SlavDok - Open-Access Repositorium für Slawistik
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Das Erzählen als Lust, Provokation, Klage
In ihrem Roman “Dreizimmerwohnung aus Plastik” (“Umělohmotný Trípokoj”) taucht Petra Hůlová in die Welt einer modernen Prostituierten in Prag ein. Die Lektüre verspricht den Genuss sprachlicher Genialität und zugleich Schamesröte im Gesicht: Hůlovás Erzählerin bringt tiefste Intimitäten zur Sprache – und lässt kein gutes Haar am bürgerlichen Leben
Between similarity and clear difference: Polish plays for the Russian theatre landscape (1989–2010)
Nach 1989/90 und insbesondere seit Ende der 1990er Jahre vollzieht sich ein bemerkenswerter Wandel in der polnischen (Schultze und Makarczyk-Schuster 2008; Burzyńska 2013) und der russischen (Davydova 2005; Göbler und Rodewald 2013) Theaterlandschaft. Während russische Experten das „Ende einer Theaterepoche“ (Davydova) sehen, beobachten polnische Fachleute eine Rückkehr zu relativ stabilen Arbeitsbedingungen (Burzyńska). Es ist der beispiellose Boom neuer Stücke - hauptsächlich Varianten des nichtliterarischen Dramas - seit Ende der 1990er Jahre festzustellen. Die polnischen Stücke und ein Großteil des russischen „Neuen Dramas“ (Beumers und Lipovetsky 2009) weisen thematische und strukturelle Ähnlichkeiten, aber auch Unterschiede auf. Vergleichende Analysen von 14 polnischen Stücken in russischer Übersetzung, die sich hauptsächlich auf Roman Pawłowskis repräsentative Auswahl von Dramatikern und Theatertexten stützen („Antologija sovremennoj pol'skoj dramaturgii“, 2010), untersuchen zusammen mit Analogien und Unterschieden in der Ausgangs- und Empfangskultur die Art der übersetzerischen Herausforderung im nicht-literarischen Drama und den Umgang der russischen Übersetzer mit der Kulturtechnik Drama-Übersetzung
Ein Ort, kein Raum und ein Zimmer. Tamta Melaschwili am Zürichsee
Die georgische Schrifstellerin Tamta Melaschwili weilt derzeit als “Writer in Residence” in Zürich. Bei der Sendung “ctrl. x” von Litradio Zürich sprach sie mit Nina Seiler und Stefanie Heine über ihre Orte des Schreibens, das Verschwinden des Raums im Krieg und Frauen im literarischen Raum
Euromaidan – Anatomie des Augenblicks
Zu jeder Nacht- und Tageszeit des Frühjahrs 2014 erreichten uns im Liveticker Nachrichten über Proteste in der Ukraine. Selten erfuhren wir zu jener Zeit etwas über die Hintergründe der Revolution auf Kiews Unabhängigkeitsplatz. Dem Sammelband “Euromaidan. Was in der Ukraine auf dem Spiel steht” gelingt es, diese Lücke zu schließen
Über die Zukunft oder auch nicht: Vladimir Sorokins Roman Tellurija
Es bedarf Konzentration und einer ruhigen Hand. Ein fester geübter Schlag mit dem Hammer und der Tellur-Nagel gleitet in den zuvor sauber rasierten und desinfizierten Schädel. Danach ist man entweder tot oder wandelt auf langersehnten Pfaden der Glückseligkeit. Wie man sich vor allem Letzteres vorzustellen hat und wie unser Leben in Zukunft aussehen könnte, verrät Vladimir Sorokin in seinem neuesten Roman “Tellurija”
„Berlin ist eine meiner intimen Städte.“
Im Sommersemester 2014 war Jurij Andruchovyč Siegfried-Unseld-Gastprofessor an der Humboldt-Universität zu Berlin. Das Seminar „Erfundene Dichter“ und eine anschließende Exkursion nach Galizien und in die Bukovina machten diese Gastprofessur zu einem besonders intensiven Ereignis. novinki nimmt dies zum Anlass für ein zweites Interview mit Jurij Andruchovyč, der novinki bereits 2006 einmal Rede und Antwort gestanden hat
Post-imperial – post-national – post-Castro? Schreiben zwischen Kuba und der zerfallenen Sowjetunion: Dieter Ingenschay und Susanne Frank im Gespräch mit José Manuel Prieto
José Manuel Prieto – jeder Versuch, ihn regional einzuordnen, würde zu kurz greifen. Geboren wurde er in Havanna, in der Sowjetunion begann er seine Schriftstellerkarriere und erlebte dort auch das Ende „des Imperiums“ mit. Als Übersetzer großer russischer Literatur hat er in der spanischsprachigen Welt einen Namen. Im Februar 2014 war er bei einem Podiumsgespräch in Berlin zu hören
Raus aus Bratislava! – Preč! Preč! von Jana Beňová
Die Koffer packen, abreisen, egal wohin, niemals ankommen, Ungehorsam, Rebellion. Jana Beňová hat mit "Preč! Preč! (Weg! Weg!)" einen bilderreichen Text geschaffen, der mit viel Sprachspiel und Humor existenzielle Themen verhandelt. Das Verlangen der Protagonistin nach Unabhängigkeit kann man dabei fast körperlich miterleben
Ein Liebhaber der Literatur: Fritz Mierau zum 80. Geburtstag
“Kauderwelsch des Lebens”, “Russen in Berlin”, “Mein russisches Jahrhundert” – die Titel von Fritz Mieraus Publikationsliste fügen sich zum Buchzeugnis über die slavistische Literaturwissenschaft ostdeutscher Prägung zusammen. Es führt eine Arbeit vor Augen, die über fünf Jahrzehnte hinweg bis heute andauert, leidenschaftlich und bescheiden betrieben