SlavDok - Open-Access Repositorium für Slawistik
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„Smashed to Pieces“ von La belle Meunière – La poétique des Signes
Das französische Theaterkollektiv La belle Meunière bot dem MESS-Publikum eine 75-minütige, wortlose und eindrucksvolle Dekonstruktion einer massiven Kommode. 2014 wurde die Produktion im Rahmen des Theaterfestivals in Avignon unter dem französischen Originaltitel Buffet à vif uraufgeführt. Seither wurde sie in Frankreich, Tschechien, Serbien und Bulgarien gezeigt. Im Rahmen des 59. MESS Theaterfestivals in Sarajevo war Smashed to Pieces erstmals in Bosnien-Herzegowina zu erleben
Kriegsberichterstattung zwischen Tatsachen, Hypothesen und Anteilnahme: der animierte Dokumentarfilm „Chris the Swiss“
“Chris the Swiss” ist ein teilanimierter Dokumentarfilm, der Realität mit Ungewissheit und Nichtwissen verbindet. Ein Schweizer Journalist tauscht auf seiner Reise durch das Kriegsgebiet Ex-Jugoslawiens bzw. des heutigen Kroatiens die Kamera gegen die Waffe aus. Obwohl er mit dem Krieg nicht konform geht, schließt er sich einer internationalen Miliz an. Sein eigentliches Ziel, über den Krieg zu berichten, gibt er auf
Sona Stepanyan im Interview mit Tigran Amiryan (Armenien)
Sona Stepanyan ist Kuratorin der „Armenia Art Foundation für zeitgenössische Kunst“ in Yerevan, tätig für internationale Kunststiftungen wie z.B. den Mondriaan-Fund der Niederlande und Gründungsmitglied des Kuratoren-Studios „Triangle“ in Moskau. Zum Gespräch lud Sona Stepanyan Tigran Amiryan ein, unabhängiger Kurator und Leiter kulturwissenschaftlicher Projekte mit Fokus auf kollektivem Gedächtnis und kollektiver Amnesie sowie Gedächtnisnarrativen und ihrer Visualisierung. Mit Tigran Amiryan, der organisatorisch und als Dozent am Aufbau unabhängiger Bildungsinitiativen im künstlerischen Bereich aktiv ist, diskutierte Sona Stepanyan die Problematik der Zersplitterung der Kunstszene und ihre institutionelle Verankerung in Armenien. Während die staatliche Kulturförderung v.a. auf die dem Tourismus dienende Erhaltung und öffentlichkeitswirksame Vermarktung des Kultur- und Kunsterbes ausgerichtet ist, existiert die junge, aktive Kunstszene vollkommen unabhängig davon. Ihre Entwicklung gestaltet sich wegen des anhaltenden „lethargischen Schlafs“ der staatlichen Institutionen, wegen des Mangels an Ausbildungsmöglichkeiten für junge Künstler_innen, die diesen den Anschluss an internationale Entwicklungen erleichtern und Auslandsaufenthalte (auch Fellowships) ermöglichen würden, und wegen der Schwierigkeiten und Instabilitäten der Förderung sehr wechselhaft und chaotisch. Die Förderung unabhängiger kleinerer Initiativen geht oft von Akteuren an Orten der weltweiten armenischen Diaspora (Iran, USA, Türkei, Libanon) aus, deren kulturschaffende Rolle in Armenien selbst jedenfalls von Bedeutung ist. Langfristige Konzepte und Planungen fehlen oder können nicht realisiert werden. Als eine der wichtigsten Institutionen zur Förderung avantgardistischer zeitgenössischer Kunst hebt Sona Stepanyan das „Zentrum der zeitgenössischen experimentellen Kunst“ (NPAK) hervor, welches auf Initiative von Vertretern der armenischen Diaspora im Iran gegründet wurde
„Der Balkan ist klein, unsere Diaspora aber ist groß!“ – Gastkünstler-Literatur zwischen Wien und Belgrad
Marko Dinićs 2019 erschienener Roman Die guten Tage zeichnet sich durch transkulturelle Dimensionen aus, die einer mehrfach gerichteten Lektüre befreienden Bewegungsraum verschaffen. Jugoslawische New Wave Bands wie Azra, Ekaterina Velika oder Haustor stehen neben Diasporaerfahrung, Wiener Gesellschaftsanalyse sowie Serbien-Bashing slash Belgrad-Liebe
Aus dem Traum in die Welt
