Münchener Theologische Zeitschrift (Katholisch-Theologische Fakultät der LMU München)
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    The Eucharist according to gunk-relational ontology

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    Die rationale Erklärung der Eucharistie steht im Zentrum einer neu belebten Debatte innerhalb der philosophischen Theologie. Nach einer Erläuterung des Konzeptes der „Gunk-relational Ontology“ wird gezeigt, inwiefern dieser neue Ansatz ein Verständ-nis der Transsubstantiation erlaubt, dass sich von anderen traditionellen und zeitgenös-sischen Zugängen unterscheidet – deren konstruktive Momente teilweise aufgenom-men, aber in einer neuen Weise systematisiert werden. Gemäß dem Denkschema der „Gunk-relational Ontology“ besteht jede Substanz aus ihren eigenen Beziehungen, die wiederum ein „gunky“ Fundament aller Realität konstituieren. Die liturgische Zeleb-ration der Eucharistie schafft für das Brot eine neue beziehungsmäßige Situation, so-dass dessen Substanz durch ein rekonfiguriertes Beziehungsgeflecht seiner Natur nach gewandelt wird

    Attention to Dramatic Revelation: Theatrical Sacraments and a Phenomenology of Spectacle

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    Der Essay schlägt vor, die einem „Spektakel“ gewidmete Aufmerksamkeit als „offen-barend“ zu qualifizieren. Gefragt wird danach, ob innerhalb eines katholisch-christli-chen Paradigmas theatralische Phänomene ein Ort der Offenbarung sein können. Für die theologische Tradition sind Spektakel eher Mittel der Täuschung und der Ablen-kung, weil sie durchaus machtvoll Wahrnehmung zu formen. Wenn Offenbarung phä-nomenalen Charakter hat, kann sie nach einer sakramentalen Logik verstanden wer-den. Zugleich ist bekannt, dass Sakramente (vor allem von Menschen außerhalb der Glaubensgemeinschaft) als Spektakel wahrgenommen werden können. Im Rahmen ei-ner religiösen Phänomenologie des Spektakels sollen sogenannte „theatrale Sakra-mente" betrachtet werden: Momente auf der Bühne, die zu einer Gotteserfahrung füh-ren. Der Beitrag wiederum greift auf den Begriff des theatralen Sakraments zurück, um die Aufmerksamkeit, die einer Aufführung gewidmet wird, als eine Form des Ge-bets und so als Reaktion auf inszenierte Fiktionen zu behandeln, die (potenziell) eine Offenbarung Gottes darstellen

    Das Erzählen der Wirklichkeit: Narrative Ontologie und Offenbarung

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    Dieser Artikel stellt den Grundriss einer narrativen Ontologie vor. Zunächst wird deren Charakter als eine Kombination aus relationalen und dynamischen Ontologien be-schrieben (1), um dann ihre Grundlage im phänomenalen ‚Wahrwertnehmen‘ zu er-läutern (2). Abschnitt 3 stellt einige der wichtigsten Distinktionen vor: die Unterschei-dung zwischen primärer, sekundärer und transzendentaler Narrativität, den Begriff der Weglinien, die Unterscheidung zwischen Narration und Narrativ, die Distinktion zwi-schen transport und wayfaring, die Unterscheidung zwischen logischer und dramati-scher Kohärenz sowie die Unterscheidung zwischen epistemischer und ontischer Kon-tingenz. Abschnitt 4 erläutert den Gottesbegriff, soweit er religionsphilosophisch aussagbar ist als narrative Integration aller Weglinien unter einer besonderen Weglinie. Abschnitt 5 erläutert das Konzept der Offenbarung oder göttlichen Selbstpräsentation in der Verschränkung der Geschichten. Abschnitt 6 befasst sich mit materiellen Neu-formulierungen materieller Themen, nämlich Pluralität und Einheit in Gott, Schöp-fung, Engeln, Anthropologie, Hamartiologie und Eschatologie. Im abschließenden Ab-schnitt 7 werden Desiderate zukünftiger Forschung benannt

    Der Dienst des Katecheten – ein altes Amt im neuen Gewand? Kirchenrechtliche Anmerkungen zum Motu proprio Antiquum ministerium

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    Der Artikel befasst sich mit den Veränderungen, die 2021 durch das MP Antiquum ministerium vollzogen wurden. Dazu wird zuerst die bisherige Rechtslage im Hinblick auf die Rechtsstellung, die Pflichten und Rechte sowie die Zuständigkeit zur Bestellung jeweils für Katechet*innen und Katechist*innen dargestellt. Im Anschluss wird unter denselben Gesichtspunkten die neue Rechtslage seit dem MP analysiert. In einem weiteren Absatz finden sich grundlegende Überlegungen zur verwendeten Rechtssprache, zur Rechtsstellung des neuen Amtes, zur Zuständigkeit der Bischofskonferenzen und Ortsordinarien und v. a. zum Verhältnis zwischen den Neuregelungen im MP und den bestehenden kirchlichen Ämtern in Deutschland

