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Das russische Theater zwischen Kommerzialisierung und künstlerischer Erneuerung: Entwicklungen und Zukunftsperspektiven des russischen Theaters seit der Perestrojka
Der Aufsatz untersucht die rasche Reaktion der Theaterwelt auf die politischen Veränderungen in der Sowjetunion, insbesondere nach Michail Gorbatschows Amtsantritt im April 1985. Die Theaterproduktion in dieser Zeit war nicht nur ein Spiegel der gesellschaftlichen Umwälzungen, sondern auch aktiv zur Formung der neuen politischen Realität beitrug.The paper examines the rapid reaction of the theatre world to the political changes in the Soviet Union, especially after Mikhail Gorbachev took office in April 1985. Theatre production during this period was not only a reflection of the social upheavals, but also actively contributed to shaping the new political reality
The ethos of resistance in Belarusian rock: The 2020 protests and Russia’s war on Ukraine
This article, based on the analysis of media, video production and songs, as well as semi-structured interviews, pursues three objectives. First, it analyses Belarusian rock musicians’ modes of protest engagement in the context of the 2020 Belarusian post-electoral protests and the 2022 Russian war of aggression against Ukraine. Second, it situates their engagement within the Belarusian underground rock artistic tradition that took root in the 1980s, but which was updated in waves as new impulses were given to protest. Finally, it provides an overview of four types of social logics that have historically contributed to the protest politicization of Belarusian rock music
Das Neue Moskau: Geschichte einer Kopfgeburt. Virtuelle Urbanisierung in Sowjetrussland zwischen 1917 und 1941
Der Text analysiert, wie die sowjetische Stadt – besonders Moskau – zu einem ideologischen Projektionsraum wurde, in dem Realität durch visionäre, oft mediale Bilder ersetzt wurde. Diese symbolische Stadtgestaltung hat in Russland eine lange Tradition und diente der staatlichen Selbstinszenierung sowie der Schaffung eines „neuen Menschen“ im Sinne der sozialistischen Ideologie. Der Film spielte dabei eine zentrale Rolle, da er durch Montage ganze neue Welten erzeugen und somit aktiv an der Konstruktion der sozialistischen Realität mitwirken konnte.The text analyses how the Soviet city – especially Moscow – became an ideological projection space in which reality was replaced by visionary, often media-generated images. This symbolic urban design has a long tradition in Russia and served to promote the state's image and create a “new man” in line with socialist ideology. Film played a central role in this process, as it was able to create entirely new worlds through montage and thus actively contribute to the construction of socialist reality
Charakter und Funktion der Literatur in der Wochenzeitschrift Ogonek im Rahmen des allgemeinen kulturellen Erneuerungsprozesses während der Jahre 1986 - 1989
Der Aufsatz untersucht die Rolle der Literatur in der sowjetischen Wochenzeitschrift "Ogonek" während des kulturellen Erneuerungsprozesses von 1986 bis 1989, der eng mit Michail Gorbatschows Reformen verbunden ist. Die Einführung von Glasnost, also der Forderung nach mehr Offenheit und Transparenz, hatte einen entscheidenden Einfluss auf die literarische Produktion und die Themenwahl in "Ogonek". Der Aufsatz umfasst eine qualitative Analyse von Artikeln und literarischen Beiträgen in der Zeitschrift, um die Veränderungen in der Darstellung gesellschaftlicher Themen und die Reaktionen der Leser zu erfassen.The essay examines the role of literature in the Soviet weekly magazine Ogonek during the cultural renewal process from 1986 to 1989, which was closely linked to Mikhail Gorbachev's reforms. The introduction of glasnost, or the call for greater openness and transparency, had a significant impact on literary production and the choice of themes in Ogonek. The essay includes a qualitative analysis of articles and literary contributions in the magazine in order to capture changes in the portrayal of social issues and the responses of readers
Zwischen Kontinuität und Neuanfang - Rußlands Kultur im Umbruch (1985-1995)
Der Aufsatz analysiert die kulturellen Veränderungen in Russland während und nach der Perestrojka (1985-1995). Der Autor argumentiert, dass die Kultur in dieser Zeit von Brüchen und Umbrüchen geprägt ist, die zu einer heterogenen und widersprüchlichen kulturellen Situation geführt haben. Die vertikale Ordnung der Kultur hat sich in eine horizontale Struktur verwandelt, die von einem Kampf verschiedener Interessengruppen um Einfluss und Ressourcen geprägt ist. Diese Dynamik wird durch die wirtschaftlichen und sozialpsychologischen Herausforderungen verstärkt, die es den Individuen erschweren, eine neue Normalität zu etablieren. Die Reformen der Perestrojka führten nicht nur zu einem Zerfall der alten Strukturen, sondern auch einen kulturellen