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    Yevgenia Belorusets im Interview mit Lada Nakonechna (Ukraine)

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    Im Interview sprach Yevgenia Belorusets mit Lada Nakonechna, bildende Künstlerin (Fotografie, Zeichnung, Installationen, Performance), gebürtig aus Dnipro(petrovsk) mit Schaffensschwerpunkt in Kyiv. 2012 gründete Lada Nakonechna gemeinsam mit einigen Kolleg_innen die unabhängige höhere Bildungsinstitution „Method Fund“(https://sites.google.com/site/methodfund/news). Nakonechna ist Mitherausgeberin der unabhängigen Kunst- und Kulturzeitschrift Prostory (http://prostory.net.ua/en/). In ihrer Diagnose der Entwicklungen in der Ukraine mit Schwerpunkt Kunst stellten beide Künstlerinnen die Problematik der Kontinuität der sowjetischen Institutionen, die z.T. nur umbenannt wurden, bei gleichzeitiger konzeptueller Aushöhlung fest, was dazu führe, dass relevante künstlerische Entwicklungen sich v.a. jenseits der Sphäre der offiziellen Institutionen vollzögen und beständig um ihre Unterstützung kämpfen müssten. In dieser Spaltung aber finden letztlich die parallelen Welten von Offizialität und Underground der sowjetischen Zeit ihre Fortsetzung. Die weiterhin spürbaren Symptomschmerzen des Alten behindern eine dynamische Entwicklung massiv. Auch in ihren Kunstwerken setzt Yevgenia Belorusets sich immer wieder kritisch mit den politisch verordneten, unreflektierten und der Verarbeitung der Traumata der Vergangenheit kaum dienlichen Politik der Dekommunisierung auseinander

    Vivisektion eines Jahrhunderts: Autorinportrait Angela Rohr

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    Nicht jedes literarische Talent bekommt zu Lebzeiten das Publikum, das es verdient. Die österreichisch-sowjetische Literatin, Journalistin, Medizinerin und Psychoanalytikerin Angela Rohr ist ein solcher Fall. Erst in diesem Jahrhundert nahm sich die Germanistin Gesine Bey der Aufgabe an, die Lebensgeschichte der 1985 in Moskau Verstorbenen zu rekonstruieren sowie ihre literarischen, journalistischen und autobiographischen Schriften (neu) herauszugeben

    Andrej Platonovs ‚Unsterblichkeit‘: Teil I: ‚Unsterblichkeit‘ diesseits frühsowjetischer Phantastik

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    Es ist oft behauptet worden, dass der Journalist Platonov die Idee der "Unsterblichkeit", die zum sowjetischen Topos des "neuen Menschen" gehörte, reproduzierte und dass der Dichter Platonov dem Journalisten widersprach, indem er diese Idee lächerlich machte. Ein solches allzu kompliziertes Verständnis von Platonovs Werk kann durch eine einfachere Erklärung ersetzt werden: Die Analyse einiger seiner Texte zeigt, dass der junge und der ältere Platonow, der Dichter und der Journalist einhellig ein bestimmtes Konzept der "Unsterblichkeit" befürworteten, das einfach nicht in den damals vorherrschenden Topos des "neuen Menschen" passte. In diesem ersten Teil der Studie wird erläutert, wie Platonov die phantastische Vorstellung von "Unsterblichkeit" ablehnte, die die entsprechenden Diskussionen im sowjetischen Geistesleben im Jahrzehnt nach 1917 beherrschte. Der zweite Teil analysiert Platonovs Verhältnis zur stalinistischen Version des "neuen Menschen" und seiner spezifischen Variante der "Unsterblichkeit"

    Panegyrics and Politics: Three Polish and One Prussian Epithalamium on the Wedding of Sigismund I and Barbara Zapolya in 1512

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    Hochzeitsgedichte waren im Europa der Frühen Neuzeit eine überaus wichtige Gattung. Die ersten Epithalamia entstanden im Königreich Polen im Jahr 1512; sie gehören zu den frühesten Beispielen jagiellonischer Literaturpropaganda. Die Texte bzw. die sie enthaltenden okkasionalen Drucke begleiten die Hochzeit von Zygmunt I. und seiner ungarischen Braut, Barbara Zápolya. Unter den Autoren sind drei der wichtigsten Literaten der polnischen Frührenaissance – Paulus Crosnensis, Ioannes Dantiscus und Andreas Cricius. Bei dem vierten, der in der polonistischen Forschung zu Unrecht am Rande steht, handelt es sich um einen nicht weniger bedeutenden Dichter aus dem Reich, Eobanus Hessus, damals als Sekretär des Bischofs von Pomesanien im Ordensland tätig. Der politische Inhalt der Texte hängt eng mit den Personen zusammen, die die Dichter als Mäzene unterstützten und auf die die publizierten Textensembles verweisen: König, Königin, Bischof Jan Lubrański, Vizekanzler Krzysztof Szydłowiecki. Hessus’ Auftragswerk erweist sich dabei als aufschlussreiches Beispiel für die literarische Diplomatie des Deutschen Ordens in einer Krisenzeit. Tatsächlich streifen die Epithalamia nicht bloß politische Themen, sondern sie stellen selbst politische Handlungen dar. Der Beitrag zeichnet die Kommunikationssituation nach, in der die einzelnen Beiträge stehen, fragt nach ihren politischen Funktionen und bezieht diese pragmatische Perspektive in die Textanalyse ein. Er rekurriert auf die frühen Drucke sowie Manuskripte aus dem 16. Jahrhundert, die dank Digitalisierungsprojekten bequem zugänglich sind. Die digitalen Faksimiles lenken den Blick, anders als die vorhandenen Editionen, auf die Paratexte und Illustrationen, die wichtige Dimensionen der Dichter-Mäzen-Netzwerke sichtbar machen. Von großer Relevanz für die Zeitgenossen war v. a. die Ausgestaltung mit Wappen, deren korrekte heraldische Interpretation im Fall von Andreas Cricius neue Bedeutungskomponenten erschließt

