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Metabolische Veränderungen bei Spinaler Muskelatrophie – Eine hypothesengenerierende Studie
Bei der Spinalen Muskelatrophie (SMA) und der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) handelt es sich um Motoneuronerkrankungen. Beide Erkrankungen sind bis heute nicht heilbar. Bei der SMA kommt es zu einer Degeneration des zweiten Motoneurons (MN). Infolgedessen kommt es zu atrophischen, schlaffen Paresen und Kontrakturen. Je nach Schweregrad wird die SMA in Typ 1 bis Typ 4 unterteilt, wobei Typ 1 Patienten am schwersten betroffen sind (bereits ab Geburt) während sich bei Typ 4 Patienten die SMA erst im höheren Alter manifestiert. In den letzten Jahren wurden wirksame Therapien gegen die SMA entwickelt, die das Fortschreiten der Paresen aufhalten oder verlangsamen können. Die ALS ist durch den Untergang des ersten und zweiten MN gekennzeichnet und führt zu progredienten, spastischen und atrophischen Paresen. Die ALS tritt im höheren Alter auf und verläuft in der Regel innerhalb von wenigen Jahren tödlich, wobei die Haupttodesursache eine chronisch respiratorische Insuffizienz ist. Neben der motorischen Komponente sind bei der ALS bereits seit Längerem auch verschieden metabolische Störungen, wie Hypermetabolismus, beschrieben.
Ziel dieser Studie war es Hypothesen über den Metabolismus bei SMA zu generieren und insbesondere die Frage zu beantworten, ob diese der ALS ähneln. Dies hätte therapeutisch und prognostisch relevante Implikationen für die Ernährung. Hierzu führten wir eine prospektive Beobachtungsstudie mit vier Studienvisiten in einem Zeitraum von 12 Monaten durch. Es wurden Gewicht und Body-Mass-Index (BMI) sowie metabolische Laborparameter von 73 SMA-Probanden erfasst. Weiterhin wurden eine bioelektrische Impedanzanalyse (BIA) zur Bestimmung der Körperzusammensetzung sowie eine indirekte Kalorimetrie zur Bestimmung des Ruhekalorienbedarfs durchgeführt und die Daten mit einer gesunden Kontrollgruppe verglichen.
Hierbei zeigte sich ein niedrigeres Gewicht und ein niedrigerer BMI bei den schwerer betroffenen SMA-Typen als bei den weniger schwer betroffenen SMA-Typen, wobei der Anteil der Fettmasse am Körpergewicht höher war als bei der Kontrollgruppe. Der Anteil von metabolisch aktiver Masse war hingegen erniedrigt, dementsprechend waren der Quotient aus metabolisch inaktiver Masse und metabolisch aktiver Masser (ECM/BCM- Quotient) erhöht und der Phasenwinkel (pA) erniedrigt. Weiterhin war der prozentuale Anteil des Gesamtkörperwassers (TBW) bei SMA reduziert. Bei der Messung des Ruheenergieverbrauchs mittels indirekter Kalorimetrie wiesen die SMA-Probanden einen niedrigeren Gesamtruhekalorienverbrauch auf, jedoch einen höheren Ruhekalorienverbrauch pro metabolisch aktiver Masse. Es ergaben sich Hinweise auf erhöhte freie Fettsäuren (FS), erhöhte Ketonkörper, sowie erniedrigte Blutzuckerwerte (HbA1c, Serumglucose).
Aus den Ergebnissen leiteten wir die Hypothese ab, dass es sich bei der SMA, ähnlich wie bei der ALS, um eine systemische, den Metabolismus betreffende Erkrankung handelt. Die abnehmende metabolisch aktive Masse geht aufgrund von Kompensations- und Reparaturprozessen mit einem erhöhten Energieverbrauch pro metabolisch aktiver Masse einher. Dies, kombiniert mit einer Fettsäurenverwertungsstörung, bewirkt einen gesteigerten Kohlenhydratverbrauch. Der Überschuss an freien FS führt zu Leberverfettung und Adipositas; die niedrigen Blutzuckerspiegel induzieren die Ketogenese. Die Ausprägung dieser Effekte scheint mit der Schwere der SMA zu korrelieren. Diese Hypothesen müssen in weiteren Studien bestätigt werden.
