Zeitschrift Hochschule und Weiterbildung (ZHWB - Universität Bielefeld)
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Standardisierung in der wissenschaftlichen Weiterbildung als ein Kernprozess der Professionalisierung
Ziel dieses Beitrags ist es, die grundlegende Bedeutung der wissenschaftlichen Weiterbildung für die Professionalisierung beruflicher Handlungsfelder herauszustellen. Zu diesem Zweck wird zunächst der Professionalisierungsbegriff beleuchtet und sein Zusammenhang mit der wissenschaftlichen Weiterbildung dargestellt. Besonders in den Mittelpunkt gestellt wird im weiteren Verlauf die Bedeutung von Standards der professionellen Arbeit. Anschließend wird diskutiert, inwieweit modulareWeiterbildungsangebote besonders geeignet sind, Standardisierungsbemühungen bei der Beschreibung von Lerninhalten – als Teil der Professionalisierung sowohl der Lernenden wie auch der Lehrenden (nicht nur) in der hochschulischen Weiterbildung – erneut in den Blick zu nehmen
Aktuelle Veröffentlichungen zum Themenfeld „Hochschule und Weiterbildung”: Ein Service der Bibliothek des Deutschen Instituts für erwachsenenbildung (DIE)
Ernst Prokop: Bilanz und Perspektiven wissenschaftlicher Weiterbildung. AUE 2000 (2000): Gekürzter Nachdruck
Gomille, Gunter (2019). Der Stellenwert der Wissenschaftlichen Weiterbildung an der Hochschule. Eine kritische Untersuchung über Möglichkeiten der Differenzierung der Wissenschaftlichen Weiterbildung innerhalb der Hochschule. Hamburg: Verlag Dr. Kovac.
Professionalisierungsimpulse durch wissenschaftliche Weiterbildung in den Feldern Kindheitspädagogik und Pflege : Ergebnisse einer Erprobung von Zertifikatskursen auf Masterniveau
In den bisher wenig akademisierten Feldern Pflege und Kindheitspädagogik stellen wissenschaftliche Weiterbildungen eine Neuerung dar. Wesentliche Zielsetzung dieser ist es, akademisch qualifizierten Fachpersonen eine adäquate Möglichkeit zur Weiterqualifizierung in ihrer jeweiligen beruflichen Praxis zu eröffnen. Hierdurch sollen die Weiterentwicklung ihrer individuellen Professionalität angeregt und Impulse für Professionalisierungsprozesse in den Feldern gesetzt werden. Im Beitrag wird die bedarfsgerechte Konzeption wissenschaftlicher Weiterbildungen unter dem Aspekt der Professionalisierung der Felder Kindheitspädagogik und Pflege diskutiert. Entsprechende Angebote wurden im Rahmen des durch das BMBF geförderten Projektes PRAWIMA an der Evangelischen Hochschule Dresden entwickelt und erprobt. Die in den Bereichen Pflege und Kindheitspädagogik angebotenen Zertifikatskurse wurden zu praxisrelevanten Themen im Umfang von jeweils 5 CP im Blended Learning Format durchgeführt. Sie sind wissenschaftsbasiert und kompetenzorientiert auf Masterniveau konzipiert. In die Angebotsentwicklung sind die Ergebnisse einer im Projekt durchgeführten quantitativen und qualitativen Bedarfsanalyse eingeflossen. Die Angebote wurden begleitend quantitativ evaluiert. Die Ergebnisse zeigen, dass sie dem angenommenen Bedarf entsprechen. Inhaltlich fokussieren die Angebote die aktuellen Herausforderungen in den Feldern, sowohl hinsichtlich der Themen als auch der zu erwerbenden Kompetenzen. Strukturell erreicht das berufsbegleitende Angebotsformat die anvisierte Zielgruppe. Didaktisch wird die Anschlussfähigkeit sowohl zur beruflichen Praxis als auch zum Kompetenzniveau der akademisch qualifizierten Teilnehmenden mittels Theorie-Praxis-Verknüpfung hergestellt
Professionalisierung der wissenschaftlichen Weiterbildung als hochschulische Mehrebenenherausforderung
Der Aufsatz fokussiert die Professionalisierung wissenschaftlicher Weiterbildung als eine komplexe Mehrebenenherausforderung insbesondere bei einer dezentralen hochschulischen Organisationsform. Nach einer kurzen systematischen Beschreibung von Organisationsformen, Akteuren und Aufgaben werden vor dem Hintergrund eigener empirischer Studien zwei zentrale Professionalisierungsfelder wissenschaftlicher Weiterbildung exemplarisch vertieft. Während die Professionalisierung von Marketing eher von der Aufgabe ausgeht, die dann auf den verschiedenen Ebenen akteurs- und rollenbezogen zugeordnet und operationalisiert werden muss, geht die Professionalisierung von Dozierenden eher von den Akteuren aus, wobei die Professionalisierung der Lehrakteure dann selbst eine Mehrebenenherausforderung im Sinne der Professionalisierung des Dozierendenmanagements darstellt. Abschließend werden einige externe Professionalisierungsbedingungen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft für die Stärkung des Mandats wissenschaftlicher Weiterbildung – auch im Innenbereich von Hochschulen – markiert
Dörner, Olaf, Iller, Carola, Schüssler, Ingeborg, Maier-Gutheil, Cornelia & Schiersmann, Christiane (Hrsg.). (2019). Beratung im Kontext des Lebenslangen Lernens. Konzepte, Organisation, Politik, Spannungsfelder. Opladen u.a.: Verlag Barbara Budrich.