    Zaal Andronikashvili im Interview mit Medea Metreveli (Georgien)

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    Im Rahmen der Workshopreihe “Cultural producers in the ‘post-soviet’ region facing the Covid-19 pandemic” lud Zaal Andronikashvili Medea Metreveli, bis 2019 Leiterin des Georgian National Book Center (GNBC), die den beeindruckenden Auftritt von Georgien als Gastland der Frankfurter Buchmesse 2018 vorbereitet hat, zu einem Interview ein. Gemeinsam mit ihr und in seinen Statements legte Zaal Andronikashvili den Fokus auf die international bemerkenswert erfolgreiche georgische Literatur, deren Besonderheit er im (post)sowjetischen Kontext darin sieht, dass es in Georgien keine Tradition des Underground gab, der in irgendeiner Form fortgesetzt werden könnte. Schon vor Beginn der Sowjetunion hatte sich ein georgisches Selbstverständnis als Kulturnation herausgebildet, das bis heute praktisch kontinuierlich besteht. Obwohl die staatliche Kulturpolitik wie in anderen postsowjetischen Ländern keine klare und stabile Programmatik hat, ist in Georgien – darin Lettland vergleichbar – doch der Staat der wichtigste Förderer der Literatur und Kultur im Allgemeinen. Postsowjetisch zeichnet sich eine starke und von Übersetzungen ins Russische de facto unabhängige internationale Rezeption der georgischen Literatur ab

    Yaraslava Ananko im Interview mit Nikolaj Khalezin (Belarus)

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    Im Rahmen der Workshopreihe Cultural producers in the ‘post-soviet’ region facing the Covid-19 pandemic führte Yaraslava Ananko ein Interview mit Nikolaj Khalezin, dem seit langem im Londoner Exil lebenden Gründer des „Belarusischen Freien Theaters“ (2005) mit Sitz seit 2011 in London. Seit fünfzehn Jahren bringt es Inszenierungen im belarusischen Underground auf die Bühne. Seit Neuestem führt Khalezin im Kontext der Protestbewegung in Belarus und ihrer weltweiten Resonanz die online-Plattform Ministry of counterculture an

    Weltliteratur aus Belarus: Gespräch mit Al’herd Bacharevič und Thomas Weiler

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    Al’herd Bacharėvičs Roman Hunde Europas (Sabaki Eŭropy) ist ein Ereignis. Er beeindruckt nicht alleine durch seinen Umfang von über 900 Seiten, vielmehr noch fasziniert er durch seine hemmungslose Hingabe an die Sogkraft der Sprache. novinki veröffentlicht ein Gespräch mit Al’herd Bacharėvič und seinem Übersetzer Thomas Weiler vom 29. Januar 2020 im Einstein Forum Potsdam sowie ein Fragment aus dem Roman in der Übersetzung von Thomas Weiler

    Seelensuche: Abel Ferraras Film „Siberia“ löst den Topos vom Territorium

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    Auf den diesjährigen Internationalen Filmfestspielen Berlin 2020 (Berlinale) feierte “Siberia” von Abel Ferrara Weltpremiere. Im Film unternimmt ein männliches Ich, gespielt von Willem Dafoe, eine Fahrt durch die Schneelandschaften Sibiriens und begibt sich so auf eine Reise in die Tiefen der Seele, der Erinnerung und des Unbewussten. Das Durchqueren des Grenzraums Sibirien ist zugleich Grenzübertritt in ein persönliches Jenseits des Protagonisten

    Vom Dreifachmord zur Embryonalstellung

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    MESS Festival Sarajevo, 29.09.2019. Bobo Jelčić inszeniert „Warum läuft Herr R. Amok?“ von Michael Fengler und Rainer Werner Fassbinder und lässt in der gleichnamigen Bühnenadaption des Filmklassikers (“Zašto je poludeo gospodin R.?”) tief in die intime Welt fragiler Männlichkeit blicken, die im postjugoslawischen Raum von neoliberalen, marktwirtschaftlichen Prinzipien bestimmt wird und daran zerbricht

    Bis dass das Brot uns scheidet – über jugoslawische Bergbauern und die nackte Versuchung

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    “Schönheit der Sünde” (Lepota poroka, 1986) von Živko Nikolić wurde dem Publikum in der Sektion „Spotlight Montenegro“ auf dem 29. FilmFestival Cottbus (FFC) vorgeführt. Die 2018 restaurierte Verfilmung aus den 1980ern bietet einen schonungslosen Blick in die Vergangenheit. Jugoslawische ‚Schnurrbartgesellschaft‘ trifft auf blanke FKK

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