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Bericht über die Arbeitstagung 1956 in Lauenburg an der Elbe
Die in den letzten Jahren wiederaufgenommenen Arbeitswochen erfreuen sich bei äIteren und jüngeren Teilnehmern einer zunehmenden Beliebtheit. Ein Ziel dieser alljährlichen Tagungen, im Laufe der Zeit neben den rein floristischen, vegetationskundlichen und persönlichen Anregungen eine geschlossenere Kenntnis unserer Heimat zu vermitteln, rückt in greilbare Nähe, wenn wir uns die Tagungsorte der Nachkriegszeit vergegenwärtigen. 1949 trafen wir uns das erste MaI wieder auf dem Scheersberg in Angeln zu Aussprachen und Excursionen, die von Herrn MöIler/Schwensby auf das Beste vorbereitet waren. 1950 betreute Herr Spanjer die Arbeitswoche in Lunden in Dithmarschen. 1951 weilten wir unter der Obhut von Herrn RoeßIer in Ratzeburg. 1952 führte uns Herr O. Christiansen durch die Umgebung von Itzehoe. 1953 Iernten wir unter der Führung von Herrn Bode und Herrn Patzelt Oldenburg und das Land Oldenburg kennen. 1954 vermittelte uns Herr Menzel einen Einblick in den nordfriesischen Küstenbereich um NiebüIl. 1955 war unsere Gemeinschaft bei Herrn Jöns im Kreise Eckernförde zu Gast, und im vergangenen Sommer ermöglichten uns Herr RoeßIer und Herr Wotter den Besuch der Elbstadt Lauenburg. Auf diese Weise haben wir in den vergangenen acht Jahren einvielfäItiges Stückchen Heimat kennen gelernt. Damit aber das jeweils Gesehene noch nachhaltiger wirke und außerdem auch allen denen zugängIich werde, die an den Arbeitswochen nicht teilnehmen konnten, ist nun von verschiedenen Seiten angeregt worden, die Ergebnisse dieser Tagungen auch zu fixieren. So machen wir denn mit diesem Heft unserer Mitteilungen den ersten Versuch, über eine Arbeitswoche zu berichten, wobei das persönliche Moment natürlich zurücktreten und das sachliche Objekt im Vordergrund stehen müssen.The working weeks, which have been resumed in recent years, are becoming increasingly popular with older and younger participants. One of the aims of these annual conferences is to convey a more complete knowledge of our homeland over the course of time, in addition to the purely floristic, vegetational and personal suggestions. In 1949 we met again for the first time at the Scheersberg in Angeln for discussions and excursions, which were well prepared by Mr. MöIler/Schwensby. In 1950 Mr. Spanjer supervised the working week in Lunden in Dithmarschen. In 1951 we stayed in Ratzeburg under the care of Mr. RoeßIer. 1952 Mr. O. Christiansen guided us through the surroundings of Itzehoe. In 1953 we got to know Oldenburg and the state of Oldenburg under the guidance of Mr. Bode and Mr. Patzelt. In 1954, Mr. Menzel gave us an insight into the North Frisian coastal area around NiebüIl. In 1955, our community was hosted by Mr. Jöns in the Eckernförde district, and last summer, Mr. RoeßIer and Mr. Wotter made it possible for us to visit the Elbe town of Lauenburg. In this way, we have gotten to know a diverse piece of our homeland over the past eight years. However, in order to make what we have seen even more lasting and also to make it accessible to all those who were unable to take part in the working weeks, it has now been suggested from various sides to record the results of these meetings. This issue of our newsletter is therefore our first attempt to report on a week of work, although the personal aspect must naturally take a back seat and the factual object must take center stage
Festschrift für Dr. h.c. Willi Christiansen zur Vollendung des 70. Lebensjahres
Der Sammelband zu Ehren Dr. h.c. Willi Christiansen enthält Beiträge zu unterschiedlichen Themen aus dem Bereich der heimatlichen Pflanzenwelt Schleswig-Holsteins. Anhand der Beiträge in dem Sammelband werden zudem die vielfältigen Einflüsse auf die Veränderung der Landesflora, wie Landschaftsaufbau und Landschaftswandel, ebenso wie Düngung, thematisiert.The anthology in honor of Dr. h.c. Willi Christiansen contains articles on various topics related to the native flora of Schleswig-Holstein. The articles in the anthology also address the diverse influences on changes in the state flora, such as landscape structure and landscape change, as well as fertilization