Wer sind und was wollen ältere Studierende an den Universitäten? : Ergebnisse von Studierendenbefragungen an drei Standorten
Viele Hochschulen führen in unterschiedlichen Abständen Befragungen unter den Teilnehmenden der nachberuflichen wissenschaftlichen Weiterbildung durch, die Einblicke in Studienmotive und Studierverhalten Älterer an den jeweiligen Standorten bieten. Es fehlen jedoch einheitliche, bundesweiteDaten zum Studium Älterer. Denn die jeweiligen Ergebnisse sind aufgrund unterschiedlicher Fragestellungen und Frageformen zumeist nicht miteinander vergleichbar. Auch die jährliche bundesweite Zählung von Gasthörenden erfasst nicht alle älteren Studierenden, da nicht alle Teilnehmenden an nachberuflicher wissenschaftlicher Weiterbildung unter diesem Status geführt werden. Um diese Lücke zu schließen, wurde in der Bundesarbeitsgemeinschaft WissenschaftlicheWeiterbildung für Ältere (BAG WiWA) ein Fragebogen entwickelt, in dem Motivlagen, Fächerpräferenzen, Formen des Studierens und soziodemographische Daten erfasst werden können. Im vorliegenden Beitrag werden einige zentrale Ergebnisse von Teilnehmendenbefragungen älterer Studierenderaus drei Hochschulen vorgestellt, bei denen der Fragebogen erstmalig zum Einsatz kam. Die Ergebnisse weisen eine hohe Übereinstimmung im Hinblick auf Fächerpräferenzen und Motivlagen auf und zeigen, dass soziodemographische Daten wie Bildung und Geschlecht in einem Zusammenhang mit den Teilnahmemotiven und den subjektiven Gewinnen stehen. Darüber hinaus zeigt sich, dass auch die Angebotsstruktur einer Institution Einfluss auf das Antwortverhalten der Befragten hat
Wissenschaftliche Weiterbildung neu bewertet: Das Spannungsverhältnis von Bildungsauftrag und Nachfrageorientierung als strukturgebendes Element für bayerische Hochschulen
Die Interpretation der Hochschule als Institution des lebenslangen Lernens und das Öffnen für neue Zielgruppen stellt die staatlichen Bildungseinrichtungen vor erhebliche Herausforderungen, die Aktualisierungshandeln erforderlich machen. Hierdurch begeben sich die staatlichen Einrichtungen auf einen bereits etablierten Bildungsmarkt, der sich vom bekannten Handlungsfeld unterscheidet, da er unentwegt ein agiles Handeln und eine schnelle Adaptionsfähigkeit auf neue Bildungsanforderungen benötigt. Immer öfter ist aber die Einrichtung Universität in einer unentwegten Grundsatzdebatte gefangen, die sich immer durch zwei Extrema auszeichnet: arbeitet man marktzentriert oder beharrt man auf seiner vorhandenen Rolle als staatliche Einrichtung mit eindeutigem Bildungsauftrag und wie setzt man nun wissenschaftliche Weiterbildung gemäß dessen um? Konträr zur allgegenwärtigen Interpretation „Bildungsauftrag vs. / oder Cash Cow“ und einem notwendigen Klärungsbedarf der Situationslage ist genau dieses Spannungsverhältnis zwischen den beiden Dimensionen für die Umsetzung der wissenschaftlichen Weiterbildung an (bayerischen) Hochschulen notwendig. Das Spannungsfeld Bildungsauftrag und Nachfrageorientierung ist die beispiellose Triebkraft fürExistenz, erfolgreiche Durchführung und Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Weiterbildung und des (Weiter-)Bildungsmarkts