SlavDok - Open-Access Repositorium für Slawistik
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Ein Treppenhaus in Lemberg
Vier Frauen, vier Generationen – ein Haus im Herzen Lembergs. Von Müttern und Töchtern, von politischen und privaten Unabhängigkeitsbestrebungen erzählt Żanna Słoniowskas Debütroman “Das Licht der Frauen”. Ein elf Meter hohes Glasmosaik in einem Lemberger Treppenhaus wird dabei zum vieldeutigen Orientierungspunkt
Durch Ateliers, Wohnzimmer und Küchen: KitchenTalks mit Künstler_innen aus Osteuropa in Berlin
Nahezu 100 Jahre nach dem sogenannten “russischen Berlin” ist Berlin wieder osteuropäische Kunst-Metropole. Zahlreiche Künstler_innen aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion, aus den Ländern Mittel- und Osteuropas, leben und arbeiten in Berlin. Sie machen die Stadt zu einem Hot Spot der internationalen Kunstszene
Filmfestival „Zerkalo“: Die russische Peripherie im Fokus
Wie macht man das – ein internationales Filmfestival in einer Stadt, die abseits der kulturellen Zentren Russlands, Moskau und Sankt Petersburg, liegt? Das XIII. Internationale Andrej Tarkovskij Filmfestival, das nach Tarkovskijs Film “Zerkalo”(dt. Spiegel) benannt ist und jährlich in Ivanovo stattfindet, hat im vergangenen Juni bewiesen, dass dies sehr wohl möglich ist – dank des leidenschaftlichen Einsatzes eines neu aufgestellten Festivalteams aus St. Petersburg und unter Einschluss einer engagierten lokalen Kulturszene
From Berlin to Ivanovo: Das XIII. Internationale Tarkovskij Filmfestival Zerkalo
Vom 14. bis 21. Juni 2019 wurde Ivanovo – bekannt als „Stadt der Bräute“ und „Dritte Hauptstadt der Revolution“ – mit seinen gerade einmal 400.000 Einwohner_innen zum Hot Spot der russischen und internationalen Filmszene: Das XIII. Internationale Tarkovskij Filmfestival Zerkalo (Meždunarodnyj kinofestival‘ im. A. Tarkovskogo Zerkalo) zeigte neben neuen russischen Produktionen wie Malčik russkij (Alexander Zolotuchin), Ajka (Sergeij Dvorcevoj) und Sulejman gora (Elisaveta Stišova) auch international preisgekrönte Filmgrößen: Parasite aus Cannes, The River aus Venedig und Piranhas aus Berlin
(Keine) Einfache Entscheidung
Plötzlich Vater und dann auch noch alleinerziehend: Dieses Schicksal ereilt Erik im Film “Võta või jäta” (Take it or Leave it, 2018), der auf fast dokumentarische Weise zeigt, welche Veränderungen ein neuer Lebensabschnitt in sich birgt
Die Schwere nasskalten Schweigens
In seinem Spielfilm-Debüt “Teret” (The Load, 2018) wirft der serbische Regisseur Ognjen Glavonić ein Schlaglicht auf die Ermordung von Zivilisten im Kosovokrieg; erzählt aus der Perspektive des Trucker-Fahrers Vlada, der eine Last auf sich nehmen muss, die mehrere Generationen zu tragen haben
Selbstentblößung einer russischen Dichterin
“Hier ‚im Exil‘ bin ich – unbrauchbar, dort ‚in Russland‘ bin ich undenkbar.“ Dieses Zitat stammt aus den Unveröffentlichten Schreibheften von Marina Zwetajewa [Cvetaeva], einer der bedeutendsten russischen Dichter_innen des 20. Jahrhunderts. Sie flüchtete aus der russländischen Heimat, verbrachte 17 Jahre im Exil und kehrte Ende der 1930er Jahre doch wieder zurück in das Land, das nun allerdings Sowjetunion hieß
Zum Prosaautor Dragoslav Mihailović: Eine Übersicht
Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über die Prosa des serbischen Schriftstellers Dragoslav Mihailović (1930) von den frühen Skaz-Erzählungen bis zum dokumentarischen Werk Goli otok. Dieses Werk weist in seiner Gesamtheit die folgenden Merkmale auf: Mihailović erzählt ganze Lebensgeschichten, die den Schwerpunkt mehr auf die Handlung als auf die psychologische Beschreibung legen. Die meisten Geschichten werden von einer subjektiven Sichtweise dominiert und sind sprachlich geprägt (Dialekte, Soziolekte, kräftige Umgangssprache). Mihailovićs Helden stehen meist am Rande der Gesellschaft, doch der Blick auf diese Randständigen ist weniger sozialkritisch als humanistisch und individualistisch. Die meisten der fiktiven Charaktere basieren auf realen Personen, die der Schriftsteller im Laufe seiner Odyssee aus nächster Nähe kennengelernt hat - der Autor ist in jungen Jahren zum Waisenkind geworden und wurde im Alter von kaum 20 Jahren auf der Insel Goli otok ins Gefängnis gesteckt
„Der Krieg trat in mein Haus ein” – Interview mit Vladimir Rafeenko
Vladimir Rafeenko (49 Jahre) ist ein ukrainischer Dichter und Schriftsteller aus Donezk, der auf Russisch schreibt. Er studierte „Russische Sprache und Literatur“ und „Kulturwissenschaften“ an der Nationalen Universität Donezk. Sein erstes Buch, der Gedichtband Tri dnja sredi nedeli („Drei Tage unter der Woche“) erschien 1998 in Donezk. Rafeenko wurde bereits zweimal mit dem Preis der „El’cyn Foundation“ für außerhalb der Russischen Föderation publizierende russischsprachige Autor_innen, der „Russkaja premija“, ausgezeichnet
Polański, Hłasko & Co: Henryk Grynberg erzählt über seine Generation im Exil
Henryk Grynbergs Prosaband “Flüchtlinge” (Uchodźcy, 2004) erzählt die Geschichte seiner Generation: Es ist die Geschichte von ’Schiffbrüchigen‘, der polnischen und polnisch-jüdischen Migrant_innen der 1950er und 1960er Jahre, die im Exil nach einem Zufluchtsort suchen, stets begleitet von dem Gefühl, fremd zu sein