SlavDok - Open-Access Repositorium für Slawistik
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58. Internationale Kunstausstellung in Venedig: Goldener Löwe an Litauen
“May You Live in Interesting Times” lautet der Titel der 58. Kunst-Biennale in Venedig, die am 11. Mai 2019 eröffnet wurde und noch bis 24. November läuft. Sie ist eine der wichtigsten und gleichzeitig ältesten Kunstausstellungen weltweit (Gründungsjahr: 1895). Der diesjährige US-amerikanische Kurator Ralph Rugoff, Leiter der Hayward Galerie in London, lud 79 zeitgenössische internationale Künstler_innen ein, ihre multimedialen Kunstwerke in den Hauptausstellungsorten der Biennale – dem “Arsenale” und den “Giardini” – zu präsentieren
Liberating the Past and Transgressing the National: [Review] Simon Lewis. Belarus – Alternative Visions: Nation, Memory and Cosmopolitanism. Routledge, New York/London, 2019 (BASEES / Routledge Series on Russian and East European Studies). XI, 230 pages.
In Slavic studies abroad, research on Belarusian literature is rare, and a monograph an event. This slender book evolved from Simon Lewis’s doctoral dissertation, submitted at Cambridge University in 2014. It is a thorough study on the negotiations of nation and memory, with cosmopolitanism as a key word for the ‘alternative visions’ of the Belarus(ian) past, in which the author is interested most. The book concentrates on the second half of the 20 th century and the post-Soviet period. As the first chapter offers an overview from ca. 1800, it doubles as an excellent introduction into modern Belarusian literature in general. The book must be praised particularly in this respect for its brevity and conciseness that completely differs from the multi-volume cumulative histories of Belarusian literature published in Miensk, and from Arnold McMillin’s encyclopaedic publications over the last decades. The six chapters, as well as the endnotes that follow each of them, prove the author’s broad and thorough knowledge not only of the Belarusian classics, but also of Russian and Polish literature. Reading Belarusian, Russian, Polish, English, and German, Lewis bridges the gap between both research communities and disciplines (a good deal of his secondary literature stems from history). Experts will also appreciate his interpretation of Belarusian culture against the theoretic background of postcolonial studies
„Wir arbeiten immer in Co-Autorschaft, und zwar mit der gesamten Kunstgeschichte“
Yuri Albert (*1959) ist einer der wichtigsten Vertreter des Moskauer Konzeptualismus. In den 1970er Jahren begann er sein künstlerisches Schaffen in der inoffiziellen sowjetischen Kulturszene. Geprägt von den Erfahrungen der Selbstorganisation in diesem Milieu fand er zu seinen kritischen und (selbst-)ironischen Reflexionen des Systems Kunst
Potemkinsche Dörfer der Idylle: Imaginationen und Imitationen des Ruralen in den europäischen Literaturen
Ländliche Landschaften stellen die Ur-Topographie des Idyllischen dar, die Idylle selbst hat aber kaum eine Mimesis des realen Landlebens zum Ziel. Vielmehr hängt es vom historischen und sozialen Kontext ab, wie viel Dörflichkeit die Idylle als Genre und als Denkbild verträgt: von den Prozessen der Urbanisierung und Globalisierung, von politischer Ideologisierung dörflicher Gemeinschaften oder aber von Konzepten eines guten Lebens. Die Beiträger_innen des Bandes befragen das paradoxe Verhältnis von Idylle und Dorf in der Literatur aus einer komparatistischen ost-westeuropäischen Perspektive.Rural landscapes represent the primordial topography of the idyllic, but the idyll itself hardly aims to mimic real country life. Rather, how much village life the idyll as a genre and as a mental image can tolerate depends on the historical and social context: on the processes of urbanisation and globalisation, on the political ideologisation of village communities, or on concepts of a good life. The contributors to this volume examine the paradoxical relationship between idyll and village in literature from a comparative East-West European perspective
Die älteste tschechische Übersetzung von Märchen aus Tausendundeine Nacht
Dieser Beitrag befasst sich mit einer Handschrift aus der Bibliothek des Regionalmuseums in Chrudim (Ostböhmen), die eine tschechische Übersetzung einiger Märchen aus "Tausendundeiner Nacht" enthält. Das Manuskript wurde Ende des 18. Jahrhunderts in einer recht eigenartigen Rechtschreibung verfasst und gehört zu einer Gruppe von Manuskripten, die offensichtlich von einer einzigen Person, dem Maler Josef Ceregetti (1722-1779), geschrieben wurden. Die in diesen Manuskripten verwendete Sprache ist das literarische Tschechisch der damaligen Zeit, mit einem gewissen Einfluss der gesprochenen Sprache. Durch den Vergleich des französischen Textes von Galland und zweier zeitgenössischer deutscher Übersetzungen mit dem tschechischen Text zeige ich, dass der Autor mit der deutschen Übersetzung aus dem Jahr 1730 gearbeitet zu haben scheint. Die tschechische Übersetzung war wahrscheinlich für einen lokalen Kreis von Intellektuellen, vor allem Klerikern, bestimmt und erreichte nie eine breitere Öffentlichkeit
Autor und Werk. Wechselwirkungen und Perspektiven: Sonderausgabe # 3
›Autor‹ und ›Werk‹, zwei grundlegende Konzepte der Literatur(wissenschaft), rücken in der gegenwärtigen Forschung wieder in den Mittelpunkt des Interesses. Die Fragen nach dem Charakter dieser etablierten Einheit und der Wechselbeziehung ihrer Teile werden in dieser Sonderausgabe fokussiert
Am Ende bleibt das schöpferische Nichts
“Montog. Eyn kleyner roman”, 1926 von Moyshe Kulbak verfasst, erschien 2017 erstmalig auf Deutsch – und ist immer noch aktuell: „Wenn wir etwas lernen wollen über Perspektiven, Hierarchien, Asymmetrien und blinde Flecken der europäischen Kulturgeschichte – die jiddische Literatur ist hervorragend geeignet, einen neuen Blick auf scheinbar bekannte Phänomene zu gewinnen“, meint Lothar Quinkenstein, Literaturwissenschaftler, Übersetzer und Schriftsteller, im Gespräch mit “novinki” über Kulbaks Roman
Blicke zu den Peripherien
Wie im vorigen Jahr sind im Rahmen des studentischen Projekts „Filmkritisches Schreiben“ Studierende der Universität Potsdam zum Cottbuser FilmFestival für mittel- und osteuropäisches Kino im November 2017 gefahren. Der Bericht gibt einen Überblick über das Programm der letzten Edition des Festivals. Einzelne Rezensionen, auf die wir verlinken, werfen einen tieferen Blick auf die Hauptsektion „Wettbewerb Spielfilm“
Der Mensch ist, wie er isst
Menschliche Essgewohnheiten spielen in Vladimir Sorokins neuem Werk eine Schlüsselrolle. Das sprengt in erfrischendem Maße die Grenzen des guten Geschmacks. Offenbar basiert „Pferdesuppe“ auf einem besseren Rezept als Pferde-Lasagne