Um die aus den Daten dieser Arbeit abgeleiteten Hypothesen zu überprüfen, müssen langfristige Studien durchgeführt werden, die das Auftreten von Folgeerkrankungen durch Adipositas bei SMA erfassen; gegebenenfalls muss der Einfluss des ECM/BCM-Quotienten auf mögliche Folgeerkrankungen untersucht und mehr Wert auf die Prävention dieser Folgeerkrankungen gelegt werden. Weiterhin sollten diätische Interventionsstudien bei SMA durchgeführt werden, in denen kohlenhydratbasierte, hochkalorische Diäten mit fettbasierten, hochkalorischen Diäten und Placebodiäten verglichen werden. Die Daten dieser Arbeit legen nahe, dass insbesondere durch eine hochkalorische, kohlenhydratreiche Ernährung die metabolischen Kompensationsprozesse bei SMA unterstützt und hierdurch möglicherweise der Krankheitsverlauf positiv modifiziert werden könnte
On irregular and distance-unbalanced graphs
A graph is regular if every vertex has the same degree, otherwise it is irregular. We consider three functions to measure how irregular a graph is: the irregularity introduced by Albertson, the degree deviation introduced by Nikiforov and spectral radius minus average degree, introduced by Collatz and Sinogowitz, where the spectral radius is the largest eigenvalue of the adjacency matrix of the graph. We give upper bounds on the irregularity and degree deviation in terms of the number of vertices, number of edges, and the maximum and minimum degree. In addition, we compare the spectral radius and the degree deviation.
A graph is distance-balanced if, for every edge uv of the graph, the number of vertices closer to u than to v is equal to the number of vertices closer to v than to u. In order to measure how distance-unbalanced a graph is, we consider the Mostar index, introduced by Došlić et al. We give bounds on the Mostar index of bipartite graphs, general graphs, and graphs with bounded maximum degree.
In addition, we consider optimization problems about subforest and superforest. Given a set of forests S, the task is to find a forest of the largest size (or order) which is an (induced) subgraph of every forest in the set S, or to find a smallest forest F such that every forest in the set S is an (induced) subgraph of F. We study the computational complexity of these problems and give approximation algorithms
Antikoagulation mit dem direkten Thrombinhemmer Argatroban bei COVID-19 und ECMO – Therapiemonitoring und -steuerung anhand verschiedener Gerinnungsparameter
Forscher prognostizieren, dass es im Rahmen der Klimakrise in der Zukunft gehäuft zum Auftreten neuer Infektionskrankheiten kommen wird. So stellte der Ausbruch der Corona Pandemie im Jahr 2020, eine neue Infektionskrankheit, in den Mittelpunkt des Weltgeschehenes. Aufgrund der schweren Affektion der pulmonalen Situation im Rahmen des Infektionsgeschehens, mussten viele schwerst kranke Patienten*innen an der venovenösen Extrakorporealmembran- oxygenierung (vvECMO, Lungenfunktionsüberbrückungstherapie) behandelt werden. Die pathophysiologischen Veränderungen im Rahmen der Infektion führen zu prokoagulatorischen Tendenzen, die die Gefahr thromboembolischer Ereignisse erhöht. In Kombination mit den prokoagulatorischen und antikoagulatorischen Eigenschaften der vvECMO scheint eine gute Gerinnungstherapie essenziell. Es gibt jedoch für die Argatroban Antikoagluation an der ECMO, bei Patienten*innen mit Coronavirusinfektion (COVID-19) bisher nur wenige Daten, welche Monitoringparameter eine optimale