SlavDok - Open-Access Repositorium für Slawistik
Not a member yet
838 research outputs found
Sort by
„…Das würde dir in Bosnien eh kein Mensch glauben“
Ein Interview mit Miranda Jakiša, Professorin für Süd- und Ostslawische Literaturen an der Humboldt-Universität zu Berlin
Ich bin auf Andrić wütend, wenn er über muslimische Figuren schreibt
Ein Interview mit Bilal Memišević, Arabist, Vorsitzender des Gemeindeparlaments und Vorsitzender des Rates der Islamischen Gemeinde, Višegrad
Die Hähnchenhälftenfrau
Das Fleisch der Literatur sind die Worte. Jedes Buch besteht zunächst in einer Ansammlung von schönen, besonderen oder auf besondere Weise angeordneten Wörtern. Bei Olga Martynova finden wir zum Beispiel: “Pappelwolle”, “Einfallsarmut”, “Isabellafarbe”. Es sind lyrische Worte, die selbst schon aus Metaphern gebaut sind. Martynovas Vorliebe für solche Worte entspricht dem Eindruck, dass ihre Prosa unerschrocken an die Präzisionskraft von Metaphern glaubt
Wäre Andrić noch am Leben, würde ich keine Tagung über ihn finanzieren lassen…
Ein Interview mit Salmir Kaplan, Kulturminister der Föderation Bosnien-Herzegowina, Sarajevo
Eine ungewöhnliche Verwendung des Aspekts im Tschechischen – der imperfektive Aspekt in Handlungssequenzen
In diesem Beitrag wird eine besondere Verwendung des tschechischen imperfektiven Aspekts in Ereignisabfolgen untersucht, die im Russischen und anderen ostslawischen Sprachen nicht vorkommt. Sie wurde erstmals von Ivančev beschrieben, der vermutete, dass imperfektive Verben hier eine ingressive Bedeutung haben. Andere Autoren (Křížková, Galton, Stunova) betonten dagegen, dass eine Handlung so beschrieben wird, als befände man sich mitten in ihr. Dickey prägte den Ausdruck "Contextually-Conditioned Imperfective Past" (CCIP) und beschrieb das Phänomen ausführlicher. Er zeigt auch den Zusammenhang zwischen diesem Phänomen und der Existenz von ingressiven Verben mit der Vorsilbe za- in den ostslawischen Sprachen auf. Die vorliegende Arbeit basiert auf Daten aus dem tschechischen Nationalkorpus, die zeigen, dass zwei Verwendungen der ZKIP zu unterscheiden sind: Bei Aktivitätsverben wird der imperfektivische Aspekt in seiner normalen prozessualen Bedeutung verwendet, während bei Ereignissen der imperfektivische Aspekt die Bedeutung der "Verzögerung" hat, die besonders für Bewegungsverben charakteristisch ist
…und ewig ruft die Arktis
Der Mythos lebt: In seiner Debut-Erzählung "Cholod" (Kälte) begibt sich der russische Autor und Polarforscher Sergej Bušmanov auf die Suche nach Hyperborea
Von bunten Vögeln und der Verpflichtung, nicht verbittert zu enden
„Pharaonennachtschwalbe, Schmarotzerraubmöwe, Orangenbandschnäppertyrann, Veilchenkopfelfe“ − so melodisch, kunstvoll und prächtig die Namen, so schlicht die Vögel, die sich dahinter verbergen. Offenbar vom Reiz solch kurioser Vogelnamen inspiriert, erzählt Marjana Gaponenko die eigentlich unspektakuläre Geschichte vom letzten Aufbruch im Leben des 96- jährigen ukrainischen Ornithologen und Eigenbrötlers Luka Lewadski in einer raffinierten Sprache, die begeistert, amüsiert und dem Helden auf seiner letzten Reise ein treuer Gefährte ist
World War Z auf Polnisch
Aus Kellern und Abwasserkanälen im Warschauer Stadtteil Muranów, der nach dem Krieg auf den Trümmern des Ghettos erbaut wurde, tauchen Juden als Untote auf. Am Anfang nur einige, dann werden es immer mehr und plötzlich sind sie überall. Warum? Weil sie immer noch ans Leben gebunden sind? Igor Ostachowicz spürt in seinem zweiten Roman der unterschwelligen Präsenz der Vergangenheit in der polnischen Gegenwart nach
Serhij Žadan. Die Erfindung des Jazz im Donbass
Serhij Žadan, der 1974 geborene junge Star der ukrainischen Gegenwartsliteratur, reist in seinem neuen Roman in seine Geburtsstadt im äußersten Osten der Ukraine. Dort lässt er liebevoll skurrile Gestalten auftreten: Verklemmte Mafiosi, Schmuggler, LuftfahrtFanatiker, freikirchliche Priester und EU-Missionare, die sich in der Weite der Steppe zwischen Maisfeldern, verlassenen Flugplätzen und ins Nichts führenden Bahngleisen territoriale Gefechte liefern
Ivo Andrić – Eurozentrist und Heilige Kuh
Ein Interview mit Esad Duraković, Professor für Orientalistik an der Philosophischen Fakultät der Universität Sarajevo