11615 research outputs found
Sort by
Der Unterricht in deskriptiver Grammatik und zur Sprachkultur des Polnischen für bilinguale Studierende an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Der Beitrag beleuchtet die spezifischen didaktischen Herausforderungen und methodischen Ansätze im Unterricht in deskriptiver Grammatik und Sprachkultur, der im Rahmen des »bilingualen Zweiges« eigens für zweisprachige CAU-Studierende der Slavistik mit Schwerpunkt Polonistik konzipiert wurde. Das speziell auf die Bedürfnisse von Bilingualen zugeschnittene Curriculum adressiert gezielt linguistische »Problemzonen« der Zielgruppe, fördert die Beherrschung komplexerer zweisprachiger Grammatiktermini und ermöglicht eine fundierte metasprachliche Reflexion. Neben der Unterrichtsstruktur werden innovative Lehrmethoden, digitale Ressourcen sowie Unterschiede in der universitären Vermittlung linguistischen Wissens in Deutschland und Polen thematisiert. Es wird betont, dass das Kieler Modell als hochschuldidaktische Lösung ein Alleinstellungsmerkmal im Bereich der Polonistik in den DACH-Ländern darstellt, mit dem Ziel, die akademische Ausbildung bilingualer Studierender nachhaltig zu bereichern.The article highlights the specific didactic challenges and methodological approaches in teaching descriptive grammar and language culture, which was designed specifically for bilingual CAU students of Slavic studies with a focus on Polish studies as part of the ‘bilingual branch’. The curriculum, which is specially tailored to the needs of bilingual students, specifically addresses linguistic »problem areas« of the target group, promotes the mastery of more complex bilingual grammatical terms and enables well-founded meta-linguistic reflection. In addition to the teaching structure, innovative teaching methods, digital resources and differences in the teaching of linguistic knowledge at universities in Germany and Poland are discussed. It is emphasised that the Kiel model is a unique didactic solution in the field of Polish studies in the DACH countries, with the aim of sustainably enriching the academic education of bilingual students
Sprachenpolitik in (der) Ukraine – Bemerkungen aus juristischer Sicht
Der Beitrag befasst sich mit dem Sprachenrecht und der Sprachenpolitik der Ukraine vor dem Hintergrund historischer Entwicklung und des derzeitigen Krieges. Der Verfasser plädiert für eine ausgleichende Sprachenpolitik unter Anerkennung des Russischen als einer auch in der Ukraine tradierten Sprache eines wesentlichen Teils der Bevölkerung des Landes. Dies entspräche internationalen und europäischen Vorgaben und diente auch dem staatlichen Interesse am Erhalt der Einheit des Landes.The article deals with language law and language policy in Ukraine against the background of historical developments and the current war. The author argues in favour of a balanced language policy that recognises Russian as a traditional language of a significant part of the Ukrainian population. This would be in line with international and European standards and would also serve the state's interest in maintaining the unity of the country
Funktionelle und strukturelle Analyse pathogener Claudin-10-Varianten
Claudin-10b spielt im humanen Organismus eine entscheidende Rolle in physiologischen Prozessen wie der Natrium-Sekretion in exokrinen Drüsen, der Regulation des Elektrolythaushalts und der Reabsorption von Natrium im dicken aufsteigenden Ast der Henle-Schleife und damit der Konzentrierung des Endharns. In dieser Arbeit wurden vier verschiedene Claudin-10b-Mutationen, die in Patienten das HELIX-Syndrom auslösen, in vitro exprimiert und funktionell untersucht. Es wurde gezeigt, dass alle Varianten auf verschiedenen Ebenen durch ihre jeweilige Mutation in einer Beeinträchtigung der Proteine resultieren, was zum Auftreten des Phänotyps führt
Oxygenated bottom water conditions on Broken Ridge (central Indian Ocean) in the last 9 million years
