Schriftenserver der MSH Medical School Hamburg
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Herzfrequenzvariabilität im Zusammenhang mit Konfliktstilen und Bindungsverhalten im Rahmen partnerschaftlicher Stressbewältigung - Heart Rate Variability in relation to styles of conflict and attachment behavior in the context of partnership stress management
Das Bedürfnis nach Bindung ist eines der grundlegendsten menschlichen Bedürfnisse (Ainsworth, Blehar, Waters, & Wall, 2015). Schon in der Kindheit werden dabei die Bindungen, die über das Leben hinweg aufgebaut werden, durch die Beziehung zu den primären Bezugspersonen dauerhaft geprägt (Shaver & Fraley, 2000). Die entstehenden Bindungsstile und die damit einhergehenden Verhaltensmuster werden im Erwachsenenalter in Paarbeziehungen reaktiviert und wirken sich dabei sowohl auf die Beziehungsqualität als auch auf die Austragung von Konflikten aus (Hazan & Zeifman, 1999; Taylor, Seedall, Robinson, & Bradford, 2018). Möglicherweise lässt auch die Herzfrequenzvariabilität während der partnerschaftlichen Stressbewältigung Rückschlüsse auf den entsprechenden Bindungsstil und das Konfliktverhalten zu. Die stressreiche Situation und damit das Konfliktpotenzial wurde in der vorliegenden Studie mithilfe eines Escape Rooms hergestellt, in welchem Paare gemeinsam Probleme lösen mussten. Währenddessen wurde ihre Herzfrequenz gemessen, deren Variabilität ein Indikator für das empfundene Stresslevel darstellt, wohingegen ihr Bindungsverhalten und ihre Konfliktstile vorab mithilfe eines Fragebogens erhoben wurden (Kim, Cheon, Bai, Lee, & Koo, 2018). Es konnten keine signifikanten Ergebnisse festgestellt werden, allerdings ermöglicht die Studie wertvolle Einblicke in unterschiedliche Paardynamiken und liefert ein Fundament für die Erforschung von dyadischen Prozessen mittels psychophysiologischer Maße. Es lassen sich basierend auf den theoretischen Annahmen zudem sinnvolle Therapieansätze im Rahmen der Paartherapieforschung ableiten. Weitere Untersuchungen mit größeren, bevölkerungsrepräsentativeren Stichproben sollten vor allem die partnerschaftliche Koregulation und den Einfluss der psychophysiologischen Synchronizität näher beleuchten
Versuchsleitereffekt: Beeinflusst eine einleitende Ansprache die Gedächtnisleistung und Actively Open-minded Thinking?
Mit dem Streben nach neuem und unentdecktem Wissen, forschen Studenten an ihren Hypothesen und bemerken nicht, dass ihre eigene Erwartungshaltung die Ergebnisse beeinflussen könnten. Ziel dieser Arbeit ist es herauszufinden, ob einleitende Instruktionen einen Einfluss auf die Gedächtnisleistung und Actively Open-minded Thinking (AOT) Werte haben. Um dies zu untersuchen wurden 187 Teilnehmer in die Bedingungen Video-, Text oder keiner Instruktion eingeteilt, welche einen bewussten Versuchsleitereffekt erzeugen sollten. Anschließend durchliefen sie einen Gedächtnistest und den Fragebogen zu AOT. Die Ergebnisse weisen keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen auf. Es wird diskutiert, warum keine Versuchsleitereffekte zustande kamen. Abschließend wird angeregt, in Zukunft weitere Instruktionsstile wie Tonaufnahmen und Persönliche Anleitungen neben Video- und Textinstruktionen zu untersuchen
Förderpotenziale von erfahrungsgeleiteten Begegnungen zwischen Kind und Tier
