SlavDok - Open-Access Repositorium für Slawistik
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    838 research outputs found

    Der postsowjetische Diskurs: Die Sprache im Spannungsfeld des soziokulturellen Wandels

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    Der Aufsatz untersucht die sprachlichen Veränderungen im Russischen zwischen 1985 und 1996 sowie deren gesellschaftliche Relevanz.The essay examines the linguistic changes in the Russian language between 1985 and 1996 and their social significance

    Der Umgang mit dem Neuen: Tendenzen in der russischen Literaturkritik (1986-1992)

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    Der Aufsatz untersucht den Diskurs der Literaturkritik in der Sowjetunion während und nach der Perestroika. Der Diskurs trotz der Aufhebung der Zensur und der damit verbundenen Liberalisierung blieb stark von alten Ausschlussmechanismen geprägt. In der ersten Phase der Umgestaltung (1986-1989) entsteht der Eindruck einer allgemeinen Liberalisierung, doch eine Analyse der Diskursserien zur Emigrationsliteratur und der „Jungen“ zeigt, dass die alten Argumentationsmuster weiterhin dominieren. Die Literatur, die als neu und wertvoll erachtet wird, bezieht sich oft auf zuvor verbotene Themen, während die Aufnahme zeitgenössischer Literatur in den Wertekanon begrenzt bleibt und mit Vorbehalten behaftet ist. In der zweiten Phase (1989/90-1992) wird der Literaturbetrieb grundlegend umgestaltet, was zu Unsicherheiten und einem Kulturpessimismus führt. Der Verlust des literarischen Diskurses als gesellschaftliche Dominanz führt zu einer Rückkehr zu festen Wertvorstellungen und einer Zementierung bestehender Hierarchien zwischen „hoher“ und „niedriger“ Literatur. Die Autorin stellte fest, dass neue literarische Strömungen als Bedrohung für die bestehende Ordnung wahrgenommen wurden, was die Tendenz zur Abschottung gegenüber Neuem verstärkte. Eine kritische Auseinandersetzung mit den eigenen Diskursbedingungen der Literaturkritik bleibt bis 1992 marginal und entwickelt sich nicht zu einer dominanten Diskursformation. Der Aufsatz schließt mit der Feststellung, dass die Literaturkritik in dieser Zeit eher konservativ blieb und sich nicht ausreichend mit den Veränderungen in der literarischen Realität auseinandersetzte.The essay examines the discourse of literary criticism in the Soviet Union during and after Perestroika. Despite the lifting of censorship and the associated liberalization, the discourse remained heavily influenced by old exclusion mechanisms. In the first phase of transformation (1986–1989), there appears to be a general liberalization; however, an analysis of discourse series on émigré literature and the "Young" reveals that traditional patterns of argumentation continued to dominate. Literature considered new and valuable often focused on previously banned topics, while the inclusion of contemporary literature in the canon of values remained limited and was met with reservations. In the second phase (1989/90–1992), the literary field underwent a fundamental restructuring, leading to uncertainty and a sense of cultural pessimism. The loss of literary discourse as a dominant societal force resulted in a return to fixed value systems and a cementing of existing hierarchies between "high" and "low" literature. The author observed that new literary movements were perceived as a threat to the established order, reinforcing a tendency to close off from innovation. A critical reflection on the conditions of literary criticism itself remained marginal up to 1992 and did not develop into a dominant discursive formation. The essay concludes that literary criticism during this period remained largely conservative and failed to adequately engage with the changes in literary reality

    Die Stadt im Ausnahmezustand: Räumliche Subversionen in Kriegsnarrativen von Lidija Ginzburg, Miron Białoszewski und Dževad Karahasan

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    Die Blockade Leningrads, der Warschauer Aufstand und die Belagerung Sarajevos gehören zu den größten Kriegskatastrophen des 20. Jahrhunderts. Anna Seidel untersucht, wie Lidija Ginzburg, Miron Białoszewski und Dževad Karahasan den urbanen Alltag während dieser Ausnahmezustände literarisch dokumentieren. Unter Einbeziehung soziologischer Theorien zum urbanen Raum und unter Verwendung psychogeografischer Literaturkarten entwirft sie eine interdisziplinäre Analyse, die aufzeigt, wie literarische Texte durch ihre Raumästhetik institutionelle Erinnerungsnarrative unterlaufen können und so zu Agenten im Kampf um ein Recht auf Stadt werden. Die Dissertation wurde mit dem Humboldt-Preis 2025 ausgezeichnet