Die Moosflora von Schleswig-Holstein
Mit der vorliegenden Arbelt von Herrn Nis Jensen über die Moosflora in Schleswig-Holstein wlrd eine der empfindlichsten Lücken in der Kenntnis der Pflanzendecke unseres Landes geschlossen. Jahrelange eigene Beobachtungen und zeitraubende und umständliche Llteratur- und Herbarstudien finden ln dieser Flora elnen Abschluß, dessen Ergebnis nun den Mitgliedern unserer Arbeitsgemeinschaft mit dem Wunsche vorgelegt wird. daß es zu weiterer Arbeit in Wissenschaft und Praxis anregen möge. In einer Zeit, deren Tendenz offensichtlich darauf ausgeht, den Menschen immer mehr aus seiner natürlichen Umgebung lösen und in eine in den meisten Fällen ungebundene geistige Isolation zu führen, mag dle Betonung liebevoller Naturbetrachtung und Einfühlung in dle Zusammenhänge unserer Umgebung eln kleines Gegengewicht gegen dle Zeitströmung sein, das umso angebrachter ist , als wir uns in Mitteleuropa in absehbarer Zeit anschicken müssen, eine grundsätzliche Ordnung unseres Lebensraumes vorzunehmen, die nur dann von Bestand sein kann, wenn die trivialste Voraussetzung eines lntensiven Lebens, das feine Aufeinander-Abgestimmtsein und zwanglose Ineiandergreifen der natürlichen Gegebenheiten, gewährleistet ist. Den Blick auf dlese Zusammenhänge zu lenken, deren Verständnis zu fördern zum Wohle unserer Zukunft möge die vorliegende Arbelt beitragen.The recent work of Mr. Nis Jensen on the moss flora of Schleswig-Holstein closes one of the most sensitive gaps in the knowledge of the plant cover of our state. Years of own observations and time-consuming and laborious literature and herbarium studies have come to an end in this flora, the result of which is now presented to the members of our working group with the wish that it may inspire further work in science and practice. In an age whose tendency is obviously to detach man more and more from his natural environment and to lead him into a mostly unbound spiritual isolation, the emphasis on loving observation of nature and empathy with the interrelationships of our environment may be a small counterweight to the current of the times, which is all the more appropriate as we in Central Europe will soon have to set about establishing a fundamental order for our living space, which can only be of benefit if the most trivial prerequisite of an intensive life, the fine-tuning and unconstrained interplay of natural conditions, is guaranteed. It is hoped that the present work will help to draw attention to these interrelationships and promote their understanding for the benefit of our future
About the Grasses in Schleswig - Holstein
Diese Arbeit verfolgt zwei Hauptziele: Erstens soll sie die Erkennung von Gräsern im blütenlosen Zustand erleichtern, indem sie Beschreibung und Bestimmungsschlüssel bereitstellt. Zweitens soll sie das Verständnis für die ökologischen Anforderungen, Standortbeschreibungen, Verbreitung sowie die wirtschaftliche Bedeutung der Gräser erweitern. In Deutschland machen Gräser einen hohen Anteil an verschiedenen Landschaften aus, darunter Grünland, Wälder, Dünen und ungenutzte Flächen. Das Erkennen im blütenlosen Zustand ist jedoch schwierig, was die allgemeine Kenntnis der Grasarten einschränkt, abgesehen von den Nutz- und Unkrautarten, die für Landwirte, Forstwirte und Naturschützer relevant sind. Die Arbeit beschreibt die wichtigsten Merkmale zur Unterscheidung der Grasarten, wobei die Pflanze in Wurzel und Spross unterteilt wird. Die meisten Gräser verlieren die Hauptwurzel früh, nur bei Ausnahmen wie Mais bleibt sie erhalten. Der Wurzelstock besteht aus Nebenwurzeln, die durch ihre Form, Anatomie und Geruch zur Identifikation beitragen können. Die Unterscheidung erfolgt vor allem anhand des Sprosses, der ober- und unterirdische Teile aufweist. Die Triebe wachsen horstig, in dichten oder lockeren Horsten, je nach Art. Arten mit Ausläufern können sich in Einzeltriebe auflösen, was die Rasigkeit der Pflanze beeinflusst. Der oberirdische Spross besteht aus Stengel, Knoten, Blättern und Blütenständen. Der Stengel ist meist kahl oder behaart, kann gerade, geknickt oder