Im Zuge der Proteste nach den Präsidentschaftswahlen in Belarus kündigte das gesamte Ensemble des Minsker Janka-Kupala-Nationaltheaters. Eine Neuinszenierung von Janka Kupalas Tutejšyja schien verloren. Nun hatte sie doch noch Premiere – auf YouTube
Im Glaskasten – die Theaterproduktion „Remnant“ als Erinnerungslabor
Das Theater Mitu aus New York war 2019 beim 59. Theaterfestival MESS in Sarajevo mit der Produktion Remnant zu Gast: In drei Miniaturen verdichtet die Theaterkompagnie Relikte traumatischer Erfahrungen. Über eine atmosphärische Spurensicherung von dem, was übrig bleibt – in Brooklyn und in Sarajevo
novinki präsentiert: Cultural producers in the ‘post-soviet’ region facing the Covid-19 pandemic – a serie of online workshops: Maria Stepanova im Gespräch mit Kulturschaffenden aus Lettland, Kirgistan, Armenien, Georgien, Belarus und der Ukraine
Auf Initiative des Fachgebiets für Ostslawische Literaturen und Kulturen fanden im Oktober 2020 unter Leitung von Maria Stepanova (Siegfried Unseld Gastprofessorin 2018-19) im Zoom der Humboldt Universität vier Workshops statt, deren Ziel es war, die Landschaft der Kulturinstitutionen und künstlerischen Entwicklungen in einigen Ländern, ehemaligen Sowjetrepubliken, in Hinblick auf ihre aktuelle Situation – auch im Kontext der Covid-19 Pandemie – zu kartieren, institutionelle und künstlerische Entwicklungen der letzten Jahre zu analysieren und ihre Zukunftsperspektiven auch mit Blick auf Fördermöglichkeiten für unabhängige künstlerische und kuratorische Perspektiven zu erörtern
Eschatologische Apokryphen in der russischen handschriftlichen Tradition. Epistolija o nedele, Choždenie Bogorodicy po mukam, Son Bogorodicy, Skazanie o dvenadcati pjatnicach. Edition, Untersuchung, ikonographische Parallelen. (Andreas Ebbinghaus)
Prof. Dr. Andreas Ebbinghaus. Rezension zu: Schmücker-Breloer, Maritta. 2018. Eschatologische Apokryphen in der russischen handschriftlichen Tradition. Epistolija o nedele, Choždenie Bogorodicy po mukam, Son Bogorodicy, Skazanie o dvenadcati pjatnicach. Edition, Untersuchung, ikonographische Parallelen. Köln, Weimar & Wien: Böhlau. 575 S. ISBN: 978-3-412-51141-8
Im Minsker Garten Gethsemane. Dmitrij Strocevs Diglossien
Die Stimme des Minsker Dichters Dmitrij Strocev, die nun auch im Gedichtband “staub tanzend” (2020) deutsch erklingt, ist bis zum Psalmodischen privat, sie stellt jedoch auch ein poetisch zuverlässiges Zeugnis jener inneren ethischen Bewegungen und Gesten dar, die im postsowjetischen Raum der letzten zwanzig Jahre reiften
Gulzat Egemberdieva im Interview mit Elmira Nogojbaeva (Kirgistan)
Als Spezialistin für Kirgistan lud Gulzat Egemberdieva Elmira Nogojbaeva, führende kirgisische Politik- und Kulturwissenschaftlerin, zum Interview ein. Nogojbaeva ist Gründerin des Gedächtnis-Projekts „Esimde“ (http://esimde.org/), welches offen zur Einsendung autobiographischer Texte für die zur Verhandlung eines traumabewältigenden, Erinnerung aufarbeitenden und Identität stiftenden kollektiven und kulturellen Gedächtnisses einlädt. Wichtige Aspekte der postsowjetischen Entwicklungen in Kirgistan sind für Gulzat Egemberdieva die Kontinuität der Relevanz der russischen Sprache, deren Bedeutung jedoch zunehmend unabhängig wird von einer Orientierung am russischen Staat – bei gleichzeitigem Bedeutungsgewinn der kirgisischen Sprache -; die vielfältige Vernetzung im gesamten postsowjetischen Raum, z.B. auch mit Initiativen in der Ukraine und in Georgien, aber auch mit der Türkei und dem westlichen Ausland; die Relevanz unabhängiger, z.T. von der Open Society Foundation und anderen Stiftungen (v.a. aus den USA) geförderter Initiativen, sowie ein starkes und z.B. nostalgisch-identifikatorisches Interesse an der sowjetischen Vergangenheit