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Klimawandel und Raumentwicklung: Anpassungsstrategien der Stadt- und Regionalplanung in Stadtregionen der Küstenzone am Beispiel des Ostseeraumes : Schlussbericht plan B:altic.
Es ist unsicher, wie sich der Klimawandel künftig regional und lokal im Ostseeraum entwickeln wird und welche spezifischen Klimawirkungen auftreten werden. Trotzdem können für die küstennahen Stadtregionen neue Probleme beispielsweise durch steigende Temperaturen erwartet werden. Daher werden Strategien zum Umgang mit potenziellen Klimawandelfolgen erforderlich. Gerade in Städten an der Ostseeküste sind hierbei vielfältige stadtregionale Zusammenhänge und Rahmenbedingungen zu berücksichtigen, was einen sozial-ökologischen Forschungsansatz nahelegt. In dieser Situation stellen sich besondere Anforderungen an die Stadt- und Regionalplanung, um eine nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung der küstennahen Stadtregionen zu gewährleisten.
Für die Entwicklung von Anpassungsstrategien der Stadt- und Regionalplanung müssen die gesellschaftlichen Akteure mit ihren verschiedenen Interessen sowie die zukünftigen sozialen und ökologischen Entwicklungen und deren potenzielle Folgen und Wechselwirkungen einbezogen werden. Vor diesem Hintergrund zielte das Projekt darauf ab die folgenden Hauptforschungsfragen zu beantworten: 1)Welche Herausforderungen stellen sich für die Raumplanung durch die spezifischen Charakteristika des Klimawandels? 2)Welche spezifischen Herausforderungen ergeben sich dabei daraus, dass Stadtregionen als sozial-ökologische Systeme betrachtet werden können? 3)Wie kann die Stadt- und Regionalplanung mit diesen Herausforderungen umgehen und welche Möglichkeiten und Restriktionen ergeben sich durch die Verfasstheit der räumlichen Planung im Umgang mit den Auswirkungen des Klimawandels?
Im interdisziplinären Verbund waren sieben interdisziplinär zusammenarbeitende Teilprojekte vertreten, innerhalb derer verschiedene Forschungsperspektiven aus Natur-, Gesellschafts- und Planungswissenschaften eingenommen wurden. Dementsprechend vielfältige empirische Methoden qualitativer und quantitativer Forschung kamen zum Einsatz. Über das Querschnittsprojekt zum Thema sozial-ökologische Resilienz fand ein intensiver interdisziplinärer Austausch statt. Überdies fand eine transdisziplinäre Zusammenarbeit mit Praxisakteuren aus Stadtregionen des Ostseeraumes statt, innerhalb derer Strategien zur Raumentwicklung und planerische Lösungsansätze zur Anpassung an die potenziellen Folgen des Klimawandels entworfen wurden.
Die Ergebnisse der verschiedenen Teilprojekte haben integrativ zur Beantwortung der Forschungsfragen beigetragen. Für die Raumplanung stellt sich die Herausforderung mit der Unsicherheit und großen Spannbreite der lokalen Ausprägung des Klimawandels umzugehen. Es wurde herausgestellt, dass die spezifischen Gegebenheiten des sozial-ökologischen Systems wie Lokalklima, Bevölkerungsverteilung, Landnutzung (mit Bezug zu Klimaregulation und kulturellen Leistungen der Landschaft) und insbesondere deren Wechselwirkungen die lokale Ausprägung und Auswirkungen des Klimawandels entscheidend beeinflussen. Dies birgt aber ebenso das Potenzial zur Anpassung an den Klimawandel in den Stadtregionen. Die zeitliche und räumliche Distanz zum Klimawandel im Zusammenspiel mit Themenkonkurrenz im Praxiskontext führt jedoch derzeit zu einem gering wahrgenommenen Handlungsdruck in Bezug auf Anpassung bei der Planungs- und Verwaltungspraxis. Es konnte gezeigt werden, dass inter- und transdisziplinäre Methoden von großer Bedeutung für den Austausch von Wissen sind, welcher die Anpassungskapazität entscheidend beeinflusst. Weiterhin konnten in Bezug auf die aktuellen Governancestrukturen und –prozesse hemmenden Faktoren identifiziert werden (wie z.B. sektorale Organisation), welche für eine erfolgreiche Anpassung kritisch vor dem Hintergrund der spezifischen Charakteristika des Klimawandels reflektiert werden müssen. Durch eine systematische Analyse der Möglichkeiten des Regionalplans und des Flächennutzungsplans konnten konzeptionelle Ansatzpunkte zur Weiterentwicklung des formellen Instrumentariums ausgearbeitet werden, um den Beitrag der Stadt- und Regionalplanung zur Anpassung an den Klimawandel zu erhöhen. Dennoch kann damit alleine nicht den aufgezeigten Herausforderungen begegnet werden, erforderlich scheint ein grundlegender Strategiewechsel innerhalb der räumlichen Planung, die Möglichkeiten aber auch neuen Fallstricke durch eine Orientierung am Konzept der transformativen Resilienz wurden aufgezeigt.
