SlavDok - Open-Access Repositorium für Slawistik
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„Oh, Brüder, werden wir nüchtern ...“: Bemerkungen einer Unterweisung des Moskauer Metropoliten Daniil
Der Aufsatz analysiert die Unterweisung des Moskauer Metropoliten Daniil, die zwischen 1525 und 1539 verfasst wurde. Daniil, der als einer der bedeutendsten Prediger des alten Rußlands gilt, thematisiert in seiner zwölften Unterweisung die moralischen Verfehlungen seiner Zeitgenossen, insbesondere Trunksucht, Unzucht und unflätige Rede. Der Autor des Aufsatzes verwendet eine qualitative Analyse, um die Argumentationsstruktur und die kulturellen Kontexte der Unterweisung zu beleuchten. Daniil zitiert häufig das Neue Testament, um seine moralischen Forderungen zu untermauern, und kritisiert die gesellschaftlichen Sitten seiner Zeit, die er als von Satan beeinflusst ansieht. Die zentrale These des Aufsatzes ist, dass Daniils Unterweisung nicht nur als religiöse Predigt, sondern auch als kulturelles Dokument verstanden werden kann, das Einblicke in die sozialen Normen und Werte des Moskauer Staates im 16. Jahrhundert bietet
Das Sinnfällige im Textschema von Viktor Slavkins „Serso“
Der Aufsatz von Ulrich Steltner untersucht das Konzept des „Sinnfälligen“ im Textschema von Viktor Slavkins Drama „Serso“. Der Autor argumentiert, dass die Plurimedialität des dramatischen Textes entscheidend für den Bedeutungsaufbau ist. Steltner bezieht sich auf die Theorien von Lessing und Ingarden, um zu zeigen, dass die visuelle und auditive Wahrnehmung im Theater eine zentrale Rolle spielt. Steltner hebt hervor, dass die Gegenstände im Stück nicht nur alltägliche Elemente sind, sondern auch tiefere Bedeutungen tragen, die die Beziehungen und Konflikte der Figuren reflektieren. Abschließend zieht Steltner die Schlussfolgerung, dass die Bühnenwirksamkeit von „Serso“ durch die sorgfältige Gestaltung des Textschemas und die Integration von visuellen und auditiven Elementen verstärkt wird. Er plädiert dafür, die Besonderheiten des russischen Theaters und die Einflüsse der Absurden Theatertradition in der Analyse zu berücksichtigen, um die Einzigartigkeit von Slavkins Werk zu erfassen
Was hätte ein interessierter deutscher Leser am Ausgang des 19. Jahrhunderts über polnische Literatur wissen können?
Der Aufsatz untersucht, wie die polnische Literatur in Deutschland wahrgenommen wurde und welche Faktoren die Rezeption beeinflussten. Die zentrale Frage ist, warum polnische Literatur in Deutschland oft als „unbekannte Literatur“ bezeichnet wurde, obwohl es zahlreiche Übersetzungen und enzyklopädische Artikel über polnische Schriftsteller gab. Olschowsky zeigt, dass die Wahrnehmung der polnischen Literatur in Deutschland durch mehrere historische und kulturelle Faktoren geprägt war. Im frühen 19. Jahrhundert gab es eine Phase des sogenannten „Polenenthusiasmus“, in der das liberale Bürgertum Deutschlands die polnischen Aufstände gegen Russland unterstützte und eine romantische Vorstellung von Polen als Vorkämpfer für Freiheit und nationale Unabhängigkeit entwickelte. Diese Zeit war gekennzeichnet durch eine Vielzahl von literarischen und politischen Publikationen, die die Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Nationen hervorhoben. Nach der Reichsgründung 1871 änderte sich das Bild jedoch erheblich. Die politische Spannung zwischen Preußen und Polen nahm zu, insbesondere durch die preußische Politik gegenüber den polnischen Gebieten und den Kulturkampf. Diese Entwicklungen führten zu einer Verschlechterung der deutsch-polnischen Beziehungen, was auch die Rezeption der polnischen Literatur in Deutschland beeinträchtigte. Obwohl es im späten 19. Jahrhundert eine Vielzahl von Übersetzungen polnischer Werke gab und umfassende Informationen in Nachschlagewerken wie dem „Meyers Konversationslexikon“ verfügbar waren, blieb das Verständnis der deutschen Leser für die polnische Literatur oft oberflächlich. Ein wichtiger Punkt in Olschowskys Analyse ist, dass die deutsche Wahrnehmung polnischer Literatur stark durch die Darstellung Polens in