The Late Miocene and Early Pliocene were characterized by widespread oxygen depletion in the Pacific and Indian Oceans, coinciding with the “Late Miocene–Early Pliocene Biogenic Bloom” (LMBB). In the Indian Ocean, this oxygen depletion has been linked to enhanced productivity in the northern basins, leading to Oxygen Minimum Zone (OMZ) expansion. A longstanding hypothesis proposes that the OMZ extended south of Broken Ridge (∼31°S). We test this hypothesis using benthic foraminiferal assemblages from ODP Site 752 (∼1086 m water depth) spanning the last 9 Myr. We apply a semi-quantitative reconstruction of bottom water oxygenation using the Enhanced Benthic Foraminiferal Oxygen Index (EBFOI), benchmarked against the present-day core-top assemblage. Our results indicate persistently oxic bottom water conditions (3.2–5.2 mL/L) throughout the study interval. Although significant faunal changes occur, particularly between 5.5 and 2.2 Ma, these do not align with LMBB timing. Instead, we interpret assemblage shifts as responses to the intensification of Tasman Leakage, which brought oxygen-rich intermediate waters into the southern Indian Ocean. Our results challenge previous interpretations of OMZ expansion to Broken Ridge and highlight the role of southward water mass sourcing in shaping intermediate-depth oxygenation. This study provides a new mechanistic framework and emphasizes the importance of integrating faunal, sedimentological, and geochemical data to reassess regional OMZ histories
„Ich habe da, glaube ich, ganz wenig’ Tabuthemen. Außer es geht halt um mich persönlich.“: Professionelle Beziehungsarbeit in der stationären Jugendhilfe beim Umgang mit Sexualität aus Sicht der pädagogischen Fachkräfte
In dieser qualitativen Forschungsarbeit geht es um die professionelle Beziehungsarbeit von pädagogischen Fachkräften in der stationären Jugendhilfe bei der Begleitung der psychosexuellen Entwicklung der Adressat*innen. Das Erkenntnisinteresse der Arbeit zielt dabei auf die sexuelle Integrität der Bewohner*innen und der pädagogischen Fachkräfte und wie diese gewahrt und durch die Art der Beziehungsarbeit unterstützt wird. Die zentrale Forschungsfrage lautet deswegen: Wie gestalten pädagogische Fachkräfte die Beziehungen zu den Adressat*innen in Einrichtungen der stationären Jugendhilfe beim Umgang mit Sexualität? Die Studie basiert auf 18 problemzentrierten Einzelinterviews mit pädagogischen Fachkräften aus insgesamt 13 Einrichtungen der stationären Jugendhilfe bei elf unterschiedlichen Trägern. Die Interviews werden mithilfe der Situationsanalyse nach Adele E. Clarke und der Thematischen Analyse nach Virginia Braun und Victoria Clarke ausgewertet. Aus den Interviews lassen sich fünf grundlegende Handlungsstrategien herausarbeiten, wie Fachkräfte (Jugend-)Sexualitätsthemen bearbeiten. In einer aufsteigenden Skala des Grades der nach außen sicht- baren Einflussnahme sind das: (1) geschehen lassen; (2) begleiten; (3) erziehen; (4) eingreifen. Außerhalb dieser Skala einzuordnen ist eine Kategorie (5) ausgliedern. Mit Rückgriff auf das Modell des professionellen Habitus nach Roland Becker-Lenz und Silke Müller-Hermann wird festgestellt: Der Selbstschutz der pädagogischen Fachkraft ist Voraussetzung für einen professionellen Umgang mit den Bedarfen der Jugendlichen. Es gilt somit aus berufsethischer Sicht, die sexuelle Integrität der Jugendlichen und der Fachkräfte zu wahren und zu fördern
Remodeling of lipid-foam prototissues by network-wide tension fluctuations induced by active particles
Recent advances in the field of bottom-up synthetic biology have led to the development of synthetic cells that mimic some features of real cells, such as division, protein synthesis, or DNA replication. Larger assemblies of synthetic cells may be used to form prototissues. However, existing prototissues are limited by their relatively small lateral dimensions or their lack of remodeling ability. Here, we introduce a lipid-based tissue mimetic that can be easily prepared and functionalized, consisting of a millimeter-sized "lipid-foam" with individual micrometer-sized compartments bound by lipid bilayers. We characterize the structural and mechanical properties of the lipid-foam tissue mimetic, and we demonstrate self-healing capabilities enabled by the fluidity of the lipid bilayers. Upon inclusion of bacteria in the tissue compartments, we observe that the tissue mimetic exhibits network-wide tension fluctuations driven by membrane tension generation by the swimming bacteria. Active tension fluctuations facilitate the fluidization and reorganization of the prototissue, providing a versatile platform for understanding and mimicking biological tissues
Der Einfluss des Sheddings und der Lokalisation von Meprin β auf die Prozessierung von APP
