Münchener Theologische Zeitschrift (Katholisch-Theologische Fakultät der LMU München)
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    Nachruf auf Prof. Alfred Gleißner

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    Materielle Verkörperung und personale Begegnung

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    In der Diskussion um die richtige Auffassung der Realpräsenz Christi in der Eucharis-tie wird oft eine personal verstandene Gegenwart einer leiblich-dinglich verstandenen Gegenwart gegenübergestellt. Der vorliegende Artikel diskutiert die Eucharistietheo-logie von Marylin McCord Adams und ihren Vorschlag einer metaphysischen Model-lierung. Grundlegend für ihre Argumentation ist u. a. die ontologische Überzeugung, dass menschliche Personen notwendigerweise materiell verkörpert sind. Vor diesem Hintergrund ist die Feier der Eucharistie ein gemeinsames Mahlgeschehen, bei wel-chem die Teilnehmenden ganzheitlich in ihrer materiell-personalen Verfasstheit ein-gebunden sind. Damit dieses Mahlgeschehen ein Ort der personalen Begegnung mit Christus sein kann, argumentiert Sie für eine starke ontologische Auffassung der leib-lichen Realpräsenz. Diese könnte metaphysisch am besten mit Hilfe einer Impanations-theorie gedacht werden

    Karl-Theodor Geringer (1937–2022) zum Gedächtnis

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    Geschichten verbinden: Auf dem Weg zu einem narrativen Pastoralverständnis

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    Die neuere religionssoziologische Empirie stellt die Kirchen in Deutschland vor große Herausforderungen: Eine transzendente Verwurzelung ihres gesellschaftlich sehr ge-schätzten Engagements ist für immer mehr Menschen bedeutungslos. Was aber kann dieses Faktum für das Pastoralverständnis einer Kirche bedeuten, deren Selbstbild als ‚Sakrament‘ die horizontale und transzendente Dimension als untrennbar miteinander verbunden auffasst? Der vorliegende Aufsatz möchte vor diesem Hintergrund ein nar-ratives Verständnis von Pastoral vorschlagen, das die narrative Grundstruktur des Menschen als Prämisse für die Seelsorge ernst nimmt und so auf Grundlage unter-schiedlicher bereits vorliegender narrativer Ansätze sowie mithilfe der Theologie des Zweiten Vatikanischen Konzils entwickelt werden kann

    Revelation, Reading, and Transformation

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    The article revolves around the question of what makes revelational events revelatory in a religiously significant sense. Based on a specific notion of ‘event’, on a phenome-nological reflection on the peculiarities of revelation, and an aligned hermeneutics a concept of ‘revelatory events’ is proposed which also identifies a special place for nar-ration and narratives and for the act of reading as such: in reading the receiving subject is constituted as the subject to whom revelation is given such that the subject becomes transformatively connected to the revelatory event and its eventfulness

    Wahrheit und Imagination im Film

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    Seit den Anfängen der Filmgeschichte übt das ‚bewegte Bild‘ eine Faszination aus. Der russische Filmemacher Andrej Tarkowski (1932–1986) nannte Filme „versiegelte Zeit“. 1 Damit wird bereits eine wesentliche Dimension erfasst. Wie kein anderes Me-dium kann der Film in zwei Stunden die Lebensgeschichte eines Menschen erzählen und vor allem bewahren. Wie ist das möglich? Was zeichnet eine gut gefilmte Ge-schichte aus und warum ist sie faszinierend? Gibt es ein spezifisches Wissen, eine Er-kenntnis, die wir nur aus Geschichten lernen können? Der erste Abschnitt des folgen-den Beitrags beginnt mit der Frage nach dem Zusammenhang von Storytelling und Selbsterkenntnis. Anschließend wird der Wahrheitsanspruch von Filmen erörtert und danach gefragt, wie Filme funktionieren. Gibt es ein Rezept für eine gute Geschichte? Die Abschlussüberlegungen widmen sich dem Thema ‚Film und Imagination‘ und dis-kutieren, wie die Dramaturgie des Films uns hilft, authentisch zu leben