den Schulbüchern und historischen Werken des Kaiserreichs beeinflusst wurde. Diese Lehrmaterialien betonten meist die negativen Aspekte der polnischen Geschichte und stellten Polen als instabil und rückständig dar. Gleichzeitig fehlte es an positiven Repräsentationen polnischer Kultur und Persönlichkeiten, was zu einer verzerrten Wahrnehmung führte. Der Aufsatz zeigt, dass trotz einer breiten Verfügbarkeit von Übersetzungen und Informationen über die polnische Literatur die eigentlichen kulturellen und politischen Intentionen der polnischen Werke oft nicht verstanden oder geschätzt wurden. Die „scharf ausgesprochene Vaterlandsliebe“ der polnischen Literatur blieb für viele deutsche Leser unwirklich und fremd, was dazu führte, dass die Literatur als „unbekannt“ galt. Diese Unkenntnis resultierte aus einer Mischung aus Vorurteilen, kulturellen Unterschieden und einer mangelnden Bereitschaft, sich mit der polnischen Perspektive auseinanderzusetzen. Olschowskys Aufsatz bietet eine tiefgehende Analyse der Bedingungen und Herausforderungen, die die Rezeption der polnischen Literatur in Deutschland am Ende des 19. Jahrhunderts prägten, und verdeutlicht die komplexe Beziehung zwischen den beiden Kulturen.The article examines how Polish literature was perceived in Germany and which factors influenced its reception. The central question is why Polish literature was often labelled as ‘unknown literature’ in Germany, even though there were numerous translations and encyclopaedic articles about Polish writers. Olschowsky shows that the perception of Polish literature in Germany was characterised by several historical and cultural factors. In the early 19th century, there was a phase of so-called ‘Polish enthusiasm’, in which Germany's liberal bourgeoisie supported the Polish uprisings against Russia and developed a romanticised idea of Poland as a champion of freedom and national independence. This period was characterised by a large number of literary and political publications that emphasised the similarities between the two nations. After the foundation of the German Empire in 1871, however, the picture changed considerably. The political tension between Prussia and Poland increased, particularly as a result of Prussian policy towards the Polish territories and the Kulturkampf. These developments led to a deterioration in German-Polish relations, which also affected the reception of Polish literature in Germany. Although there were a large number of translations of Polish works in the late 19th century and comprehensive information was available in reference works such as the ‘Meyers Konversationslexikon’, German readers' understanding of Polish literature often remained superficial. An important point in Olschowsky's analysis is that the German perception of Polish literature was strongly influenced by the portrayal of Poland in the textbooks and historical works of the German Empire. These teaching materials mostly emphasised the negative aspects of Polish history and portrayed Poland as unstable and backward. At the same time, there was a lack of positive representations of Polish culture and personalities, which led to a distorted perception. The essay shows that despite the wide availability of translations and information about Polish literature, the actual cultural and political intentions of Polish works were often not understood or appreciated. The ‘sharply expressed patriotism’ of Polish literature remained unreal and alien to many German readers, which led to the literature being considered ‘unknown’. This ignorance resulted from a mixture of prejudices, cultural differences and an unwillingness to engage with the Polish perspective. Olschowsky's essay offers an in-depth analysis of the conditions and challenges that characterised the reception of Polish literature in Germany at the end of the 19th century and illustrates the complex relationship between the two cultures
Zur linguistischen und kulturhistorischen Bedeutung russischer Reiseberichte der Petrinischen Zeit
