie Kleidung nicht nur dem praktischen Zweck dient, den materiellen Körper physisch zu schützen, sondern auch eine psychologische Funktion erfüllt – als symbolisches Schutzschild gegenüber den negativen mentalen Folgen existenzieller Bedrohungen, etwa Todesangst. Die Ursprünge des Bekleidungsverhaltens sind zweifacher Natur: Kleidung entstand vor über 170.000 Jahren als praktische Lösung zum Schutz des Körpers vor Umweltgefahren wie Kälte (Toups et al., 2011) und entwickelte sich gleichzeitig zu einem sozialen Kommunikationsmittel, etwa zur Markierung von Gruppenzugehörigkeit oder Geschlecht (Jablonski, 2008). Durch die Verflechtung von Modegeschichte, Psychoanalyse und Sozialpsychologie wurde in dieser Arbeit die These aufgestellt, dass die duale Funktion von Kleidung auch psychologischen Schutz vor den mentalen Folgen existenzieller Bedrohungen bietet. Es wurde daher die Hypothese formuliert, dass Menschen existenzielle Bedrohungen vestimentär verarbeiten, indem sie (a) physisch schützende Kleidung (z. B. das Tragen mehrerer Kleidungsschichten) und (b) in-group-prototypische Kleidung (z. B. stärker geschlechtstypische Kleidung) verstärkt tragen. Diese Hypothese wurde im Rahmen von drei Studien mit einem Mixed-Methods-Ansatz überprüft. Zwei Feldstudien analysierten das Kleidungsverhalten in Social-Media-Beiträgen während unterschiedlich bedrohlicher Phasen der COVID-19-Pandemie (Studie 1; N = 336 Bilder) und des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine (Studie 2; N = 248 Bilder). Ergänzend wurde eine Online-Studie durchgeführt, in der Verhaltensintentionen in Bezug auf das Tragen schützender und in-group-prototypischer Kleidung nach supraliminaler Aktivierung existenzieller Bedrohung gemessen wurden (Studie 3; N = 248). Insgesamt zeigten die Ergebnisse, dass unter hoher existenzieller 2R. G. Baitz: Antrag auf Englischsprachige Dissertation u. Disputation 22. April 2025 Bedrohung Anpassungen im Kleidungsverhalten erfolgen – sowohl im Hinblick auf physischen Schutz (z. B. erhöhte Präferenz für mehr Kleidungsschichten bei Frauen, verringerte Präferenz bei Männern; Studie 3) als auch auf Ingroup-Prototypikalität (z. B. stärker geschlechtstypische Kleidung bei Frauen und Männern; Studien 1 und 2). Die Ergebnisse wurden im Lichte der Terror-Management-Theorie (Greenberg et al., 1986), der psychoanalytischen Theorie und der evolutionären Psychologie diskutiert und bieten eine interdisziplinäre Perspektive auf die duale Abwehrstruktur von Kleidung. Indem gezeigt wurde, wie Kleidung sowohl als physischer als auch als psychologischer Schutz fungiert, leistet die Dissertation einen Beitrag zum Verständnis menschlichen Umgangs mit existenzieller Angst, liefert neue Einsichten in adaptives Modeverhalten in Krisenzeiten und belebt das Feld der empirischen Kleidungspsychologie neu. Praktische Implikationen wurden diskutiert, etwa in Bezug auf die Neugestaltung von Schutzkleidung für vulnerable Bevölkerungsgruppen wie Rettungskräfte, Soldatinnen und Patientinnen in lebensbedrohlichen medizinischen Situationen – mit einem ausgewogenen Blick auf physische Schutzfunktionen und in-group-prototypische Kleidungselemente für Frauen und Männer. Die Dissertation legt damit den Grundstein für eine umfassende Theorie der Kleidungspsychologie und regt zu weiteren empirischen Studien über die psychologische Bedeutung von Kleidung im menschlichen Leben an
Thermodynamic Structures: Modulating Heat with Phase Change Materials (PCMs) in Architecture
Entwurfsprozesse in der Architektur beschäftigen sich in der Regel eher mit
festen Strukturen als mit den sie umgebenden Energieflüssen. Die seit der
Industrialisierung entstandenen Konzepte und Technologien der Klimakontrolle
in Gebäuden haben die Trennung zwischen gebauten Strukturen und ihren
thermischen Umgebungen weiter vertieft und zur Aufspaltung des Wissens in
die Disziplinen Design und Ingenieurwesen beigetragen. Umweltsysteme, die auf
menschlichen Komfort ausgerichtet sind und einem mechanistischen Verständnis
von Energie und Effizienz folgen, sind heute die vorherrschende Methode im
Umgang mit Wärme in Gebäuden und zugleich tief in die Klimakrise verstrickt.