    Reinhold Oswald Messner’s (1911 1971) Theory of Apposition, Reduplication, Specification and partial Opposition in general: A philosophico-theological Evaluation

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    Reinhold Oswald Messner (OFM) veröffentlichte – hauptsächlich im Laufe der 60er Jahre – nicht nur eine systematische Metaphysik und eine Untersuchung zur Kernstruktur des monotheistischen Gottesbegriffes, sondern auch eine wegweisende Studie zur Modernisierung und Präzisierung der scholastischen Unterscheidungskategorien. Mittels logischer Analyse konnte er wichtige Begriffe wie Apposition, Reduplikation, Spezifikation und Teil-Opposition im allgemeinen einer weiteren Klärung zuführen. Auf dieser Grundlage behauptet er, eine konsistente Interpretation der Anselm-Regel: Omnia sunt unum in divinis ubi non obviat relationis oppositio geben zu können. Ferner präsentierte er neue Explikationen für einige zentrale philosophische und theologische Schlüsselbegriffe

    Zweifel, Unglaube und Anagnorisis Motiv in den Ostererzählungen der Evangelien

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    Während die Osterevangelien berechtigte Zweifel bezüglich des leeren Grabes plausibel ausräumen können, werfen ihre Berichte über die Erscheinungen des Auferstandenen Fragen auf. Zwar sind die Visionen theologisch problemlos als Halluzinationen oder Oneiroide zu deuten, aber der Zweifel der Visionäre und das Nicht-erkennen Können des Auferstandenen (Anagnorisis-Motiv) widersprechen dem Phänomen der Vision nicht nur unter psychologischen wie biblischen Aspekten, sondern auch dem Zweck, die Auferstehung Jesu als Faktum auszuweisen. Diese Unstimmigkeiten lassen sich weder durch ein Versagen der Jünger noch durch die Singularität der Auferstehungswirklichkeit erklären; sie verweisen vielmehr auf einen längeren Lern- und Erkenntnisprozess, bei dem Schriftauslegung und Erinnerung an das letzte Abendmahl entscheidende Faktoren auf dem Weg zum Osterglauben waren. Visionen können diesen Prozess ausgelöst oder begleitet haben. Der – in der Geistsendung symbolisierte – ungleichzeitige Moment der Akzeptanz des Auferstehungsglaubens machte weitere Erscheinungen überflüssig und begeisterte zugleich für eine Wiederaufnahme der Sammlungsinitiative Jesu, der sich dann auch – völlig unvorhergesehen – Nicht-Juden angeschlossen habe. Mit der nachträglichen Bestätigung der Universalisierung ist der Aufstieg des Hl. Geistes zur dritten göttlichen Person mit der Funktion verbunden, auch die weitere Entwicklung der Kirche zu legitimieren

    Verhältnismäßigkeit: Grundprinzip theologischer Ethik

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    In seiner Abschiedsvorlesung entwickelt der Verfasser das Prinzip der Verhältnismäßigkeit als Grundprinzip verantwortlichen Handelns. Anschließend wird dieses Prinzip eingeordnet und gezeigt, dass es kontextbezogene Entscheidungen und einen Normenwandel zulässt, aber auch die Einsicht wahrt, dass der gute Zweck nicht das schlechte Mittel heiligt. In Auseinandersetzung mit fundamentalethischen Positionen des katholischen Lehramts wird dann gezeigt, dass sich die vom Lehramt betonten „in sich schlechten“ Handlungen auch vom Prinzip der Verhältnismäßigkeit her denken lassen. Dies wird mit einem wissenschaftstheoretischen, handlungstheoretischen und historischen Argument begründet. In einem dritten Abschnitt wird anhand von brisanten, in der deutschen Kirche kontrovers diskutierten Themen gezeigt, welche Perspektiven sich vom Verhältnismäßigkeitsprinzip her für diese normativen Fragen ergebe

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