Zeitschrift Hochschule und Weiterbildung (ZHWB - Universität Bielefeld)
Not a member yet
374 research outputs found
Sort by
Bedeutungen Lebenslangen Lernens für die Hochschulbildung: Perspektiven von Hochschullehrenden an deutschen und spanischen Hochschulen
Der vorliegende Beitrag beschreibt die theoretischen und empirischen Zugänge einer qualitativen Dissertationsstudie zur Bedeutung Lebenslangen Lernens für die Hochschulbildung (Adorno, 2023) und skizziert die zentralen Ergebnisse. Durch die Übernahme in die Hochschulbildung wird Lebenslanges Lernen zu einem zu bearbeitenden Handlungsproblem sowie zum Gegenstand von Aushandlungsprozessen. Als Gruppe mit großen Gestaltungsmöglichen in Bezug auf die Umsetzung Lebenslangen Lernens standen die Bedeutungskonstruktionen von Hochschullehrenden im Zentrum der Untersuchung. Die Studie wurde in zwei europäischen Ländern, Deutschland und Spanien, vorgenommen.
Zertifikate und Microcredentials in der wissenschaftlichen Weiterbildung: Landesrechtliche Rahmenbedingungen besser verstehen und Perspektiven entwickeln
Formate der wissenschaftlichen Weiterbildung mit Zertifikat haben durch die in den letzten Jahren im Hochschulraum intensiv diskutierten Microcredentials einen starken Entwicklungsimpuls erhalten. Der vorliegende Beitrag möchte zu diesem aktuellen Diskurs zweifach beitragen: Erstens werden die Ergebnisse einer im Herbst 2022 unter im Arbeitsfeld der wissenschaftlichen Weiterbildung Aktiven durchgeführten Befragung vorgestellt. Zweitens werden in Gestalt eines systematischen bundesländerübergreifenden Vergleichs von Rechtsgrundlagen rechtliche Herausforderungen für die Umsetzungspraxis identifiziert, um zu einer besseren Strukturierung der Debatte über Regelungsempfehlungen beizutragen. Ausgangspunkt ist hierbei ein Microcredential-Begriff, der von kompakten und thematisch fokussierten Bildungsangeboten mit einer abschließenden Prüfungsleistung ausgeht: Schwerpunkt der Analyse sind die hochschulrechtlichen Grundlagen und grundlegenden prüfungsrechtlichen Fragestellungen mit einer Betrachtung des Zertifikatsbegriffs in der wissenschaftlichen Weiterbildung, insbesondere im Kontext von Hochschulprüfungen und der Anerkennung
Jenseits der Kundenrolle: Co-Creation in der Weiterbildungsangebotsentwicklung: Zwei Fallstudien über mutige Mitgestaltende
Co-Creation in der Entwicklung von Weiterbildungen ist kein wissenschaftlicher, sondern ein kreativer Prozess. Dieser kreative Prozess ist, wie diese Studie zeigt, geprägt von Ergebnisoffenheit, gemeinsamen Suchbewegungen, Scheitern, Fehlern und dem Lernen entlang des Prozesses. Hinzu kommt eine für Forschende neue Haltung, bei der bisherige Kundinnen und Kunden aktiv in die Entwicklung neuer Weiterbildungen einbezogen werden. Die vorliegende Studie dokumentiert den Prozess der Co-Creation in der Entwicklung offener Weiterbildungsangebote in Form von zwei Fallstudien mit elf Partnerorganisationen unterschiedlicher Größe und aus verschiedenen Branchen. Das Vorgehen orientiert sich am Design Thinking Prozess mit dem Ziel, innovative Weiterbildungen mittels Abduktion zu entwickeln. Als Ergebnis wurden kritische Erfolgsfaktoren in Form von fünf Hypothesen abgeleitet, welche die weitere Forschung zur Co-Creation in der wissenschaftlichen Weiterbildung bereichern sollen. Als kritischer Erfolgsfaktoren haben sich (1) inhaltliche Impulse, (2) die Unterscheidung zwischen Fach- und Führungskräften, (3) das gemeinsame Üben von Perspektiv- und Rollenwechseln, (4) eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung sowie (5) ausreichend Frustrationstoleranz und Ressourcen aller Teilnehmenden herauskristallisiert
Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudien e. V. zur Struktur und Transparenz von Angeboten der wissenschaftlichen Weiterbildung an Hochschulen in Deutschland. : Überarbeitete und beschlossene Version vom 21./22. Juni 2023.
