Schriftenserver der MSH Medical School Hamburg
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Schulsozialarbeit und Demokratiebildung im Kontext von Gewalt an Schulen
Die vorliegende Literaturarbeit baut auf einer Literaturrecherche auf, welche sich an den 5 Phasen von Brocke et al. (2009) orientiert. Die theoretische Ausarbeitung zeigt, dass unterschiedliche Formen von Gewalt Alltag an deutschen Schulen sind, und gravierende Folgen für Betroffene selbst und für die Gesellschaft hervorrufen können. Es wird erläutert, dass Demokratiebildung inklusive einer demokratischen Schulstruktur angestrebt werden sollte, um Gewalt strukturell und langfristig entgegenwirken zu können. Außerdem wird gezeigt, dass Schulsozialarbeit durch ihr professionelles Selbstverständnis der Sozialen Arbeit, hierbei eine wichtige Rolle zukommt. Anhand mehrerer Beispiele wird herausgearbeitet, wie Schulsozialarbeit mithilfe von Demokratiebildung Gewalt an Schule entgegenwirken kann, beispielsweise durch das aktive Mitwirken in partizipativen Schutzprozessen und in der Entwicklung einer demokratischen Schulkultur. Hierbei werden außerdem Grenzen aufgezeigt, wie beispielsweise die prekäre finanzielle und personale Situation von Schulsozialarbeit. Es wird herausgearbeitet, dass Schulsozialarbeit mithilfe von Demokratiebildung maßgebend zum Schutz von Kindern beitragen kann. Eine gesellschaftliche Relevanz ergibt sich unter anderem dahingehend, dass Schulsozialarbeiter*innen durch ihre Arbeit zum Erhalt der Demokratie beitragen, indem sie es beispielsweise Schüler*innen ermöglichen, demokratische Haltungen einzunehmen
Turning Political Writing into art: applying the Orwellian principle of political writing as art to writing as an art form within the context of arts and social change
Political writing is a powerful tool for articulating and challenging societal norms and addressing political grievances. George Orwell famously asserted that political writing could be turned into art by setting this as a goal for himself as a writer. But how does one turn political writing into art and what benefits and downsides are there to this approach? This thesis explores how a writer can turn political writing into art and how doing so can serve as a catalyst for social change. By examining how political socialisation can lead to an initial interest in expressing one's political views and how classical political writing and writing as art differ from each other and then applying those examinations by using the life and work of George Orwell as an example. By taking a closer look at the author’s upbringing and his writing this thesis aims to give a tangible example of turning political writing into art, before concluding with a succinct summary of what it takes to turn political writing into art and the potential benefits and downsides of this approach
Die Auswirkungen sexualisierter Selbstpräsentation auf Instagram auf Eignungsentscheidungen von Bewertenden
In der vorliegenden Bachelorarbeit wurde untersucht, wie sich die
Eignungsbewertung der Teilnehmenden auf eine sexualisierte Selbstpräsentation von Bewerberinnen auf Instagram unterscheidet. Zusätzlich wurde geprüft, ob es dabei geschlechtsspezifische Unterschiede in der Bewertung von sexualisierten Inhalten und sexistischen Aussagen gibt. Dazu wurde eine Vorstudie durchgeführt, an der 27 Teilnehmende beteiligt waren. Die Teilnehmenden bewerteten KI-generierte Bilder nach deren sexueller Anziehungskraft. Hierbei wurden die sexualisierten Bilder höher in ihrer sexuellen Anziehungskraft bewertet als die nicht sexualisierten Bilder. An der Hauptstudie nahmen 196 Teilnehmende teil, die eine Bewerbung für die Stelle einer stellvertretenden Geschäftsführerin erhielten. Die Teilnehmenden sollten eine fiktive Bewerberin anhand ihres Lebenslaufs und eines Instagram-Profils hinsichtlich ihrer Eignung bewerten. Dabei wurden zwei Gruppen gebildet, wobei die Experimentalgruppe ein sexualisiertes Profil der Bewerberin erhielt