Therapie gewährleisten. Daher sollten mit dieser retrospektiven Arbeit die Gerinnungsparameter aktivierte Thromboplastinzeit (aPTT), aktivierte Clotting Time (ACT), Thrombinzeit (TZ) und der Argatrobanspiegel (ArgS) auf ihre Eignung bei diesem Patientenkollektiv, eine optimale Therapiesteuerung der Antikoagulation mit Argatroban sicherzustellen und damit die Patientensicherheit zu erhöhen, untersucht werden. Demzufolge wurden im Rahmen der Arbeit die Gerinnungsdiagnostik bei 10 COVID-19 Patienten*innen der Intensivstation F1 des Universitätsklinikums Ulms mittels deskriptiver Statistik, Mehrfeldertafeln und Korrelationsanalysen analysiert. Die Ergebnisse der Arbeit konnten zeigen, dass es im vorliegenden Patientenkollektiv keinen linearen Zusammenhang zwischen Argatroban-Dosierung und Argatrobanspiegel gibt. Außerdem war eine Korrelation von aPTT und Argatrobanspiegel nur sehr eingeschränkt nachweisbar. Deutlich bessere Korrelationen zeigte die Thrombinzeit. Dies deckt sich mit der gängigen Literatur beim Nicht-COVID-19 Patientenkollektiv. Zusätzlich konnte gezeigt werden, dass unter aPTT-Monitoring im Vergleich mit Argatrobanspiegelbestimmungen eine hohe Anzahl an unterdosierten Werten vorlagen. Überdosierungen waren im vorliegenden Patientenkollektiv jedoch äußerst selten. Außerdem wurden mit anderen Parametern wie Leberfunktionsparametern, Nierenfunktionsparametern oder Parametern des Hämatogramms Einflussfaktoren auf die Korrelation der Gerinnungsparameter untersucht und diskutiert. Zudem wurden die Einzelpatienten hinsichtlich der Korrelation der Gerinngunsparamter untersucht, welche ebenfalls die höchste Korrelation im Bereich der Thrombinzeit ergab. Trotz dieser Erkenntnisse können bei kleiner Fallzahl keine Handlungsempfehlungen für die Allgemeinheit abgeleitet, sondern nur erste Hinweise gewonnen werden. Daher bedarf es weiterer Studien, um die Antikoagluationstherapie mit Argatroban im klinischen Alltag auch bei COVID-19 Patienten*innen unter ECMO-Therapie zu optimieren und damit die Qualität der Patientenversorgung und Anwendungssicherheit von Argatroban zu gewährleisten
Augenlinsenprotektoren in der Computertomographie: Systematische Analyse der Entstehung von Bildartefakten und möglicher Einflussfaktoren anhand neu entwickelter Klassifikationen
Um die in besonderem Maße sensible Augenlinse in der Computertomographie des Schädels vor ionisierender Strahlung zu schützen wurden Protektoren entwickelt, welche eine deutliche Reduktion der Strahlenbelastung ermöglichen. Da diese jedoch die diagnostische Bildqualität durch Artefakte beeinträchtigen können, werden sie oft nur zurückhaltend eingesetzt.
Ziel unserer Studie war die Untersuchung der im klinischen Alltag bei Verwendung von Augenlinsenprotektoren auftretenden Artefakte anhand von 373 CT-Untersuchungen aus dem Uniklinikum Ulm sowie Bezirksklinikum Günzburg. Dazu wurde die Bildqualität anhand von neu entwickelten Klassifikationen qualitativ und quantitativ bewertet sowie weitere Einflussparameter betrachtet.
Artefakte traten bei einem Großteil der Untersuchungen auf, stellten jedoch nur in wenigen Fällen eine relevante Beeinträchtigung für die Befundung der meist im diagnostischen Fokus stehenden Hirnregion dar. Neben dem Protektormodell war die Positionierung des Protektors ein wichtiger Einflussfaktor. Außerdem hatten die verschiedenen Computertomographen und insbesondere die Anzahl der Detektorzeilen, einen Einfluss auf die Ausprägung der Artefakte.