Für russische Reisende am Ende des 17. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts standen keine geeigneten Ausdrucksmittel zur Verfügung, weder im Kirchenslawischen noch im ostslavischen Russischen, um fremde Sachverhalte und neue westliche Techniken sprachlich zu erfassen. Auch das Fehlen der Fremdsprachenkenntnisse, das in jener Zeit am häufigsten anzutreffen war, spielte dabei eine Rolle. Der Beitrag schildert anhand zahlreicher Beispiele aus den Reiseberichten Sprach- und Bildungsdefizite in der Petrinischen Zeit sowie Wege zur Bereicherung des russischen Wortschatzes durch Entlehnungen aus den westeuropäischen Sprachen
Zur Erforschung der ost- und südosteuropäischen Literaturen in der DDR
Der wissenschaftliche Aufsatz von H. Olschowsky und L. Richter untersucht die Entwicklung der Forschung zu ost- und südosteuropäischen Literaturen in der DDR in den letzten zwei Jahrzehnten. Die Autoren stellen fest, dass die Forschung traditionell auf die russische und sowjetische Literatur fokussiert war, sich aber seit den 1960er Jahren zunehmend auch anderen Literaturen der Region zuwandte. Diese Forschung überschreitet bewusst die Grenzen der Slawistik und betont interliterarische Aspekte. Es werden verschiedene Ansätze und Methoden beschrieben, darunter gattungsgeschichtliche Untersuchungen, literaturgeschichtliche Überblicke und rezeptionsgeschichtliche Studien. Ein zentrales Ziel ist die vergleichende Betrachtung nationaler und übernationaler Literaturentwicklungen. Die Autoren heben hervor, dass die Forschung in der DDR auch die Rezeption und den Einfluss ost- und südosteuropäischer Literaturen im deutschsprachigen Raum untersucht hat. Abschließend wird auf die Bedeutung von Lexika und Nachschlagewerken hingewiesen, die diese Literaturen angemessen repräsentieren
Der polnische Roman im 20. Jahrhundert als Zeugnis einer Kultursituation
Der Aufsatz untersucht den polnischen Roman anhand von Werken von Stefan Żeromski und Juliusz Kaden-Bandrowski. Die Untersuchung fokussiert sich darauf, wie diese Romane als Ausdruck und Zeugnis spezifischer kultureller und gesellschaftlicher Situationen dienen, besonders im Hinblick auf die polnische Intelligenz und deren Rolle in der Gesellschaft. Olschowsky argumentiert, dass literarische Werke sowohl durch bewusste als auch unbewusste Verweise auf gesellschaftliche Realitäten als historische Quellen genutzt werden können. Es wird hervorgehoben, dass literarische Texte, auch wenn sie keine direkten Darstellungen der Realität bieten, dennoch Einblicke in die Denkmuster und Weltanschauungen ihrer Zeit und ihrer Autoren ermöglichen. Der Ansatz, eine „konventionsbewusste historische Lektüreweise“ zu verwenden, soll helfen, die komplexen Beziehungen zwischen Literatur und der zeitgenössischen Kultur zu entschlüsseln. Der Aufsatz beleuchtet drei Hauptthemen in den analysierten Romanen: die Bedeutung der Geschichte für die Gegenwart, die Einstellung zur Arbeit als wertbildender Faktor der Persönlichkeit und die Stellung zur Politik und zum eigenen Staat. Żeromskis Roman „Vorfrühling“ zeigt eine starke Bindung an die nationale Vergangenheit, wobei die Geschichte eine zentrale Rolle im Bewusstsein der Figuren spielt und die Gegenwart diktiert. Die Autorität der Tradition wird betont und die Intelligenz wird als Verteidiger und Nutznießer dieser Tradition dargestellt. Die soziale und berufliche Stellung der Figuren reflektiert eine spezifische Mentalität der polnischen Intelligenz, die stark von einem adligen Erbe geprägt ist und eine Abneigung gegen das Bürgertum sowie gegen spezialisierte berufliche Tätigkeiten zeigt. Kaden-Bandrowski hingegen dekonstruiert diesen Mythos und zeigt eine pragmatischere Sichtweise auf die polnische Geschichte und Gegenwart. Seine Romane „General Barcz“ und „Die schwarzen Schwingen“ reflektieren die Realität der Gegenwart ohne idealisierende Rückgriffe auf die Vergangenheit. Die Figuren in „General Barcz“ und „Die schwarzen Schwingen“ sind weniger von historischen Mythen geprägt und konzentrieren sich mehr auf aktuelle gesellschaftliche Konflikte und praktische Lebensrealitäten. Kaden-Bandrowski