Die Nachwuchsgruppe konnte einen innovativen Beitrag zur sozial-ökologischen Forschung leisten durch den intensiven inter- und transdisziplären Ansatz. Dieser ermöglichte es nicht nur Ergebnisse zur lokalen Klimawandel –ausprägung, –auswirkung sowie -wahrnehmung zu generieren, sondern auch Wissensaustausch- und Governanceprozesse zu analysieren und Lösungsansätze aus Planungsperspektive zu formulieren.
plan B:altic erarbeitete Handlungsempfehlungen für die Stadt- und Regionalentwicklung zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Die Handlungsempfehlungen, aber auch die Methode der Szenarioplanung können für Stadtregionen hohe Praxisrelevanz entfalten. Praktikerinnen und Praktikern werden wichtige Informationen als Entscheidungsgrundlagen und Handlungsoptionen an die Hand gegeben, die den Umgang mit Unsicherheiten und Komplexität ermöglichen. Der im Rahmen des Vorhabens durchgeführte Szenarioprozess gab erste Impulse zu einem langfristigen, nachhaltigen Anpassungsprozess in der Stadtregion Rostock.Climate change impacts are expected for the urban regions of the Baltic Sea coast through rising temperature, sea-level rise and an increased intensity as well as frequency in extreme weather events. Climate change scenarios are accompanied with uncertainties, and the specific local consequences are difficult to predict. Therefore, striving for a sustainable regional and urban development, it is no longer sufficient to consider only the necessary mitigation measures of climate change, but it becomes also essential to develop comprehensive adaptation strategies. A challenge is to prepare for change and uncertainty in complex social-ecological settings and to become resilient towards unforeseen future impacts of climate change. While as the urban regions of the Baltic Sea Coast experience pressures for spatial development, for instance due to their economic activities and functions. In this setting, multiple challenges to planning arise due to the specific characteristics of climate change and social-ecological complexities. Also planning has to answer how to plan future land use structures and how to develop adaptation strategies towards climate change impacts and further change processes.
Land- use planning, in the form of regional and urban planning, provides a unique venue for integrated and anticipatory approaches and seems, therefore, suitable to adapt land-use to climate change. However, initiatives and measures taken by land-use planning are also causing risks and harms in interrelation with future and unforeseen climate change impacts. For example, this happen through increased land consumption, soil sealing or river regulation interplaying with heavy rain falls and leading to severe floods.
To achieve a comprehensive analysis of climate change impacts, of their interplays with further ongoing change processes in urban regions and to avoid partial world-views, plan B:altic integrated different scientific disciplines with their respective perspectives and approaches. Due to the inherent focus on uncertainty, surprises and complexity, (social-ecological) resilience thinking was used as a bridging concept in the interdisciplinary and transdisciplinary research work as well as a guiding principle for the development of adaptation strategies to climate change. To this end, it was cooperated closely with an array of planning practitioners and stakeholders in some urban regions of the Baltic Sea coast. Next to the inter- and transdisciplinary integration methods such as common case studies and transdisciplinary scenarios, a wide array of quantitative as well as qualitative methods was applied by the social, natural as well as engineering scientist who formed the research group plan B:altic and who worked on disciplinary driven subprojects as well.