Vor dem Hintergrund der zunehmenden anthropogenen Erwärmung untersucht
die Dissertation diese Trennung und die daraus entstandenen Dualitäten,
insbesondere zwischen Material und Energie, Design und Umwelttechnologie,
Festem und Fluidem. Aus der Perspektive historischer und experimenteller
Studien wird das Wissen zu thermodynamischen Prozessen in der Architektur
untersucht und die Frage gestellt, wie diese wahrgenommen, vermittelt und
beeinflusst werden – Fragen, die, angesichts der gegenwärtigen kritischen
Situation zugleich einen methodischen und praktischen Bezug haben.
Im Mittelpunkt der experimentellen Arbeit stehen Phasenwechselmaterialien
(PCM) und die von ihnen geschaffenen thermischen Umgebungen. Diese Stoffe
etwa Eis, Salzhydrate oder Pflanzenwachse können nur im Umwandlungsprozess
untersucht werden. Während des Schmelzens und Erstarrens nehmen PCM
Wärme auf, speichern oder geben sie ab und modulieren den thermischen Raum
abhängig von den Temperaturschwankungen und der verfügbaren Energie aus
der Umgebung. Die Integration von PCM in Bauelemente wurde in den Bereichen
Maschinenbau und Gebäudetechnik zwar umfassend erforscht, aufgrund der
Komplexität der Phasenwechselprozesse und des fragmentierten Wissens
zwischen den Disziplinen nur selten Einzug in die architektonische Entwurfs- und
Forschungspraxis gefunden.
Die Experimente bilden den Übergang von Vorstudien aus der Designforschung zu
ingenieurwissenschaftlichen Methoden, die in den drei Fallstudien zum Einsatz
kommen. Verschiedene Methoden zur Untersuchung von Phasenübergängen
werden auf neuartige Weise kombiniert: digitales Design und Glasherstellung
der PCM-Elemente sowie experimentelle und numerische Untersuchung ihres
thermischen Verhaltens. Durch die Erzeugung von Resonanzen zwischen analog
und digital, zwischen Struktur und Wärme, werden die Glaselemente so gestaltet,
dass sie das PCM einkapseln und dessen Wärmeaustausch mit der Umgebung
unterstützen und vermitteln. Da das Kühlverhalten des PCM sehr empfindlich
auf die Geometrie der Einkapselung reagierte, lag das Augenmerk auf deren
komplexen, verzweigten Morphologie, die als Kontakt- und Kontinuitätsmodus
zwischen dem “Körper des PCM” und seiner Umgebung verstanden wurde. In der
abschließenden Fallstudie wird ein Prototyp einer PCM-Kühldecke vorgestellt,
der die Prozesse der Wärmemodulation im Innenraum eines Gebäudes verortet.
Die Wärmemodulation wird in dieser Dissertation als eine materiell-thermische
und ästhetische Praxis vorgeschlagen, die das Innen- und Außenklima in
Beziehung setzt, anstatt eine bestimmte Leistung vorzuschreiben. Dieser Begriff
reflektiert auch die generative, “strukturierende” Fähigkeit thermodynamischer Prozesse, die Material- und Energieflüsse zeitlich verschränken. Die Experimente
zeigen, dass gerade durch Phasenwechsel ein thermischer Raum entstehen kann,
der auf Klima- und Wetterphänomene sowie auf die zeitlichen und rhythmischen -
“pulsierenden” - Zyklen von Wärme und Kälte in der Umwelt abgestimmt ist.