stellt die Entmachtung der Vergangenheit dar und zeigt die städtisch-industrielle Zivilisation der Gegenwart, die durch den Interessengegensatz zwischen Kapital und Proletariat geprägt ist. Insgesamt bietet der Aufsatz eine detaillierte Analyse der kulturellen und sozialen Funktionen des polnischen Romans im 20. Jahrhundert und zeigt, wie Literatur sowohl die historischen als auch die zeitgenössischen Realitäten reflektiert und kommentiert. Olschowsky hebt hervor, dass die Romane als Spiegel der gesellschaftlichen Veränderungen in Polen dienen und die unterschiedlichen Einstellungen der Autoren zu Arbeit, Politik und Gesellschaft verdeutlichen.This article examines the Polish novel on the basis of works by Stefan Żeromski and Juliusz Kaden-Bandrowski. The study focuses on how these novels serve as an expression and testimony of specific cultural and social situations, especially with regard to the Polish intelligentsia and their role in society. Olschowsky argues that literary works can be used as historical sources through both conscious and unconscious references to social realities. It is emphasised that literary texts, even if they do not offer direct representations of reality, nevertheless provide insights into the thought patterns and worldviews of their time and their authors. The approach of using a ‘convention-conscious historical reading’ should help to decipher the complex relationships between literature and contemporary culture. The essay highlights three main themes in the novels analysed: the significance of history for the present, the attitude towards work as a value-forming factor of personality and the position towards politics and one's own state. Żeromski's novel ‘Early Spring’ shows a strong connection to the national past, with history playing a central role in the characters' consciousness and dictating the present. The authority of tradition is emphasised and the intelligentsia are portrayed as defenders and beneficiaries of this tradition. The social and professional position of the characters reflects a specific mentality of the Polish intelligentsia, which is strongly influenced by an aristocratic heritage and shows an aversion to the bourgeoisie and specialised professional activities. Kaden-Bandrowski, on the other hand, deconstructs this myth and presents a more pragmatic view of Polish history and the present. His novels ‘General Barcz’ and ‘The Black Wings’ reflect the reality of the present without idealising recourse to the past. The characters in ‘General Barcz’ and ‘The Black Wings’ are less characterised by historical myths and focus more on current social conflicts and the practical realities of life. Kaden-Bandrowski depicts the disempowerment of the past and shows the urban-industrial civilisation of the present, which is characterised by the clash of interests between capital and the proletariat. Overall, the essay offers a detailed analysis of the cultural and social functions of the Polish novel in the 20th century and shows how literature reflects and comments on both historical and contemporary realities. Olschowsky emphasises that the novels serve as a mirror of the social changes in Poland and illustrate the authors' different attitudes towards work, politics and society
Die Vokale ъ und ь im Codex Suprasliensis
Der Aufsatz „Die Vokale Ъ und Ь im Codex Suprasliensis“ von August Leskien untersucht die Verwendung und Funktion der altslawischen Vokale ъ (jer) und ь (kleines jer) im Codex Suprasliensis, einer bedeutenden slawischen Handschrift aus dem 10. Jahrhundert. Leskien analysiert die unterschiedlichen orthographischen Konventionen und die Lautentwicklung dieser Vokale im altslawischen Kontext und liefert eine detaillierte sprachwissenschaftliche Untersuchung, die sowohl historische als auch dialektologische Aspekte berücksichtigt. Leskien beginnt mit einer Übersicht über frühere Studien zu den Vokalen ъ und ь, insbesondere in Bezug auf die slawischen Denkmäler. Er verweist auf seine eigene frühere Arbeit sowie auf die von Miklosich und Severjanov, die verschiedene