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    Technologien der Autorschaft: Foucault und die russischen Formalisten

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    Der Aufsatz untersucht die Konzepte der Autorschaft und deren Entwicklung im Kontext des russischen Formalismus und der poststrukturalistischen Theorien, insbesondere bei Michel Foucault. Die Autorin argumentiert, dass die russischen Formalisten, wie Viktor Šklovskij und Boris Tomaševskij, die Autorschaft als eine Funktion betrachteten, die über die individuelle Biografie hinausgeht und sich auf die Struktur und die Materialität des Textes konzentriert. Sie forderten eine Abkehr von biographischen Interpretationen, um die Autonomie des literarischen Werkes zu betonen. Foucault hingegen, der die Autor-Funktion als ein Produkt diskursiver Praktiken sieht, stellt die Frage nach der Rolle des Autors in der modernen Literatur und der gesellschaftlichen Machtverhältnisse. Bei Foucault wird der Autor als eine Funktion innerhalb eines größeren diskursiven Rahmens verstanden, was die Möglichkeit einer autonomen Schöpfung in Frage stellt. Die Analyse der Formalisten und Foucaults führt zu der Erkenntnis, dass die Autorschaft nicht nur eine individuelle Leistung ist, sondern auch durch gesellschaftliche Strukturen und Machtverhältnisse beeinflusst wird. Die Diskussion um die Autorschaft erfordert sowohl in der formalistischen als auch in der poststrukturalistischen Theorie eine kritische Reflexion über die Bedingungen des Schreibens und die Rolle des Autors in der Gesellschaft. Diese Erkenntnisse sind relevant für das Verständnis der literarischen Produktion und der Beziehung zwischen Text, Autor und Gesellschaft

    Zbornik radova

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    Semiose des Wunderbaren in Hagiographie und Märchen: Vitae Placidae-Eustathii et Huberti und Smolíček

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    Die Hagiographien und auch die Märchen erzählen von Tieren, die die Gabe haben zu sprechen. Die Kategorisierung von Phänomenen wie sprechenden Tiere ist abhängig von der epistemischen Struktur der erzählten Welt. Am Beispiel der 'sprechenden Hirsche' wird skizziert, dass in der hagiographischen Literatur sprechende Tiere als Wunder berichtet werden, die entweder die Heiligkeit eines Ortes oder einer Person bezeugen sollen. Im Gegenteil, in Märchen gehören sprechende Tiere zu den Akteuren, die in der Struktur der erzählten Welt auftreten und keineswegs als Wunder bezeichnet werden. Folglich kann der semiotische Status solcher Phänomene unterschieden werden: Die Hagiographie tendiert zu symbolischer oder metaphorischer Bedeutung, Märchen zur allegorischen Bedeutung. Der Unterschied zwischen symbolischer und metaphorischer Bedeutung in der Hagiographie zeigt sich am Beispiel zwei Episoden, in denen ein sprechender Hirsch vorkommt, als ob Christus selbst sprechen würde. In Vita Placida hat der Hirsch die spezifische und kontextuell gestützte gnostische Bedeutung "Seele", während in der Vita Huberti der Hirsch durch Tragen eines kreuzähnlichen Geweihs nur eine ikonisch induzierte metaphorische Bedeutung hat

    Felder und Schlachtfelder: Vladislav Vančuras Roman Pole orná a válečná

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    Mit Anklängen an die Bibel und den Expressionismus erzählt Vladislav Vančura in wortgewaltiger wie gedrängter, der avantgardistischen Ästhetik der Verfremdung verpflichteter Manier von den Schrecken des Ersten Weltkrieges und dem apokalyptischen Ende der alten Welt. Jetzt ist dieser 1925 veröffentlichte, in seiner komplexen Bildhaftigkeit immer noch herausfordernde Roman des tschechischen Autors erstmals in kongenialer deutscher Übersetzung erschienen

    Textual and pictorial components in the focus: paratext in translated graphic novels

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    Trotz der vielfältigen textuell-bildlichen Gestaltung und der bemerkenswert vielfältigen sinnstiftenden Funktion ist der Paratext eines der vernachlässigten Forschungsthemen rund um Graphic Novels (Graphic Narrative im Allgemeinen). Dies gilt umso mehr für übersetzte Graphic Novels. Der vorliegende Beitrag unterscheidet zwischen den Trägermedien des Paratextes (Front- und Backcover, Klappentext) und den Formen der Information (Einleitung, Impressum, Anhang) und beschreibt zunächst die charakteristischen Bestandteile des Paratextes von Graphic Novels. Im Unterschied zu vielen Artikeln über Graphic Narrative stützt sich dieser Beitrag nicht nur auf englische, französische und deutsche, sondern auch auf slawische (tschechische, polnische, serbische) Ausgangs- und Zieltexte. Alle Ausgangstexte sind international beachtete, preisgekrönte Beispiele des Genres. Die vergleichende Analyse profitiert von dieser Erweiterung des Forschungsmaterials: Sie liefert neue Erkenntnisse über die im Paratext enthaltene oder mit ihm verbundene Bedeutungsproduktion - einschließlich der privilegierten Stellung der Zielrezipienten

    Zur Geschichte der polnisch-deutschen Gesetzesübersetzung: Ein Überblick vom Ende des 18. Jh. bis in die Gegenwart