Die Dissertation ist ein Beitrag zur Neubestimmung der disziplinären Grenzen
zwischen architektonischem Design und Ingenieurwesen, indem sie einen
heterogenen und integrierten Rahmen für die Einbeziehung von PCM in den
Designprozess und die Bausubstanz bietet. Sie eröffnet einen experimentellen
Raum für das Entwerfen mit Wärme als kritischem Phänomen der Klimakrise, mit
einer neuen Affinität zur Materialität des Fluids und seiner Praktiken. War in der
Vergangenheit das analytische Wissen über den thermomechanischen Austausch
eine Voraussetzung für die Entwicklung von Technologien zur Klimakontrolle,
so ist es heute an diesen neuen Schnittstellen zwischen Architektur und
Thermodynamik, sich mit der anthropogenen Wärme auseinanderzusetzen.Design processes in architecture revolve around solid structures rather than
the energy flows surrounding them. The concepts and technologies of climate
control that have emerged in buildings since industrialisation, have only deepened
the distinctions between built structures and their thermal environments,
as knowledge domains split up between the disciplinary fields of design and
engineering. Intended for human comfort and centred on a mechanistic approach
to energy and efficiency, environmental ‘service systems’ are the prevailing way of
dealing with heat in buildings and are deeply implicated in the climate crisis.
Against the backdrop of increasing anthropogenic heat, the thesis sets out
to examine this separation and the dualities it has created, including those
between material and energy, design and environmental technology, solid and
fluid. Through the lens of historical and experimental study it searches out the
knowledge of thermodynamic processes in architectural design and asks how they
are sensed, mediated, and acted upon – questions which, bound up as they are with
the present, critical condition, are at once methodological and practical.
The experimental work focuses on phase change materials (PCMs) and the
thermal environments they create. These substances, such as ice, salt hydrates
or plant waxes, cannot be studied other than in transition. During their melting
and solidification, PCMs absorb, store or release heat, and modulate thermal
space depending on the surrounding temperature fluctuations and available
energies from the environment. The integration of PCMs into building elements
has been widely researched in the fields of mechanical engineering and building
energy technology. Due to the complex nature of phase change processes and the
fragmented nature of knowledge between disciplines, however, they have rarely
found their place in architectural design and research.
The experiments mark the shift from preliminary studies conducted in design
research to engineering methods involved in the three case studies. Various
methods for studying phase transitions are combined in a novel way: digital
design and glassmaking of the PCM elements, together with the experimental
and numerical study of their thermal behaviour. Creating resonances between the
analogue and the digital, structures and heat, the glass elements are designed to
encapsulate the PCM and to facilitate and mediate its thermal exchange with the
surroundings. As the cooling behaviour of the PCM showed great sensitivity to
the geometry of the encapsulations, attention turned to their complex, branching
morphologies, understood as a mode of exposure and continuity between the
‘body of the PCM’ and its environment. The final case study presents a prototype
of a cooling ceiling with the PCM, situating the processes of heat modulation
within the interior space of a building.
Heat modulation is proposed in the thesis as a material-thermal and an aesthetic
practice, bringing inside and outside climates into correlation, rather than
prescribing a specific performance. This notion equally reflects the generative,
‘structuring’ capacity of thermodynamic processes that temporally entangle
materials and energy flows. In the course of the experiments, it is argued that it is
precisely through phase changes that a thermal space can be created that is attuned
to climate and weather phenomena and to the temporal, rhythmic – ‘pulsating’ –
cycles of heat and cold in the environment
Spiel + Bühne. Gespräche über die Pädagogik des experimentellen Figurentheaters. Geführt mit Dietmar Schenk
Herta Schönewolf arbeitete 40 Jahre lang, von 1957 bis 1998, höchst innovativ in der Ausbildung von Kunstlehrerinnen und -lehrern - mit Ausstrahlung in die freie Kunst hinein. Sie übernahm das Fachgebiet Handpuppen und Marionetten und entwickelte aus ihm heraus die Werkstatt Spiel + Bühne, die sie gemeinsam mit ihren Studierenden aufbaute. So entstand ein vielseitiges, den Kräften der Fantasie Raum gebendes experimentelle Figurentheater. Gearbeitet wurde auch mit Schattenspielen, Masken, Videos und Trickfilm.
Der vorliegende Band dokumentiert Gespräche, in denen Herta Schönewolf über ihre Tätigkeit rückblickend berichtet, Projekte vorstellt, auf Arbeiten einzelner Studierender eingeht und ihre pädagogischen Ideen erläutert. -
Herta Schönewolf (1929 - 2019) lehrte Kunstpädagogik an der Hochschule für bildende Künste und der Hochschule der Künste Berlin, von 1968 bis 1998 als Professorin. Von 1985 bis 1992 war sie Vizepräsidentin der Hochschule der Künste