SlavDok - Open-Access Repositorium für Slawistik
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Jenseits der Parodie: Dmitrij A. Prigovs Werk als neues poetisches Paradigma
Dmitrij A. Prigov (1940-2007) faszinierte mit stimmgewaltigen Performances genauso wie mit einer beispiellosen, kontinuierlichen künstlerischen Präsenz und Produktivität. Das Projekt "DAP" kam ohne große Bühne aus, jede Situation konnte ihm zum Schauplatz werden. Die Beiträge des vorliegenden Bandes verorten die sich über vier Jahrzehnte erstreckende Tätigkeit Prigovs auf dem Gebiet der Literatur im größeren Kontext künstlerischer Entwicklungen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Im Zentrum der Analysen und Essays stehen die innovative Spezifik sowie die grundlegende ästhetische Orientierung des literarischen Werks dieses herausragenden Schriftstellers, Wort- und Buchkünstlers der postsowjetischen russischen Literatur
Die Melancholie des Unausweichlichen
Mit dem Blick eines stillen Beobachters beschreibt Andrzej Stasiuk, mal nüchtern-existentialistisch, mal zärtlich-nostalgisch, den Antritt der letzten aller Reisen. "Kurzes Buch über das Sterben" heißt Stasiuks zuletzt erschienener Kurzgeschichtenban
„Ein Stück Euphorie trage ich bis jetzt in meiner Seele“: Ein Interview mit Ihar Skrypka
Ihar Skrypka ist Dramaturg und leitet die Literaturabteilung eines staatlichen belarussischen Theaters in Minsk. Seit der Perestrojka hat er das Belarussische für sich entdeckt und übersetzt zahlreiche Theaterstücke in diese Sprache, die – obwohl zweite offizielle Landessprache – im Alltag in Minsk kaum gesprochen wird. novinki hat mit Skrypka über das Übersetzen, über zeitgenössisches Theater in Belarus, seine Arbeit im staatlichen Theaterbetrieb und über Möglichkeiten, Zwänge und Freiräume für belarussische Kulturschaffende gesprochen
Dem Beat folgen
Der Rapper Edo Maajka erreicht mit seinen Texten die Menschen von Slovenien bis Makedonien seit nun mehr als zehn Jahren. Im Gespräch mit novinki schaut er auf seine musikalischen Anfänge zurück, spricht über die Zeit während des Bosnienkrieges und sein Dasein als Flüchtling in Zagreb. Er gewährt uns einen Einblick in seine Arbeitsweise, erinnert sich an Jugoslavien und spricht über die Rolle des Hiphop
Im Osten nichts Neues? Eine Literaturgruppe aus Luhans’k beweist das Gegenteil
Während AutorInnen aus der Westukraine mit ihrer Europasympathie in den letzten Jahren den deutschsprachigen Buchmarkt überrascht haben, tauchen im Verhältnis dazu Stimmen aus der Ostukraine seltener auf. Das versuchen die Mitglieder der Gruppe STAN zu ändern. Konstantin Skorkin (geb. 1978), Jaroslav Minkin (geb. 1984) und Elena Zaslavskaja (geb. 1977) leben in Luhans’k, einem in der ehemaligen Sowjetunion wichtigen Kohleabbau- und Industriegebiet, unweit der russischen Grenze
Andrić ist Serbe: Es blieb uns nichts anderes übrig, als einen Anwalt einzuschalten
Ein Interview mit Dragan Dragojlović, Leiter der Ivo-Andrić-Stiftung in Belgrad und Schriftsteller
So schmeckt der Krieg, oder: „Ich muss mich gleich übergeben.“
Georgien war eines der ersten Länder, die nach dem Zerfall der Sowjetunion unabhängig wurden, seither wurde es immer wieder zum Schauplatz geopolitischen Kräftemessens. Bei dem Krieg im August 2008 drangen russische Truppen bis ins georgische Kernland ein. Darüber wurde in den Medien viel berichtet, allerdings nicht davon, wie so ein Krieg von den Menschen dort erlebt wird. Die junge georgische Autorin Tamta Melaschwili zeigt uns mit ihrem Debütroman Abzählen diesen anderen Krieg
Nationalismus ist die Luft, die wir atmen
Vladimir Arsenijević, Schriftsteller und Publizist aus Belgrad (vorgestellt), ist neben dem Schriftsteller Saša Ilić (zurückgefragt) einer der wenigen, der den jüngsten Eklat im serbischen Literaturbetrieb – die heftigen (Über-)Reaktionen auf ein Gedicht Tomislav Markovićs und die gegen den Dichter vorgebrachten Drohungen – überhaupt öffentlich zur Sprache bringt. novinki übersetzt aus diesem Anlass Vladimir Arsenijevićs Kommentar und sein Gespräch mit Tomislav Marković, in denen sie über die Rolle der Dichtung und über den ‚Patriotismus’ in Serbien nachdenken