Zeitschrift Hochschule und Weiterbildung (ZHWB - Universität Bielefeld)
Not a member yet
374 research outputs found
Sort by
Inwieweit erfüllen Hochschulen ihre „Third Mission“? : Sichtweisen der regionalen Bevölkerung auf Hochschulen und ihre Angebote
Hochschulen sind derzeit mit hohen politischen Erwartungen an ihren Beitrag zu regionalen Transformationsprozessen konfrontiert, oft als „Third Mission“ bezeichnet. Doch wie nimmt die regionale Bevölkerung, die ein zentraler Adressat der Third Mission ist, diese neue Mission der Hochschulen wahr? Dazu wurden Bürger*innen der Region Ingolstadt befragt (N = 512). Diese sehen hohes Potential in der Third Mission von Hochschulen und sind bereit, an entsprechenden Angeboten teilzunehmen. Allerdings hat nur ein sehr geringer Anteil der Personen das bereits getan. Diese Kluft kann durch die stärkere Adressierung der Bedarfe der Bevölkerung und der konkreten regionalen Lebenswelten überwunden werden. Denn unter anderem die Orientierung der Hochschulen an den zentralen Themen der Region trägt dazu bei, die wahrgenommene Bedeutung der Hochschulen für die Region aus Sicht der Bevölkerung zu steigern. Zusammenfassend weist dieser Beitrag auf das Potential hin, das Third Mission aus Sicht der Bürger*innen hat, und macht deutlich, wie dieses gehoben werden kann
Regional- und Fachvernetzungsstellen als neues Instrument für die Hochschulweiterbildung: Ein Praxisbericht aus Baden-Württemberg
Seit 2021 läuft in Baden-Württemberg das Landesprojekt Hochschulweiterbildung@BW, in dessen Mittelpunkt die strukturelle Weiterentwicklung der wissenschaftlichen und künstlerischen Weiterbildung steht. Im folgenden Beitrag wird die dritte Säule des Projektes, die Initiierung und Etablierung einer Struktur von Regional- und Fachvernetzungsstellen an den beteiligten Hochschulen, in den Blick genommen. Dieses neue Instrument wird zunächst in seiner Grundstruktur vorgestellt, eine Zwischenbilanz nach Ablauf der ersten Projekthälfte gezogen und dann der Frage nachgegangen, wie die Arbeit der Regional- und Fachvernetzungs- stellen dazu beiträgt, die Bedarfe aus Wirtschaft und Gesellschaft und die Weiterbildungsangebote der Hochschulen noch besser in Passung zu bringen
Micro-Degrees und Badges als Zukunftsmodell für die Wissenschaftliche Weiterbildung Älterer? (Strukturelle) Überlegungen zur Programmentwicklung des Seniorenstudiums
Die Wissenschaftliche Weiterbildung präsentiert sich innerhalb der deutschen Hochschullandschaft nach wie vor als diffuses Feld mit pluralen Akteuren, unterschiedlichen Organisationsformen und zahlreichen Angebotsformaten, deren Kreditierung und Zertifizierung bis heute keiner einheitlichen Struktur folgt. Als Reaktion auf diese Diversität sind in den letzten Jahren verschiedene Expertengremien auf unterschiedlichen Ebenen bestrebt, in Form von Empfehlungen eine Vereinheitlichung von weiterbildenden Abschlussgraden anzuregen, um so nach Möglichkeit eine flächendeckende und damit bundeseinheitliche Zertifizierung von erbrachten Leistungen zu erreichen. Exemplarisch werden in diesem Beitrag die Empfehlungen der Hochschulrektorenkonferenz zum Einsatz von Micro-Degrees und Badges als Formate digitaler Zusatzqualifikationen (HRK, 2020) und die Handlungsempfehlungen der OECD zur Weiterbildung in Deutschland (OECD, 2021b) aufgegriffen, um zu prüfen, inwiefern diese (neuen) Formen der Kreditierung und Zertifizierung von (Teil-)Leistungen vor allem im Rahmen der wissenschaftlichen Weiterbildung Älterer sinnvolle Alternativen darstellen können. Unter Einbezug der Ergebnisse ausgewählter Untersuchungen zum Seniorenstudium soll hierzu mit Blick auf die strukturellen Voraussetzungen einzelner Standorte und die motivationalen Beweggründe von Seniorstudierenden eine Gegenüberstellung wesentlicher Kernfaktoren erfolgen, die unter Einbezug soziodemografischer und hochschulpolitischer Trends das Für und Wider eines Einsatzes neuer Zertifizierungsformate in der Wissenschaftlichen Weiterbildung Älterer aufzeigen
Wissenschaftsbasiertes Lernen und digitaler Wandel im Seniorenstudium
Das Seniorenstudium der Ludwig-Maximilians-Universität München wurde durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie stark und nachhaltig beeinflusst. Im vorliegenden Artikel wird auf Basis von drei Teilnehmendenbefragungen aus den Jahren 2018, 2020 und 2021 diskutiert, welche Veränderungen die Umstellung auf digitale Lehrangebote mit sich bringt, aber auch welche Kontinuitäten trotz Onlinelehre erkennbar sind. Es lassen sich in der explorativen Studie Unterschiede hinsichtlich der Teilnahmemotive und der Bereitschaft, synchrone Lehrangebote zu nutzen, feststellen. Die Bereitschaft der älteren Lernenden, sich mit digitalen Lernformaten auseinander zu setzen, ist generell vorhanden, auch wenn ein Rückgang der Teilnehmendenzahlen zu vermerken ist. Das wissenschaftsbasierte Lernen wird auch in der Pandemie nachgefragt, die Vermittlung von Erkenntnissen aus der Forschung ist weitgehend unbehelligt von den Veränderungen, die der digitale Wandel mit sich bringt. So ist auch eine Stabilität didaktischer Grundlagen wie Selbststeuerung, Freiwilligkeit und Diskursfähigkeit im Seniorenstudium erkennbar