Bei sorgfältigem Einsatz von Augenlinsenprotektoren lässt sich die Beeinträchtigung der Bildqualität auf ein akzeptables Minimum reduzieren. Protektoren haben somit ein großes Potential als effektiver und integraler Bestandteil eines multimodalen Konzepts zum Strahlenschutz der Augenlinse beizutragen
NEC and NOS – gain or loss? : Die Rolle der endothelialen und induzierbaren Stickstoffmonoxidsynthasen bei nekrotisierender Enterokolitis
Obwohl die nekrotisierende Enterokolitis eine der schwerwiegendsten Erkrankungen der Frühgeborenen ist, die meist intensivmedizinische Maßnahmen und eine operative Therapie nach sich zieht, ist die Pathogenese bisher nicht vollständig geklärt. Bisher wird von einer multifaktoriellen Genese ausgegangen. Unser Triple Risk Modell bietet eine Möglichkeit, die verschiedenen Faktoren einzuordnen. Exogene Faktoren (1. Risiko), welche auf das Frühgeborene einwirken, das sich noch in einer vulnerablen Phase (2. Risiko) befindet, und auf verschiedene endogene Faktoren (3. Risiko) treffen, führen im Zusammenspiel zur Ausbildung einer nekrotisierenden Enterokolitis. Endogene Faktoren, die eine große Rolle in der Pathophysiologie zu spielen scheinen, sind Stickstoffmonoxidsynthasen, die von zentraler Bedeutung bei der Aufrechterhaltung der Darmhomöostase, bei der Mikrozirkulation und der Entzündungsreaktion sind. Diese Arbeit beschäftigte sich mit der endothelialen (eNOS) und induzierbaren Stickstoffmonoxidsynthase (iNOS), verglich die Expression bei Patienten mit nekrotisierender Enterokolitis mit einer Kontrollgruppe und mit Patienten mit fokaler intestinaler Perforation sowie die Expression im Rahmen der akuten Enterokolitis und nach Genesung. Hierzu wurden Darmpräparate immunhistochemisch untersucht, verblindet ausgewertet und die Expression der Enzyme anschließend statistisch analysiert. Innerhalb unserer Arbeitsgruppe wurden weitere Faktoren und Enzyme, wie z.B. das Zytomegalievirus, der Hypoxie induzierbare Faktor 1 alpha
(Hif1α), Nitrotyrosin, die Superoxiddismutase und der nuclear factor (erythroid derived 2) - like 2 (Nrf2) untersucht, sodass wir einen möglichen Zusammenhang zwischen den Faktoren aufdecken konnten. Wir konnten zeigen, dass eNOS eine protektive Rolle bei der Pathogenese der nekrotisierenden Enterokolitis zukommt und dass bei Erkrankten ein eNOS Mangel vorliegt. Im Gegensatz dazu nimmt iNOS eine sehr komplexe aber überwiegend schädigende, pro-inflammatorisch Rolle ein und es zeigte sich eine leicht erhöhte iNOS Expression bei nekrotisierender
Enterokolitis. Aus unseren Daten lässt sich auch schlussfolgern, dass den Stickstoffmonoxidsynthasen zusammen mit Hif1α die größte Bedeutung der untersuchten Faktoren zukommt
Anspannung und Körperschemastörung bei anorektischen Patientinnen im Kindes- und Jugendalter – Yoga in der Therapie
Anorexia Nervosa ist die kinder- und jugendpsychiatrische Erkrankung mit der höchsten Sterblichkeit, zudem ist sie mit einem ein hohen Chronifizierungsrisiko verbunden. Die Patient*innen sind psychotherapeutisch in vielen Fällen nur schwer erreichbar. Deshalb erfordert die Therapie einen multidisziplinären Ansatz mit begleitenden Behandlungsangeboten. Eigens für die vorliegende Dissertationsarbeit wurde ein zehnwöchiger Yogakurs für Jugendliche mit Anorexia nervosa entwickelt, womit erstmalig im deutschsprachigen Raum ein therapeutisch begleitetes (auf der Ashtanga-Yoga-Praxis, AVI-Methode basierendes) Yogakonzept für diese Zielgruppe vorgelegt werden kann. Es wurde untersucht, ob eine Yoga-Intervention bei jugendlichen Patientinnen mit AN positive Auswirkungen auf die Erkrankung hat. Zur Anwendung kam die standardisierte Erfassung der jeweils individuellen Körperschemastörung, Anspannung und anorexiespezifischen
Ängste. Zu diesen spezifischen Zusammenhängen lagen gemäß unserer Recherche in Bezug auf jugendliche Patienten mit AN und Yoga bisher keine bzw. nur uneinheitliche Aussagen vor.
Insgesamt nahmen 38 Teilnehmerinnen im Alter von 13 bis 18 Jahren an bis zu zehn Yogastunden teil, die sowohl in Person als auch online, mithilfe von Videos, angeboten wurden. Zur objektivierenden Erfassung und Überprüfung eines möglichen Einflusses der Yoga-Intervention auf das subjektive Befinden sowie die Anspannung und Körperschemastörung der Patienten (im Verlauf) wurden die folgenden Fragebögen eingesetzt: die deutsche Version der Positive and Negative Affect Schedule (PANAS) (Befindlichkeitsabfrage), der Fragebogen zum Körperbild (FKB-20), die Anorexia-Angst-Skala (AAS) zur Bestimmung insbesondere der gewichtsassoziierten Angst. Die subjektive Anspannung wurde mittels eines Anspannungsthermometers gemessen. Die Erhebungen sind dreimalig erfolgt: vor der ersten Unterrichtsstunde, nach der fünften Unterrichtsstunde sowie nach der letzten Stunde. Der Yogaunterricht selbst basierte auf so
genannten sanften Übungen, zusätzlich am bewussten Wahrnehmen von Emotionen in verschiedenen Körperhaltungen.