Strukturelle Bedingungen des Fernstudiums an der IU Internationale Hochschule
Die private IU Internationale Hochschule als größte Hochschule Deutschlands zeichnet sich durch starkes Wachstum ihrer Studierendenzahlen aus, durch einen ungewöhnlich hohen Anteil von Studierenden im Studienformat Fernstudium sowie durch ausgeprägte Heterogenität der Studierendenschaft. Der folgende Beitrag identifiziert und erläutert mögliche strukturelle und strategische Aspekte als Gründe für die Attraktivität der Hochschule und des Studienformats „Fernstudium“. Darüber hinaus werden die didaktischen Herausforderungen dargestellt, die für Lehrende in einem 100%igen Onlinestudium mit der Zielsetzung des personalisierten Lehrens und Lernens entstehen. Dabei wird auch auf die Integration Künstlicher Intelligenz in das Lehr- und Lernkonzept der IU eingegangen
Akteursprofile in der wissenschaftlichen Weiterbildung : Tätigkeitsstrukturen zwischen Wissenschaft und Management im Wandel
Über einen Zeitraum von fast zehn Jahren wurden die beruflichen Profile unterschiedlicher Akteursgruppen in der wissenschaftlichen Weiterbildung von der Arbeitsgemeinschaft Forschung in der Deutschen Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium (DGWF) untersucht. Eine Forschungsgruppe an der Universität Bielefeld hat die Evaluationen der DGWF Jahrestagungen im Jahr 2014 zu einem periodischen Beobachtungsinstrument der Teilnehmendenstruktur im Hinblick auf ihre beruflichen Tätigkeitsprofile und Interessenlagen ausgebaut und bis 2022 jährlich ausgewertet. Ergänzt wurden die Zeitreihendaten im Jahr 2021 durch eine einmalige Sonderanalyse, in der mittels Clusteranalysen eine Akteurstypologie entwickelt wurde. Die Tätigkeitsprofile der Befragten ergaben drei Cluster unter den Tagungsteilnehmenden: „Administrative Manager:innen“, „Wissenschaftler:innen“ und „Allrounder“. Die Zeitreihendaten zeigen, dass Managementaufgaben in den Tätigkeitsprofilen zunehmen, wohingegen Tätigkeiten in Wissenschaft/Forschung kontinuierlich rückläufig sind. Dafür kann es unterschiedliche Gründe geben; vieles spricht dafür, dass sich die Forschungsaktiven zurückziehen. Für die DGWF als Fachgesellschaft war ein enges Verhältnis zwischen Wissenschaft und Praxis wissenschaftlicher Weiterbildung bisher prägend. Insofern stellt sich die Frage, wie bei den DGWF Jahrestagungen Relationierungsprozesse zwischen Wissenschaft und Bildungspraxis stattfinden können, die sowohl für wissenschaftliche als auch für handlungspraktische Zusammenhänge fruchtbar gemacht werden können.
Pädagogisches Handeln an Hochschulen: Ein komparativer Blick auf Technologien und Kernaktivitäten
Der vorliegende Beitrag liefert empirisch gestützte Hinweise, dass Hochschulen nicht nur zum Wissenschaftssystem gehören, sondern auch integraler Bestandteil des pädagogisch organisierten Systems des lebenslangen Lernens bzw. des Bildungswesens sind. Die hier tätige Leitprofession – die Professorenschaft – inkorporiert daher die soziale Identität eines(r) Pädagogen*in. Flankiert wird die Argumentation durch Hinweise, welche die prominente These vom Technologiedefizit der Pädagogik nachhaltig relativieren