Zeitschrift Hochschule und Weiterbildung (ZHWB - Universität Bielefeld)
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„Vergangene Zukünfte – Neue Vergangenheiten: Geschichte und Geschichtlichkeit der Erwachsenenbildung/Weiterbildung“. Bericht zur Jahrestagung der Sektion Erwachsenenbildung in der DGfE. 25. bis 27. September 2019 an der MLU Halle-Wittenberg
Möglichkeiten zur Internationalisierung von Fernstudiengängen: Eine unterschätzte Vielfalt
Aufgrund der wachsenden internationalen Vernetzung im Berufsleben ist es in Deutschland nicht nur für Studierende in Präsenzstudiengängen, sondern gerade auch für jene in Fernstudiengängen wichtig, innerhalb des Studiums die eigenen internationalen Erfahrungen und interkulturelle Kompetenz auszubauen. Ein klassisches Studiensemester im Ausland ist für die meisten Fernstudierenden jedoch nicht realisierbar, da sie aus beruflichen oder privaten Gründen zeitlich oft stark eingespannt und geografisch gebunden sind. Fernstudiengänge müssen daher eigene Wege gehen und geeignete Möglichkeiten der Internationalisierung finden. Bemühungen, auch Fernstudiengänge breitgefächert zu internationalisieren, sind in Deutschland bisher kaum zu beobachten. Aus diesem Anlass wurde im Rahmen einer Untersuchung ermittelt, welche Möglichkeiten es gibt, Fernstudiengänge zu internationalisieren. Die identifizierten Möglichkeiten lassensich in drei Bereiche einteilen: der Auslandsmobilität (z.B. temporäres Auslandsstudium, Exkursion), der Lehre am Heimatcampus (z.B. interkulturelle Inhalte, Kontakt mit internationalen Personen oder Unternehmen) und der internationalen Zusammenarbeit (z.B. gemeinsame Lehrveranstaltungen, gemeinsame Betreuung einer studentischen Abschlussarbeit)
Weiterbildung von Hochschuldozierenden in der medizinischen Lehre : Ein Blended-Learning basiertes Format
Herausforderung, dass eine große Zahl von heterogenen Lehrenden auf verschiedenste komplexe Lehrsituationen trifft. Hierbei steigen die Anforderungen, während insbesondere zeitliche Ressourcen häufig knapp sind. Es wird eine Möglichkeit veranschaulicht, dieser Herausforderung mit einem Blended-Learning basierten Format der Hochschulweiterbildung zu begegnen: In einem in bedarfsgerechte Module aufgebauten, dreischrittigen Trainingssystem aus Online-Kursen, Präsenzveranstaltungen und kollegialem Coaching werden zunächst kleine Lerneinheiten niederschwellig online zur Verfügung gestellt; in der Regel erfolgen ergänzendePräsenzveranstaltungen zur Vertiefung und praktischen Anwendung der Inhalte. Inhaltlich werden Teilkompetenzen definiert, die für professionelles Handeln der Lernenden in ihrer darauffolgenden Aufgabe als Lehrende erforderlich sind. Anhand des kollegialen Coachings werden diese Handlungskompetenzenerweitert und gleichzeitig die Anvertraubarkeit der professionellen Tätigkeit an die jeweilige Lehrpersonüberprüft. Die didaktische Einbettung des zugrundeliegenden Lehr-/Lernansatzes und das Spannungsfeld, in dem sich dieser bewegt, werden vor dem Hintergrund des aktuellen Bedarfs diskutiert und Chancen für personalisiertes Lernen aufgezeigt
Funktion und Gestaltung von Formaten wissenschaftlicher Weiterbildung
Nach einer längeren Zeit der Kontinuität unterliegen Formate wissenschaftlicher Weiterbildung aktuell einer Neuausrichtung ihrer Funktion und Gestaltung. Die Anschlussfähigkeit an die Bologna-Formate, die Ausdifferenzierung des Zielgruppenbezugs, eine verstärkte Nachfrage- und Bedarfsorientierung sowie die Forderung nach Durchlässigkeit der Angebote erfordern klare Regelungen hinsichtlich Zulassung, Struktur, Dauer und Abschluss. Warum eine konsequente und allgemein verbindliche Systematisierung und Standardisierung der Formate bisher nicht realisiert wurde und welche Empfehlungen hierzu vorliegen und diskutiert werden, ist Gegenstand dieses Beitrages