und die Kontrollgruppe ein nicht sexualisiertes Profil der Bewerberin. Die Ergebnisse zeigten, dass die nicht sexualisierten Profile höher in ihrer Eignung bewertet wurden als die sexualisierten Profile. Zusätzlich wurden die expliziten Einstellungen zu Sexismus mittels einer Skala zur Erfassung des ambivalenten Sexismus gegenüber Frauen erhoben (Eckes & Six-Materna, 1999). Die männlichen Teilnehmer erzielten dabei höhere Werte in der ASS-Gesamtskala als die weiblichen Teilnehmerinnen. Insgesamt konnte die Forschungsfrage weitgehend beantwortet werden, allerdings blieben noch einige Fragen offen, die in zukünftigen Forschungen weiter untersucht werden können
Gender Data Gap im Frauenfußball: Eine Übersichtsarbeit
Trotz wachsender Popularität und wachsenden Interesses am Frauenfußball, besteht immer noch eine erhebliche Datendisparität im Vergleich zum Männerfußball. Nur wenige vorhandene Studien konzentrieren sich auf die fußballerischen Anforderungen und spezifischen Leistungsmerkmale von Fußballspielerinnen. Zudem ist die Vergleichbarkeit und Anwendbarkeit der Ergebnisse und Erkenntnisse dieser Studien mit gewisser Vorsicht zu betrachten, da die Datenerlangung häufig mittels geringer Stichprobengröße und mangelnder Standardisierung erfolgte. Diese Arbeit untersucht die globale Datenlage im Kontext der sportmotorischen und konditionellen Leistungsdaten im Frauenfußball. Die Datenlücke in der wissenschaftlichen Forschung beeinträchtigt zum einen die Entwicklung evidenzbasierter Trainingsmethoden und Förderungsprogramme und zum anderen die langfristige Förderung des Frauenfußballs. Daher liefert diese systematische Literaturrecherche nicht nur umfassende Übersicht über die bestehende Datenlücke, sondern betont auch die Notwendigkeit einer intensiveren Datengenerierung, um geschlechtsspezifische Unterschiede im Frauenfußball besser zu verstehen und präziser zu erfassen. Eine schnellstmögliche Schließung der Datenlücke ist essenziell, um gleiche Bedingungen und Chancen für Frauen im Fußball zu gewährleisten und die Professionalisierung sowie Anerkennung auf globaler Ebene voranzutreiben
Mütterliche Postpartale Depression und Elternschaft: Mediatoren der Depressionswerte von Mutter und Vater
Die Geburt eines Kindes bringt viele Veränderungen für das Leben der Eltern mit sich. Diese Veränderungen können zum Stressor werden und psychische Symptome bedingen. Besonders die Mütter sind in diesen Zeiten des Wandels von einem erhöhten Risiko, eine postpartale Depression (PPD) zu entwickeln, betroffen. Die Depressionswerte der Mütter und Väter scheinen dabei positiv zusammenzuhängen. Als Erklärung wird vermutet, dass die Depressionswerte von einem auf den anderen Partner überschwappen, dies wird als „Spillover“ bezeichnet. Um diesen Spillover zu untersuchen, beschäftigt sich die folgende Arbeit mit der Frage, inwiefern sich die PPD der Mutter auf die Depressionswerte des Vaters auswirkt. Zur Untersuchung dieser Frage wurden die Daten von Müttern mit diagnostizierter PPD und ihren männlichen Partnern untersucht. Um den Effekt der mütterlichen PPD auf die väterlichen Depressionswerte zu untersuchen und die Frage nach dem „Wie hängt beides zusammen?“ zu beantworten, wurde ein Mediationsmodell berechnet. Die Depressionswerte der Mütter und Väter wurden mittels der Symptom-Checkliste SCL-90-R-Standard – Skala Depressivität gemessen. Die mit der Geburt einhergehenden Veränderungen, die für die Mütter und Väter als Stressor wahrgenommen werden, wurden mittels des Parenting Stress Index (PSI) gemessen. Dieser misst das elterliche Stresserleben und wurde in dieser Studie in kindbezogene Stressoren (Kinddomäne) und Stressoren bezogen auf die Elternschaft (Elterndomäne) aufgeteilt. Die Ergebnisse zeigen einen Effekt der mütterlichen Depressionswerte auf die Depressionswerte der Väter. Die Kind- und Elterndomäne aus Sicht der Mutter und des Vaters sind keine Mediatoren für den Zusammenhang der Depressionswerte der Eltern. Ein positiver Zusammenhang