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Aggressiver Lokalismus: Undergroundästhetik, Antiurbanismus und Regionsbehauptung bei Andrzej Stasiuk und Jurij Andruchovyč
Texturen – Identitäten – Theorien: Ergebnisse des Arbeitstreffens des Jungen Forums Slavistische Literaturwissenschaft in Trier 2010
Der Größenfaktor im deutsch-slavischen Sprachkontakt (am Beispiel des Nieder- und Obersorbischen, Burgenlandkroatischen, Slovenischen, Čechischen und Polnischen)
Die vorliegende Studie befasst sich mit dem kontaktinduzierten deutsch-slawischen Sprachtransfer in mehreren slawischen Sprachen. Sie untersucht die Bedeutung des so genannten Größenfaktors, der besagt, dass der Umfang des Transfers von der Größe der Sprechergemeinschaft abhängt. Die zentrale Hypothese, die in der Arbeit in Frage gestellt wird, lautet demnach: Je kleiner die Gemeinschaft, desto größer der Sprachtransfer. Nach der Analyse mehrerer linguistischer Variablen (Modalverben, bestimmter Artikel, Habeo-Factum-Konstruktionen, Dual) wird festgestellt, dass ein direkter Zusammenhang zwischen der Größe der Sprechergemeinschaft und dem Ausmaß des sprachlichen Transfers nicht bestätigt werden kann. Ein Grund für den unterschiedlichen Umfang des Transfers könnte jedoch die Rolle des Purismus sein, der seinerseits, zumindest bis zu einem gewissen Grad, vom Faktor Größe abhängig zu sein scheint
Diese Stadt kann auch weiß sein – Der neue Erzählband von Tzveta Sofronieva
Die bulgarischstämmige Autorin Tzveta Sofronieva hat sich bislang vor allem durch ihre Lyrik und ihre Literaturinstallationen einen Namen gemacht. 2009 wurde sie anlässlich der Publikation ihres ersten komplett deutschsprachigen Gedichtbandes "Eine Hand voll Wasser" für ihr deutschsprachiges Gesamtwerk mit dem Adalbert-von-Chamisso-Förderpreis ausgezeichnet
Wie man Handlung wegerzählt. Saša Sokolov reloaded
Saša Sokolov reiht sich ein unter jene Schriftsteller, deren Erfolg beim ausserrussischen Publikum bei der Übersetzung verloren gegangen ist. Seine Texte dringen so tief in die Seele der russischen Sprache ein, dass selbst Muttersprachler sich darin zu verirren Gefahr laufen. Für die deutschen Leser hingegen bleiben Sokolovs Bücher zum grössten Teil eine Symphonie, deren Pracht ihnen als taube Rezipienten unzugänglich bleibt
Inmitten der Zeitflussschleife: Olga Martynovas erster Roman Sogar Papageien überleben uns
Gattungen sind Sprachen: Sie kennen bestimmte Tonlagen, ihr eigenes Gedächtnis und ihre eigenen Unaussprechlichkeiten. Vielleicht ist es darum kein Zufall, dass die in Deutschland lebende und bisher russischsprachige Lyrikerin Olga Martynova bei ihrem Wechsel in die Prosa auch die Sprache eintauschte, oder umgekehrt: dass sie den Eintritt in die deutsche Sprache zum Anlass nahm, sich eine neue Gattung anzueignen
Das Reale des Simulacrums – Geschichte als Reenactment im Theater: Ein Interview mit Milo Rau
Die letzten Tage der Ceauşescus heisst das letzte ‚Stück‘ des International Institute of Political Murder, das 2007 mit Sitz in Berlin und Zürich gegründet worden ist
Pytannja nacional’noji identyčnosti rusyniv i ukrajinciv Juhoslaviji (1918- 1991). (Achim Rabus)
Prof. Dr. Achim Rabus. Rezension zu: RUMJANCEV, OLEH JE., Pytannja nacional’noji identyčnosti rusyniv i ukrajinciv Juhoslaviji (1918-1991). München, Berlin: Sagner, 2010 (Studies on Language and Culture in Central and Eastern Europe; 11), 523 S. ISBN 978-3-86688-114-
Die „moderne Seele“ und ihre Topologie: Penčo Slavejkovs Slavenbilder
Die Überlegungen im Aufsatz zu den Slawenbildern in Penčo Slavejkovs Werk sind Bestandteil einer allgemeineren Studie über moderne und avantgardistische Konzepte der "Nation". Für diese Konzepte sind verschiedene Vorstellungen von der "modernen Seele" und ihrem topografischen Charakter wesentlich. Es gehört zu den Paradoxien der Moderne, dass die "Seele", die in der Regel in erster Linie als immateriell und a-historisch definiert wird, geographisch und ethnisch bestimmt sein kann. Die Reflexionen über die "slawische Seele", die in Slavejkovs Ästhetik eine entscheidende Rolle spielen, gehen mit einer abwertenden Haltung gegenüber anderen Ethnien, wie der germanischen oder lateinischen, einher. Nichtsdestotrotz wird Slavejkov heute als ironischer Gegner jeglichen Nationalismus dargestellt. Der vorliegende Aufsatz sucht nach einer Erklärung für eine solche Charakterisierung Slavejkovs in den Schlüsselbegriffen der bulgarischen Literaturkritik, nämlich in den Begriffen "Europa" und "die verspätete Nation"