Unsere Studienergebnisse zeigen, dass die yogabedingten Effekte auf die subjektive Anspannung, das Körperbild, die anorexietypischen Ängste, wie gewichtsassozierte Angst und Positive sowie Negative Affekte der Teilnehmerinnen nicht signifikant waren. Dennoch deuteten Datentrends und qualitative Rückmeldungen auf positive subjektive Erfahrungen hin. Obwohl die einfaktorielle Varianzanalyse keinen signifikanten Nachweis für den Einfluss der Yoga-Intervention auf die subjektiv empfundene Anspannung erbringen konnte, zeigte sich eine Tendenz zur Reduktion der Anspannung im Studienverlauf. Die Dropout-Analyse deutete darauf hin, dass die subjektive Anspannung möglicherweise einen Einfluss auf die Teilnahmebereitschaft hatte, wobei weitere Studien mit größeren Stichproben, um die Zusammenhänge zu klären. Die Untersuchung des Körperbildes mittels des FKB-20-Fragebogens lieferte keine eindeutigen Ergebnisse. Während eine signifikante Korrelation zwischen der Anzahl der Yogastunden und der „Vitalen Körperdynamik“ zu Beginn der Intervention bestand, zeigte sich bei den späteren Messungen keine dauerhafte Verbesserung. Die „Ablehnende Körperbewertung“ nahm im Verlauf der Studie sogar zu, was auf eine mögliche Sensibilisierung und verstärkte Selbstwahrnehmung durch Yoga hinweist. Qualitative Rückmeldungen deuteten darauf hin, dass Yoga das Körperbewusstsein und die Selbstwahrnehmung fördern könnte. Die Mediationsanalyse zeigte keine signifikante Beziehung zwischen der Anzahl der besuchten Yogastunden und der subjektiv empfundenen Anspannung, was auf einen fehlenden direkten Einfluss von
Yoga hindeutet. Die einfaktorielle Varianzanalyse der Schwere der anorexietypischen Psychopathologie-Variablen ergab keine signifikanten Ergebnisse hinsichtlich der Teilnahmebereitschaft, allerdings weisen die Effektstärken auf eine mögliche Tendenz hin. Die AAS-Analyse zeigte eine Abnahme der gewichtsassoziierten Angst während der Yoga-Intervention. Diese Erkenntnisse unterstützen die Annahme, dass Yoga das Körperbewusstsein und die Achtsamkeit fördert, was zu einer gesünderen Beziehung zum eigenen Körper und Gewicht führen könnte.
Zusammenfassend deutet die vorliegende Pilotstudie darauf hin, dass Yoga bei Jugendlichen mit AN subjektiv positive Effekte haben kann, auch wenn keine signifikanten quantitativen Veränderungen nachweisbar waren. Größere, kontrollierte Studien mit längerer Interventionsdauer und differenzierten Methoden sind notwendig, um die Ergebnisse zu validieren. Die Integration von Untergruppen und Matched-Pairs könnte ein vielversprechender Ansatz sein, um die therapeutische Wirksamkeit zu erhöhen
Analyse von Einflussfaktoren auf die Rezidivrate und die Aufenthaltsdauer nach Behandlung von odontogenen Abszessen
In der zahnärztlichen Versorgung bleiben trotz Fortschritten schwere odontogene Infektionen eine Belastung für das Gesundheitssystem, da sie oft stationäre Behandlungen erfordern, hohe Kosten verursachen und potenziell schwerwiegende, aber seltene Komplikationen mit sich bringen. Das Wiederauftreten von Infektionen stellt eine Herausforderung dar und wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst, darunter anamnestische, klinische, laborchemische, behandlungsbezogene sowie anästhesiologische Aspekte. Diese Faktoren können nicht nur die Rezidivraten, sondern auch die Dauer des Krankenhausaufenthalts beeinflussen. Eine optimierte Therapie, die diese Faktoren berücksichtigt, ist entscheidend, um Rezidive zu reduzieren und die Patientenversorgung zu verbessern.