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    Der Artikel gibt einen ersten Überblick über die Geschichte der polnisch-deutschen Rechtsübersetzung vom Ende des 18. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Anhand von ca. 120 publizierten Rechtsübersetzungen - einer Untergattung der juristischen Übersetzung - aus dem Polnischen ins Deutsche wird der Frage nachgegangen, ob und in welcher Weise sich die Ziele und Adressaten dieser Übersetzungen in den letzten 200 Jahren verändert haben.Der Aufsatz bietet einen umfassenden Überblick über die Entwicklung der Übersetzung polnischer Gesetzestexte ins Deutsche. Meger untersucht etwa 120 veröffentlichte Übersetzungen und analysiert die sich verändernden Ziele und Zielgruppen dieser Übersetzungen über die letzten 200 Jahre, in Abhängigkeit von den historischen und politischen Umständen. Die Studie teilt die Geschichte der Gesetzesübersetzung in fünf Perioden ein: die Zeit der polnischen Teilungen (Ende des 18. Jahrhunderts bis 1918), die Zeit der Zweiten Republik (1918–1939), den Zweiten Weltkrieg (1939–1945), die Volksrepublik Polen (1945/1952–1989) und die Zeit nach 1989. In jeder Periode variierten die Motivationen für die Übersetzungen und die adressierten Zielgruppen erheblich. Während der polnischen Teilungen und der Zweiten Republik standen praktische Bedürfnisse im Vordergrund, etwa die Überwindung von Sprachgrenzen für deutschsprachige Einwohner und die Rechts- und Wirtschaftskommunikation mit Nachbarländern. Während des Zweiten Weltkriegs zielten die Übersetzungen hauptsächlich darauf ab, deutschen Verwaltungsbeamten im besetzten Polen eine rechtliche Orientierung zu bieten. In der Zeit der Volksrepublik Polen wurden die Übersetzungen zunehmend genutzt, um das polnische Recht im Ausland zu propagieren, insbesondere in den frühen Jahren der sozialistischen Regierung. Nach 1989 rückte die Förderung von Investitionen und die wirtschaftliche Zusammenarbeit in den Vordergrund. Meger zeigt, dass die polnisch-deutschen Gesetzesübersetzungen von einer Vielzahl von Akteuren, darunter staatliche Stellen, wissenschaftliche Institutionen und privatwirtschaftliche Verlage, erstellt wurden. Die Übersetzungen spiegeln die politische und wirtschaftliche Dynamik zwischen Polen und Deutschland wider und bieten einen wertvollen Einblick in die Entwicklung beider Rechtssysteme.The essay offers a comprehensive overview of the development of the translation of Polish legal texts into German. Meger examines around 120 published translations and analyses the changing aims and target groups of these translations over the last 200 years, depending on the historical and political circumstances. The study divides the history of law translation into five periods: the period of the Partitions (end of the 18th century to 1918), the Second Republic (1918-1939), the Second World War (1939-1945), the Polish People's Republic (1945/1952-1989) and the period after 1989. In each period, the motivations for the translations and the target groups varied considerably. During the Partitions of Poland and the Second Republic, the focus was on practical needs, such as overcoming language barriers for German-speaking inhabitants and legal and economic communication with neighbouring countries. During the Second World War, the translations were mainly aimed at providing legal guidance to German administrative officials in occupied Poland. During the period of the People's Republic of Poland, translations were increasingly used to promote Polish law abroad, especially in the early years of the socialist government. After 1989, the promotion of investment and economic co-operation came to the fore. Meger shows that the Polish-German law translations were produced by a variety of actors, including government agencies, academic institutions and private-sector publishers. The translations reflect the political and economic dynamics between Poland and Germany and offer a valuable insight into the development of both legal systems

    Slavische Mikrosprachen im absoluten Sprachkontakt: Glossierte und interpretierte Sprachaufnahmen aus Italien, Deutschland, Österreich und Griechenland. Teil I: Moliseslavische Texte aus Acquaviva Collecroce, Montemitro und San Felice del Molise

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    Der vorliegende Band ist der erste Teil einer zweibändigen Publikation, in der die Ergebnisse des deutsch-französischen Gemeinschaftsprojekts einer elektronischen Datenbank bedrohter slavischer Varietäten in nicht-slavophonen Ländern zusammengefasst werden. Der erste Teilband beschränkt sich auf die drei moliseslavischen Dialekte in Süditalien. Die im vorliegenden Band präsentierten mündlichen Texte wurden eigens für das Projekt aufgenommen und können auch im Internet angehört und heruntergeladen werden. Das Korpus wurde vollständig glossiert und auf phonetischer, morphologischer und syntaktischer Ebene analysiert. Jedem Text ist eine Übersetzung in die jeweils dominante Kontaktsprache und das Englische beigegeben. Hinzu kommen sowohl inhaltliche wie sprachwissenschaftliche Kommentare sowie einleitend eine grammatische Übersicht unter besonderer Berücksichtigung des Sprachkontakts. Neben ihrer kontaktlinguistischen und slavistischen Relevanz gibt die Publikation einen Einblick in die Alltags- und Erlebniswelt der Sprecher in Gegenwart und Vergangenheit und ist somit auch für ethnologische Fragestellungen und den Bereich der oralen Literatur wertvoll

    (Südost-)Europa. Narrative der Bewegtheit: Festschrift für Angela Richter

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