    „Pro disciplinis sacris Professores sint communiter sacerdotes“: Die Geschichte der „Laienhabilitation“ in Deutschland

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    Der vorliegende Beitrag befasst sich mit der sogenannten „Laienhabilitation“ an deutschen katholisch-theologischen Fakultäten, die durch die Erlaubnis der Deutschen Bischofskonferenz im Jahr 1972 ermöglicht wurde. Was heute als Selbstverständlichkeit gilt, war in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hochumstritten. Ausgangs punkt der Studie ist der Nachlass Gottlieb Söhngens, der als Gegner der „Laienhabilitation“ verschiedene Schriftstücke archiviert hat, anhand derer die Positionen verschiedener Protagonisten (u. a. Joseph Ratzingers) und die Konfliktlinien einer zehnjährigen Diskussion deutlich werden

    Priester sein in dieser Zeit

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    Der folgende Aufsatz erprobt eine ekklesiologische Rückverortung des katholischen Priesteramtsverständnisses. Dabei werden auch die besonderen Herausforderungen des katholischen Christentums im 21. Jh. zur Sprache kommen müssen. Die zentrale These, die von anderen Auffassungen abgegrenzt wird, versteht die Rolle des Amtes als performative Eröffnung eines Horizontes der Möglichkeit von sakramentaler Gottesbegegnung und Gotteserfahrung, die in der Verkündigung vor allem als existenzielle Deutung des Daseins im Licht der Gegenwart Gottes vollzogen wird

    Homo Interpretans: On Daston, Augustine, Wynter

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    Für Lorraine Daston sehnt sich der Mensch nach dem Besitz einer Wissensformation, welche die Begrenztheit unserer Spezies überschreitet. Nach einer kurzen Einführung dieses umfassenderen Projektes – eines Überdenkens der Solidaritätskonzeption für das Anthropozän –, wird ein Programm für die philosophische Anthropologie skiz-ziert, das (in Anlehnung an Johann Michel) homo interpretans genannt wird und den Menschen als hermeneutisches Tier versteht. Ziel ist es, die Hermeneutik der Offen-barung in zwei neue Richtungen zu lenken: erstens, indem Dastons Behauptung (die Theologie verfolge die Erkenntnistheorie) als Eröffnung eines neuen Blickwinkels auf den eigenen locus classicus der christlichen Hermeneutik, Augustins De Doctrina, dient; zweitens, indem gezeigt wird, wie wichtig diese unwahrscheinliche Konvergenz von christlicher Hermeneutik und moderner Wissenschaftsgeschichte für die Aufgabe ist, Solidarität gegenwartssensibel inmitten einer rassisch kategorisierenden Moderne neu zu denken. Dabei wird dafür argumentiert, dass Dastons obige Behauptung zu-gleich brillant (Teil 1) und seltsam (Teil 2) ist. Die Reflexion auf die Rolle des Men-schen innerhalb der Menschheit erfährt dabei eine Flankierung durch eine kurze sug-gestive Auseinandersetzung mit dem Begriff der des homo narrans im Werk der schwarzen feministischen Theoretikerin Sylvia Wynter (Teil 4)

    Fuzulis »Garten der Glückseligen« und das Leid der Heiligen : Eine alevitische Entgegnung auf die Leidfrage

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    Der Dichter Fuzuli (1483–1556), den Alevit:innen als einen der bedeutendsten Poeten ihrer religiös-lyrischen Tradition verehren, schildert in seinem Werk „Der Garten der Glückseligen“ (Ḥadīḳatü’s-Süʽedāʼ) die Leidensgeschichten von Propheten und Heiligen. Das hagiographisch angelegte Werk befasst sich am umfangreichsten mit dem Martyrium des Prophetenenkels Imam Husain (626–680) in Kerbela. Anhand dieses Ereignisses, das sich wie kein zweites ins alevitische Kollektivgedächtnis eingeprägt hat, greift Fuzuli das Problem des Leidens auf und verfolgt dabei primär einen handlungsorientierten Ansatz. So sieht der Dichter in Leid ein notwendiges Übel, um Gott  den Liebesbeweis zu erbringen. Fuzuli sieht in seiner Liebesmystik die Gottesliebe als Telos des Menschen, für dessen Erfüllung er eine duldsame, gar dankbare Annahme des Leids vorsieht. Gleichzeitig spricht er sich gegen die Bonisierung des Leids anderer Menschen aus und sieht hier stattdessen Anteilname, Mitgefühl und Trauer vor – wie das Narrativ des Werkes an den Ereignissen Kerbelas deutlich macht. Die vorliegende Abhandlung diskutiert die Antworten in besagtem Werk auf die Ursprünge des Leids, auf den Umgang mit eigenem und nicht zuletzt mit fremdem Leid

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