zeigt sich zwischen den Depressionswerten der Mütter mit den PSI-Domänen. Hierin könnten Hinweise für die Auswirkungen der mütterlichen PPD auf das Familiensystem liegen. Für die Väter ergibt sich ein negativer Zusammenhang der väterlichen Depressionswerte mit den PSI-Domänen. Darin könnte ein Hinweis für die Kompensation des Vaters für die mütterliche PPD liegen. Die Zusammenhänge der mütterlichen und väterlichen Depressionswerte sollten in Bezug auf die Subskalen des PSI weiter untersucht werden, damit Implikationen für die Therapie von betroffenen Familien herausgearbeitet werden können
Psychodynamische Phänomene in KI-basierter Psychotherapie
In den letzten Jahren wurden KI-basierte Chatbots, sogenannte Large Language Models (LLM), immer mehr in der Anwendung psychotherapeutischer Interventionen getestet. Dabei liegt der Fokus deutlich auf verhaltenstherapeutischen Ansätzen, während andere Verfahren, wie psychodynamische Ansätze, kaum berücksichtigt wurden. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit die therapeutische Allianz, sowie psychodynamische Phänomene wie Übertragung, Abwehr und Widerstand auf den Kontext KI-basierter Therapie übertragbar sind. Dazu wird sich dieser Frage im ersten Teil durch konzeptuelle Überlegungen auf Basis der bisherigen Literatur zu KI-basierter Therapie, sowie anwendungsbezogener Grundlagenliteratur, genähert. Darüber hinaus dienen diese Überlegungen der Entwicklung von Eingabeaufforderungen, sogenannten Prompts. Im zweiten Teil wird mittels dieser Prompts eine Konversation mit ChatGPT geführt, um anschließend zu evaluieren, wie mit den Aspekten der psychodynamischen Phänomene umgegangen wird, die übertragbar scheinen. Dabei wurden einige Einschränkungen deutlich, wie eine fehlende Sensibilität bei der Wahrnehmung des Übertragungsgeschehens, das Fehlen von Gegenübertragungen seitens des Chatbots und die zu anspruchsvolle Analyse von unreifen Abwehrmechanismen bei Patient*innen mit Ich-Strukturellen Störungen. Gleichzeitig zeigte sich auch das Potenzial dieser Large Language Models wie ChatGPT über verhaltenstherapeutische Ansätze hinaus. ChatGPT konnte reife Abwehrmechanismen analysieren und unter bestimmten Voraussetzungen auch übertragungsbezogene Affekte eines Patienten deuten. Trotzdem sollten psychodynamische Verfahren im Kontext KI-basierter Therapie als etwas Neues betrachtet werden, da der neue Rahmen einer Mensch-Chatbot-Interaktion zu viele Veränderungen mit sich bringt
Konzeption und Durchführung einer webbasierten Intervention zur Förderung interpersonaler Humorstile im Arbeitskontext
Die Stressforschung wird in Anbetracht zunehmender Arbeitsanforderungen immer relevanter für die Forschung zu psychologischer Gesundheit. Ein Konstrukt, dass dabei immer mehr in den Vordergrund rückt, ist Resilienz. Resilienz zu fördern, hilft mit Beanspruchungssituationen umzugehen. Eine Möglichkeit besteht über die Förderung personeller Ressourcen, zu denen unteranderem Humor zählt. Diese Arbeit befasst sich mit der Konzeption und Durchführung einer webbasierten Intervention zur Förderung der Humorstile im Arbeitskontext und deren Auswirkungen auf resilientes Verhalten. Es wurde eine Stichprobengröße von n=30 erreicht und mit einer Mehrebenenanalyse, wurden die abgeleiteten Hypothesen überprüft. Jedoch konnte diese Arbeit keine der vermuteten Effekte nachweisen, dies steht im Kontrast zu anderen Arbeiten (Martin, 2003; Soucek, 2016; León-Pérez et al. 2021). Zu den wichtigsten Einschränkungen dieser Arbeit gehört die zu geringe Stichprobengröße und die geringe statistische Power. Zukünftige Studien sollten eine ausreichende Stichprobengröße anstreben, um die statistische Power zu erhöhen und dadurch Effekte besser ermitteln zu können. Die Intervention sollte mit mehr Trainingstagen durchgeführt werden. Auch der Nacherhebungszeitraum sollte verlängert werden. Beides erhöht die Chance vorhandene Effekte aufzudecken
Palliativversorgung: Eine Herausforderung für den Rettungsdienst?