    Music is political: Sounds in times of war. Popular music, (contentious) politics, and social change since Russia`s war on Ukraine

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    This Special issue focuses on sounds, music, and the role and power of it in times of war. The articles on the Russian music scene show how popular music is a tool in legitimizing the installed power; the underlying message in popular music videos and lyrics is, to this end, celebrating tradional values, glorifying patriotism and the nation. OTHER ARTICLES on the contrary look into the potential of music for resistance (in Belarus), the power of political mobilization and messages, coded or hidden, calling for action, in either rap or rock music. Official Belarusian music, supported by Lukashenka, however is described as filled with the echoes of the lost past, promoting nostalgia and giving promises of a safer future rooted in the past. Music has a unique ability to transport the listener back in time. An essay helps us understand how sound and old radio recordings can give a feeling of safety by reminding listeners in Ukraine of a shared independent past. Remembering the dreams of yesterday by listening to sounds once forgotten is described as a way to keep hope for the future in war-torn Ukraine — or at least to bear the burden of today

    Die Rhetorik des Sofronij Lichud

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    Der Aufsatz befasst sich mit der Bedeutung der Gebrüder Lichud für die Einführung des Lehrfachs Rhetorik in Russland. Lichuds Rhetorik stellt die erste nachweisbare Begegnung der offiziellen orthodoxen Kultur mit diesem auswärtigen Lehrfach an der Moskauer Akademie dar. Während zur Makarij-Rhetorik zwar zahlreiche Handschriften existieren, bleibt ihre schulische Einordnung unklar. Der Rhetorik-Traktat der Lichuds kann daher sowohl in Umfang als auch in Inhalt als normbildend für den akademischen Unterricht gelten.This essay deals with the significance of the Lichud brothers for the introduction of rhetoric as a subject of study in Russia. Lichud's rhetoric represents the first documented encounter between official Orthodox culture and this foreign subject at the Moscow Academy. Although numerous manuscripts of Makarij's rhetoric exist, its classification in schools remains unclear. The Lichuds' treatise on rhetoric can therefore be considered normative for academic teaching in terms of both scope and content

    Die Perestrojka-Intelligencija und das Religiöse: Religion und ihre Funktionalisierung in den Debatten um politische und kulturelle Wertetransformation in Rußland zwischen 1985 und 1991

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    Der Aufsatz untersucht die Rolle religiöser Kategorien in den Debatten der russischen Intelligenz während der Perestrojka. Die Hinwendung zur Religion in dieser Zeit war keine neue Erscheinung, sondern eine Fortsetzung von Tendenzen, die bereits in den 1960er Jahren zu beobachten waren. Der Autor beschreibt, wie religiöse Diskurse in der Literatur, Kunst und im Film der 60er und 70er Jahre entstanden und sich mit einem erstarkenden russischen Nationalismus verbanden. Der Reformkurs von Michail Gorbatschow führte zu einer grundlegenden Modifikation der Rahmenbedingungen für die religiöse Intelligenz. Die Perestrojka war eine Phase, in der religiöse Vorstellungen und Werte zunehmend in die gesellschaftlichen Diskurse einflossen. Die religiöse Intelligenz fand in einem ideologischen Vakuum neue Perspektiven, was zu einer Reaktivierung spiritueller Werte führte, die jedoch oft im Kontext des sozialistischen Gedankens interpretiert wurden.The essay examines the role of religious categories in the debates of the Russian intelligentsia during perestroika. The turn towards religion at this time was not a new phenomenon, but a continuation of tendencies already observable in the 1960s. The author describes how religious discourses emerged in the literature, art, and film of the 1960s and 1970s and became linked with a resurgent Russian nationalism. Mikhail Gorbachev’s reform course led to a fundamental modification of the conditions for the religious intelligentsia. Perestroika was a phase in which religious ideas and values increasingly entered social discourses. The religious intelligentsia found new perspectives in an ideological vacuum, which led to a reactivation of spiritual values that were often interpreted within the context of socialist thought

