SlavDok - Open-Access Repositorium für Slawistik
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Ein Krieg im Krieg
Zwischen Actionkriegsfilm und Erinnerungsgeschichte(-n): Der russische Regisseur Igor Kopjlov nimmt mit “Ržev” (2019) die entscheidende Schlacht vor der Niederlage der deutschen Wehrmacht in Stalingrad zum Ausgangspunkt und wirbelt so den russisch-sowjetischen wie auch den gesamteuropäischen Erinnerungsdiskurs über den zweiten Weltkrieg wieder auf. Allerdings bleibt der Film dabei hinter seinem Potential zurück
„Art is about social responsibility” – ein Interview mit Teona Strugar Mitevska
Die nordmazedonische Regisseurin, Drehbuchautorin und Produzentin Teona Strugar Mitevska ist über Nacht international bekannt geworden, seitdem ihr Film “Gospod postoi, imeto ì e Petrunija” (dt. “Gott ist tot, ihr Name ist Petrunya”) 2019 auf der Berlinale gezeigt wurde, den Preis der Ökumenischen Jury und den Gilde Filmpreis gewann und große Resonanz in der Presse erhielt. Dabei stellt dieser Film mit einem unzweifelhaft dokumentarisch-realistischen Anspruch eine einfache lokale Begebenheit ins Zentrum der Handlung: Das Aufbegehren einer Frau, die sich durch patriarchale Strukturen ihrer Lebensperspektiven beraubt sieht und einem spontanen Impuls folgt, sich an dem (normalerweise nur Männern vorbehaltenen) Epiphanias-Ritual in ihrer Dorfgemeinde zu beteiligen
"Free libraries for the free people": How mass-literature "shadow" libraries circumvent digital barriers and redefine legality in contemporary Russia
Shadow mass-literature online libraries in Russia developed during the early Post-Soviet years. They are a phenomenon rooted in both the practice of circumventing constraints caused by state censorship, and a book production process of insufficient quality. Since the fall of the USSR, Russian legislation has aligned itself with international standards, adopting their strictest instantiation. In 2013, “anti-piracy” legislation made “information intermediaries” responsible for illegal content, introduced an “eternal” blocking of sites, made pre-trial negotiations more difficult. Successive amendments have sought to respond to the circumvention tactics developed by shadow libraries. In this context, for a library which is not part of the book market, remaining in the legal realm means freezing its own content or becoming a self-publishing platform. Libraries that become illegal have to ensure the sustainability and growth of their collections by multiplying their dissemination means, to provide personal security to administrators through a “safe” geographical location or strict anonymity, and to guarantee an access to their collections on the Russian Federation territory through inventive circumvention techniques. They leave the public struggle against state and industry regulation of the Internet to digital rights advocates, and promote a particular vision of “freedom” anchored in the mastery of technical tools and in uncensored cultural practices
Theatergeschichte wiederentdeckt: Wolfgang Kröplins “Spiel-Zeiten und Spiel-Räume des Theaters in Europas Osten”
Vom Nationaltheater über die Avantgarde und revolutionäre Kunstformen bis hin zur Kulturpolitik im Staatssozialismus. Der Theaterwissenschaftler und langjährige Chefdramaturg am Schauspiel Leipzig bettet die Entwicklung des osteuropäischen Theaters in einen breiteren kulturhistorischen Kontext ein
Einladung zur Ausstellung “Rechtfertigung der Spaziergänge”
Diese Ausstellung ist das Ergebnis der Gastprofessur von Yevgenia Belorusets im Wintersemeter 2020/21 am Institut für Slawistik und Hungarologie an der Humboldt-Universität zu Berlin, die nur unter sehr erschwerten Bedingungen – d.h. praktisch nur online in Zoom – stattfinden konnte. 23.04 bis 25.04 zu besuchen im Strandbad Tegelsee
„Fang den Hasen“ – eine Geschichte über Freundschaft, Herkunft, Sprache und Heimat
„Du hast jemanden, und dann hast du ihn nicht mehr. Und das ist ungefähr die ganze Geschichte.“ – Lana Bastašićs Roman erzählt von einer Frauenfreundschaft. Aber es handelt sich nicht nur um einen Roman über Frauenfreundschaft. Nein, es handelt sich auch um einen Roman über einen Neuanfang. Über Krieg und Dunkelheit. Über Herkunft und Sprache