Main results were that the main challenges for land-use planning are to tackle the uncertainty and the wide range of potential climate change impacts in the specific local context. Specific local social-ecological assets such as local climate, land-use with reference to ecosystem services as well as their interdependencies influence decisively the then specific local impacts of climate change. But this also bears the potential for specific local adaptation measures. But as climate change is not the priority topic in local and regional planning practice but instead it is seen in concurrence with other, short-term interests, planning practitioners perceive a low urgency to act upon climate change adaptation. Also given governance processes as well as structures (such as sectoral fragmentation) are barriers of climate change adaptation as well as of an all-encompassing social-ecological perspective on urban regions in practice. Structured processes of science-practice collaborations are seen as supportive for further adaptation, as the plan B:altic scenario planning process had shown. This process gave explicit inputs to a politically adopted adaptation strategy framework of the core city of the German partner.
With reference to formal planning instruments at the urban and regional scale the analysis provided the basis to develop further conceptual developments of these instruments to facilitate the adaptive capacity of land-use planning However, these further conceptual developments do not seem to be sufficient in case of their implementation. It is considered as necessary to fundamentally change strategies within land-use planning. Within this context the opportunities but also restrictions of applying a transformative resilience perspective were shown
Cities in conflict : neue Konflikte und Lösungsmöglichkeiten ; zwischen moralischer Empörung und gezieltem Aktionismus. Inwiefern können systemkritische Bewegungen wie das Bündnis Recht auf Stadt in Hamburg die lokale Stadtentwicklung beeinflussen
Socio-economic Impacts—Urban Complexes
This chapter examines observed and potential future climate change impacts on socio-economic fields concerning urban complexes in the Baltic Sea basin. This is based on the literature review that focused mainly on English publications on climate change impacts, but included some publications in other languages on adaptation. In the Baltic Sea basin, there appears to be an imbalance between cities and towns that have been well studied with reference to climate change impacts, and cities or even regions for which there is hardly any published literature. For those publications that do exist, most concern the impact of a specific climate change effect (temperature rise, extreme events, sea-level rise) on a particular socio-economic field of an urban complex. The results of the literature review indicate that urban complexes in the Baltic Sea catchment are likely to experience climate change impacts within wide-ranging contexts: from urban services and technical infrastructure, to buildings and settlement structures and to the urban economy or population. Impacts will differ depending on the location of the urban complex: northern versus southern and coastal versus inland
Introducing water sensitive design into Traffic infrastructure systems. Case study: Itaim Paulista Bus Corridor, São Paulo
Lärmkarten zur Öffentlichkeitsbeteiligung - Analyse und Verbesserung ausgewählter Aspekte der kartografischen Gestaltung
Lärm gehört zu den größten Umwelt- und Gesundheitsproblemen unserer Zeit und folgt somit an zweiter Stelle nach der Luftverschmutzung. In der Europäischen Union (EU) sind rund 40 Prozent der Bevölkerung Lärm ausgesetzt, der die Grenze der Belästigung von 55 dB überschreitet. Die Motivation zu dieser Arbeit ist daher einerseits die hohe Dringlichkeit der Lärmbekämpfung aufgrund der großen Gesundheitsgefahr und andererseits die schlechte Qualität der Lärmkarten, die in der Praxis zur Information der breiten Öffentlichkeit verwendet werden. Diese sogenannten strategischen Lärmkarten bilden die Grundlage zur Bewertung von Umgebungslärm und für die Öffentlichkeitsbeteiligung, das heißt sie sind das Kommunikations- und Informationsmittel.