Tiere haben eine besondere Wirkung auf Kinder. Dies steht heutzutage vor allem bei der Gesundheitsförderung während der kindlichen Entwicklung im Fokus. Das Ziel in der vorliegenden Arbeit ist es zu beantworten, welche Förderpotenziale durch erfahrungsgeleitete Begegnung zwischen Kind und Tier entstehen. Dazu wird die folgende Forschungsfrage gestellt: Welche Förderpotenziale haben erfahrungsgeleitete Begegnungen zwischen Kind und Pferd? Um die Forschungsfrage zu beantworten, wurde eine systematische Literaturrecherche benutzt und die Ergebnisse aus den vier theoretischen Hauptteilen zusammengefasst. Die Hauptteile stellen die Entwicklung der Wahrnehmung von Kindern, sinnlich und ästhetische Raum für Kinder, tiergestützte Gesundheitsförderung und pferdegestützte Interventionen dar. Die Ergebnisse geben einen Überblick über mögliche Förderpotenziale. Die Kind-Pferd-Beziehung wirkt sich positiv auf die Lebensqualität sowie auf die Gesundheit aus und stärkt sinnliche sowie ästhetische Erfahrungen/Kompetenzen. Auf dieser Grundlage ist es empfehlenswert, die Gesundheitsförderung mit dem Fokus auf tiergestützte Interventionen zu vergrößern. Weiterführende Forschung im Bereich der Kind-Pferd-Begegnung könnte eine empirische Darstellung sein, wie explizit eine sinnlich sowie ästhetische Begegnung verläuft
Konzepte und Interventionsmöglichkeiten zum Umgang mit moralischem Stress bei Pflegekräften
Sind Pflegefachkräfte durch verschiedene Umstände dazu gezwungen, entgegen ihren eigenen Wertvorstellungen zu handeln, besteht ein hohes Risiko zur Entstehung von moralischem Stress. Dieser kann zu negativen Folgen für die psychische Gesundheit der Pflegefachkräfte und für die geleistete Pflegequalität führen. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Fragestellung, welche Konzepte und Interventionsmöglichkeiten Pflegekräfte in Deutschland im Umgang mit moralischem Stress haben. Zur Beantwortung dieser Fragestellung wurde vom 03.05.2023 bis zum 15.06.2023 eine systematische Literaturrecherche durchgeführt. Es sind 16 Publikationen in diese Arbeit eingeschlossen. Die Ergebnisse von sieben Abhandlungen werden dargestellt und hinsichtlich ihrer Erkenntnisse und Wirkung im Umgang mit moralischem Stress analysiert. Die herausgearbeiteten Interventionsmöglichkeiten reichen von edukativen Workshops, über Empowerment Programmen bis hin zum Kommunikationstraining. Schlüsselpunkte im Umgang mit moralischem Stress scheinen eine offene Kommunikation und ein funktionierendes Team zu sein. Schulungen oder Fortbildungen zeigten den größten positiven Effekt auf moralischen Stress, wobei die Versuchsgruppen bei allen der Arbeit zugrundeliegenden Studien sehr klein waren
Der Weg des ATA/OTA Rahmencurriculums NRW in die Schulpraxis: Unterstützungsbedarfe und -bedürfnisse aus der Perspektive der Lehrtätigen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Schritt der Implementierung der ATA OTA Rahmenpläne NRW in die Schulpraxis der Ausbildung zur Anästhesietechnischen und Operationstechnischen Assistenz und legt dabei besonderen Fokus auf die Unterstützungsbedarfe und -bedürfnisse aus der Perspektive der Lehrtätigen. Ziel ist es, die Belastungen und Bedürfnisse zu identifizieren, mit denen Lehrkräfte bei der Umsetzung des Rahmenwerkes konfrontiert sind, und folgend konkrete Unterstützungsbedarfe und -bedürfnisse zu ermitteln. Die Arbeit basiert auf einer qualitativen Forschungsmethodik, die eine Datenerfassung durch eine teilnehmende Beobachtung mit anschließender qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring umfasst. Die Ergebnisse zeigen, dass zeitliche, finanzielle und personelle Faktoren zur Herausforderung für Lehrtätige hinsichtlich der Implementierung werden. Zudem sind Unterstützungsbedürfnisse und -bedarfe bezüglich der Verwirklichung der schuleigenen Curricula und die Umsetzung didaktischer Grundlagen zu verzeichnen. Das professionalisierte Berufsbild der ATA und OTA rückt als Notwendigkeit in den Vordergrund. Die Erkenntnisse dieser Arbeit können dazu beitragen zukünftig notwendige Handlungsschritte abzuleiten, um eine qualitativ hochwertige Ausbildung von Anästhesietechnischer und Operationstechnischer Assistenz zu sichern
