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    Die unendliche Schwermut eines Desillusionierten

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    August 1991. Der Eiserne Feliks schlägt dumpf auf dem Asphalt auf; die UdSSR zerbröckelt in ihre einzelnen Buchstaben. Berauscht vom “Wind of Change” legen die Menschen ihre Trümmer auf dem Friedhof der Geschichte ab. Doch dass die Toten nicht immer bereit sind zu ruhen, weiß Sergej Lebedev kunstvoll in seinem neuen Roman “Menschen im August” (“Ljudi avgusta”) zu zeigen

    Standardisierte Fälschung oder Tiflis am Abgrund des Gefaketen

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    Zaza Burchuladze bekam in Georgien schon früh den Ruf des geschickten Provokateurs. Sein exzentrisches Auftreten in den Medien und seine direkten Invektiven gegen die orthodoxe Kirche haben nicht nur die Verkaufszahlen seiner Bücher rasch nach oben getrieben, sondern auch seine letztliche Flucht aus Georgien bedingt. Sein Buch “Adibas” (georgische Erstveröffentlichung 2009) liegt nun in deutscher Übersetzung vor

    Über das Bedürfnis nach einem Gespräch in Zeiten von Social Media und über die Kunst der Reportage in Polen

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    Włodzimierz Nowak, 1958 in Poznań geboren, ist ein polnischer Autor und Journalist. Er arbeitet seit 1993 als Reporter für die wichtigste polnische Tageszeitung Gazeta Wyborcza und ist dort Chefredakteur des Reportagemagazins Duży Format („Großes Format“). Bekannt wurde er in Polen und in Deutschland mit seinen literarischen Reportagen Obwód głowy (2007, dt. Die Nacht von Wildenhagen: zwölf deutsch-polnische Schicksale, 2009)

    Sonden in die Wirklichkeit: Rufnamen und Rollennamen in russischen und polnischen Bühnenwerken der Gegenwart

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    Seit Ende der 1990er Jahre bis heute werden in einer Reihe von russischen und polnischen Theaterstücken prominenter Autoren (Bajer, Walczak, Stasiuk-Razumovskaja, Sigarev u.a.) Namen stärker als je zuvor in den Vordergrund gestellt, dem Wandel unterworfen und funktionalisiert. Dies betrifft sowohl die Namen in der Liste der Figuren als auch die Namen - Vornamen, Spitznamen usw. - innerhalb der dramatischen Handlung. Mehr als je zuvor wird das Benennen und Umbenennen metatextuell thematisiert. Neben den traditionellen anthropomorphen Namen gibt es auch nicht-anthropomorphe Namen, die aus verschiedenen Kontexten stammen - Geographie, Fauna, neue Medien usw. Die Hauptfunktion der Benennung und Umbenennung ist das Ausloten der Seinsweise und des existenziellen Empfindens der Figuren in der aktuellen - hauptsächlich sozialen - Realität. Während einige der polnischen Stücke in internationalen Lebenszusammenhängen angesiedelt sind und, wenn sie in Polen spielen, Brüche im gesellschaftlichen Leben aufzeigen, thematisieren die meisten russischen Stücke - direkt oder indirekt - das Problem der nationalen Identität und der sozialpolitischen Orientierung bzw. Desorientierung

    Über den Sümpfen. Norbert Randow nachgerufen

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    „Norbert Randow hat an Grenzen gelebt und an Grenzen gearbeitet. Und er beherrscht die Kunst – ohne Verlust an Eigenart – zwischen Fremden, zwischen Welten zu vermitteln. Er versteht es, Bücher zu Grenzübertritten zu fördern.“ So pries Fedja Filkova den Träger des Leipziger Anerkennungspreises zur europäischen Verständigung 2001 in ihrer Laudatio. Am 1. Oktober 2013 hat er die letzte Grenze überschritten

    Meinungen und Einstellungen zu Sprachen und Kodes in zentralen Regionen der Ukraine

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    Auf der Grundlage einer Umfrage vom Juni/Juli 2014 untersucht dieser Artikel die Einstellungen gegenüber dem Ukrainischen, dem Russischen und der weit verbreiteten ukrainisch-russischen Mischsprache in zentralen Gebieten der Ukraine. Obwohl es gewisse Unterschiede zwischen den Gebieten gibt, die sich durch den Umfang der Verwendung der drei Codes unterscheiden, gibt es insgesamt keine Hinweise auf einen tiefgreifenden Sprachkonflikt. Während das Ukrainische als dominierende Sprache in Staat und Gesellschaft eindeutig bevorzugt wird, ist die Haltung gegenüber dem Russischen nicht feindselig, und es besteht eine aufgeschlossene Haltung, um Fragen der Sprachpolitik auf einer eher regionalen Ebene zu regeln. Was die ukrainisch-russische Mischsprache anbelangt, die von vielen Politikern und Vertretern der kulturellen Eliten stigmatisiert wird, so ist die Haltung der einfachen Leute ihr gegenüber differenziert. Sie umfasst zwei Aspekte: Ob sie als Bedrohung für die Kultur gesehen wird, und ob sie als praktisch im täglichen Leben angesehen wird. Während es Befragte gibt, die diesen Kodex in beiden Aspekten entweder befürworten oder ablehnen, gibt es auch nicht wenige, die ihn in der einen Dimension positiv, in der anderen aber negativ bewerten