Hauptinhalt der Karten ist die Schallimmission, dargestellt anhand des Lärmindexes Lden für Straßen-, Schienen-, Flug- und Industrielärm, der jeweils einzeln in einer Karte darzustellen ist. Lden ist der gewichtete A-bewertete äquivalente Dauerschallpegel für alle Tage eines Jahres. Er wird anhand von farbigen Isophonen, das sind Linien gleicher Lärmbelastung, in 5-dB-Klassen dargestellt. Die zu verwendenden Farben sind in der der Verordnung über die Lärmkartierung, festgeschrieben und in einer DIN definiert. Das vorgegebene Schema entspricht jedoch nicht dem aktuellen Forschungsstand der kartografischen Gestaltung. Bestehend aus einer Abfolge von Hellgrün, Mittelgrün, Dunkelgrün, Gelb, Ocker, Orange, Rot, Dunkelrot, Lila, Hellblau und Dunkelblau, ist es qualitativ und die Farben aufgrund des Fehlens einer systematischen Helligkeits- und Sättigungsverteilung nicht den ansteigenden Werten der dB-Skala zuzuordnen. Ziel der vorliegenden Arbeit war daher, die Lärmkarten, wie sie entsprechend der END zur Öffentlichkeitsbeteiligung verwendet werden, zu analysieren und für den wichtigsten Karteninhalt, die Schallimmissionen, ein neues Farbschema zu entwickeln.
Neben einer qualitativen kartografischen Analyse, einer Bestandsanalyse der Lärmkarten der 27 deutschen Ballungsräume, die zur Lärmkartierung verpflichtet sind, und einer Task-Analyse, wurden in einer Anforderungsanalyse die Voraussetzungen für die Entwicklung des neuen Farbschemas bestimmt und in einem nutzerorientierten, iterativen Prozess ein neues Farbschema zur Darstellung der Schallimmissionen entwickelt.
Bedingt durch die Farbwahrnehmung und bei genauerer Betrachtung des Anwendungsfalles, der Darstellung der Schallimmissionen, werden die Herausforderungen zur Erstellung eines Farbschemas klar. Die Schallimmissionen werden zwar in 5-dB-Klassen dargestellt, aber der zugrundeliegende Schalldruckpegel ist ein logarithmisches Maß, dadurch tragen höhere Werte stärker zu einem Mittelwert bei und die dargestellte Wertespanne ist sehr groß. Um eine sinngemäße Interpretation zu ermöglichen, müssen diese daher auch in der Darstellung stärker betont werden, was durch einen starken Anstieg der Sättigung der Farben für hohe Werte erreicht wurde.
Da Lärmkarten die Lärmbelastung darstellen, ist es für eine verbesserte Interpretation sinnvoll, Farben zu wählen, die mit der Belastung assoziativ sind. Aus diesem Grund wurde von der kartografischen Konvention abgewichen und ein Schema mit zwei Farbtonübergängen gewählt. Insgesamt besteht das entwickelte Farbschema aus zehn Farben, die drei Wirkungsklassen bilden. Jeder Wirkungsklasse ist ein Farbton zugeordnet - Blaugrün, Orange und Lila - der assoziativ mit dem Grad der Belästigung und dem Gesundheitsrisiko ist und somit die Interpretation erleichtert. Da es pro Farbton somit nur drei bis vier Helligkeitsstufen gibt, werden die Unterscheidbarkeit und die Zuordnung der Farben zur Legende erleichtert. Durch die Vermeidung von Ampelrot und –grün konnte die Eignung für Menschen mit Farbenfehlsichtigkeiten stark gesteigert werden.
Um die Farbtöne in eine visuelle Hierarchie zu bringen, wurden die Helligkeit und die Sättigung systematisch variiert. Die Helligkeit ist am größten bei der vierten Farbe und nimmt in Richtung beider Enden ab, die Sättigung hingegen nimmt v. a. zum unteren Ende der Skala, d. h. in Richtung der hohen Werte, stark zu. Durch dieses „bipolare“ Schema wird eine Betonung der Regionen erreicht, die von größtem Interesse sind: die positiven, ruhigeren Bereiche und die Bereiche hoher Belastung.
