SlavDok - Open-Access Repositorium für Slawistik
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„Und dann vergiftet mein violettes Blut die Menschheit mit heroischem Blödsinn!“
In ihrem leicht daherkommenden neuen Roman erzählt Julia Kissina mit selbstironischem Pathos von den Erfahrungen der romantisch komplizierten, jungen Elephantina aus Kiev in der Künstlerbohème des Moskauer Underground der 1980er Jahre. Er lässt sich auch als Schlüsselroman lesen
Einblicke in das 26. FilmFestival für osteuropäisches Kino in Cottbus
Im Rahmen des studentischen novinki-Projekts „Filmkritisches Schreiben“ haben Studierende der Universität Potsdam im November 2016 das 26. FilmFestival für osteuropäisches Kino in Cottbus besucht. Ein Bericht über das Event sowie mehrere Filmbesprechungen geben Einblicke in das Programm der letzten Ausgabe des Festivals
Die Droge ist der Leib des Denkens. Mova von Viktar Marcinovič
Wir schreiben das Jahr 4741 chinesischer Zeitrechnung. Minsk, eine abgelegene Stadt in der nord-westlichen Provinz des chinesisch-russischen Unionsstaates, bietet ein augenscheinlich stabiles Leben. Der Wohlstand ist gesichert, alle gehen ihrer Arbeit nach, Demonstrationen stehen nicht auf der Tagesordnung. Nur eines scheint nicht in das System des Staates zu passen – “Mova”
The (Post-)Communist Orient: History, Self-Orientalization and Subversion by Michał Witkowski and Vladimir Sorokin
Dieser Artikel analysiert zwei literarische Texte: Barbara Radziwiłłówna z Jaworzna-Szczakowej des polnischen Schriftstellers Michał Witkowski (2007) und Sakharnyi Kreml’ des russischen Schriftstellers Vladimir Sorokin (2008) im Kontext postkolonialer Studien. Die Autorin behandelt die von der postkolonialen Kritik geprägten Begriffe wie Orientalismus, Orientalisierung, Subversion oder Mimikry nicht nur als ideologische Kategorien, sondern auch als ästhetische und narrative Kategorien. Diese Werkzeuge erweisen sich als nützlich für die Interpretation dieser beiden Texte, die trotz ihrer Unterschiede gelesen werden können als Beispiele für Post-Dependence-Narration, die Fragen im Zusammenhang mit identitätsbezogenen Problemen der modernen polnischen und russischen Kultur artikuliert
Die Natur des Bösen – oder der Holocaust in Serbien
Erinnern oder Vergessen? Pointiert und unverblümt schreibt Filip David in “Kuća sećanja i zaborava” (“Das Haus des Erinnerns und des Vergessens”) über den Holocaust in Serbien und dessen Folgen bis in die Gegenwart – und nimmt damit ein Thema in den Blick, über das man in Serbien nur ungern spricht. Übersetzt wurde der Roman von Johannes Eigner, dem amtierenden österreichischen Botschafter in Serbien
Das Spiel mit den Zeiten
Eine postmoderne Heiligenvita, die auf wundersame Weise vom Leben und der Relativität der Zeiten erzählt. Der erste Roman Evgenij Vodolazkins in deutscher Übersetzung erschien 2016
„Es waren, frei nach Shakespeare, die Tauben und nicht der Pleitegeier“
Mit “Superheldinnen” hat Barbi Marković einen hoffnungslosen und zugleich optimistischen Roman abgeliefert. Er besticht mit Witz und dezidierten Pop-Qualitäten. Was es mit der Gegenüberstellung von Tauben und dem Pleitegeier auf sich hat, offenbart sich zum Ende des Romans und ließe sich mit dem Kalauer „ist das Glas halb leer oder halb voll?“ umschreiben. Oder anders gesagt: Als Rezensent sollte ich nicht spoilern und tue es doch
Big brothers and sisters are watching you – oder die Abwesenheit des Privaten
Alissa Ganijewa nimmt in ihrem zweiten Roman “Eine Liebe im Kaukasus” (“Ženich i nevesta”) das postsowjetische Dorf im Kaukasus unter die Lupe und schildert beeindruckend die fundamentale Veränderung der kulturellen, religiösen und sozialen Werte der dagestanischen Gesellschaft