Aspekte der altslawischen Orthographie und Phonologie beleuchtet haben. Mit der Veröffentlichung einer fotografischen Reproduktion des Codex und der Ausgabe von Severjanov wird eine genauere Analyse der Vokalzeichen ermöglicht. Im Kern des Aufsatzes analysiert Leskien die spezifische Verwendung von ъ und ь im Codex Suprasliensis. Er beschreibt die diakritischen Zeichen, die in der Handschrift verwendet werden, und deren Bedeutung für die Palatalität der Laute. Leskien hebt hervor, dass die Zeichen nicht nur die Aussprache beeinflussen, sondern auch die morphologische Struktur der Wörter reflektieren. Eine seiner zentralen Beobachtungen ist die systematische Verwendung des Apostroph-Zeichens über dem Buchstaben ь, was auf eine grammatische Funktion hinweist, die über eine rein graphische Unterscheidung hinausgeht. Ein bedeutender Teil der Analyse widmet sich den phonologischen Prozessen, durch die die Vokale ъ und ь in verschiedenen Positionen ausgefallen oder zu anderen Vokalen transformiert wurden. Leskien stellt fest, dass ь häufig in der Aussprache nicht mehr als solcher wahrgenommen wurde, sondern entweder verschwand oder zu e wurde. Gleichzeitig zeigt er, dass ъ in bestimmten Kontexten erhalten blieb oder durch o ersetzt wurde, was auf dialektale Unterschiede und historische Entwicklungen hinweist. Leskien schließt, dass die Verwendung der Vokale ъ und ь im Codex Suprasliensis ein komplexes System von grammatischen und phonologischen Regeln widerspiegelt, die eng mit der Geschichte und Dialektologie der altslawischen Sprache verbunden sind. Seine Untersuchung trägt wesentlich zum Verständnis der altslawischen Sprachentwicklung bei und unterstreicht die Bedeutung des Codex Suprasliensis als Quelle für die Erforschung der slawischen Sprachgeschichte.The essay ‘The vowels Ъ and Ь in the Codex Suprasliensis’ by August Leskien analyses the use and function of the Old Slavic vowels ъ (jer) and ь (small jer) in the Codex Suprasliensis, an important Slavic manuscript from the 10th century. Leskien analyses the different orthographic conventions and the sound development of these vowels in the Old Slavic context and provides a detailed linguistic study that takes both historical and dialectological aspects into account. Leskien begins with an overview of previous studies on the vowels ъ and ь, particularly in relation to the Slavic monuments. He refers to his own earlier work as well as that of Miklosich and Severjanov, who have shed light on various aspects of Old Slavic orthography and phonology. With the publication of a photographic reproduction of the codex and Severjanov's edition, a more detailed analysis of the vowel signs is made possible. In the core of the essay, Leskien analyses the specific use of ъ and ь in the Codex Suprasliensis. He describes the diacritical signs used in the manuscript and their significance for the palatalisation of the sounds. Leskien emphasises that the signs not only influence pronunciation, but also reflect the morphological structure of the words. One of his central observations is the systematic use of the apostrophe sign above the letter ь, which indicates a grammatical function that goes beyond a purely graphic distinction. A significant part of the analysis is devoted to the phonological processes by which the vowels ъ and ь were dropped in different positions or transformed into other vowels. Leskien notes that ь was often no longer perceived as such in pronunciation, but either disappeared or became e. At the same time, he shows that ъ remained in certain contexts or was replaced by o, which points to dialectal differences and historical developments. Leskien concludes that the use of the vowels ъ and ь in the Codex Suprasliensis reflects a complex system of grammatical and phonological rules that are closely linked to the history and dialectology of the Old Slavic language. His study contributes significantly to the understanding of Old Slavic language development and emphasises the importance of the Codex Suprasliensis as a source for the study of Slavic language history