Münchener Theologische Zeitschrift (Katholisch-Theologische Fakultät der LMU München)
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    Nachruf auf Prof. Theodor Nikolaou

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    Wir halten heute die endgültige Wirklichkeit in den Zeichen: Tropologische Hermeneutik bei Henri de Lubac und Simone Weil

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    In den Nöten des Zweiten Weltkriegs entdecken Henri de Lubac und Simone Weil unabhängig voneinander das Potential tropologischer Selbsttechniken und versuchen mit biblischen Ressourcen die Krisen und Katastrophen ihrer Zeit anders zu durch-leuchten und mögliche Auswege daraus zu formulieren. Im Hintergrund der tropolo-gischen Hermeneutik steht ein eigenständiges Offenbarungsverständnis. Dieses sieht den Interpretationsgegenstand der göttlichen Offenbarung anstatt in offenbarten Inhal-ten im gelebten Jetzt und verwendet die Heilige Schrift als dessen Interpretationswerk-zeug. Der Beitrag konturiert die jeweiligen Perspektiven von Henri de Lubac und Si-mone Weil mit einem Vorschlag, wie dieses Offenbarungsverständnis im historischen Horizont des Zweiten Weltkriegs beschrieben werden kann

    Zur Wahrhaftigkeit von Erzählungen

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    Der vorliegende Artikel wirbt für eine Sicht, die Erzählungen eine Wahrheitsfähigkeit zubilligt, auch wenn diese Erzählungen einige oder sogar zahlreiche fiktive Elemente enthalten oder wenn sie eine aus unterschiedlichen Geschichten kombinierte ‚Metaer-zählung‘ darstellen. Das Kriterium ihrer Wahrheitsfähigkeit ist, dass durch Erzählun-gen eine Art Wissen vermittelt wird: ein Wissen aus einer Zweiten-Person-Perspek-tive, das auf jenes Kennen einer Person abzielt, das eine andere Qualität miteinbegreift als ein bloßes Wissen um personenspezifische Fakten

    Die unendliche Geschichte: Fiktionales Erzählen als Kommunikation über das ‚Wie‘ von Erlösung

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    Biblisches Erzählen lässt sich generell als fiktionales Erzählen verstehen. Dies lenkt die Aufmerksamkeit darauf, dass in den Texten eine Ebene der ‚Kommunikation über Kommunikation‘ eingezogen ist, die wiederum Konsequenzen hat für das Verständnis von Offenbarung. Der Schlüssel zur ‚Wahrheit‘ der Texte liegt entsprechend weder (primär) hinter den Texten in historisch Faktischem noch in der Beglaubigung durch supranaturale Ereignisse, sondern in der Überzeugungskraft des Blickes auf die Welt, den die Texte bei den Lesenden entfalten. Darin bleibt Offenbarung gebunden an den Text, der in der Lektüre den Lesenden zur Erfahrung wird. Gleichzeitig ermöglicht dies ein erweitertes Verständnis von Offenbarung, das ebenso religiöse wie säkulare Perspektiven einschließt

    How to deal with the Traditional Latin Mass Movement? Thoughts on William H. Johnston’s Reply

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    Dennis Doyle antwortet auf die Kritik an seinem im Dezember 2021 publizierten MThZ-Beitrag. Im Horizont des Zugeständnisses sich im Streben nach rhetorischer Exuberanz ergeben habender Fehler wird die Notwendigkeit anerkannt, sich verständnisvoll bezüglich der legitimen Anliegen loyaler konservativer Katholiken zu verhalten. Demnach ist es rechtens, die praktische Entscheidung von Papst Franziskus in dieser komplexen Frage nach der Liturgie einer kritischen Anfrage zu unterstellen. Gleichwohl wird die zuvor artikulierte Unterstützung der päpstlichen Restriktion mit dem Argument verteidigt, dass die schädlichen Begleiterscheinungen der Bewegung um die vorkonziliare Liturgie diese selbst in Misskredit gebracht haben. In einer polarisierten kirchenpolitischen Situation müssen alle Diskursteilnehmer sich demütig der Begrenztheit ihrer Positionierungen bewusst sein und sich um einen Austausch im Geist christlicher Nächstenliebe bemühen

    Gott erfahren in den nichtchristlichen Religionen: Der Diskurs an der Münchener Universität im 19. Jahrhundert und die Reaktion Roms