Die Versorgung von Palliativpatienten stellt den Rettungsdienst vor einige Herausforderungen. In zahlreichen Situationen liegt der Schwerpunkt der Palliativversorgung nicht auf der medizinischen, sondern auf der psychosozialen Ebene. Dies erfordert emphatisches Vorgehen und Kommunikationsgeschick. Angehörige und Patienten kommen, bedingt durch die dauerhafte Belastung, bei Zustandsänderungen schnell an ihre Grenzen und über diese hinaus. Der Einsatz des Rettungsdienstes kann als Hilferuf nach professioneller Unterstützung interpretiert werden. Um die Forschungsfragen zu beantworten, wurde eine umfassende Literaturrecherche betrieben. Diese zeigte auf, dass der Rettungsdienst im Spannungsfeld zwischen Notfallmedizin, Palliativmedizin und Patientenverfügungen sowie Medizinisch Machbaren und rechtlich Vertretbaren arbeitet. Dies führt beim Rettungsfachpersonal zu Unsicherheiten, was wiederum zu unnötigen und nicht gewünschten Transporten in Kliniken führt. Um festzustellen, ob die aktuellen Lehrinhalte für angehende Notfallsanitäter und Notärzte zum Thema Palliativpatientenversorgung ausreichend sind, wurden die entsprechenden jeweiligen Ausbildungsverordnungen betrachtet
Esstörungen bei Mädchen und jungen Frauen: Frühzeitige Intervention durch Präventionsprogramme
Mädchen und junge Frauen im schulpflichtigen Alter repräsentieren eine Hochrisikogruppe für die Entwicklung von Essstörungen. So ist die Prävalenz im Vergleich zu gleichaltrigen Jungen bis zu 10-fach erhöht (Cordes et al., 2015). Das vorliegende systematische Literaturreview zielte darauf ab, Präventionsprogramme gegen Essstörungen für Mädchen, die im Schulsetting zum Einsatz kommen, zu identifizieren und zu vergleichen. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Analyse der Determinanten, an denen die Präventionsprogramme ansetzen sowie der Untersuchung, welche Maßnahmen Lehrende ergreifen können, um Essstörungen bei Mädchen präventiv entgegenzuwirken. Als entscheidende Determinanten wurden der Einfluss sozialer Medien, das Selbstwertgefühl, das Körperbild und Körper(un)zufriedenheit, das Streben nach Schlankheit, das Essverhalten und Essstörungssymptome, der soziokulturelle Druck sowie die Rolle der Lehrkraft identifiziert. Die Ergebnisse zeigen, dass die durchgeführten Interventionen überwiegend positive Effekte auf die Mädchen erzielten. Weiterhin deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Lehrkräfte eine zentrale Rolle bei der Prävention spielen können, insbesondere bei der Sensibilisierung für den Einfluss sozialer Medien
K-Metta zur Reduktion traumabezogener Schuldgefühle: Der Einfluss des Alters zum Zeitpunkt der Traumatisierung und die Dauer der PTBS-Symptomatik auf den Behandlungserfolg
Ziel Die vorliegende Studie untersuchte die Wirksamkeit der K-Metta Intervention zur Reduktion traumabezogener Schuldgefühle und -anteile. Des Weiteren wurde explorativ erforscht, ob das Alter zum Zeitpunkt der Traumatisierung sowie die Dauer der PTBS-Symptomatik einen Einfluss auf den Behandlungserfolg haben.
Methodik Die Datenerhebung erfolgte mittels standardisierter Fragebögen, welche retrospektiv eingesetzt wurden, um die traumabezogenen globalen Schuldgefühle (TRGI-GG) und Schuldkognitionen (TRGI-GC), den prozentualen Schuldanteil, das Alter zum Zeitpunkt der Traumatisierung sowie die Dauer der PTBS-Symptomatik zu erfassen. Die Analysestichprobe umfasste N = 26 Personen.
Ergebnisse Die Intervention K-Metta führte bei den ProbandInnen zu einer signifikanten Reduktion traumabezogener Schuldgefühle und -anteile. Im Rahmen der Nachuntersuchung, welche vier Wochen nach der Intervention stattfand, konnte jedoch keine weitere signifikante Reduktion festgestellt werden. Die explorativen Analysen ergaben, dass weder das Alter zum Zeitpunkt der Traumatisierung noch die Dauer der PTBS-Symptomatik einen signifikanten Einfluss auf den Behandlungserfolg aufwiesen.
Diskussion Die Befunde legen nahe, dass die K-Metta-Intervention, eine Kombination aus kognitiver Umstrukturierung und Metta-Meditation, effektiv zur Reduktion traumabedingter Schuldgefühle beiträgt. Für den Erfolg der Intervention scheinen eine kontinuierliche therapeutische Unterstützung und die integrative Anwendung
beider Methoden von entscheidender Bedeutung zu sein