Das Schema wurde in vier Nutzerstudien evaluiert, die Ergebnisse flossen jeweils in die Weiterentwicklung ein. Die Ergebnisse der ersten Studie zeigten, dass es signifikante Einflüsse des Farbschemas auf die Interpretation der Lärmbelastung gibt. Weitere Studien ergaben, dass die verwendeten Farben unterscheidbar sowie assoziativ mit der Belastung sind und dass großeWertespannen besser anhand konträrer Farben, wie beispielsweise Komplementärfarben dargestellt werden, was sehr für das Farbschema mit Farbtonübergängen spricht. Es zeigt sich, dass die Farben auch für Menschen mit Farbenfehlsichtigkeit unterscheidbar sind.
Der Anwendungsfall zur Entwicklung waren deutsche Straßenlärmkarten, daher wurden die Anwendbarkeit in anderen EU-Ländern und die Übertragbarkeit auf andere Lärmquellen untersucht. Zur Übertragbarkeit auf andere Lärmquellen sowie auf Daten aus Crowdsourcing müssen die Anforderungen und darauf aufbauend die Darstellung an die spezifischen Charakteristika der Werte angepasst werden, wie zum Beispiel die Wiederholungsrate, die Dauer, oder die Häufigkeit von Messungen.
Über das Farbschema hinaus ergab die Analyse u. a., dass zur Vermittlung einer wahrnehmungsgetreuen Lärminformation psychoakustische Aspekte der Wahrnehmung integriert werden müssen, denn physikalische Parameter, wie Lden, scheinen dafür nicht auszureichen und kein ausreichendes Bild einer tatsächlich wahrgenommenen Lärmsituation zu liefern.Noise is one of the most serious environmental and health risks, a close runner-up to air pollution. Roughly 40 percent of the population in the European Union (EU) are exposed to a noise level of 55 dB, which is at the verge of annoyance. Therefore, the motivation for this research project was the acuteness for noise abatement due to high health risk, on the one hand, and the lack of quality that can be observed in noise maps used for public information on the other hand. These so-called strategic noise maps have to be drawn up every five years according the EU Environmental Noise Directive (END, RL 2002/49/EG). They form the basis for noise assessment and public participation and, therefore, they are a major tool of communication and information.
The main map content is sound immission, presented by means of the noise index Lden for road traffic, train noise, airport noise, and industrial noise; each noise source has to be presented in a separate map. Lden is the A-weighted equivalent continuous sound level for all days of a year. It is represented by means of colored isophones, which are areas of equal noise pollution, in 5 dB steps. The colors that have to be used are established in the German regulation about noise mapping, and defined in a German standard. However, this predefined color scheme does not conform to the latest standard in cartographic research and science. Being composed of a sequence from light green, green, dark green, yellow, light brown, orange, red, dark red, purple, light blue, and dark blue it is counterintuitive because a systematic change of lightness and saturation is missing. Also, the colors cannot be matched with the increasing values of the dB-scale. The aim of this research effort, therefore, is to analyze END-conform noise maps and to develop a color scheme for the most important map content, the sound immission.
Besides a qualitative, cartographic analysis the author undertook a status analysis of the maps published by the 27 agglomerations, which are legally obliged to draw up noise maps, an analysis of the tasks users carry out in accordance with their aims, and a requirements analysis for noise maps. The requirements are the foundation for the user-centered and iterative color design process to develop a new color scheme for the presentation of noise immission.
Looking at the vast number of cartographic research on color-design the development of a color scheme might seem trivial. However, due to color perception and the specific case of application challenges become clear. Noise immission is presented in 5-dB-classes, but the underlying sound pressure is logarithmic. The effect is that higher values contribute more to the energetic mean value and the span between extreme values is big. To support that colors are logically assignable to the characteristics of noise data, higher values have to be highlighted. This is achieved by an increase of saturation for higher values.
To facilitate interpretation it makes sense to choose colors that are associative with the presented noise pollution. That was the reason for choosing a color scheme with two color transitions against cartographic custom. In total the color scheme consists of ten colors and three color hues – blue-green, orange, and purple. The color hues symbolize three levels of noise exposure as well as health risk and support recognition. For each hue there are only three to four lightness steps, which supports distinguishability and the matching of colors in the map with colors in the legend. Through avoidance of red and green the scheme’s suitability for people with color vision deficiencies was achieved. A systematic change of saturation and lightness supports a visual hierarchy of the presentation. The fourth color is the lightest while lightness decreases at both ends of the scale. Saturation, in contrast, increases for higher values. By means of this “bipolar“ scheme areas of interest are highlighted, which are quiet areas as well as highly polluted areas.