Das primäre Ziel dieser Studie war es, die Rezidivrate odontogener Abszesse nach der Behandlung in einer Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie zu ermitteln und die Faktoren zu identifizieren, die das Risiko eines Rezidivs beeinflussen. Das sekundäre Ziel war, den Zusammenhang zur Krankenhausverweildauer zu untersuchen sowie Patienten mit hohem Risiko für ein erneutes Auftreten von Infektionen zu identifizieren.
Es wurden 939 stationär behandelte Fälle odontogener Abszesse, welche im Zeitraum Januar 2020 bis April 2023 im Bundeswehrkrankenhaus Ulm behandelt wurden, retrospektiv ausgewertet. Die Daten wurden pseudonymisiert und in Kategorien gruppiert erfasst: Patientendaten, allgemeine und spezielle Anamnese, begleitende klinische Befunde, Daten zur Therapie, Anästhesie, Verlauf und zum Rezidiv. Die Daten wurden in elektronischer Form mit Microsoft Excel® (Microsoft Corporation, Redmond, WA, USA) und mit DATAtab Team (2025) (DATAtab e.U. Graz, Austria) verarbeitet, statistisch analysiert und grafisch dargestellt.
Die Analyse des Patientenkollektives (mittleres Alter 44,66 ± 22,95 Jahre, 56,66 % Männer) ergab eine Rezidivrate von 5,01 % und eine durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 3,55 ± 2,47 Tagen. Höheres Alter und ein erhöhter Body-Mass-Index wirkten sich auf die beiden Parameter Rezidiv und Aufenthaltsdauer signifikant aus. Patienten mit Infektion im Unterkiefer sowie ausgewählten dentogenen Ursachen wiesen ein höheres Rezidivrisiko und eine verlängerte Aufenthaltsdauer auf. Auch Patienten mit klinischen Befunden wie eingeschränkte Mundöffnung, subjektive Dysphagie, ein nicht tastbarer Unterkieferbasalrand und erhöhte Entzündungswerte (C-reaktives Protein, Leukozyten, Neutrophile, Procalcitonin) zeigten in beiden Fällen prädiktive Relevanz. Therapeutisch waren Patienten mit zervikalem/ submandibulärem Zugang in beiden Gruppen bedeutsam. Zusätzlich wirkten sich keine antibiotische Weiterbehandlung nach stationärer Entlassung und die zunehmende Anzahl nachgewiesener Keimarten erhöhend auf das Rezidivrisiko aus. Darüber hinaus war bei Patienten mit Begleiterkrankungen (zum Beispiel Hypertonie, kardiovaskuläre Erkrankungen, Infektionskrankheiten, Chemotherapie, antiresorptive Therapie, Immunsuppression), ausgewählten anatomischen Abszesslokalisationen, Abszessursache in bestimmten Zahngruppen (Molaren) und bestimmter Dentition (bleibendes Gebiss) sowie vorliegenden Atembeschwerden die Aufenthaltsdauer signifikant länger. Die Aufenthaltsdauer war ebenfalls durch anästhesiebezogene und intensivmedizinische Faktoren signifikant beeinflusst. Ein direkter Zusammenhang zwischen Aufenthaltsdauer und Rezidiv oder ein Einfluss der Fokussanierung auf das Rezidivrisiko lagen nicht vor.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass bestimmte anamnestische und klinische Merkmale bereits bei Aufnahme auf einen komplizierten Verlauf oder ein erhöhtes Rezidivrisiko hinweisen können. Daher sollten relevante Faktoren frühzeitig in die Behandlungsplanung einbezogen werden. Ein strukturiertes, erfahrungsbasiertes Management, insbesondere hinsichtlich chirurgischer und anästhesiologischer Maßnahmen, kann zur Optimierung des Therapieverlaufs beitragen
Intraoperative Bestimmung des Blutplasmavolumens von herzchirurgischen Patienten zur Steuerung der Antikoagulation: Untersuchung neuer Ansätze und Methodenvergleich