Das Zusammenspiel von Teamklima und Teamresilienz sowie deren Einfluss auf die Teameffektivität
Die vorliegende Untersuchung untersucht das Zusammenspiel zwischen Teamklima, Teamresilienz und Teamleistung und analysiert die moderierende Rolle der wahrgenommenen organisatorischen Unterstützung. Unter Verwendung eines qualitativen, nicht-experimentellen Forschungsdesigns wurden Daten mittels einer anonymen Online-Fragebogenerhebung gesammelt. Die Ergebnisse bestätigen die positiven Beziehungen zwischen Teamklima und Teamleistung, Teamklima und Teamresilienz sowie Teamresilienz und Teamleistung. Darüber hinaus wird deutlich, dass die Teamresilienz die Beziehung zwischen Teamklima und Teamleistung mediiert. Die moderierende Wirkung der wahrgenommenen organisatorischen Unterstützung auf die Beziehung zwischen Teamklima und Teamresilienz erwies sich jedoch als statistisch nicht signifikant. Insgesamt tragen diese Ergebnisse zu einem besseren Verständnis der Dynamik zwischen Teamklima, Teamresilienz und Teamleistung bei und unterstreichen die Bedeutung der Förderung eines positiven Teamklimas und der Stärkung der Teamresilienz für die Optimierung der Teamleistung. Zu den praktischen Implikationen gehören die Schaffung eines unterstützenden Teamklimas und die Förderung der Teamresilienz durch Interventionen und unterstützende organisationale Praktiken
Die PMS-Symptomatik im Menstruationszyklus: Zusammenhänge mit Partnerschaftszufriedenheit und Depressivität bei Paaren
Die PMS-Symptomatik der Frau kann sich Studien zufolge negativ auf die Depressivität und auf die allgemeine Partnerschaftszufriedenheit auswirken. Zahlreiche Frauen leiden trotz intensiver Forschung weiterhin unter starken prämenstruellen Symptomen, ohne angemessene Therapiemöglichkeiten zu erhalten. Die PMS-Symptomatik beeinflusst nicht nur das physische und psychische Wohlbefinden der Frau, sondern wirkt sich auch auf das Wohlbefinden ihres Partners aus. Die Zufriedenheit in der Partnerschaft beeinflusst wiederum den Schweregrad und Verlauf einer Depressivität und hat dadurch auch wieder einen signifikanten Einfluss auf die Zufriedenheit des Partners. Ziel dieser Studie ist es, auf der Basis bisheriger Forschung, die direkten Zusammenhänge zwischen den drei Konstrukten ‚PMS-Symptomatik‘, ‚Depressivität‘, und Partnerschaftszufriedenheit’ bei Paaren intensiv zu untersuchen.
Im Rahmen einer Querschnittstudie beantworteten 148 Dyaden einen umfangreichen Fragebogen, der Informationen über den Menstruationszyklus, die Partnerschaftszufriedenheit und depressive Symptomatik erfasste. Zur Überprüfung der Zusammenhänge wurden Korrelation und multiple Regressionen gerechnet. Es konnte gezeigt werden, dass die PMS-Symptomatik der Frau sich signifikant auf die Depressivität der Frau und des Mannes auswirkt. Außerdem konnte gezeigt werden, dass die Partnerschaftszufriedenheit der Frau sehr signifikant mit der Partnerschaftszufriedenheit des Mannes einhergeht. Bei der Analyse der multiplen linearen Regression konnte außerdem gezeigt werden, dass die drei Variablen Depressivität der Frau, Depressivität des Mannes und die PMS-Symptomatik der Frau Auswirkungen auf die Partnerschaftszufriedenheit der Frau haben.