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    Die moderne Religionswissenschaft ist als wissenschaftliche Disziplin im 19. Jahrhundert entstanden und vielfach, da scheinbar objektiver, in Konkurrenz zur christlichen Theologie getreten. Die Analyse der Debatten um die fremden Religionen an der Universität München zeigt aber, dass auch auf Seiten der christlichen Theologie bedeutende religionswissenschaftliche Arbeiten entstanden sind. Der moderne, psychologische Religionsbegriff stand hinter dieser Entwicklung, der das scheinbar Gemeinsame verschiedener Kulte und Glaubensrichtungen zu verstehen half und doch zutiefst durch die christliche Theologiegeschichte geprägt war. So waren auch die Religionswissenschaften nicht frei von Voraussetzungen, Werturteilen und Projektionen. An der erstmals analysierten Verurteilung des Werks Ernst von Lasaulx’ durch das Hl. Offizium wird deutlich, dass man den modernen, psychologischen Religionsbegriff im päpstlichen Rom ablehnte. Damit wird jedoch dessen Deutung ebenso zum Problem wie die Rede vom allgemeinen Heilswillen Gottes

    Das euteleologische Gottesbild : Ein Gott, der Liebe ist, aber nicht lieben kann

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    Die Religionsphilosophen John Bishop und Ken Perszyk haben ein alternatives nichtpersonales Gotteskonzept und eine damit verbundene euteleologische Metaphysik vorgelegt. Nach einem zusammenfassenden Rückblick auf die wichtigsten vergangenen Publikationen der Autoren zu dieser Thematik soll das Konzept im Licht der durch die Rezeption entstandenen Fragen und der zentralen Ideen ihres neu erschienenen Buches untersucht und die praktischen Implikationen am Beispiel der Konsequenzen, die sich in den Bereichen der Theodizee und der Eschatologie ergeben, aufgewiesen werde

    Vorwort

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    Spuren des Apokalyptischen bei Agamben und Hölderlin

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    Der vorliegende Text setzt Giorgio Agamben und Friedrich Hölderlin in ein Verhältnis zueinander. Die dabei leitenden Kategorien sind Rekapitulation und Versetzung: die Wiedereinholung des Ganzen am Ende und seine Verschiebung. Nicht nur sind diese beiden Kategorien, wie u. a. Martin Kirschner gezeigt hat, grundlegende Momente von Agambens an Paulus orientiertem messianischem Denken, sie prägen auch die Art und Weise, wie er sich auf Hölderlin bezieht. Nicht selten tauchen Verweise auf Hölderlin am Ende von Agambens Texte auf, um diese als Ganze in ihrer Bedeutung noch einmal zu modulieren. Rekapitulation und Versetzung sind auch, wie Agamben am Beispiel Hölderlins verdeutlicht, Motive, welche die Reim- und Versstruktur von Dichtung überhaupt prägen. Dies zeigt vorliegender Text in einer Analyse von Hölderlins Versen „Wo aber Gefahr ist, wächst / Das Rettende auch.“ (Patmos). In „Il tempo cheresta“ aus dem Jahr 2000 interpretierte Agamben den in Hölderlins späten Hymnen vollzogenen Bruch von Reim- und Ordnungsstruktur der Dichtung als Abbruch einer messianischen Tradition, das Göttliche zu denken. In „La follia di Hölderlin“ (2021) weitete er die Überlegungen auf Hölderlins Gedichte der Turmzeit, die wieder Reim- und bestimmte Ordnungsstrukturen annehmen, aus. Er sieht darin einen Übergang in ein anti-tragisches, komödiantisches Bewusstsein. In Ergänzung dazu sei es unternommen, Hölderlins späte Gedichte in einer stärkeren Kontinuität zu den freirhythmischen Hymnen als fortgesetzte Suche nach offenen Räumen zu interpretieren

    Liturgia in via: Überlegungen zur Reform der Römischen Messliturgie im Ausgang von der Eucharistietheologie der Basilios-Anaphora

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    Wie könnte eine eucharistietheologisch verantwortete ‚Reform der Reform‘ aussehen? In der vergleichenden Auseinandersetzung mit den stellvertretend für das patristische Erbe stehenden Hochgebetstexten der Basilios-Anaphora sowie des Canon Romanus wird dafür argumentiert, dass die für die lateinische Kirche maßgebliche Wandlungs- und Messopfertheologie, die in der Vorstellung einer ‚postkonsekratorischen Aufopferung‘ kulminiert, tatsächlich Ergebnis einer sekundären Deutung des Canon Romanus ist. Mit Blick auf die gegenwärtige Normierung des Römischen Ritus ergibt sich damit ein ‚performativer Chiasmus‘: Faktisch wird die vorkonziliare Liturgie – entgegen der textlich erhebbaren Theologie im Hintergrund – als ‚Opferliturgie‘ gefeiert; – die konziliar erneuerte Liturgie hingegen – trotz ihrer textlich-rubrikalen Verhaftung in der scholastischen Wandlungs- und Opferlogik – meist als ‚Mahlfeier‘ inszeniert. Dabei konvergiert die jeweilige Performanz eben nur teilweise mit der Theologie der verwendeten Texte. Aus diesem ‚Chiasmus‘ von Text und Performanz sind Vorschläge für eine liturgietheologisch überzeugende ‚Reform der Reform‘ zu erarbeiten

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