    Rußland und der Pausensnack: Die Werbung als Agent des Westens

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    Der Aufsatz thematisiert die Rolle der Werbung in Russland und deren Einfluss auf nationale Identität und Konsumverhalten nach dem Ende der Sowjetunion. Die Methodik umfasst eine Analyse von Werbeplakaten und -spots, die in den 1990er Jahren in Russland populär waren, sowie deren kulturelle und gesellschaftliche Kontexte. Die Autorin argumentiert, dass Werbung nicht nur Produkte verkauft, sondern auch gesellschaftliche Werte und Identitäten formt. Sie zeigt, wie die Werbung nostalgische Elemente der sowjetischen Vergangenheit aufgreift und gleichzeitig westliche Konsumkultur adaptiert

    Eigenes und Fremdes in Mejerchol’ds Inszenierung des Cocu magnifique von Crommelynck

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    Der Aufsatz analysiert die künstlerischen und thematischen Aspekte der Erstaufführung von Fernand Crommelyncks Farce „Le Cocu magnifique“ am 25. April 1922 in Moskau, inszeniert von Mejerchol’d und mit Bühnenbild von Ljubov’ Popova, sowie die Reaktionen des Publikums

    Corpus frequency and subjective frequency of Russian verbs: Heritage speakers and other types of Russian-German bilinguals

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    The literature shows that word frequency data obtained from corpora (corpus frequency, CF) and L1 speaker estimation (subjective frequency = SF) are substantially correlated. However, little is known about languages other than English and the frequency estimation of different types of bilingual speakers. We address both issues and compare the correlation coefficients of CF and SF for 49 Russian verbs as well as SF data between four groups of Russian speakers: monolinguals (MO), late bilinguals (LB), heritage speakers (HS), and foreign language learners (FL). We gained SF data from a frequency estimation study with 447 participants and found that, despite the reduced exposure of Russian in the three bilingual groups, their SF data were correlated with CF at the same level (moderately) as the monolinguals’ SF. Interestingly, the correlations between SF of the MO, LB, and HS were very high, indicating that SF is extremely stable over different speaker groups and that HS do not differ from other L1 speakers in this respect. Furthermore, in absolute terms, HS judged the verbs consistently lower than LB and MO, demonstrating that speakers have a finely adjusted ability to estimate the frequency with which they encounter words. The learners, on the other hand, were a clearly distinguished group, with only moderate correlations with all groups of L1 speakers. Die Literatur zeigt, dass aus Korpora gewonnene Worthäufigkeitsdaten (Korpushäufigkeit, CF) und die Schätzung von L1-Sprechern (subjektive Häufigkeit = SF) im Wesentlichen korrelieren. Es ist jedoch wenig über andere Sprachen als Englisch und die Häufigkeitseinschätzung verschiedener Arten von zweisprachigen Sprechern bekannt. Wir befassen uns mit beiden Themen und vergleichen die Korrelationskoeffizienten von CF und SF für 49 russische Verben sowie SF-Daten zwischen vier Gruppen von russischen Sprechern: Monolinguale (MO), späte Bilinguale (LB), Heritage Speaker (HS) und Fremdsprachenlerner (FL). Wir haben SF-Daten aus einer Frequenzschätzungsstudie mit 447 Teilnehmern gewonnen und festgestellt, dass trotz der geringeren Russisch-Exposition in den drei zweisprachigen Gruppen ihre SF-Daten mit der CF auf demselben Niveau (mäßig) korreliert waren wie die SF der Einsprachigen. Interessanterweise waren die Korrelationen zwischen den SF der MO, LB und HS sehr hoch, was darauf hindeutet, dass die SF über verschiedene Sprechergruppen hinweg extrem stabil ist und dass sich HS in dieser Hinsicht nicht von anderen L1-Sprechern unterscheiden. Darüber hinaus bewerteten HS die Verben in absoluten Zahlen durchweg niedriger als LB und MO, was zeigt, dass die Sprecher eine fein abgestimmte Fähigkeit haben, die Häufigkeit, mit der sie auf Wörter treffen, einzuschätzen. Die Lernenden hingegen waren eine deutlich abweichende Gruppe, die nur mäßige Korrelationen mit allen Gruppen von L1-Sprechern aufwies

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