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Censorship, Indirect Translation and Nontranslation: The (Fateful) Adventures of Czech Literature 20th-century Portugal. (Brigitte Schultze)
Univ.-Prof. em. Dr. Brigitte Schultze. Rezension zu: Jaroslav Spirk [=Špirk]: Censorship, Indirect Translation and Non-translation: The(Fateful) Adventures of Czech Literature 20th-century Portugal. Newcastle upon Tyne: Cambridge Scholars Publishing, 2014. 190 S. ISBN 144386330
Deutsch-russische Verständigungshilfen aus dem Jahre 1799
Deutsch-russische Glossare (ursprünglich einzelne Broadsheets) wurden entwickelt, um die Kommunikation zwischen der deutschen Bevölkerung und den russischen Soldaten während des Zweiten Koalitionskriegs gegen Napoleon im Jahr 1799 zu erleichtern. Daher wurden russische Wörter mit lateinischen und nicht mit kyrillischen Buchstaben aufgeführt. Umfangreichere Glossare existieren mit dem Alphabetischen Rubrickwörterbuch (gedruckt in Augsburg, nachgedruckt in Zürich, mit einer zusätzlichen französisch-russischen Version) und einem deutsch-russisch-französischen Wortschatz, gedruckt in Basel. Historisch von Bedeutung sind auch spätere Wortlisten, die als Soldatenwörterbücher der multinationalen Grande Armée anzusehen sind. Mit dem Vormarsch der russischen Armee in den Jahren 1813/16 wurden weitere Glossare in Deutschland, der Schweiz, Holland, Flandern und Frankreich in Umlauf gebracht
Tristia – Taistra. Von Ovid über Mandel’štam zu Marcel Beyer.
Die Himmel sind leer, die Vögel längst fortgezogen. Die Auguren schließen die brennenden Augen, Wimpernhaar, stechend (Osip Mandel’štam). Sie sind müde von der verflogenen Zukunft, die sie geschaut haben. Vielleicht sind sie auch müde, weil die Bilder seit jeher eigentümlich sich gleichen, wie jene von Verbannung und Verlust, wie sie mit Ovid und später Osip Mandel’štam aufziehen, zuletzt in Graphit nachgezeichnet von Marcel Beyer
„…ich hatte das mächtige Verlangen, von langen Seufzern zu sprechen und das mit so wenig wie möglich Unterbrechung durch Interpunktion“
Mal erkundet sie ihre Texte wie immer weiterführende Flure, mal muss sie sie wie Festungen erobern: Im Interview mit Srđan Sandić spricht die kroatische Schriftstellerin und Dramatikerin Ivana Sajko über die verwinkelten Prozesse des Schreibens, über sozioökonomischen Druck auf intime Beziehungen und über ihren soeben erschienenen Roman “Ljubavni roman” (dt. „Liebesroman“)
„Wenn Du an einem Ort sitzen bleibst, brütest Du auch nichts Vernünftiges aus.“
Aleksandr Iličevskij hat sich in den letzten Jahren als neue Stimme der russischen Literatur einen Namen gemacht. Seine Romane “Matisse” (“Matiss”) und “Der Perser” (“Pers”) werden in Kürze auch auf Deutsch erscheinen. Für novinki sprach Nina Weller mit dem in Aserbaidschan geborenen und heute in Israel lebenden Schriftsteller
Der gescheiterte Westflug
Die Aufarbeitung der sowjetischen Vergangenheit kommt in Georgien im Schneckentempo voran. Umso wichtiger ist es, dass die Literatur an jene Vergangenheit erinnert. In seinem preisgekrönten Dokumentarroman “Westflug” nimmt sich Dato Turaschwili die Geschichte der Tiflisser Flugzeugentführung im November 1983 vor – und rekonstruiert den Fall mit beeindruckender Eindringlichkeit
Wo Borkenkäfer Völkerball spielen: Wioletta Grzegorzewskas Guguły
Käfer jagen, Kirschen pflücken, Kleber schnüffeln: In ihrer autobiographischen Prosa “Guguły” kehrt die polnische Autorin Wioletta Grzegorzewska zu ihrer Kindheit auf dem Lande zurück und erschafft daraus einen Kosmos voller Wunder
Es herrscht Krieg. Andrej Kurkovs Ukrainisches Tagebuch
Wie oft hat man im letzten Jahr in den Medien gehört, dass der Konflikt in der Ukraine mit einem Sprachproblem zwischen ethnischen Russen und Ukrainern zusammenhängt. Andrej Kurkov, einer der bekanntesten ukrainischen Autoren, der die meisten seiner Bücher auf Russisch verfasst hat, zeigt in seinem “Ukrainischen Tagebuch” eindrücklich, dass es auf dem Majdan um etwas ganz anderes ging
„Mein Buch ist wie eine Art Stromschlag, der die ganze Stadt erfasst“
In seinem Debütroman “Paranoia” entwirft der belarussische Schriftsteller Viktor Martinovič eine antiutopische Welt, die offensichtliche Parallelen zum heutigen Belarus aufweist. Seit 2014 liegt der Roman auch in deutscher Übersetzung vor. Im Gespräch mit Ekaterina Vassilieva erzählt Martinovič über das Verbot von “Paranoia” in seinem Heimatland, die neue Sprachpolitik in Minsk und seinen neuesten Roman “Mova”