niederliegend sein. An den Knoten entspringen die Blätter, die aus Blattscheide und -spreite bestehen. Die Blattscheide umgibt den Stängel, kann glatt oder behaart sein, und ist oft farblich variabel. Die Blattspreite ist vielfältig in Form, Größe, Farbe und Oberflächenstruktur, mit Merkmalen wie Riffelung, Zähnchen, Spitzenform und Behaarung. Der Übergang von Spreite zu Scheide ist durch spezielle Strukturen wie Öhrchen und Blatthäutchen gekennzeichnet, die je nach Art unterschiedlich ausgeprägt sind. Zusätzlich spielen Geruch, Geschmack, Behaarung und Farbgebung der Blätter eine Rolle bei der Bestimmung. Die Arbeit betont, dass mit Kenntnis dieser Merkmale die Identifikation der Gräser auch im blütenlosen Zustand gut möglich ist. Die Nomenklatur orientiert sich an standardisierten botanischen Werken. Insgesamt soll die Arbeit das Verständnis für die Vielfalt und Bedeutung der Gräser fördern und die Fähigkeit verbessern, sie zuverlässig zu erkennen.The present work is intended to serve two purposes. Through the description and the identification key, the possibility of recognizing the grasses in the flowerless state in our homeland may be facilitated, and through the treatment of the ecological requirements, the description of the location, and the outline of their distribution and their economic importance, be it as useful plants, as so-called “weeds”, or be it as indicator plants, the knowledge of grasses in general may be expanded. After all, the various grass species in our country make up a relatively high proportion of the total cover of grassland, forests, dunes and all “unimproved land” compared to other landscapes. However, the difficulty in recognizing them correctly, especially when they are not in flower, has caused them to lag somewhat behind all the more easily recognizable species in terms of general knowledge. Apart, of course, from the few species that are of primary interest to farmers, foresters, hydraulic engineers or land conservationists as useful plants or weeds. In this way, the work may help to promote knowledge of the grass family in accordance with its general importance..
About the vegetation conditions on the island of Fehmarn
Die vorliegende Arbeit basiert auf vegetationskundlichen Erhebungen auf der Insel Fehmarn in den Jahren 1946 und 1947. Unter Anwendung der in Mitteleuropa bewährten pflanzensoziologischen Methoden – insbesondere der Schweizer Schule – wurde die Zusammensetzung und Struktur der Vegetation dokumentiert und analysiert. Die floristische Analyse erfolgte unter Berücksichtigung von Abundanz, Dominanz, Soziabilität sowie ökologischen und topografischen Faktoren. Ein zentrales Ziel war die Entwicklung eines objektiven Kriteriums zur Bestimmung der Homogenität pflanzensoziologischer Einheiten durch die Einführung des Begriffs der „charakteristischen Artenkombination“. Darüber hinaus wird die Problematik systematischer Klassifikation thematisiert, insbesondere die künstliche Natur solcher Systeme und die Vorsicht im Umgang mit prioritätsbasierten Namensgebungen. Die Studie liefert wertvolle Erkenntnisse zur floristischen Struktur und Einordnung der Vegetation Fehmarns im Kontext mitteleuropäischer Pflanzengesellschaften.This study is based on vegetation surveys conducted on the island of Fehmarn in 1946 and 1947. Using phytosociological methods established in Central Europe—particularly those of the Swiss school—the composition and structure of the island’s vegetation were documented and analyzed. The floristic analysis included assessments of abundance, dominance, sociability, and ecological as well as topographical factors. A central objective was to develop an objective criterion for determining the homogeneity of plant sociological units through the introduction of the concept of the “characteristic species combination.” The work also discusses the challenges of systematic classification, emphasizing the artificial nature of such systems and cautioning against rigid, priority-based nomenclature. The study provides valuable insights into the floristic structure and classification of Fehmarn’s vegetation in the context of Central European plant communities