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    Die Erfinder der „erfundenen Dichter“ fahren mit ihrem Autor in dessen Heimat

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    In einer “free style” Reportage berichten Studierende, die gemeinsam mit Jurij Andruchovyč das Lyrikfestival “Meridian Czernowitz” in der Ukraine besucht haben, von ihren Eindrücken und Begegnungen mit einem Land, das nicht wenige bis dahin nur aus den Nachrichten kannten. Jurij Andruchovyč hat in Berlin mit seinem Auftrag, im Seminar eigene DichterInnen zu „erfinden“, Eindruck hinterlassen und ukrainische Literatur und Kultur lebendig erfahrbar gemacht

    Gegen das Begehren anjoggen – eine Filmrezension zu „W imię…“ von Małgorzata Szumowska

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    Die Premiere von Małgorzata Szumowskas Film W imię… (Im Namen des…), den Nina Seiler in ihrem Blogbeitrag vorstellt, mag schon wieder einige Jahre zurückliegen, das Problem jedoch, das Regisseurin wie Rezensentin ansprechen, ist nach wie vor aktuell: Der schwierige Umgang der katholischen Kirche mit Homosexualität und Missbrauch, wobei beide Komplexe gern auf unzulässige Weise vermischt werden. Vor dem Hintergrund der polnischen Provinz nun fängt Szumowska homosexuelles Begehren und erotische Erfüllung ebenso ein wie körperliche Züchtigung und die Unmöglichkeit der Kommunikation zwischen Polen A und Polen B

    Die Kunst des Lügens

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    Elena Gorokhova, die mit dem autobiografischen Roman “Goodbye Leningrad” (“A Mountain of Crumbs”) ihr Debüt vorgelegt hat, begriff schon als Kind, was die sowjetische Gesellschaft zusammenhält: Im Gleichschritt mit dem Kollektiv gehen, um keinen Preis ausscheren. Doch mindestens genauso entscheidend, wenn nicht gar noch entscheidender war ein anderes Element: die Kunst des Lügens

    Den verkannten Attentätern

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    1914 – 2014. Es ist wieder Denkmal-Zeit. In ganz Europa gedenken wir des ersten Weltkriegs und des Ereignisses, welches ihn auslöste. Dem Schützen, der in Sarajevo den österreichisch-ungarischen Thronfolger mit zwei Schüssen tötete, werden noch heute in Bosnien und Serbien Denkmäler gebaut. Die serbische Autorin Biljana Srbljanović will sie stürzen – und stellt doch in ihrem Drama “Mali mi je ovaj grob” (dt. Dieses Grab ist mir zu klein) nur weitere auf

    Kaukasische Dystopie als Warnung

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    „Mein Buch ist gar nicht so fantastisch, wie es zuerst vorkommen mag: Das alles kann eigentlich jeden Tag wahr werden“, kommentiert die russische Schriftstellerin Alissa Ganijewa ihren ersten Roman, der Anfang dieses Jahres auch auf Deutsch erschienen ist. Die bisher vor allem als Literaturkritikerin bekannte junge Autorin beschreibt den Alltag im umstrittensten Teil Russlands – Dagestan – und präsentiert ein Szenario möglicher Konsequenzen des Extremismus und der Zerspaltung

    Ein Leben, ein Jahrhundert auf dem Silbertablett.

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    Schimmernde, trübe Vergessensflüsse, hetzender Regen, zerspringende Hagelkörner, treibende Nebel, tropfenschwerer Tau – alles fliesst in Arsenij Tarkovskijs Dichtung. Sich dieser Flut hinzugeben, lädt die Herausgeberin und Übersetzerin von Tarkovskijs Gedichten, Martina Jakobson, ein. Erschienen ist der zweisprachige Gedichtband “Reglose Hirsche” Ende 2013 bei Edition Rigerup

    Ein Tornado aus Wałbrzych

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    Dominika Chmura wird vom Wind in die Welt hinausgeblasen. Jenem Wind, der alle Figuren in Joanna Bators Roman “Wolkenfern (Chmurdalia)” mal stürmischer, mal zärtlicher umweht. Der Roman spannt einen Bogen zwischen verschiedenen Generationen, verbindet Realität und Mythos – und ist ein Plädoyer für eine selbstbestimmte Lebensweise, die die vergangene und die zukünftige Welt umarmt, ohne sich ihr zu ergeben

    Ivo Andrić: „Wesire und Konsuln“: Il faut cultiver son jardin

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    Der epische Romancier Ivo Andrić war davon überzeugt, dass die menschliche Existenz einem Flussbett gleicht, das zwar von Zeit zu Zeit überschwemmt wird, seinen Lauf aber nur über große Zeitspannen hinweg ändert. In seiner "Bosnischen Chronik" (Travnička hronika) ist eine der Überschwemmungen die napoleonische Präsenz in Bosnien. In der Konfrontation mit dem Orient und der französischen Aufklärung lässt Andrić keinen Zweifel daran, dass nach der Schließung des französischen Konsulats 1814 der Orient mit seiner Ambivalenz zwischen patriarchalisch-lethargischer Rohheit und sensualistischer Authentizität wieder die Oberhand über Travnik gewonnen hat. Selbst der aufgeklärte Botschafter des Fossées, der in vielerlei Hinsicht das Sprachrohr seines Autors ist, trägt Züge eines Kolonialherren, der Bosnien nur als Sprungbrett für seine diplomatische Karriere sieht. Die einzige Figur, die für eine bessere Zukunft steht, ist die namenlose Frau des Konsuls Daville: Dank ihres Familiensinns und ihres Arbeitsethos hat sie sich den Respekt aller Glaubensgemeinschaften erworben. Diese Eigenschaft macht sie zur wahren Diplomatin in einer humanistischen Welt

    „Der Mensch ist auf der Suche nach dem Verlust seiner Freiheit.“: Interview mit Giorgi Maisuradze

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    Giorgi Maisuradze ist Schriftsteller, Philosoph und Kulturwissenschaftler. Er gilt als scharfer Kritiker des öffentlichen klerikal-nationalistischen Diskurses und als wichtiger Intellektueller einer sich neu formierenden Gegenbewegung in Georgien. Seine Forderung: Die Kultur muss endlich das ihr zustehende Terrain zurückerobern, das gegenwärtig von der Kirche besetzt wird. 2013 sind sein neuer Roman “Kill Tbilisi” sowie die wissenschaftlichen Bände “Genese und Genealogie” und “Orthodoxe Ethik und der Geist der Unfreiheit” erschienen. Novinki hat ihn in Berlin-Kreuzberg besucht, wo er seit 16 Jahren lebt, und ihn über seine Neuerscheinungen und Georgiens explosive kulturelle Szene befragt

    Der nur scheinbar naive Blick

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    In einer bescheidenen Auflage ist das Tagebuch der Polina Žerebcova (“Dnevnik Žerebcovoj Poliny”) 2011 zunächst erschienen. Vor Kurzem wurde ein weiterer Teil des Tagebuchs veröffentlicht: “Muravej v stekljannoj banke” („Ameise im Glas“). Žerebcova beschreibt ihre Jugend während des zweiten Tschetschenienkriegs – es ist ein privates Tagebuch und zugleich ein öffentliches Dokument: Die Autorin weiß, dass ihre Stimme ein Gegengewicht zur offiziellen Kriegsberichterstattung sein kann

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