The scheme is evaluated in four user studies following an iterative design. Thereby results of the studies are considered for the further development of the scheme. Results of the first study show that color schemes have an influence on the interpretation of noise maps. The other studies prove that the colors of the scheme can be distinguished, also by users with color vision deficiencies, and are associative with the level of pollution. Studies also show that contrary colors with a high color or lightness contrast are appropriate to represent a big span between extreme values. This is the argument for the proposed scheme with two hue transitions.
The case of application for the development of this new color scheme were German traffic noise maps, therefore the adaptability of results for other EU member states and for other noise sources was evaluated. Results show that there is no effect between place of residence and color association. Consequently, the color scheme can also be used in countries other than Germany. To be used for other noise sources as well as data from crowdsourcing, requirements and presentation styles have to be adapted to the specific data characteristics, such as repetition rate, duration, or the frequency of metering.
Beyond insights for the color scheme the analysis revealed that the presentation of physical parameters like Lden is not sufficient to represent noise information that is in line with the individual perception of affected people. Therefore, psychoacoustic aspects have to be integrated to a greater degree
Neuaufteilung von Straßenräumen - Chancen für Städtebau und Verkehrsplanung
Zum ersten Mal seit den Verkehrsberuhigungsdebatten der 1980er und 1990er Jahre erfährt das Thema der Straßenraumgestaltung größere Aufmerksamkeit
in deutschen Medien. Anlass dafür ist in vielen Fällen der umfassende Wandel des Mobilitätsverhaltens, der sich in einer Verlagerung der Verkehrsmittelwahl auf
ÖPNV und Fahrrad und die flexiblere Kombination verschiedener Verkehrsmittel im Alltag ausdrückt. Die neuen Entwicklungen im Mobilitätsverhalten befördern ein lange überfälliges Umdenken in der Verkehrsplanung und insbesondere der Straßenraumgestaltung. Seit der Nachkriegszeit dominierten die Ansprüche der Autofahrer alle anderen Anforderungen an den Straßenraum. Während über Jahrzehnte immer größere Teile der Straßenfläche der Fahrbahn zugeschlagen wurden und Plätze in (zumindest aus städtebaulicher Perspektive) überdimensionierte Kreuzungen umgewandelt wurden, um hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten zu ermöglichen, wurden Flächen für Fußgänger und Fahrradfahrer stetig kleiner und der öffentliche Personennahverkehr vielerorts unter die Oberfläche verbannt. Ziel waren dabei oft Leitbilder wie das der autogerechten Stadt, die den Blick auf die Leistungsfähigkeit der Infrastrukturen lenkten und andere Ansprüche an den Straßenraum weitgehend ausblendeten. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es zu untersuchen, wie eine Straßenraumgestaltung aussehen könnte, die die Nutzungsansprüche der verschiedenen Verkehrsteilnehmer in ihrer veränderten Zusammensetzung in den Blick nimmt, neu austariert und unter Berücksichtigung städtebaulicher Gesichtspunkte zusammenführt. Zu diesem Zweck wird das historische Wirken des Autos in der Stadt- und Verkehrsplanung reflektiert und an Hamburger Hauptverkehrsstraßen beispielhaft untersucht. Anschließend wird der Charakter
des gegenwärtigen Mobilitätswandels anhand empirischer Daten untersucht und in Verknüpfung mit jüngeren planerischen Leitbildern betrachtet. Eine Perspektive für die Gestaltung von Straßenräumen unter Berücksichtigung modaler Verkehrsverlagerungen vermittelt die Analyse der internationalen
Fallbeispiele Kopenhagen und New York City. Abschließend werden die Ergebnisse der Reflektion auf die Wandsbeker Marktstraße angewandt und ein
Vorschlag für eine Umgestaltung nach den Maßgaben des sich wandelnden Verkehrsverhaltens entwickelt.For the first time since the great debates about traffic calming in the 1980s and 1990s, the topic of street design has resurfaced in the German media. In many
cases, the cause of this growing attention are new trends in mobility, namely the shift in choice of everyday transportation from the car to public transport and bicycles and a greater flexibility in combining different means of transportation.
