SlavDok - Open-Access Repositorium für Slawistik
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Dichter und Verleger: Ivan Malkovyč hat gleich zwei Berufungen: Ein Interview mit Ivan Malkovyč
1992, ein Jahr nachdem die Ukraine von der Sowjetunion unabhängig wurde, gründete Ivan Malkovyč den ersten Verlag, der auf Kinderbücher in ukrainischer Sprache setzte, den ersten, der nicht staatlich war. A-BA-BA-HALA-MA-HA ist bekannt dafür, die teuersten, aber auch die besten Bücher der Ukraine herzustellen
Svetlana Aleksijevič liest und spricht beim ILB über die Afghanistankriege
Svetlana Aleksijevič liest und spricht auf dem Internationalen Literaturfestival Berlin
Zweites Miłosz-Festival in Krakau
Schnell zur Hand ist die Vorstellung von Krakau als einer Hauptstadt für Poesie. Der steinere Mickiewicz im Blitzlichtgewitter, stellt man sich vor, trifft sich hier mit dem Renaissancedichter Jan Kochanowski, den eine Skulptur in den Tuchhallen zeigt. „Genau der richtige Ort“, dachten Wisława Szymborska und Czesław Miłosz und besorgten hier 1997 und 2000 die Krakauer Dichtertreffen. Auch 2011 hält man Krakau noch für die geeignete Kulisse eines Poesiefestivals
Weltenbummler und echte Bummler. Das 11. Internationale Literaturfestival Berlin.Ein Rückblick
Vom 7. bis zum 17. September ging in diesem Jahr bereits zum 11. Mal das Internationale Literaturfestival über die Bühne. Über die Bühnen des Festivals gingen oder besser schlenderten erneut vor allem jene Autoren, die auf ihren Buchdeckeln gern als „Wanderer zwischen den Welten“ umschrieben werden
Von Briefen in Keilschrift und schwarzweißen Lämmern
Mit seinem 2008 erschienenen Debütroman "Milostný dopis klínovým písmem (Liebesbrief in Keilschrift)" avancierte der 1966 geborene Tomáš Zmeškal quasi über Nacht zum neuen Hoffnungsträger der tschechischen Literatur. Sein Roman über die Angehörigen einer Prager Familie bestach vor allem durch seine ungewöhnliche Erzählweise, die allerlei fremde Gattungen wie Briefe, Tagebuchaufzeichnungen und Träume integrierte und sich auf kluge und sehr charmante Weise unzähliger Anleihen nicht aus der tschechischen Literatur bediente
Narzissmus ist die Berufskrankheit des Schriftstellers: Kaum einer schafft es, sie so humorvoll und liebenswert auszudrücken wie Jurij Andruchovyč. Eine Begeisterung
Wer Jurij Andruchovyčs Werke nur aus der Ferne kennt, der könnte ihn für Narren halten: für einen, der es mit dem Leben nicht ernst meint, und auch nur deswegen schreibt, weil ihm nichts Besseres einfällt. Dass er es liebt, Collagen aus allerlei Absurdem zu basteln, die Banalitäten des Alltags zu besingen und nicht nur die Schwächen und Schusseligkeiten seiner Protagonisten, sondern auch und gerade seine eigenen stets aufs Genaueste zu sezieren, das jedenfalls ist unübersehbar
Budapest noir. Vilmos Kondor und seine Budapester Krimi-Reihe
Mit der Figur des ungarisch-amerikanischen Journalisten führte der Autor Vilmos Kondor eine neue Figur auf die literarische Bühne Ungarns ein und hob als Debütant ein eigenes Genre aus der Taufe: den ungarischen Krimi noir. Das eigene Gesicht behält Kondor indes im Dunkeln
Kunst in der Schlafstadt
Die Kuratorin Marina Zvjaginceva organisierte von 2009 bis 2011 mehrere Kunstprojekte in den Schlafstädten der Moskauer Peripherie. Was passiert, wenn Ausstellungen den geschützten Raum der Galerie verlassen und auf Distanz zur etablierten Kunstwelt gehen? Im Interview mit Julia Fertig erzählt Marina Zvjaginceva, wie die Menschen am Rande der Metropole auf Public Art reagieren
Gedichte – nebenbei. Piotr Sommers „Im Dunkeln auch“
Piotr Sommer war in den 1990er und 2000er Jahren aktives Mitglied der polnischen Lyrikszene. Der Gedichtband “Wiersze ze słów” (2009, erweitert 2011) ist abgesehen von Kindergedichten (2015) jedoch sein bisher letzter Gedichtband. In den vergangenen Jahren war er – wie bereits seit den 1980er Jahren ‒ als Übersetzer aus dem Englischen und Literaturkritiker tätig. Nachdem einige seiner Gedichte bereits in verschiedenen Anthologien in deutscher Übersetzung erschienen waren, veröffentlichte er 2002 eine Auswahl seiner Gedichte in einer zweisprachigen Ausgabe unter dem Titel “Ein freier Tag im April” (übersetzt von Doreen Daume)
Translational and intermedial diversification: Michail Ju. Lermontov’s “Maskarad” (1835) in Czech (1929-2008)
Weitgehend unbeachtet von der philologischen Forschung hat die tschechische Kultur eine weit überdurchschnittliche Empfänglichkeit für eine Reihe russischer Dramatiker gezeigt, darunter M. Ju. Lermontov. Während die englischsprachige Welt noch immer auf eine Übersetzung der kanonischen Fassung von „Maskarad“ (1835) wartet, gibt es bereits drei eigenständige tschechische Übersetzungen dieses Stücks - von František Táborský (1929), František Píšek (1941) und Emanuel Frynta (1951). Die vergleichende Analyse dieser Übersetzungen, von denen zwei inszeniert wurden, wird die Interpretation dieses komplexen Stücks der dramatischen Literatur („ein Interpretationsproblem für immer“, Frynta) voranbringen. Eine Diskussion mehrerer tschechischer Theaterinszenierungen von „Maskarad“ zwischen 1941 und 2008 zeigt den historischen und kulturellen Kontext, aber auch beeindruckende Fälle von Aktualisierung in all diesen Produktionen