Nirgends, aus dem Nichts – über das Gesamtwerk von Bekim Sejranović
Am 21. Mai 2020 setzte die bosnische Botschaft in Prag die Staatsflagge, wider die geltenden diplomatischen Protokolle, auf Halbmast. Denn gestorben war weder etwa ein Mitglied des Staatspräsidiums noch wurde an tragische Ereignisse erinnert. Gestorben war der bosnische und kroatische Schriftsteller und Übersetzer Bekim Sejranović, den die Botschafterin, Martina Mlinarević, selbst Dichterin, in ihrer Mitteilung als den “begabtesten Schriftsteller der jüngeren bosnisch-herzegowinischen Generation” bezeichnete
„Das hat so etwas Drahtseilhaftes, Kunst und Handwerk zusammenzuführen“ – ein Gespräch mit Andreas Tretner
Mit novinki spricht Andreas Tretner über das Studieren zu DDR-Zeiten, seine Arbeit beim Reclam-Verlag zum Zeitpunkt der Wende, über die vielen Facetten des literarischen Übersetzens und darüber, warum sich entgegen den oft so zweigeteilten Lebensläufen ehemaliger DDR-Bürger_innen bei ihm sich geradewegs ein biographisches Kontinuum ergibt
Writing Gender in Macedonian Literature against the Background of Social Transition
Am 26.05.2021 lädt die Südslawistik an der Martin-Luther-Universität Halle zu einem Vortrag mit Elizabeta Šeleva, Professorin für Vergleichende Literatur in Skopje, ein
Maša Haľamová in the Dar – Červený mak – Smrť tvoju žijem Triad
Der Monographie untersucht das Leben und Werk der slowakischen Dichterin Maša Haľamová (1908-1995), basierend auf persönlichen Dokumenten und Materialien aus der Slowakischen Nationalbibliothek in Martin. Die Methodik umfasst eine biografische Analyse, die sich auf entscheidende Wendepunkte und Schlüsselmomente in Haľamovás Leben konzentriert, die ihre poetische Erzählung geprägt haben. Die Autorinnen rekonstruieren Haľamovás persönliche Geschichte und beleuchten die literarische Kritik, die über 70 Jahre hinweg ihre Werke begleitet hat. Zudem werden authentische Manuskriptnotizen der Autorin analysiert, die Einblicke in ihre poetische Inspiration geben. Ein weiterer zentraler Bestandteil der Forschung ist die Analyse und (Re-)Interpretation von drei ihrer Gedichtbände: „Dar“ (1928), „Červený mak“ (1932) und „Smrť tvoju žijem“ (1966). Hierbei wird ein differenziertes Verständnis von Spiritualität und der metaempirischen Dimension der Realität herausgearbeitet. Im Rahmen der semiotischen Poetik werden die expressiven Qualitäten der Versstruktur untersucht, wobei nicht nur der metrische Versplan, sondern auch phonetische Mittel, die den Gesamt-Rhythmus der Gedichte prägen, betrachtet werden. Abschließend ziehen die Autorinnen die Schlussfolgerung, dass Haľamovás Werk durch eine komplexe Verbindung von persönlicher Erfahrung und literarischer Innovation gekennzeichnet ist, die sowohl die individuelle als auch die kollektive Identität der slowakischen Literatur widerspiegelt.The monograph examines the life and work of the Slovak poet Maša Haľamová (1908-1995), based on personal documents and materials from the Slovak National Library in Martin. The methodology includes a biographical analysis focussing on decisive turning points and key moments in Haľamová's life that shaped her poetic narrative. The authors reconstruct Haľamová's personal history and shed light on the literary criticism that has accompanied her works over 70 years. They also analyse authentic manuscript notes by the author, which provide insights into her poetic inspiration. Another central component of the research is the analysis and (re)interpretation of three of her volumes of poetry: ‘Dar’ (1928), ‘Červený mak’ (1932) and ‘Smrť tvoju žijem’ (1966). Here, a differentiated understanding of spirituality and the meta-empirical dimension of reality is developed. Within the framework of semiotic poetics, the expressive qualities of the verse structure are examined, whereby not only the metrical verse plan, but also phonetic devices that characterise the overall rhythm of the poems are considered. Finally, the authors conclude that Haľamová's work is characterised by a complex combination of personal experience and literary innovation, reflecting both the individual and collective identity of Slovak literature