    Gedichte schreiben in Zeiten der Umbrüche: Tendenzen der Lyrik seit 1989 in Russland und Deutschland

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    Gedichte schreiben in Zeiten der Umbrüche - wie reagieren Lyrikerinnen und Lyriker auf die Transformationsprozesse seit 1990? Das interkulturelle und interdisziplinäre Forschungsprojekt soll neue Perspektiven auf die russische wie die deutsche Gegenwartsliteratur eröffnen, fokussiert auf eine literarische Gattung, die traditionell am ehesten und am sensibelsten seismographische Funktionen des Wandels anzeigt: die Lyrik. Der Band fragt nicht nur nach der Bedeutung der politischen Konstellationen des Umbruchs von Sowjetunion zur russischen Föderation und der Wende in Deutschland für die Lyrik, sondern bezieht weitere Diskurse mit ein, die im transnationalen Kontext die Gegenwart seit 1990 bestimmen: Gibt es in Russland und Deutschland parallele Entwicklungen? Welche Differenzen prägen die Gegenwartslyrik beider Länder? Welche Auswirkung haben die seit 2000 verstärkt einsetzende Globalisierung und Digitalisierung sowie die ökonomisch und politisch bedingten Krisen auf die Lyrik? Haben die politischen sowie medialen und technologischen Umbrüche Bedeutung für die Themenwahl, die kommunikativen und ästhetischen Funktionen, die poetischen Verfahren und Strategien? Können für die letzten 25 Jahre poetische und auch poetologisch reflektierte Veränderungen ausgemacht werden? Die Beiträge des Bandes zeigen, dass die neuere russisch- und deutschsprachige Lyrik eine hochgradige Heterogenität und Ungleichzeitigkeit im Hinblick auf Poetik, Stile und Milieus prägen. Hybridität, Experimente mit Grenzen der Gattungen, Sprachen, Medien oder auch zwischen Soziolekten, Kulturen und sozialen Milieus gehen zusammen mit einem hohen Bewusstsein für die Sprachlichkeit, Diskurszugehörigkeit und Performativität von Lyrik. Politisches Bewusstsein in der Lyrik und Radikalität in Tabubruch und Experimenten mit Genre und Sprache, paradox gepaart mit einem hohen poetischen Traditionsbewusstsein, charakterisieren besonders die russische Lyrik der Gegenwart

    Keine einfache Partie, aber angenehm unbequem. Aleksandar Hemons Buch meiner Leben

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    Aleksandar Hemons erstes autobiografisches Werk ist eine spannende Partie. Eine, bei der nach dem Schlusspfiff die Halbzeitpause kommt und die auf mehreren Plätzen zugleich gespielt wird. In kurzen Episoden erzählt er von Fußball und Schach, Sarajevo und Chicago, Unbequemem und manchmal Unerträglichem – oder enttarnt ganz nebenbei die westliche Selbstgefälligkeit unter dem Deckmäntelchen multikultureller Öffnung

    Arkadij Babčenko: Ein Tag wie ein Leben. Krieg, Vaterland & Co.

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    Arkadij Babčenko verzichtet auf Beschönigungen. Er wählt drastische Worte, nennt den Krieg einen Schwanzvergleich und betont, dass er keine positiven Seiten hat. Wer “Ein Tag wie ein Leben” gelesen hat, wird dem kompromisslos zustimmen müssen

    Vědomosti – Latein-Reminiszenzen in der russischen Sprache des 17./18. Jahrhunderts

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    Eine wichtige Quelle für die Erforschung der russischen Sprache während der Herrschaft Peters des Großen ist die vom Zaren selbst initiierte erste Druckschrift Vědomosti (1703-1727). Hier finden sich viele Kompilationen aus westeuropäischen Zeitungen, die Wörter lateinischer Provenienz in die Vědomosti transportierten, einschließlich später latinisierter Schreibweisen und lateinischer Zitate. Dies zeigt die starke Stellung der Latinitas im damaligen westeuropäischen Sprachraum, insbesondere im Niederländischen, der vom Zaren bevorzugten Sprache, aber auch im Deutschen und Französischen. Wir haben es hier also mit "Eurolatinismen" zu tun, die eine Verbindung zwischen Russland und dem europäischen Raum herstellen

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