Die Aggregation von Amyloid‑β-Peptiden im Gehirn zu Plaques wird als Ursache für die Entstehung von Morbus Alzheimer angenommen. Diese werden durch die Prozessierung des Amyloid-Precursor-Proteins (APP) durch verschiedene Sekretasen freigesetzt. Dabei wird ein amyloidogener Prozessierungsweg durch β-Sekretasen sowie dem γ-Sekretasekomplex, bei welchem Amyloid-β entsteht, unterschieden von einer protektiven nicht amyloidogenen Prozessierung, bei der α‑Sekretasen innerhalb der Amyloid‑β-Sequenz spalten. Die Metalloprotease Meprin β ist eine β-Sekretase von APP. Zusätzlich spaltet Meprin β APP nahe des N-Terminus, wodurch ein nicht toxisches N-APP-Fragment freigesetzt wird. Die α-Sekretase ADAM10 kann Meprin β extrazellulär nahe der Membran spalten, sodass dessen Ektodomäne von der Zellmembran gelöst wird. In dieser Arbeit wurde untersucht, wo in der Zelle die Interaktion von Meprin β und APP stattfindet und ob von der Zellmembran gelöstes Meprin β als β-Sekretase APP prozessieren kann. Zunächst wurde eine Konkurrenz zwischen ADAM-Proteasen als α-Sekretasen und Meprin β als β-Sekretase um die Prozessierung von APP beobachtet. Im wurde Folgenden ermittelt, dass APP und Meprin β bereits im Golgi-Apparat interagieren und dort schon eine APP-Prozessierung stattfindet. Mit Hilfe einer neu klonierten löslichen Meprin β-Variante konnte gezeigt werden, dass lösliches Meprin β zwar N-terminale Spaltfragmente von APP generieren kann, allerdings nicht als β-Sekretase fungiert. Folglich lässt sich ein doppelt protektiver Effekt der α-Sekretase ableiten. Des Weiteren wurde in dieser Arbeit das Transmembranprotein Tetraspanin 15 als weiteres Protein im Interaktionsnetzwerk von APP und Meprin β identifiziert
Saskia Coenen Snyder, A Brilliant Commodity. Diamonds and Jews in a Modern Setting. Oxford, Oxford University Press 2023
Welche Rolle spielten jüdische Akteure im globalen Diamantenhandel während des Imperialismus und welche Bedeutung hatte dieser für die jüdische Geschichte? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt von Saskia Coenen Snyders Monografie „A Brilli-ant Commodity“. Snyders Werk ist an den Schnittstellen der jüdischen Geschichte, der Kolonialgeschichte und den commodity histories – also der Rekonstruktion von Warenwegen – angesiedelt und widmet sich dem Zeitraum von etwa 1850 bis 1900. Die Autorin verfolgt den Weg der Diamanten von der Mine über die Verarbeitung bis hin zum Konsum und legt dabei den Fokus auf jüdische Akteurinnen und Akteure, die maßgeblich an der Transformation der Rohdiamanten zu Brillanten beteiligt waren. Der Aufbau der Studie folgt dem Warenweg der Diamanten: Vom Abbau in Südafrika führt sie über den Handel in London und die Verarbeitung in Amsterdam bis zum Konsum in New York
Haplotype Phasing of Biallelic WNT10B Variants Using Long‐Read Sequencing in Split‐Hand/Foot Malformation Syndrome
Split-hand/foot malformation syndrome (SHFM) is a congenital limb malformation that is both clinically and genetically heterogeneous. Variants in WNT10B are known to cause an autosomal recessive form of SHFM. Here, we report a patient born to unrelated parents who was found to be a compound heterozygote for missense variants in WNT10B: c.994C>T, p.(Arg332Trp) and c.638T>G, p.(Phe213Cys). The variants were identified using long-read PacBio sequencing, which enabled phasing and confirmed that they were located on different alleles. The maternally inherited variant p.(Arg332Trp) has been previously reported, whereas the paternally inherited variant p.(Phe213Cys) is novel and absent from the gnomAD database. Our findings highlight the utility of long-read haplotype phasing, which provides valuable insights in determining the biallelic nature of variants in recessive disorders when parental DNA samples are unavailable
The Possibility of Cosmopolitan Philosophy: Integrating Ontologism and Phenomenological Hermeneutics Within a Post-Foundationalist Framework
This paper examines the intellectual crises of (post-)modern philosophy, proposing a cosmopolitan philosophy as a remedy for the philosophical fragmentation that has contributed to global intellectual and cultural disintegration. Drawing on the ontological framework of Semyon Frank and enriched by Henry Corbin’s comparative philosophy and phenomenological hermeneutics, the paper establishes a new foundation for constructing a cosmopolitan philosophy within a post-foundationalist framework. Frank’s concept of “All-Unity” offers a metaphysical basis that reconciles the universal with the particular, resolving the antinomies of universality versus singularity and historicity versus non-historicity as foundational conditions of the possibility for this philosophy. Corbin’s focus on intuition and the imaginal realm further deepens this approach, enabling the integration of diverse intellectual traditions while honoring their unique and particular contributions. This paper argues that cosmopolitan philosophy can provide a coherent framework for engaging with the complexities of global thought and diverse intellectual traditions, offering a foundation for mutual understanding and addressing the existential crises of contemporary life