Die Ergebnisse dieser Studie liefern neue relevante Erkenntnisse für die Einzel- und Paartherapie und leistet einen Beitrag zum Schließen einer Forschungslücke mit hoher Relevanz für die Praxis
Diagnostische Differenzierung sozialer Angst und sozialer Kompetenzdefizite: Eine Untersuchung der Reliabilität und Validität des Fragebogens zu sozialer Angst und sozialen Kompetenzdefiziten (SASKO)
Der Fragebogen zu sozialer Angst und sozialen Kompetenzdefiziten (SASKO) ist von den Autoren Kolbeck und Maß (2009) zur diagnostischen Erfassung und Differenzierung sozialer Ängste und sozialer Kompetenzdefizite sowohl im klinischen als auch nicht-klinischen
Kontext entwickelt. In der vorliegenden Arbeit wird anhand einer Stichprobe, bestehend aus Personen ohne eine vorliegende psychische Störung, die Retest-Reliabilität und die divergente Validität bezogen auf die Skalen der sozialen Kompetenzdefizite des SASKO untersucht. Zur Prüfung der Retest-Reliabilität wird diese Stichprobe zu zwei Erhebungszeitpunkten (T1 und T2) erhoben (nt1 = 64; nt2 = 57) und anhand des SASKO befragt. Mittels der Kurzversion des Inventar sozialer Kompetenzen (ISK-K) werden die Kompetenzdefizitskalen des SASKO auf ihre Validität hin getestet. Es kann eine sehr gute Retest-Reliabilität des SASKO (rtt = .955) nachgewiesen werden. Die Korrelationen zwischen den Skalen der sozialen Kompetenzdefizite des SASKO und den Skalen des ISK-K sind schwach ausgeprägt, sodass keine ausreichende divergente Validität bestätigt werden kann. Das Ziel zukünftiger Forschung sollte eine allgemein anerkannte Definition sozialer Kompetenzen und deren Erfassung im klinischen Kontext sein
Welchen Einfluss hat plyometrisches Training auf die Sprungkraft und Schnellkraft von Fußballspielern im Jugendalter?: Ein systematisches Review
Die vorliegende Arbeit besteht aus einer systematischen Literaturarbeit mit dem Ziel, die Auswirkungen des plyometrischen Trainings auf die Performance-Indikatoren Sprung- und Schnellkraft von jugendlichen Fußballspielern zu betrachten. Insgesamt wurden zehn Studien, aus den Datenbanken EbscoHost sowie PubMed, in der Arbeit aufgenommen. Die Ein- bzw. Ausschlusskriterien bezogen sich einerseits auf die Sportler, denn diese dürften nur bis 18 Jahre alt sein und müssten männlich sein. Andererseits müssten sie die Sportart Fußball ausüben. Zudem wurden die Outcomes bereits bestimmt anhand der Schnell- und Sprungkraft. Die Ergebnisauswertung aus den Studien ergibt eine kleine bis moderate signifikante Verbesserung der Sprungkraft. Für die Schnellkraft hingegen zeigt die Literatur eine Uneinigkeit auf. Die Ergebnisauswertung variiert zwischen triviale nicht signifikante bis hin zu moderate signifikante Verbesserungen. Der Verbesserungseffekt hängt vom Trainingsvolumen sowie den Trainingsübungen ab. Zudem gibt es Unterschiede zwischen den verschiedenen Alterskategorien der Jugendlichen. Schlussendlich stellt die Literatur eine signifikante Verbesserung der Schnell- sowie Sprungkraft bei jugendlichen Fußballspielern fest
Menstruationszyklus und Partnerschaft: Zusammenhänge zwischen Zyklusphase und Paarinteraktion bei heterosexuellen Paaren
Diese Masterarbeit befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen dem weiblichen Menstruationszyklus und der Partnerschaft. Hierbei wird konkret auf die Zusammenhänge zwischen den Zyklusphasen und der Paarinteraktion bei heterosexuellen Paaren eingegangen. Aufgrund des unzureichenden empirischen Forschungsstandes über die bestimmte Thematik versucht diese wissenschaftliche Arbeit die bestehende Forschungslücke zu schließen und zu neuen Erkenntnisse zu gelangen. Zur Erhebung der Daten wurden zwei Fragebögen, einen Eingangsfragebogen und einen Daily-Fragebogen, entwickelt. Die Längsschnitt-Studie umfasst insgesamt 296 Teilnehmer*innen (N=296) und somit 148 heterosexuelle Paare (N=148). Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit zeigen, dass die positive und negative Paarinteraktion innerhalb der Dyade einhergeht. Zudem hängt die tägliche positive und tägliche negative Paarinteraktion mit der allgemeinen positiven und der allgemeinen negativen Paarinteraktion zusammen. Es kann nicht aufgezeigt werden, dass es eine bestimmte Zyklusphase gibt, in der sich ein Abstand in der täglichen Paarinteraktion innerhalb der Dyade zeigt. Darüber hinaus kann nicht ausschlaggebend ermittelt werden, dass sich der Zusammenhang zwischen täglicher und allgemeiner Paarinteraktion je nach Zyklusphase unterscheidet. Zudem zeigt sich, dass die einzelnen Zyklusphasen keinen systematischen Einfluss auf die Paarinteraktion haben. Diese Studie impliziert weitere komplexe Untersuchungen im Bereich der Menstruations- und Partnerschaftsforschung, speziell im Zusammenhang mit der Interaktion der Dyade. Hierbei sollten auch qualitative und experimentelle Studiendesigns in Betracht gezogen werden