Die individuelle Bestimmung des Blutplasmavolumens während der extrakorporalen Zirkulation könnte der Schlüssel zu einer zielgerichteten perioperativen Hämostase Therapie bei herzchirurgischen Patienten sein. Die vorliegende Arbeit untersucht die Eignung einfacher photometrischer Messungen des Totalproteins und Albumins im Serum für diese Fragestellung. Methoden: Die Hämodilution im Rahmen der extrakorporalen Zirkulation wurde mittels einer Verdünnungsreihe von Patientenseren (n=20) simuliert. Der daraus folgende Abfall der Totalproteinkonzentration wurde im Labor photometrisch mit der Methode mit Coomassie-Blau nach Bradford und nativer Ultraviolett-Spektroskopie gemessen. Der Abfall der Albumin-Konzentration wurde photometrisch mittels Methylorange und Bromkresolgrün bestimmt. Die Grenze für eine akzeptable relative Standardabweichung des bestimmten Blutplasmavolumens von dem tatsächlichen Volumen wurde auf 15,2 % festgelegt. Dieser Grenzwert leitet sich aus einer publizierten Studie zur postoperativen Dosierung von Protamin ab. Im Anschluss wurden die Abweichungen der simulierten Blutplasmavolumina mittels Bland-Altman-Analyse verglichen. Ergebnisse: Alle Verfahren zeigten sowohl einen relativen Zufallsfehler als auch einen unterschiedlich ausgeprägten relativen systematischen Fehler. Die Verfahren zur Albumin-Bestimmung erwiesen sich im Vergleich zu den Methoden der Totalproteinbestimmung als überlegen. Das Verfahren mit Bromkresolgrün zeigte die höchste relative Genauigkeit; die Standardabweichung des bestimmten vom vorgegebenen Blutplasmavolumen betrug im Mittel 10 %. Diskussion: Die Albumin-Bestimmung mit Bromkresolgrün war das einzige Verfahren, dessen relative Standardabweichung in allen Messungen unter der festgelegten Grenze von 15,2 % lag. Der in der Bland-Altman-Analyse gezeigte relative systematische Fehler kann durch Kalibration der Methoden verringert werden. Der methodische Ansatz wird durch die patientenindividuelle Extravasation der infundierten Flüssigkeit begrenzt. Außerdem beeinflusst Heparin die Messwerte. Diese Faktoren müssen bei einem Transfer in die Klinik berücksichtigt werden. Laut der durchgeführten Fehlerrechnung ist der in manchen Arbeiten verfolgte Ansatz der Bestimmung des Blutplasmavolumens mittels Hämatokrit-Messung in einem Blutgasanalyse-Gerät für den betrachteten Anwendungsfall zu ungenau. Ein auf Bromkresolgrün basierendes Laborverfahren erwies sich bei der Fehlerrechnung jedoch als vielversprechend
Exploration des Gruppentherapieprogramms „Zürcher Ressourcen Modell“ in der stationären psychiatrischen Behandlung der PatientInnen mit einer Depression – eine naturalistische Studie
Depressionen zählen laut World Health Organization (2017,2021) zu den weltweit häufigsten Erkrankungen: die persönlichen Belastungen Betroffener sind enorm und die gesellschaftlichen Beeinträchtigungen sind herausfordernd. Um Leiden zu reduzieren und gesellschaftliche Kosten zu reduzieren ist eine Verbesserung der psychiatrischen & psychotherapeutischen Behandlungsformen notwendig. In den letzten Jahrzenten sind so verschiedene Behandlungsansätze depressiver erkrankter Personen entwickelt worden.
Das Zürcher Ressourcen Modell (ZRM) von Maja Storch und Frank Krause (2017) wurde zunächst entwickelt, um psychosoziale Kompetenzen von Lehrkräften zu fördern und beschreibt sich heute als Selbstmanagement-Training; als eine Anleitung zur Selbsthilfe, selbstbestimmtes Handeln zu fördern unter Berücksichtigung neurowissenschaftlicher und psychologischer Methoden. Da es methodische Überschneidungen des ZRMs mit der Behandlung depressiver PatientInnen gibt und erste Studien eine Verbesserung der Stressreaktion, der Affektregulation und des Selbstwirksamkeitserlebens aufzeigten, liegt eine Implikation des ZRMs in die Behandlung depressiv Betroffener nahe.
So wurde in Analogie zur Medikamentenprüfung (nach Buchkremer & Klingberg, 2001) in der durchgeführten Studie in Phase 1 zunächst das ZRM-Gruppentraining für die gruppentherapeutische Behandlung depressiver PatientInnen mit der Diagnose einer Major Depression (DSMV 296.23 und 296.33), äquivalent einer schweren depressiven Episode (F32.2 und F33.2 nach ICD10), angepasst (ZRM-MD; MD für Major Depression) und ein Therapiemanual verschriftlicht und die Durchführbarkeit und Akzeptanz überprüft.