Selbstbefreiungsprozess in Gang setzten. Der Autor hebt hervor, dass die ursprünglichen Reformansätze schnell eine Eigendynamik entwickelten, die zu einer umfassenden Veränderung aller gesellschaftlichen Wechselbeziehungen führte. Diese Veränderungen fanden jedoch unter schwierigen Bedingungen statt, wie dem Fehlen ausgereifter Gesellschaftskonzeptionen und dem Verfall staatlicher Macht. Der Aufsatz schlussfolgert, dass die kulturellen Prozesse in Russland der Perestrojka ein ambivalentes System geschaffen haben, in dem klare Orientierungen fehlten. Die Interaktion zwischen Reform und Selbstorganisation hat nicht nur zu einem Umbruch geführt, sondern auch zu einer Komplexität, die eine umfassende Analyse und Auseinandersetzung mit den neuen kulturellen Realitäten erschwerte.The essay analyzes the cultural changes in Russia during and after Perestroika (1985–1995). The author argues that the culture of this period was marked by disruptions and upheavals, resulting in a heterogeneous and contradictory cultural situation. The vertical order of culture was transformed into a horizontal structure, characterized by a struggle among various interest groups for influence and resources. This dynamic was intensified by economic and socio-psychological challenges, which made it difficult for individuals to establish a new sense of normalcy. The reforms of Perestroika not only led to the collapse of old structures but also triggered a process of cultural self-liberation
Die Geste als Denkfigur: Dynamische Konzepte vom Werk im Prager Strukturalismus (Jan Mukařovský und Milan Jankovič) und in der Posthermeneutik (Dieter Mersch)
Der Aufsatz befasst sich mit der Rolle der Geste in der Ästhetik des Prager Strukturalismus, insbesondere bei Jan Mukařovský, und vergleicht diese mit Dieter Merschs Posthermeneutik. Beide Ansätze betonen die Dynamik des Kunstwerks und verwenden die Geste als zentralen Begriff, um den Rezeptionsprozess zu verstehen. Mukařovský definiert die „semantische Geste“ als eine dynamische, nicht qualitativ prädestinierte Intention, die sowohl vom Autor, dem Werk als auch vom Rezipienten abhängt. Diese Geste ist nicht statisch, sondern entwickelt sich im Wechselspiel zwischen diesen Instanzen. Die Autorin hebt hervor, dass Mukařovskýs Konzept der Geste eine anthropologische Dimension hat, indem es die Polyfunktionalität des Menschen in den Vordergrund stellt. Im Vergleich dazu kritisiert Mersch die traditionellen hermeneutischen Ansätze und entwickelt eine Posthermeneutik, die die Geste als einen Prozess des Sich-Entziehens und des dynamischen Verstehens betrachtet. Er sieht die Geste als einen zentralen Punkt des Verstehensprozesses, der zwischen dem Werk und dem Betrachter oszilliert. Die Auseinandersetzung mit der Geste spielt sowohl im Prager Strukturalismus als auch in der Posthermeneutik eine wichtige Rolle, um die Komplexität des Rezeptionsprozesses zu erfassen. Die Rezeption von Kunstwerken ist nicht nur eine Frage der Intention des Autors, sondern auch von der aktiven Teilnahme des Rezipienten abhängt, was zu einem dynamischen und offenen Sinnbildungsprozess führt
Art in a differentiated society: A systems theory reconstruction of the relations between art and religion in Russia between the 10th and 17th centuries
Russische, polnische und deutsche Kollektivsymbolik: Ein interkultureller Vergleich
Der Aufsatz untersucht die Kollektivsymbole in den Kulturen Russlands, Polens und Deutschlands und präsentiert Ergebnisse einer vergleichenden Analyse, die zwischen 1993 und 1996 durchgeführt wurde. Die Methodik basiert auf einer systemtheoretischen und konstruktivistischen Konzeption, die in vier Schritten erfolgt. Zunächst wird das Material ermittelt, das als Kollektivsymbol fungieren kann. Im zweiten Schritt wird die Hierarchie dieser Wörter hinsichtlich ihrer positiven oder negativen Färbung analysiert, um das erste kollektivsymbolische Kriterium zu bestimmen. Der dritte Schritt befasst sich mit den Semantisierungen der Wörter, wobei die kulturellen Bedeutungen im Vordergrund stehen. Der vierte Schritt ist analytischer Natur und bestimmt den kollektivsymbolischen Charakter der untersuchten Wörter basierend auf den vorherigen Ergebnissen.This essay examines collective symbols in Russian, Polish and German culture and presents the results of a comparative analysis conducted between 1993 and 1996. The methodology is based on a systems theory and constructivist approach, which is carried out in four steps. First, material that could function as a collective symbol is identified. In the second step, the hierarchy of these words is analysed in terms of their positive or negative connotations in order to determine the first collective symbolic criterion. The third step deals with the semanticisation of the words, focusing on their cultural meanings. The fourth step is analytical in nature and determines the collective symbolic character of the words examined based on the previous results