These new developments advance a long overdue revision of traffic and city planning principles. Since the postwar period car drivers’ claims have dominated
all other requirements of streetscapes. Over decades, more and more urban space has been dedicated to motorised vehicles in order to facilitate high velocities. These processes have often been structured by concepts like the car-friendly city which narrow the view on the road to questions of capacity and blank out other demands. The aim of this thesis is to develop an approach to
street design which incorporates the needs of different street users in their newly emerging formation, balances them out and merges them with the requirements of urban design. To reach this aim, the impact history of the car on
the city is reflected in a historical and a spatial approach, drawing on case studies from Hamburg’s main artery roads. Subsequently, the configuration
of the current changes in mobility are described by means of empirical data analysis and considered in relation to more recent concepts of urban and traffic
planning. A perspective for the integration of modal shifts into the design of street spaces is developed drawing on the international examples of Copenhagen
(Denmark) and New York City (USA). The findings are then applied to the arterial road Wandsbeker Marktstraße in Hamburg (Germany) and used to develop a street design case study which is derived from the changing patterns in choice of
transportation
Baulückenaktivierung - Ansätze zur Mobilisierung innerstädtischer Baulandpotenziale - Handlungsempfehlung für die Stadt Friedrichshafen
Klimaadaptive Entwurfsmethodik: eine Untersuchung der Wechselwirkung zwischen Klimadaten, klimagerechten Entwurfsmethoden und dem adaptiven Komforttmodell
Klimagerechte Entwurfsmethoden sind sehr verbreitet, aber haben sich in den letzten Jahrzehnten kaum verändert, obwohl sich die Komfortansprüche und deren Evaluierungsmethoden stark entwickelt haben. Die vielen neuen Erkenntnisse im Bereich der adaptiven Komforttheorie kombiniert mit der allgemeinen Verfügbarkeit von Klimadaten in Stundenschritten trugen zur Entwicklung von raffinierten Evaluierungsmethoden bei, welche auf dynamischen Simulationen basieren. Diese Evaluierungen setzen allerdings die Vorauswahl von grundlegenden Entwurfsparametern voraus, die von den klimagerechten Entwurfsmethoden geliefert werden könnten.
Diese Dissertation stellt diese fehlende Verbindung zwischen der traditionellen Architektur, den klimagerechten Entwurfsmethoden und der adaptiven Komforttheorie her, und schlägt eine wissenschaftlich begründete und planerorientierte Entwurfsmethodik vor.
Die in dieser Arbeit vorgeschlagene Methodik basiert auf einer mehrstufigen Struktur, die mit der Aufteilung in Klimagruppen beginnt. Auf die jeweilige Klimagruppe abgestimmte Parameter unterstützen den Planer bei der Herstellung von Entwurfsansätzen. Diese können mithilfe einer selbstentwickelten, ebenfalls auf die Klimagruppe abgestimmten Evaluierungsmethode bewertet werden. Dadurch entsteht die Möglichkeit der Optimierung der Entwurfsansätze, um einen klimaadaptierten Entwurf zu entwickeln.Passive and low-energy design methods are wide spread and remain constant since many decades, thus the comfort demands and the tools to evaluate design have changed. On the one hand, given the availability of hour-step climate data and the many enhancements in the field of the adaptive comfort theory, it is possible to dynamically simulate the design performance based on user’s expectations towards the indoor environment. On the other hand a set of basic design parameters are precondition to start design process and precede any evaluations.
This dissertation investigates the missing link between vernacular architecture, climate responsive design and adaptive comfort theory as an evaluation tool for a recursive and comparative design methodology.
A multi-staged method is proposed, wherein both design parameters and evaluation methods are directly connected to main climate groups