Zeittheoretische Blicke auf wissenschaftliche Weiterbildung: Zur Rolle temporaler Agenden
Durch die politisch forcierten Forschungs- und Entwicklungsprojekte vor allem in der vergangenen Dekade sind zwar einige Publikationen zu Zeit im Kontext von wissenschaftlicher Weiterbildung erschienen, jedoch stand eine zeittheoretisch fundierte Auseinandersetzung mit wissenschaftlicher Weiterbildung bislang aus. Der Beitrag präsentiert Ergebnisse der kürzlich erschienenen Studie „Bildung für eine ungewisse Zukunft. Temporale Agenden im Kontext der Hochschulweiterbildung“ (Schiller, 2022), die in Erweiterung zeitbezogener Theoriestränge grundsätzliche Zusammenhänge zwischen Zeit und wissenschaftlicher Weiterbildung erörtert. Im Zentrum steht der Kernbegriff der temporalen Agenden, der an zeittheoretische Entwürfe der postmodernen Gegenwart anschließt und zunächst auf der bildungspolitischen Makro-Ebene als kollektive temporale Agenda beschrieben wird. In einer anschließenden, auf Angebotsanalysen und Befragungsdaten nicht-traditionell Studierender im Segment der IT-Sicherheit basierenden triangulierten Analyse wird der Begriff als organisationale und individuelle temporale Agenden empirisch rückgekoppelt. Es zeigt sich, dass temporale Agenden in der wissenschaftlichen Weiterbildung geprägt sind von einer hochgradig beschleunigten Wissensgesellschaft, in der schon die mittelfristige Zukunft sich einer verlässlichen Prognose zunehmend entzieht. Bildung wird in dieser die Aufgabe zugedacht, immer rascher veraltende Wissensbestände aktuell zu halten, um negative Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft abzuwenden. Dies hat weitreichende Folgen sowohl für die zugrundeliegenden Begriffe von Zukunft und Bildung wie auch für die Angebotsgestaltung
Erfolgsfaktoren in der wissenschaftlichen Weiterbildung: Ergebnisse einer Erhebung an bayerischen Hochschulen
Ziel der in der DGWF Engagierten ist es, hochwertige und dauerhaft erfolgreiche Weiterbildungsangebote zu schaffen. Dieser Beitrag präsentiert die Ergebnisse einer quantitativen Umfrage mit Verantwortlichen für wissenschaftliche Weiterbildung an Hochschulen im Freistaat Bayern zum Thema Erfolgsfaktoren. Darin wird die Facheinschätzung jener 34 Expert*innen zu den wichtigsten Elementen in Konzeption, Organisation und Angebotsausführung wiedergegeben, auf dass eine erfolgreiche Etablierung gelingt. Darüber hinaus liefern die Autorinnen einen Überblick zur aktuellen bayerischen Situation der wissenschaftlichen Weiterbildung mit Verortung auf nationaler Ebene und vergleichen die zentralsten Forschungsergebnisse mit thematisch verwandten Studien. Der Beitrag schließt mit Diskussionsanregungen zu aktuellen Entwicklungsperspektiven
Programmplanung und Entwicklung interprofessioneller wissenschaftlicher Weiterbildungsangebote für Gesundheitsfachpersonal
Die Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften entwickelt und erprobt im Rahmen des niedersächsischen Förderprogramms „Öffnung von Hochschulen“ mit dem Projekt „InWeit – Interprofessionelles Weiterbildungsprogramm“ fünf Weiterbildungsmodule mit Zertifikatsabschluss sowie zwei Massive Open Online Courses (MOOCs), die im Anschluss an die Erprobung und Evaluation in ein modular ausgestaltetes, frei kombinierbares, interprofessionell ausgerichtetes Weiterbildungsprogramm überführt werden. Mit Hilfe des interprofessionellen Weiterbildungsprogramms soll ein niedrigschwelliger Hochschuleinstieg für die nicht-traditionellen Zielgruppen des Gesundheitswesens, speziell für die in den Pflegeberufen tätigen Fachkräfte erreicht werden. Die thematische Entwicklung und organisatorische Ausgestaltung erfolgt dabei auf der Grundlage umfassender regionaler Bedarfserhebungen. Um eine Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Weiterbildung zu gewährleisten, sind die modularen Angebote nach dem Blended Learning Konzept gestaltet. Das interprofessionelle Weiterbildungsprogramm entspricht aufgrund seiner großen Flexibilität in besonderem Maße den Bedürfnissen der Zielgruppe der Gesundheits- und Pflegefachberufe und bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, neue Schwerpunkte in ihrer persönlichen Karriereentwicklung zu legen