Anhand von Kurzinterviews mit PatientInnen, die an der ZRM-MD-Gruppentherapie teilnahmen und durch Rückmeldungen aus dem Behandlerteam können Durchführbarkeit und Akzeptanz als gegeben erachtet werden.
Die Wirksamkeit (proof of concept) des in Phase 1 entwickelten Gruppentherapiemanuals „ZRM-MD“ wurde in Phase 2 in einer pseudoranomisierten kontrollierten Studie unter naturalistischen Versorgungsbedingungen an einer Stichprobe von insgesamt 123 PatientInnen (ZRM-MD, N= 62; KG, N= 61) untersucht.
Phase 1 und 2 wurden von Mai 2018 bis Juli 2020 am Klinikum Christophsbad auf der „Depressionsstation“ PSY4 durchgeführt.
Mit der vorliegenden Studie ist ein erster Nachweis der potenziellen Wirksamkeit des ZRM-MDs erbracht: Die depressive Symptomatik der depressionsspezifischen Messinstrumente (BDI, MADRS) zeigten hochsignifikant niedrigere Werte zum Messzeitpunkt t2 in der ZRM-MD-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe, signifikant niedrigere Werte im SCL-90-R GSI. Das ZRM-MD zeigt zudem einen positiven Effekt auf die Affektregulation. Wohlbefinden, Selbstwirksamkeit und Befindlichkeit zeigten keine signifikanten Besserungen in der ZRM-MD-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe; eine gewünschte Tendenz ist jedoch ersichtlich
Untersuchung der DNA-Doppelstrangbruchreparatur in lymphoblastoiden Zelllinien deutscher Brustkrebspatientinnen mit heterozygoten Mutationen in ABRAXAS1
Nur ein Viertel der hereditären Brustkrebsfälle können Mutationen in BRCA1 und BRCA2 zugeschrieben werden. In den letzten Jahren wurden zahlreiche weitere Gene entdeckt, die mit familiärem Brust- und Eierstockkrebs assoziiert sind. Die meisten davon spielen eine Rolle in der Doppelstrangbruchreparatur (DSBR), oft in Verbindung mit BRCA1 und BRCA2. ABRAXAS1 interagiert mit BRCA1 und ist essentieller Bestandteil des BRCA1-A-Komplexes. Es besteht genereller Konsens darüber, dass der Komplex eine wesentliche Rolle in der DSBR und für die genomische Stabilität spielt. Ich untersuchte die DSBR in lymphoblastoiden Zelllinien von zwei deutschen Brustkrebspatientinnen, bei denen im Screening jeweils eine trunkierende Mutation in ABRAXAS1 gefunden wurde. Ziel war die Aufdeckung der molekularen Mechanismen, die zur Kanzerogenese in heterozygoten Mutationsträger/innen führen können. Die funktionellen Analysen ergaben keine Haploinsuffizienz bezüglich der Homologen Rekombination, allerdings zeigte sich eine Dysregulation der DSBR mit einer Enthemmung fehleranfälliger Reparaturmechanismen. Diesen Veränderungen könnten eine enthemmte DNA-Endresektion durch Verschiebung von BRCA1 in den BRCA1-C-Komplex und eine generell überschießende DNA-Schadensantwort zugrunde liegen.Only a quarter of hereditary breast cancer cases can be attributed to mutations in BRCA1 and BRCA2. In recent years, numerous additional genes associated with familial breast and ovarian cancer have been discovered. Most of these genes play a role in double-strand break repair (DSBR), often in connection with BRCA1 and BRCA2. ABRAXAS1 interacts with BRCA1 and is an essential component of the BRCA1-A complex. There is general consensus that this complex plays a critical role in DSBR and genomic stability.
I analyzed DSBR in lymphoblastoid cell lines from two German breast cancer patients identified through screening to carry truncating mutations in ABRAXAS1. The objective was to uncover the molecular mechanisms that could lead to carcinogenesis in heterozygous mutation carriers. Functional analyses revealed no haploinsufficiency in homologous recombination. However, dysregulation of DSBR was observed including a shift towards error-prone repair mechanisms. These alterations may be due to excessive DNA end resection caused by a shift of BRCA1 to the BRCA1-C complex and a generally overactive DNA damage response